Gemüseanbau

Erbsen selbst anbauen, pflegen und ernten

Die Erbse ist bereits seit Jahrtausenden eine wichtige Nutzpflanze. Der Anbau im eigenen Garten gestaltet sich recht einfach und eignet sich auch für Einsteiger. Wir erklären Ihnen, worauf Sie beim Erbsenanbau sowie der Pflege und Ernte achten sollten.

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Reife Erbsenschote
Sobald die Konturen durch die Hülse erkennbar sind, können Sie Ihre Erbsen ernten
Inhaltsverzeichnis

Zeitpunkt

Vorzucht

Die Vorzucht von Erbsen (Pisum sativum) schafft einen zeitlichen Vorsprung zum Heranwachsen und entsprechend mehr Ernteerträge. Der beste Zeitpunkt für die Vorzucht auf der heimischen Fensterbank oder in einem Gewächshaus ist Mitte / Ende Februar gekommen.

Aussaat im Freiland

Für einen höheren Ernteertrag säen Sie Erbsen so früh, dass sie bis zur Blütenbildung kräftig wachsen können. Da der Samen verhältnismäßig unempfindlich gegen Kälte ist, sollten Palerbsen bereits Ende März ins Gemüsebeet gesät werden. Die Aussaat von Zucker- und Markerbsen erfolgt erst im April und spätestens zum Ende des Monats. Sie sind etwas kälteempfindlicher, weshalb die Außentemperaturen um die acht Grad betragen sollten.

Umsetzen ins Freiland

Werden Erbsen vorgezogen oder als Jungpflanzen gekauft, ist der beste Zeitpunkt zum Pflanzen ins Freiland zwischen März und Mai gelegen.

Standort

Weiße und rosafarbene Erbsenblüten
Je nach Sorte bilden die Pflanzen weiße, rosa, lila oder rote Erbsenblüten

Der Standort ist für das Heranreifen von Erbsen von großer Bedeutung, denn die Bodenbeschaffenheit sowie die Lichtverhältnisse bestimmen hauptsächlich, wie gut sich die Erbsenpflanze entwickelt.

Ein luftiger und sonniger Platz ist ideal. Die Erde sollte feinkrümelig und humusreich sein. Schwere Böden sind deshalb mit feinem Kies oder Rindenmulch aufzulockern. Zudem vertragen Erbsen keine Staunässe. Eine gute Wasserdurchlässigkeit des Bodens ist deshalb unerlässlich. Wenngleich Erbsen keinen hohen Anspruch an Nährstoffe stellen, erhalten sie gute Startbedingungen, wenn vor dem Säen oder Pflanzen etwas Kompost in die Erde eingearbeitet wird.

Vorkultur

Während der Vorkultur sollten die Samen an einem warmen Platz stehen. Optimal ist eine Umgebungstemperatur um die 20 Grad Celsius. Der Standort sollte außerdem hell sein, direkte Sonneneinstrahlung aber vermieden werden.

Geeignete Pflanznachbarn

Wer Erbsen ins Gemüsebeet setzt, baut dort zeitgleich häufig auch andere Gemüsesorten oder Kräuter an. Damit sich die Pflanzen nicht gegenseitig im Wachstum behindern, sondern ideal ergänzen, sollte ein Standort neben entsprechend geeigneten Pflanznachbarn gewählt werden. Dazu zählen unter anderem:

  • Garten-Rettich (Raphanus sativus)
  • Gurken (Cucumis sativus)
  • Karotten (Daucus carota)
  • Kopfsalat (Lactuca sativa var. capitata)
  • Paprika (Capsicum annuum)
  • Pflücksalat (Lactuca sativa var. crispa)
  • Spinat (Spinacia oleracea)
  • verschiedene Kohlsorten wie beispielsweise Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes), Rotkohl (Brassica oleracea convar. capitata var. rubra) oder Rosenkohl (Brassica oleracea var. gemmifera)
  • Zucchinis (Cucurbita pepo)

Hinweis: Zu den schlechten Nachbarn zählen sämtliche Bohnensorten, Kartoffeln, Knoblauch, alle Lauchsorten sowie Tomaten-und Zwiebelpflanzen. Zudem sollten Erbsen nur für einen Zeitraum von maximal zwei oder drei Jahre an derselbigen Stelle gepflanzt oder gesät werden. Ansonsten entwickeln sie eine Unverträglichkeit gegen sich selbst.

Aussaat / Pflanzung

Junge Erbsensprösslinge im Gemüsebeet
Junge Erbsensprösslinge im Gemüsebeet

Bevor die Erbsensamen in die Erde kommen, sollten sie für circa zwei Stunden in Kamillentee eingeweicht werden. Das sorgt für ein Aufquellen der harten Samenschale und begünstigt die Keimfähigkeit.

Bereiten Sie im Beet Saatrillen vor. Säen Sie in Reihen, sollte dazwischen ein Abstand von 30 bis 40 Zentimetern eingehalten werden. Legen Sie je ein Samenkorn alle vier bis fünf Zentimeter in die Saatrillen mit einer Tiefe von circa drei Zentimetern. Da Erbsen Dunkelkeimer sind, müssen die Samen mit Erde bedecken werden, die leicht angedrückt wird. Damit Vögel den Samen nicht herauspicken, empfiehlt sich ein Vlies oder Ähnliches über die Erde zu legen. Sobald die erste Keimblätter aus der Erde wachsen, sollte der Schutz entfernt werden. Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, aber nie zu nass.

Setzen Sie Jungpflanzen, beträgt der einzuhaltende Pflanzabstand zwischen acht und zehn Zentimeter. Das Pflanzloch sollte so groß sein, dass die Wurzeln ausreichend Platz erhalten und nicht abknicken. Anschließend werden die Hohlräume des Pflanzlochs mit Erde gefüllt und die Oberfläche für mehr Stabilität vorsichtig angedrückt. Zum Schluss wird mäßig angegossen. Haben die Erbsen bereits eine Wuchshöhe von über zehn Zentimeter erreicht, sollte eine Rankhilfe nicht fehlen.

Pflege

Damit Erbsen viele Blüten und Fruchtansätze bilden und Ihnen durch ein gesundes Wachstum eine reichhaltige Ernte bescheren, ist die richtige Pflege erforderlich.

Bodenpflege

Sobald Sie die ersten Keimblätter erblicken, sollte die Erde drumherum regelmäßig aufgelockert werden. Hierbei gehen Sie mit einem Rechen bzw. einer Harke vorsichtig vor, damit Sie die kleinen Sämlinge nicht verletzen. Entfernen Sie zudem zügig Unkraut.

Gießen

Die Erde ist gleichmäßig feucht zu halten. Vor allem bei Jungpflanzen sollten Sie auf ein Gießen mit höherem Wasserdruck verzichten, da die Pflänzchen noch leicht umknicken können. Optimal ist die Verwendung einer Handbrause oder eines Rasensprengers, der eine leichte Berieselung vornimmt. Achten Sie darauf, dass sich kein Stauwasser bildet, denn das maximiert das Risiko von Wurzelfäulnis und ein Eingehen der Erbsenpflanzen.

Düngen

Damit die Pflanzen mehr Stabilität für ihr Wachstum erhalten, sollten Sie rund 14 Tage nach den ersten sichtbaren Keimblättern mulchen und um die Stiele kleine Anhäufungen schaffen. Damit erzielen Sie zudem eine Bodenoptimierung für nachfolgende Kulturen. Weitere Düngergaben sind in der Regel nicht erforderlich.

Schneiden

Während des Wachstums sollten vertrocknete Pflanzenteile abgeschnitten werden. Das lässt die Pflanzen Energie sparen, die sie sinnvoller für die Erbsenbildung nutzen können. Nach der Ernte werden die Pflanzen direkt am Boden vollständig abgeschnitten. Die Wurzeln bleiben im Idealfall im Boden. Dort reichern sie die Erde mit Stickstoff an, was sich positiv auf nachfolgende Pflanzungen auswirkt.

Erbsen ernten

Erntereife Erbsenschote
Bei erntereifen Erbsen springen teilweise die Schoten auf

Je nach Sorte und Witterung sind Erbsen zwischen zehn und vierzehn Wochen nach der Aussaat erntereif. Bei manchen Exemplaren ist das bereits im Mai der Fall. Bei Markerbsen erkennen Sie die Erntereife an den apfelgrünen, runden Körnern. Diese sollten Sie zügig aus den Hülsen holen, bevor sich aus dem süßen, zarten Aroma geschmacklose Stärke entwickelt.

Zuckererbsen schmecken am besten, sobald Sie die Samenkonturen durch die Hülsen erkennen können. Deshalb ist dann auch der beste Zeitpunkt zum Ernten gekommen. Palerbsen sind reif für die Ernte, wenn sich durch die Hülsen große Körner in runder Form deutlich abzeichnen.

Pflanzenschädlinge

Kontrollieren Sie die Erbsen in engen Abständen auf eventuelle Pflanzenschädlinge. Vor allem Erbsenwickler, Erbsen-Thripsen sowie Echter und Falscher Mehltau befallen diese Pflanzen häufiger.

Zur Bekämpfung gegen Erbsenwickler können Klebefallen aufgestellt werden. Ein regelmäßiges Einsprühen mit einer Schmierseifen-Lauge hilft im Kampf gegen Erbsen-Thirpsen sowie Echten und Falschen Mehltau. Vermengen Sie dafür 50 Gramm Schmierseife mit einem Liter warmen Wasser. Füllen Sie die Lauge in ein Sprühbehältnis und sprühen Sie die Erbsen damit alle zwei Tage tropfnass ein. Mit einem Tropfen Spiritus versehen, kann die Wirkung verstärkt werden.

THEMEN:   Beet Gemüse Pflanzenpflege


Autor Romina Seilnacht

Über den Autor
Romina Seilnacht

Auf mein-gartenexperte.de kann Romina als gelernte Gärtnerin ihre Vorlieben für Garten, Pflanzen und Fotografie vereinen und unseren Lesern mit hilfreichen und interessanten Ratgebern die Gartenarbeit erleichtern.

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