Gemüseanbau

Chinakohl: Anbau, Pflege, Ernte und Schädlinge

Chinakohl ist ein beliebtes Wintergemüse, das sich durch einen milden Geschmack auszeichnet. Es ist pflegeleicht und lässt sich vielseitig zubereiten. In unserem Ratgeber finden Sie Tipps zu Anbau und Pflege, Ernte und Lagerung sowie Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten.

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Frischer Chinakohl im Gartenbeet
Chinakohl wird auch als Pekingkohl, Japankohl und Selleriekohl bezeichnet
Inhaltsverzeichnis

Standort und Boden

Als Starkzehrer bevorzugt Chinakohl (Brassica rapa subsp. pekinensis) ein nährstoffreiches Substrat an einem sonnigen und windgeschützten Standort. Da das Gemüse problemlos mit kühleren Temperaturen umgehen kann, kommt auch ein Plätzchen im Halbschatten durchaus infrage. Es empfiehlt sich, einen lockeren, tiefgründigen sowie gehaltvollen Boden zu wählen, da Chinakohl keine Staunässe verträgt.

Um die Bodenbeschaffenheit zuverlässig beurteilen zu können, erweist sich die Bestimmung des pH-Wertes als sinnvoll. Als optimal gilt ein Wert zwischen 6 und 7. Zur Vorbeugung von Krankheiten ist eine korrekte Fruchtfolge unerlässlich. Bis Chinakohl erneut an einen bisherigen Standort gepflanzt werden darf, sollten mindestens drei Jahre vergehen.

Unser Experten-Tipp:
Während der Wachstumszeit sollte der Boden mehrfach aufgelockert werden, damit er sich nicht zu stark verdichtet. Andernfalls werden die unteren Pflanzenteile nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Aussaat und Pflanzung

Der ideale Zeitpunkt, um Chinakohl auszusäen, liegt im Hochsommer zwischen Ende Juli und Anfang August. Erfolgt die Aussaat zu früh, neigt das Gemüse zu blühen. Eine zu späte Aussaat birgt hingegen das Risiko, dass nicht mehr ausreichend Zeit für ein angemessenes Wachstum bleibt. Generell gilt, dass sich Chinakohl an Tagen, welche kürzer als zwölf Stunden sind, vorrangig auf die Ausbildung von Blättern konzentriert.

Chinakohl vorziehen

Im Gewächshaus, Frühbeet oder auf der Fensterbank ist das Vorziehen des beliebten Wintergemüses ab Ende Februar möglich. Besonders gut geeignet sind hierfür Sorten, welche gezielt auf die Sommerernte ausgerichtet sind.

Damit Chinakohl im Frühbeet und Gewächshaus erfolgreich gedeiht, sollte sich der Boden bereits ausreichend erwärmt haben. Konstante Temperaturen von rund 10 Grad Celsius sind dabei ausreichend.

Chinakohl im Beet auspflanzen

Die Saattiefe im Beet sollte etwa ein bis zwei Zentimeter betragen. Weiterhin gilt ein Abstand von 30 bis 40 Zentimeter zwischen den einzelnen Reihen als optimal. Vor der Aussaat bietet es sich an, den Boden mit einem natürlichem Düngemittel wie beispielweise Stallmist, reifem Kompost oder Hornspänen aufzuwerten. Liegen die Temperaturen zwischen 20 bis 25 Grad Celsius, zeigen sich nach etwa 10 bis 20 Tagen die ersten Sämlinge.

Mischkultur und Fruchtfolge

Möchten Sie Chinakohl zusammen mit weiteren Gemüsesorten kultivieren, sollte die Auswahl der benachbarten Pflanzen stets mit Bedacht erfolgen. Denn nicht alle Pflanzenarten sind gleichermaßen gut geeignet.

Geeignete Pflanznachbarn Ungeeignete Pflanznachbarn
  • Salat
  • Spinat
  • Karotten
  • Erbsen
  • Tomaten
  • Sellerie
  • Rettich
  • Radieschen
  • Raps
  • Senf

Pflege

Chinakohl-Setzling und reifer Chinakohl im Schnee
Chinakohl bildet einen festen, ovalen bis schmal zylindrischen Kopf mit einem Gewicht von circa 1 bis 3 Kilo

Chinakohl erweist sich im Vergleich zu anderen Kohlarten als äußerst pflegeleicht. Neben reichlich Wasser benötigt die Pflanze vor allem regelmäßige Düngergaben.

Gießen

Chinakohl bildet innerhalb kürzester Zeit große Blätter aus, sodass die Ernte rund 8 Wochen nach dem Pflanzen der Setzlinge erfolgen kann. Die Keimdauer umfasst zwischen sechs und acht Tage, Während der Wachstumsphase benötigt das Gemüse reichlich Wasser. Eine Austrocknung des Bodens ist zu vermeiden. Sobald der Chinakohl seinen Kopf ausbildet, ist der Wasserbedarf am höchsten. Regelmäßige Wassergaben sind unverzichtbar.

Düngung

Bereits vor der Pflanzung ist es möglich, den Nährstoffgehalt des Bodens mit einem natürlichen Düngemittel aufzuwerten. Während des Blattwachstums sind fortlaufende Düngergaben im Abstand von etwa drei Wochen zu empfehlen. Hierfür eignen sich Hornmehl, Hornspäne sowie reifer Kompost. Darüber hinaus erweist sich die Gabe von Brennnesseljauche als sinnvoll.

Ernte

Die Ernte von Chinakohl erstreckt sich je nach regionaler Witterung überwiegend von Oktober bis November. Unter Umständen ist die Ernte auch schon zu einem früheren Zeitpunkt möglich. Denn Chinakohl treibt nach, sodass er gegebenenfalls erneut geerntet werden kann. In einem Zeitraum von rund 80 Tagen bildet das Wintergemüse reichlich Blattmasse aus. So ist es möglich, dass auf einem Quadratmeter bis zu 5 Kilogramm Chinakohl entstehen.

Wichtig ist, dass die Kohlköpfe vollständig geschlossen sind und zum Erntezeitpunkt kein Frost herrscht. Die einzelnen Kohlköpfe werden bodennah abgeschnitten, äußere harte Blätter sind zu entfernen.

Unser Experten-Tipp:
Gegen Ende Juli gesäter Chinakohl kommt in milden Lagen auch mit leichten Minusgraden von maximal -4 Grad Celsius zurecht. Bei kühleren Temperaturen empfiehlt sich ein zusätzlicher Schutz aus einem Gartenvlies oder Reisigmatten.

Lagerung

Möchten Sie Chinakohl über einen längeren Zeitraum einlagern, empfiehlt es sich, ihn mitsamt der Wurzeln zu ernten. Legen Sie das bewurzelte Gemüse in eine Kiste mit feuchtem Sand. Als ideal erweist sich ein kühler Raum mit einer konstanten, aber etwas erhöhten, Luftfeuchtigkeit. Auf diese Weise ist die Einlagerung über mehrere Monate hinweg möglich. Alternativ bietet es sich an, die Kohlköpfe einzeln in Zeitungspapier zu wickeln und aufrecht in eine Holzkiste gereiht aufzubewahren.

Für eine kurzfristige Einlagerung von bis zu vier Wochen kommt der Kühlschrank infrage. Um der Entstehung von Blattwelke vorzubeugen, sind die geputzten Kohlköpfe in feuchte Tücher oder Frischhaltefolie einzuschlagen.

Unser Experten-Tipp:
Um eine attraktive Haltbarkeit zu erzielen, erweisen sich regelmäßige Kontrollen des Chinakohls als wichtig. Dabei sind fleckige oder verfärbte Blätter zu entfernen.

Krankheiten und Schädlinge

Kohlweißlingraupen auf Chinakohlblatt
Kohlweißlingraupen können die ganze Ernte zunichte machen © Bernd Kirchberg - Wikimedia | CC BY-SA 3.0

Im Hinblick auf Krankheiten und Schädlinge erweist sich Chinakohl ebenfalls als recht pflegeleicht. Problematisch für die Gemüseentwicklung sind vor allem die drei Folgenden:

Kohlhernie

Diese Schleimpilzerkrankung gilt als sehr hartnäckig, weshalb sich deren Bekämpfung häufig als langwierig gestaltet. Befallene Pflanzen beginnen zu welken und weisen auffällig verdickte Wurzeln auf. Die Sporen dieser Pilzkrankheit verbleiben meist über mehrere Jahre im Boden, weshalb die empfohlene Fruchtfolge unbedingt einzuhalten ist. Der Verzicht auf saure Böden und Staunässe zählen zur wirksamsten Vorbeugung.

Erdflöhe

Kleine Löcher in den Blättern des Chinakohls deuten auf einen Erdflohbefall hin. Ein solcher Befall tritt vorrangig bei einer zu trockenen Bodenbeschaffenheit auf, weshalb regelmäßige Wassergaben als wirksamste Methode zur Vorbeugung gelten.

Kohlweißlinge

Diese zunächst als harmlos erscheinenden Schmetterlinge legen ihre Eier bevorzugt auf jungen Blättern des Chinakohls ab. Sind die Raupen erst einmal geschlüpft, verzehren sie die Blätter des Gemüses in Windeseile. Zur Vorbeugung empfiehlt es sich, den Chinakohl in regelmäßigen Abständen sorgfältig zu kontrollieren. Zusätzlich ist der Einsatz eines Vogelschutznetzes sinnvoll. Duftpflanzen zwischen Chinakohl oder als Beetumrandung gepflanzt wirken auf Kohlweißlinge zudem abschreckend. Infrage kommen dabei:

THEMEN:   Aussaat Gemüse Nutzgarten Pflanzenpflege Schädlinge Krankheiten


Autor Carina Staiger

Über den Autor
Carina Staiger

Nach Wirtschaftsabitur und Ausbildung hat sich Carina für das Leben als freie Texterin entschieden. Mit ihrem Fachwissen zu den unterschiedlichsten Gartenthemen berät und unterhält sie unsere Leser.

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