Baumpflege

Apfelbaum pflanzen: Schritt für Schritt-Anleitung

Äpfel zählen zu den beliebtesten Obstsorten überhaupt. In unserem Ratgeber erfahren Sie, worauf Sie beim Anpflanzen eines eigenen Apfelbaums im Garten achten müssen - vom richtigen Standort, über die Pflanztiefe bis hin zur anschließenden Baumpflege.

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Schaufel mit Erde für Apfelbaum im Garten
Ist das Pflanzloch erst einmal ausgehoben, ist der Apfelbaum schnell gepflanzt © freepik.com
Inhaltsverzeichnis

Zeitpunkt

Generell ist das Pflanzen von Apfelbäumen das ganze Jahr über möglich. Als ideal gilt allerdings die Vegetationsperiode von Herbst bis Frühjahr. Besonders zu empfehlen ist der Zeitraum zwischen Oktober und November, da hier jungen Bäumen ausreichend Zeit bleibt, um gut anzuwurzeln. Unabhängig vom gewählten Pflanzzeitpunkt sollten Sie stets einen frostfreien Tag wählen.

Standort

Apfelbäume gedeihen am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort, welcher einen zuverlässigen Schutz vor kaltem Wind bietet. Eine südliche ausgerichtete Stelle mit leicht erhöhter Lage, die sich in ausreichendem Abstand zu Hecken oder Mauern befindet, gilt dabei als ideal. Senken sind hingegen ungeeignet, da sich hier kalte Luft stauen kann. Außerdem lassen sich Wasseransammlungen nicht mit Gewissheit ausschließen.

Des Weiteren sollten Sie bedenken, dass große Bäume reichlich Schatten werfen. Ein ausreichender Abstand zum Gewächshaus ist somit dringend zu wahren. In Bezug auf äußere Grenzen ist ein Abstand von 1,5 Meter zu wahren. Zwischen einzelnen Bäumen sind je nach Baumart folgende Abstände zu empfehlen:

Pflanzentyp Pflanzabstand
Buschbaum 1,5 bis 2,5 m
Halbstamm 4 bis 6 m
Hochstamm 10 m

Substrat

Da Apfelbäume kaum Ansprüche an das Substrat stellen, ist ein lockerer Boden mit einem mäßigen Nährstoffgehalt in aller Regel ausreichend. Die Erde sollte stets feucht sein. Bei Bedarf lässt sich der Boden mit einer Mischung aus reifen Kompost und Gartenerde aufwerten.

Schritt für Schritt Pflanzanleitung

Apfelblüten
Blüten an einem jungen Apfelbaum

Das Pflanzen von wurzelnackten Gehölzen umfasst insgesamt 10 Schritte, welche wir Ihnen im Folgenden näher vorstellen.

1. Wurzelwerk vorbereiten

Stellen Sie das Wurzelwerk vor dem Pflanzen für wenige Stunden in ein mit Wasser gefülltes Gefäß. Auf diese Weise können sich die feinen Wurzeln vom Transport erholen sowie innerhalb kürzester Zeit reichlich Wasser aufnehmen.

2. Pflanzloch anlegen

Bevor Sie mit dem Einpflanzen beginnen, ist zunächst das Pflanzloch auszuheben. Am einfachsten gelingt dies mit einem Spaten. Wichtig ist, dass die Größe des Pflanzlochs so ausgelegt ist, dass die Wurzeln nicht abknicken. Ein Durchmesser von rund 60 cm gilt dabei als ausreichend. Die empfohlene Tiefe liegt dabei bei 40 cm. Bei schweren, verdichteten Lehmböden lässt sich die Sohle durch Einstiche mit der Grabgabel lockern.

Die besten Spaten im Vergleich »

3. Anschneiden der Hauptwurzeln

Schneiden Sie nun die Hauptwurzeln mit einer Gartenschere an, um eine ausreichende Nährstoffversorgung zu gewährleisten. Jetzt ist es außerdem an der Zeit, beschädigte und abgeknickte Pflanzenteile zu entfernen.

4. Apfelbaum positionieren

Beim Einsetzen des Apfelbaums in das vorbereitete Pflanzloch ist darauf zu achten, dass die Abzweigungen der oberen Hauptwurzeln dicht unter der Bodenoberfläche liegen. Die Veredelungsstelle verbleibt dabei etwa 10 cm über der Erde. Diese ist an ihrer charakteristischen Knickstelle zu erkennen.

5. Pflanzpfahl verankern

Entnehmen Sie anschließend den Apfelbaum noch einmal aus dem vorgefertigten Pflanzloch. Schlagen Sie dann westlich des Stammes einen Pflanzpfahl ein, welcher bis zur Kronenhöhe des Apfelbaums reicht.

6. Baum einpflanzen

Jetzt nimmt der Apfelbaum seinen endgültigen Platz im Pflanzloch ein. Ist der Baum erfolgreich eingesetzt, wird das Pflanzloch nach und nach mit Erde befüllt. Rütteln Sie den Baum dabei gelegentlich leicht, damit das Substrat die Wurzeln gleichmäßig umschließt. Das Pflanzloch sollte vollständig mit Aushub bedeckt sein. Treten Sie die letzte Schicht abschließend mit dem Fuß vorsichtig fest, um die Erde zu verdichten.

Jungen Apfelbaum angießen
Nach dem Setzen des Apfelbaums muss er großzügig mit Wasser versorgt werden © prostooleh - freepik.com

7. Baum festbinden

Im nächsten Schritt ist der Baum mit Hilfe eines Kokosstricks am Stamm auf Kronenhöhe zu fixieren. Legen Sie den Strick drei- bis viermal locker um Stamm und Pfahl. Anschließend umwickeln Sie die entstandene „Acht“ mehrmals. Um Schäden an der Rinde zu vermeiden, empfiehlt es sich, das Seil am Pfahl zu verknoten. Sichern Sie den Strick auf der Außenseite des Pfahls mit einer Krampe. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass sich der Knoten nur schwer lockert und gegebenenfalls nicht nach unten rutscht. Zur Sicherheit sollten Sie diesen jedoch in regelmäßigen Abständen überprüfen.

8. Apfelbaum formen

Um zu gewährleisten, dass der gepflanzte Apfelbaum die gewünschte Form einnimmt, sollten Sie die Spitze sowie alle Seitentriebe im Rahmen des Pflanzschnitts maximal bis zur Hälfte kürzen. Seitenzweige, welche steil ausgerichtet sind, sind vollständig zu entfernen oder mit einem Kokosstrick in einer flacheren Position zu fixieren. Wichtig ist, dass die Seitentriebe dabei nicht mit dem Mitteltrieb konkurrieren.

9. Apfelbaum wässern

Haben Sie Ihren Apfelbaum erfolgreich gepflanzt, ist dieser zunächst großzügig anzugießen. Hierfür ist es hilfreich, einen Gießrand aus Erde um den Stamm anzulegen. Dabei handelt es sich um eine kleine Vertiefung, welche in gleichmäßigem Abstand zum Stamm in die Erde gezogen wird. Diese Rinne stellt sicher, dass das Gießwasser direkt in das Erdreich gelangt. Keinesfalls sollten Sie Ihren Apfelbaum direkt am Stamm wässern, sondern stets einen geringen Abstand rund um die Baumscheibe einhalten.

Da vor allem kleinwüchsige Bäume ein schwächeres Wurzelsystem entwickeln, ist für deren Anbauerfolg eine ausreichende Wasser- und Nährstoffversorgung von besonderer Bedeutung. Dieses schwemmende Gießen versorgt den Apfelbaum mit reichlich Feuchtigkeit. Des Weiteren wird das Substrat gleichmäßig um die Wurzeln verteilt sowie vorhandene Lufteinschlüsse beseitigt.

Während des ersten Jahres sollten Sie sicherstellen, dass der Boden um den Apfelbaum durchgehend feucht bleibt. In trockenen Sommern sind daher unter Umständen zusätzliche Wassergaben notwendig.

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Wildschäden entgegenwirken

Vorrangig in ländlichen Regionen stellen Wildkaninchen ein potenzielles Risiko für junge Apfelbäume dar. Insbesondere bei Nahrungsknappheit im Winter erfreut sich die nährstoffhaltige Rinde bei diesen Nagern an großer Beliebtheit. Hinzu kommt, dass Rehböcke im Frühling die Bastschicht ihres Gehörns bevorzugt an jungen Apfelbäumen abschaben. Durch dieses Fegen sind teils starke Schäden an der Rinde möglich.

Um Ihren Apfelbaum vor solchen Wildschäden zu bewahren, empfiehlt es sich, bereits zum Pflanzzeitpunkt eine Stammschutzmanschette direkt am Baum anzubringen.

THEMEN:   Baumpflege Obst Äpfel


Autor Carina Staiger

Über den Autor
Carina Staiger

Nach Wirtschaftsabitur und Ausbildung hat sich Carina für das Leben als freie Texterin entschieden. Mit ihrem Fachwissen zu den unterschiedlichsten Gartenthemen berät und unterhält sie unsere Leser.

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