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Anzuchterde: Worin liegt der Unterschied zu Blumenerde?

Gartenpflanzen gedeihen am besten, wenn ihre Bedürfnisse optimal erfüllt werden. Anzuchterde und Blumenerde spielen dabei eine wichtige Rolle. Wir erklären Ihnen den Unterschied und verraten, woran Sie hochwertige Anzuchterde erkennen.

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Pflanzen in Anzuchterde säen
Mit der richtigen Erde erhalten Pflanzen genau die Nährstoffe, die sie zum Wachsen benötigen
Inhaltsverzeichnis

Wie unterscheiden sich Anzuchterde und Blumenerde?

Pflanzen jeder Art gedeihen am besten, wenn ihre Bedürfnisse erfüllt werden. Bereits die Pflanzung spielt eine wichtige Rolle, um später kräftige und gesunde Gartenpflanzen zu erhalten. Die Bedürfnisse von Keimlingen, Jungpflanzen und ausgewachsenen Pflanzen unterschieden sich dabei teilweise sehr stark voneinander. Um ideale Wachstumsbedingungen zu schaffen, sollten Sie deshalb in jeder Wachstumsphase Ihrer Gartenpflanzen auf das richtige Substrat achten.

Während Jungpflanzen am besten in Anzuchterde gedeihen, fühlen sich ausgewachsene Pflanzen in Blumenerde am wohlsten. Der Unterschied dieser beiden Varianten findet sich in der Zusammensetzung und den enthaltenen Nährstoffen. Die jeweilige Zusammensetzung richtet sich also speziell an die unterschiedlichen Nährstoffansprüche von Keimlingen, Jungpflanzen und ausgewachsenen Pflanzen.

Blumenerde

Blumenerde verfügt über einen hohen Nährstoffgehalt und eine hohe Nährstoffdichte. Ausgewachsene Gartenpflanzen freuen sich vor allem über einen hohen Stickstoffanteil und wichtige Mineralsalze, die ein gesundes Wachstum fördern. Anzuchterde verfügt im Gegenteil über einen besonders geringen Nährstoffgehalt und eine geringe Nährstoffdichte. Auch der Anteil von Stickstoff und Mineralsalzen fällt geringer aus.

Der Grund findet sich darin, dass eine hohe Nährstoffkonzentration das Wachstum junger Pflanzen hemmen würde. So müssen Keimlinge zunächst ein Wurzelsystem ausbilden, das die Pflanze mit wichtigen Nährstoffen und Wasser versorgt. Finden Jungpflanzen in ihrem Substrat eine hohe Nährstoffdichte vor, besteht für sie keine Notwendigkeit, ein ausgedehntes Wurzelnetzwerk zu entwickeln. Fällt die Nährstoffkonzentration hingegen gering aus, müssen die Pflanzen lange und kräftige Wurzeln bilden, um sich zu versorgen.

Anzuchterde

Im Vergleich zu Blumenerde fällt Anzuchterde außerdem frischer, lockerer und durchlässiger aus. Diese Struktur ermöglicht es Jungpflanzen, ihre Wurzeln frei auszubilden, ohne dabei auf Hindernisse zu stoßen. Gleichzeitig kann überschüssiges Gießwasser besser abfließen, wodurch die Bildung von Schimmelpilzen reduziert wird. Während Blumenerde nicht keimfrei ist, weist Anzuchterde keine Keime auf und enthält ebenfalls keine Samen oder andere Pflanzenteile, die das Wachstum von Jungpflanzen beeinträchtigen können.

Blumen-/Pflanzenerde im Vergleich »

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Woran erkennt man hochwertige Anzuchterde?

Anzuchterde in Händen
Gute Anzuchterde ist besonders feinporig und locker und besitzt nur eine geringe Nährstoffdichte

Anzuchterde können Sie in verschiedenen Varianten und von verschiedenen Herstellern erwerben. Damit Ihre jungen Gartenpflanzen die bestmöglichen Wachstumsbedingungen erhalten, sollten Sie beim Kauf genau auf die Bezeichnung des Substrats achten. So ist herkömmliche Blumenerde auch als Pflanzerde oder Pflanzenerde bekannt. Anzuchterde wird hingegen auch als Aussaaterde, Pikiererde oder Vermehrungserde bezeichnet.

Des Weiteren sollten Sie großen Wert auf eine hochwertige Anzuchterde legen. Hochwertiges Substrat für Jungpflanzen enthält eine geringe Nährstoffdichte und ist frei von Mineralsalzen. Die Struktur der Erde ist feinporig und locker, während die Konsistenz weder vollkommen trocken noch klumpig erscheint. Besonders wichtig ist, dass die Anzuchterde tatsächlich keimfrei ist, damit sich bei der Anzucht keine Schimmelpilze bilden und keine Krankheiten übertragen werden.

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Welche Vorteile hat Anzuchterde für junge Pflanzen?

Junger Keimling in Anzuchterde
Anzuchterde sorgt für ein besseres Wachstum und gesundere Pflanzen

Theoretisch können Sie Keimlinge und Stecklinge in herkömmlicher Blumenerde gedeihen lassen. Wenn Sie Anzuchterde verwenden, ziehen Sie jedoch gesündere und kräftigere Pflanzen heran. Der Grund für diesen Vorteil findet sich darin, dass Anzuchterde das Wurzelwachstum von Keimlingen und Stecklingen fördert. Dieses spielt bei der Anzucht eine der wichtigsten Rollen.

Sobald das Wurzelwachstum beginnt, gehen die jungen Pflanzen aktiv auf die Suche nach wichtigen Nährstoffen. Herkömmliche Blumenerde macht es jungen Pflanzen mit einer hohen Nährstoffdichte besonders einfach. In der Folge müssen die Pflanzen nur begrenzt Wurzeln entwickeln, da sie Nährstoffe und Wasser quasi "direkt vor der Haustür" finden. Das Wurzelwachstum wird daher nach kurzer Zeit wieder eingestellt.

Entwickeln Jungpflanzen jedoch kein ausgedehntes Wurzelsystem, verfügen sie über ein vermindertes Wachstum, blühen kaum oder gehen während der Wintermonate ein. Da Keimlinge und Stecklinge deutlich weniger Nährstoffe benötigen als ausgewachsene Gartenpflanzen, ist Anzuchterde speziell auf dieses verminderte Bedürfnis ausgerichtet. Um die Bildung eines feinen Wurzelnetzwerks zu ermöglichen, fällt das Substrat außerdem besonders feinporig und locker aus.

Neben einer geringen Nährstoffdichte und einer feinporigen Struktur kommt Keimlingen bei der Anzucht in einem speziellen Substrat auch dessen Keimfreiheit zugute. So sind Jungpflanzen gegenüber Krankheiten und Schädlingen anfälliger als ausgewachsene Pflanzen. Anzuchterde fällt aus diesem Grund steril aus und ist in der Regel keimfrei. Sie enthält außerdem weder Samen noch Wurzeln anderer Pflanzen. Es können somit keine weiteren Samen keimen, die das Wachstum der Jungpflanzen beeinträchtigen.

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THEMEN:   Erde Aussaat


Autor Jennifer Nagel

Über den Autor
Jennifer Nagel

Nach einem redaktionellen Praktikum entdeckte Jennifer ihre Liebe zur Sprache und begann ein Studium zum Werbetexter und Konzeptioner. Seit 2019 arbeitet sie als freie Texterin und Lektorin und verfasst unter anderem interessante Artikel für unser Gartenmagazin.

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