Insektenschutz

Bienenfreundlichen Garten anlegen: Pflanzen und weitere Tipps

Weltweit ist ein zunehmendes Bienensterben zu beobachten, weil immer weniger Lebensraum zur Verfügung steht. Dabei spielen Bienen eine wichtige Rolle im Ökosystem. Mit unseren Tipps schaffen Sie im heimischen Garten ein wahres Bienenparadies und tragen so zum Schutz der Insekten bei.

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Biene im bienenfreundlichen Garten
Bienen sind enorm wichtig für die Natur - mit unseren Tipps verwandeln Sie Ihren Garten in ein wahres Bienenparadies
Inhaltsverzeichnis

Bienenfreundliche Pflanzen wählen

Es gibt massenhaft schöne und dekorative Pflanzen, die Farbe und sommerliche Stimmung in Gärten und auf Balkone zaubern. Aber Bienen locken nur solche an, die ihnen Nektar und Pollen als Nahrung bieten. Während die sehr beliebten und weit verbreiteten Geranien, Blumen mit gefüllten Blüten wie beispielsweise Dahlien und auch Zuchtrosen oder Hybrid-Sorten Bienen nichts bringen, verwandeln unter anderem folgende Pflanzen Ihren Garten zu einem Bienenparadies:

Blütezeit von Frühjahr bis Herbst

Zusätzlich zu den bienenfreundlichen Pflanzen sollten Sie auf auf langfristige Blütenzeiten achten, mit denen Sie die gesamte Gartensaison Nahrung für die Bienen anbieten können, damit sie in Ihrem Garten auch monatelang bleiben. Nicht zu vergessen ist ebenfalls, dass Bienen auch Bestäuber sind. Je länger sie in Ihrem Garten herumschwirren, desto mehr Blüten können sie bestäuben. Gibt es keine Bestäubung, wird es zukünftig auch immer weniger Pflanzennachwuchs, Samen und Früchte geben. Gegebenenfalls auch in Ihrem eigenen Gemüsebeet.

Kleines Schneeglöckchen, Frühlingskrokus und Geflecktes Lungenkraut sind Beispiele für bienenfreundliche Exemplare, die schon im Frühjahr Bienen anlocken. Danach sollten Sie Pflanzen besitzen, die im späten Frühjahr bis zum frühen Sommer blühen, wie beispielsweise Gelber Frauenschuh, Purpurglöcken und Waldmeister. Maiglöckchen blühen übrigens von März bis in den Juni hinein.

Zu den besten Sommerblühern mit viel Nahrungsangebot für Bienen zählen vor allem Lavendel, Vanilleblumen und der Tausendblütenstrauch. Und damit sie auch noch im Spätsommer und Herbst Nektar und Pollen finden, sollten Sie Pflanzen mit Blütenzeiten bis Oktober setzen, wie unter anderem Zinnien, Zucchinis, Topinambur, Kapuzinerkresse und Wilden Wein. Herbstastern sind ebenfalls sehr empfehlenswert, die sogar bis zum Frostbeginn blühen können.

Wildblumenwiese für Bienen
Mit einer Wildblumenwiese im Garten sorgen Sie für ausreichend Nahrung für Bienen und andere Insekten

Bienenfreundliche Pflanzenschutzmittel und Dünger verwenden

Die bienenfreundlichsten Pflanzen bringen nicht viel, wenn Sie die fleißigen Nutztiere durch die Verwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln und Düngern töten. Letzteres sollte vor allem als Spray vermieden werden, weil sich dieses weitflächig auf Pflanzen inklusive Blüten niederlegen kann und Bienen das Gift spätestens beim Aussaugen des Nektars aufnehmen. Der Tod folgt meist zügig.

Um ein Bienenparadies im heimischen Garten zu schaffen und zu erhalten, ist es deshalb wichtig, ausschließlich auf organische, bienenfreundliche Mittel zu setzen. Darunter fallen solche, die rein auf tierischem oder pflanzlichem Ursprung basieren. Bei Schädlingen können Sie auch Hausmittel mit bienenunschädlichen Mitteln verwenden, wobei diese häufig nicht so effektiv wirken, wie Schädlingsfrei-Produkte.

Wilder, bunter Naturgarten statt gepflegter Gartenanlage

Englischer, konstant auf drei bis vier Zentimeter geschnittener Rasen, bei jedem umfangreicheren Austrieb zentimetergenau die Heckenschere anlegen und akkurat angelegte Staudenbeete finden viele Gartenbesitzer schick. Das ist auch legitim, aber weit entfernt von einer bienenfreundlichen Gestaltung des Gartens.

Bei einem Bienenparadies wächst alles eher wild und durcheinander, aber vor allem natürlich, was automatisch zu einem insektenfreundlichen Naturgarten führt. Lassen Sie ihre Hecken doch einfach ein wenig außer Form geraten und Sie werden sehen, wie viele Insekten hierin Schutz finden und im Idealfall auch Nahrung suchen, weil sie sich sicher fühlen. Ein Rasen voller Wildblumen ist die "Königsliga" unter den Natur- und bienenfreundlichen Gärten.

Selbst blühendes Unkraut wie beispielsweise Löwenzahn und insbesondere der ansonsten unerwünschte Spitzwegerich sind wahre Bienenmagneten, auf die besonders Wildbienen ganz versessen sind. Diese halten Sie zudem in Ihrem Garten, wenn Sie Unterschlupf- sowie Brut-Orte anlegen, wie beispielsweise Tothölzer. Und wenn Sie dann noch überflüssige Kies- bzw. Steingärten sowie ungenutzte Bereiche im Garten in Beete mit bienenfreundlichen Pflanzen umgestalten, ist Ihr Bienenparadies nahezu perfekt.

Trinkstellen schaffen

Bienen an einer Tränke
Neben Nahrung und Nistplatz benötigen Bienen im Sommer vor allem auch Wasserstellen

Bienen sind nicht nur hungrig und suchen Nahrung, sondern sie brauchen auch Wasser zum Trinken. Wenn sie in naher Umgebung von nahrungsproduzierenden Pflanzen kein Wasser finden, müssen sie weiterziehen. Ob sie dann den Weg zurück in Ihren Garten finden, ist ungewiss. Deshalb sollten Sie immer frisches Wasser für Bienen bereithalten. Aber Vorsicht: Bienen benötigen einen festen Untergrund am Wasser, von dem aus sie leicht ans Trinkwasser gelangen. Fallen sie hinein, ist ein Ausweg meist nicht möglich und sie ertrinken.

Achten Sie deshalb darauf, dass die Wasseroberfläche dicht unter dem Gefäßrand steht oder legen Sie dünne, schwimmende Inseln in die Tränke auf die Wasseroberfläche. Sie können sich Tränken auch selbst bauen, beispielsweise aus mehreren kleinen Muschelschalen oder Flaschenverschlüssen.

Ertrinkungsgefahr erkennen und beheben

Wie bereits erwähnt, brauchen Bienen Wasser zum Trinken und können an den falschen Wasserstellen ertrinken. Damit dies nicht passiert, sollten Sie Ihren Garten abgehen und alle Wasserstellen absichern. Ob Wasser in der Regentonne, Gießkanne, im Springbrunnen, Planschbecken oder im Gartenteich - die Gefahr lauert überall.

Was Sie nicht verschließen und abdecken können, sollten Sie mit kleinen Landungshilfen für die Bienen versehen. Auch hier können leichte, schwimmende Inseln wie beispielsweise Glasuntersetzer aus Kork das Bienenleben retten. An Gartenteichen empfiehlt sich immer eine Flachzone zu schaffen, in denen Steine herausragen, auf denen Bienen einen sicheren Anflug- und Trinkplatz finden.

Nist- und Überwinterungsplätze

Biene an einem Insektenhotel
Ein Insektenhotel im Garten bietet Nistplätze für verschiedene Bienenarten

Wenn Sie nach all den genannten Tipps für ein Bienenparadies im heimischen Garten zusätzlich noch Nist- und Überwinterungsplätze zur Verfügung stellen, werden Sie sich spätestens im folgenden Jahr über reichlich zufriedene Bienen freuen können. Dazu eignet sich am besten ein sogenanntes Insekten- oder Bienenhotel. Das können Sie gebrauchsfertig kaufen oder mit nur wenig Aufwand auch ohne handwerkliches Geschick selbst bauen. In unserem Ratgeber finden Sie detaillierte Informationen darüber, wie Sie ein Insektenhotel selbst bauen und richtig aufstellen.

THEMEN:   Insekten Bienen Umweltschutz


Autor Romina Seilnacht

Über den Autor
Romina Seilnacht

Auf mein-gartenexperte.de kann Romina als gelernte Gärtnerin ihre Vorlieben für Garten, Pflanzen und Fotografie vereinen und unseren Lesern mit hilfreichen und interessanten Ratgebern die Gartenarbeit erleichtern.

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