Obstbäume

Birnbaum pflanzen: Standort, Pflege und Krankheiten

Der Birnbaum zählt zu den beliebtesten Obstbäumen im Garten. Damit der Baum nach dem Anpflanzen gesund wächst und eine üppige Ernte entwickelt, ist neben dem richtigen Standort auch die Pflege entscheidend.

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Inhaltsverzeichnis

Standort

Bevor es an das Pflanzen geht, ist ein Standort zu bestimmen, der den Ansprüchen des Birnbaums (Pyrus communis) gerecht wird. Abgesehen von einem ausreichenden Platzangebot je nach Wuchs, sollte er einen sonnigen bis halbschattigen sowie windgeschützten Platz bieten. Der ideale Boden ist kalkarm und minimal feucht. Zudem liebt der Obstbaum einen sandigen, humusreichen Lehmboden. Wasser sollte gut abfließen können, weil er empfindlich auf Staunässe reagiert.

Anpflanzen

Der beste Pflanzzeit liegt im Herbst zwischen Oktober und Anfang November. Dann wächst der Birnbaum noch vor Winterbeginn an und kann bereits im darauffolgenden Frühjahr neue Triebe bilden. Meist tragen frisch gepflanzte Exemplare aber erst nach zwei bis drei Jahren erste Früchte.

Damit dem Birnbaum das Anwachsen leichter fällt und er sich gut entwickeln kann, sollten Sie folgende Details wissen und Vorbereitungen treffen:

  • Pflanzabstand: je nach Wuchsbreite zwischen drei und acht Meter
  • Pflanzlochtiefe: rund ein Drittel tiefer als Wurzelballen hoch
  • Pflanzlochdurchmesser: doppelt so groß wie der Wurzelballen
  • vor dem Pflanzen Wurzelballen grob auflockern und so lange in ein Wasserbehältnis stellen, bis keine Luftblasen mehr hochsteigen
  • ausgehobene Erde mit Kompost mischen
  • Pflanzboden mit Rechen bzw. Harke auflockern

Im Anschluss geht es mit dem Einpflanzen los. Setzen Sie den Wurzelballen in das Pflanzloch und füllen Sie mit der zuvor ausgehobenen Erde die Hohlräume aus. Drücken Sie anschließend die Erdoberfläche fest. Für bestmögliche Stabilität sind bis zu drei Pfählen / Stützen nahe am Stamm um die Pflanze herum in den Boden zu stecken. Sie sollten circa eine Höhe wie der Stamm besitzen.

Danach fixieren Sie das Bäumchen ohne starke Spannung daran. Am besten eignen sich dazu Hanf- oder Sisal-Stricke, da sie keine Einschnürungen und Wunden an der Rinde verursachen. Die Bindung erfolgt etwa eine Handbreite unter dem Pfahlende. Abschließend gießen Sie das Bäumchen großzügig an.

Pflege

Birnenblüte und erntereife Birnen
In der Wachstumsphase eines Birnbaums sind gießen, düngen und Formschnitte wichtig

Damit ein Birnbaum sich optimal entwickelt und gesund bleibt, haben Sie einige Pflegemaßnahmen regelmäßig vorzunehmen:

Gießen

Obwohl der Birnbaum ursprünglich zu den Tiefwurzlern zählte, hat er sich mittlerweile aufgrund verschiedenster Kulturformen überwiegend zum Flachwurzler entwickelt. Das heißt, zahlreiche Wurzelenden liegen dicht unter der Erdoberfläche. Dort trocknen sie schneller aus als in der Tiefe. Damit das nicht passiert, sollten Sie entsprechend häufig gießen - vor allem im Sommer. Bei Jungpflanzen ist die Verwendung von kalkfreiem Gießwasser empfehlenswert. Benutzen Sie dafür abgestandenes oder Regenwasser beispielsweise aus einer Regentonne.

Düngen

Für das Wachstum braucht ein Birnbaum ein Mindestmaß an Nährstoffen. Düngen Sie ab dem Folgejahr nach Pflanzung einmal jährlich im Frühling reifen Kompost oder organischen Langzeitdünger aus dem Handel. Achten Sie bei Letzterem darauf, dass Sie sich strikt an die Dosierungsempfehlung des Herstellers halten. Ansonsten verursachen Sie eine Unter- oder Überversorgung. Beides kann schädliche Folge für den Obstbaum haben.

Schneiden

Das Schneiden ist nicht nur für die Optik vorteilhaft, sondern kräftigt den Baum und begünstigt ein gesundes Wachstum sowie eine reichhaltige Ernte. Hierbei wird zwischen Erziehungsschnitt und Auslichtungsschnitt unterschieden. Geschnitten wird zwischen Januar und April. Der Auslichtungsschnitt kann auch nur oder auch ein zweites Mal Ende Juli bis Anfang August beziehungsweise nach der Ernte erfolgen. Der Erziehungsschnitt wird bereits bei jungen Exemplaren praktiziert und bei Bedarf immer wieder bis ins hohe Alter wiederholt. Wie er funktioniert, ist abhängig von der jeweiligen Wachstumsart.

Bei einem Spindelbaum werden alle noch schwachen Seitentriebe mittels zugeschnittenen Spezialleisten in einem 45- bis 60-Grad-Winkel abgespreizt. Gerade, hochgewachsene, kräftige Triebe schneiden Sie mit einer Ast- oder Gartenschere ab. Der Mittel- und längere Seitentriebe sind zur Anregung von Verzweigungen zu kürzen. Ist der Obstbaum älter, finden sich alte und verästelte Fruchthölzer, die es zu entfernen gilt.

Soll eine Pyramidenkrone entstehen, sind zwischen drei und vier kräftige Seitenleittriebe um ein Drittel zu kürzen. Die Auswahl wird am Kronenansatz vorgenommen. Achten Sie auf eine gleichmäßige Verteilung Ihrer Auswahl. Zudem schneiden Sie den Mitteltrieb so weit runter, dass er mindestens eine Handbreite über die Leittriebe ragt. Die restlichen starken Seitentriebe, Wasserreiser und nach innen wachsende Zweige werden ganz abgeschnitten.

Einen Spalierbaum erziehen Sie, indem Sie schon früh ein Holz- oder Drahtspalier setzen. Daran werden die entsprechend geeignete Triebe herunter gebunden und regelmäßig an den Spitzen bis zu einem Drittel gekürzt. Das regt das Wachstum von Verzweigungen und Fruchtholz an. Senkrecht wachsendes Geäst wird abgebrochen.

Beim Auslichtungsschnitt werden alle kranken Triebe, Überkreuz wachsendes Geäst und alte Fruchthölzer vor allem im Inneren entfernt. Dadurch kommen mehr Licht und Luft hinein. Luft ist ebenso wichtig wie Licht, weil sie Schimmel- und Fäulnisbildung durch eine zu hohe, länger anhaltende Feuchtigkeit vorbeugt.

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Krankheiten und Schädlinge

Symptome von Birnengitterrost und Birnenpockenmilbe
Birnengitterrost (l) und Birnenpockenmilbe (r) haben auffällige Symptome © Jean.claude - Wikimedia | CC BY-SA 3.0

Zur richtigen Pflege gehören auch die Kontrolle von eventuellen Krankheiten oder Schädlingsbefällen und deren Bekämpfung.

Birnengitterrost

Birnengitterrost (Gymnosporangium fuscum syn. Gymnosporangium sabinae) ist eine Infektionskrankheit und kommt an Birnenbäumen häufig vor. Um diese zu verhindern, spritzen Sie Ihren Bestand zwischen Anfang April und Anfang August in einem Rhythmus von drei bis vier Wochen mit Schachtelhalmbrühe. Im Handel gibt es auch Fertigpräparate mit Schwefel, die zuverlässig vorbeugen. Zeigt sich Birnengitterrost bereits, helfen Kupferspritzungen.

Feuerbrand

Hat sich Feuerbrand (Erwinia amylovora) auf Ihrem Birnbaum ausgebreitet, erkennen Sie dies an dunkelbraunen bis schwarzen Triebspitzen. Hierbei handelt es sich um eine Infektion, die durch Bakterien entsteht und sogar meldepflichtig ist. Entfernen Sie sofort alle befallenen Pflanzenteile. Im Idealfall sind sie zu verbrennen.

Birnenpockenmilbe

Zeigen sich unübliche Blattverformungen an Ihrem Birnbaum, kann dies die Folge von einem Birnenpockenmilben-Befall (Eriophyes pyri) sein. Beim genauen Hinsehen erkennen Sie weißlich-grüne, winzig kleine Milben mit länglichem, wurmförmigem Körper. Hell-grünliche pockenartige Blattwölbungen, die sich im Laufe bräunlich färben und das ganze Blatt befallen sind typische Erkennungsmerkmale. Auch diese können Sie mit einem Schwefelpräparat bekämpfen. Da sie meist vor oder zum Blütenbeginn vorkommen, sollten Sie mit der Behandlung bis nach der Ernte warten. Nur bei starkem Befall ist ein sofortiges Sprühen angeraten.

THEMEN:   Birnen Obst Pflanzenpflege Bäume Krankheiten Schädlinge


Autor Romina Seilnacht

Über den Autor
Romina Seilnacht

Auf mein-gartenexperte.de kann Romina als gelernte Gärtnerin ihre Vorlieben für Garten, Pflanzen und Fotografie vereinen und unseren Lesern mit hilfreichen und interessanten Ratgebern die Gartenarbeit erleichtern.

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