Gartentipps

Gartengeräte richtig reinigen, pflegen und schärfen

Geht die Gartensaison langsam zu Ende, ist ein guter Zeitpunkt gekommen, um den Gartengeräten eine Wartung zu gönnen. Dazu gehört neben einer obligatorischen Reinigung und Pflege auch das Schärfen von Scheren und Messern. Wir geben hilfreiche Tipps, worauf es bei der Gerätepflege ankommt.

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Gartengeräte reinigen und warten
Vor dem Winter sollten Sie Ihren Gartengeräten eine Reinigung und Wartung unterziehen
Inhaltsverzeichnis

Gartengeräte im Herbst pflegen

Ist zwischen Ende September und Anfang November die Gartensaison beendet, werden die Gartengeräte für die nächsten Monate eingelagert. Es beginnt eine feuchte und kalte Zeit, die den Werkzeugen stark zusetzen können, wenn sie monatelang unbenutzt verstaut sind. Mit den Pflegemaßnahmen im Herbst bereiten Sie Ihre Gartengeräte bestmöglich für die längere Lagerzeit während des Winters vor, damit sie keine Schäden davontragen und im Folgejahr problemlos wieder einsetzbar sind.

Betrachten Sie die Herbstmaßnahmen als eine jährliche Generalpflege, bei der zusätzlich zur Entfernung von Verunreinigungen durch die vorangegangenen Gartenarbeiten auch die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit im Fokus steht. Sollten Sie die Grundreinigung Ihrer Gartengeräte nach Abschluss der Gartensaison versäumt haben, sollten Sie sie dringend im zeitigen Frühjahr vor Saisonbeginn nachholen.

Motorbetriebene Gartengeräte reinigen und einwintern

Benzin-Rasenmäher Wartung
Vor allem Gerätschaften mit Benzinmotor benötigen eine regelmäßige Wartung

Besonders wichtig ist die Pflege von motorisierten Geräten wie Rasenmähern, Mährobotern, Heckenscheren oder auch Häckslern. Achten Sie bei sämtlichen Arbeiten vorsichtshalber allerdings darauf, dass der Netzstecker gezogen ist oder die Zündkerzen bzw. der Akku entfernt wurden!

Rasenmäher / Mähroboter

Entfernen Sie bei Rasenmähern und Mährobotern zuerst den restlichen Grasschnitt und grobe Verschmutzungen von den Klingen. Das geht am besten mit einem Spachtel aus Holz, um die Gehäuselackierung nicht zu beschädigen. Hartnäckige Verschmutzungen bekommen Sie leicht weg, indem Sie sie zuvor mit warmer Seifenlauge einweichen. Alle anderen Kunststoff- und Metallteile werden mit einem weichen Schwamm feucht abgewischt.

Einige Rasenmäher-Modelle besitzen zwar einen Wasseranschluss, wodurch sich das innere Mähgehäuse automatisch reinigen lässt, allerdings funktioniert das nur bei frischem Rasenschnitt direkt nach dem Mähen. Wichtig ist das anschließende Abtrocknen alle gesäuberten Bereiche. Metallteile ölen Sie abschließend mit einem Lappen ein. Das schützt vor Rost, der sich ansonsten während der winterlichen Feuchtigkeit ansetzt.

Ist die Reinigung abgeschlossen, sollten Benzin-Rasenmähern vollständig entleert und die Zündkerzen entfernt werden. Geben Sie dann etwas Motoröl in den Zylinder und drehen Sie die Kerzen wieder ein. Bei Akku-Geräten und Rasenrobotern wird der Energiespeicher entnommen, einmal vollständig aufgeladen und anschließend frostfrei und trocken gelagert. Zum Schluss sollte der Mäher abgedeckt und ebenfalls frostsicher untergebracht werden.

Kettensägen und Heckenscheren

Auch bei anderen benzinbetriebenen Gartengeräten wie Kettensägen oder Heckenscheren sollte der Kraftstoffbehälter über den Winter vollständig entleert werden. Anders verhält es sich mit dem Tank für das Kettenöl. Verwenden Sie biologisches Kettenschmieröl, sollte der Tank ganz aufgefüllt werden, um ein Verharzen zu vermeiden. Bei teilsynthetischen Ölen ist das hingegen nicht nötig - sie können einfach im Tank verbleiben.

Die Sägekette bzw. die Heckenscherenmesser freuen sich ebenfalls über eine Reinigung und eine abschließende Pflege mit Schutzöl.

Handwerkzeuge wie Harken und Spaten reinigen

Handgeführte Gartengeräte
Handgeführte Gartengeräte sollten vor dem Winter gereinigt und von Rost befreit werden

Befreien Sie zuerst alle Metallteile von Harken, Spaten und Schaufeln von hartnäckigen Verschmutzungen. Das geht am besten mit einer Spülmittellauge und einem rauen Schwamm oder einer Drahtbürste. Leichter Rost lässt sich hingegen mit Schleifpapier oder Stahlwolle entfernen.

Besteht der Stiel aus Holz, können eventuell aufgetretene Absplitterungen oder andere raue Stellen ebenfalls mit Schmirgelpapier oder einer Holzfeile abgeschliffen werden. Anschließend ist ein pflegendes und gleichzeitig imprägnierendes Öl gleichmäßig aufzutragen. Dies schützt nicht nur vor äußeren Einflüssen, sondern hält auch das Holz geschmeidig und reduziert die Bruchgefahr. Ideal ist eine Mischung aus Terpentinersatz und Leinöl. Ist der Holzstiel zu stark beschädigt, sollten Sie ihn vorsichtshalber auswechseln.

Kunststoffteile leiden am meisten unter den Witterungseinflüssen. Insbesondere trockene Kälte fördert die Brüchigkeit und Rissbildung. Umso wichtiger ist eine intensive Reinigung. Um dem Kunststoff anschließend mehr Widerstandsfähigkeit zu verleihen, ist die Verwendung von einem Silikonspray empfehlenswert, das es speziell für die Kunststoffpflege zu kaufen gibt.

Garten-, Hecken- und Astscheren reinigen und desinfizieren

Schneidende Werkzeuge wie Garten-, Hecken- oder Astscheren neigen schneller zum Verschleiß, wenn die Klingen nicht regelmäßig geölt werden. Darüber hinaus besteht ein besonders hohes Risiko einer Infektionsübertragung. Es gibt Erreger, die an den Geräten überwintern und bei der ersten Anwendung im Folgejahr auf die Pflanzen übergehen. Aus diesen Gründen ist bei sämtlichen Gartenscheren die richtige Pflege und Reinigung sehr wichtig.

Hochwertige Gartenscheren lassen sich in der Regel komplett auseinandernehmen. Legen Sie die Klingen so gut wie möglich frei und reinigen Sie die gesamte Schere. Entfernen Sie alle Verschmutzungen, die den Schnittmechanismus beeinträchtigen, und desinfizieren Sie anschließend die Klingen und Gelenke. Dazu eignet sich 70-prozentiges Isopropanol, herkömmliches Desinfektionsspray für den Haushaltsgebrauch oder Spiritus. Nach einigen Minuten Einwirkzeit können die Reste mit einem sauberen Tuch abgewischt und Öl zum Rostschutz aufgetragen werden. Vor dem Zusammensetzen empfiehlt es sich, Schrauben und Gewinde ebenfalls einzuölen.

Gartengeräte richtig schärfen

Stumpfe Gartenschere
Gartenscheren stumpfen mit der Zeit ab und müssen daher nachgeschärft werden

Am Ende der Gartensaison haben zahlreiche Gartengeräte an Klingen- und Blattschärfe verloren. Mit etwas Geschick lassen sich Scheren und Klingen aber selbst wieder nachschärfen.

Verschraubte Klingen sollten, wenn möglich, demontiert werden. Damit stellen Sie sicher, dass Sie die komplette Schneidkante problemlos und sicher im Schraubstock eingespannt schärfen können. Das betrifft vor allem Klingen eines Rasenmähers sowie von Ast- und Gartenscheren.

Nach einer ersten Reinigung entfernen Sie mit Hilfe einer groben Feile hartnäckigen Schmutz sowie Graten und leisten damit Vorarbeit an den Schnittkanten für den darauffolgenden Feinschliff. Entlang der Schnittkanten führen Sie dann eine feine Metallfeile in Abwärtsbewegungen - also von Ihrem Körper weg. Sie sollten dabei einen höheren Druck im Bereich der Schnittstellen ausüben, sodass das Metall hauptsächlich hier abgetragen wird, wodurch sich die Klingenschärfe erhöht. Diesen Vorgang führen Sie auf beiden Seiten der Klingen durch. Abschließend ölen Sie die Messer ein und montieren sie wieder.

Gartengeräte vor der Winterlagerung überprüfen

Bei allen Gartengeräten steht die eigene Sicherheit im Vordergrund. Denn die beste Pflege nutzt nichts, wenn Materialschäden vorliegen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre Gartengeräte auf eventuelle Schäden und Mängel spätestens nach der Gartensaison untersuchen und sie durch Reparatur oder Ersatzteile beheben. Das kann ein Kabelbruch am Rasenmäher, das lockere Stahlblatt am Spaten oder der angebrochene Holzstiel des Rechens bzw. der Harke sein. Wenn Sie im Herbst hier eine Kontrolle durchführen, haben Sie bis zur nächsten Gartensaison ausreichend Zeit für Reparaturen, Ersatzteilbeschaffungen oder Neuanschaffungen.

Gartengeräte richtig lagern

Jede Art von Gartengeräten sollten Sie nach dem Reinigen und Schärfen immer frostfrei und trocken lagern. Holz- und Kunststoffteile sind außerhalb von Sonne und UV-Licht zu lagern, da beides während der Winterzeit Temperaturschwankungen auslösen und schädigend auf das Material wirken kann. Deshalb gilt: Kunststoff und Holz fern von Fenstern aufbewahren.

Achten Sie zudem auf eine regelmäßige Durchlüftung des Lagerraums, die Sie im Idealfall an trockenen Tagen vornehmen. Dadurch kann eine zu hohe Luftfeuchtigkeit entweichen. Empfehlenswert ist zudem, dass die einzelnen Gartengeräte nicht zu eng beieinander stehen oder aufeinander gestapelt sind. Hier kann sich ansonsten schnell Luftfeuchtigkeit ansammeln und Rost provozieren. Wer nicht ausreichend Platz im Keller hat, kann seine Gerätschaften im Gartenhaus oder speziellen Gerätehäusern lagern. Was viele hingegen nicht wissen: Gartengeräte dürfen vielerorts nicht in der Garage aufbewahrt werden.

THEMEN:   Gartengeräte


Autor Matthias Giller

Über den Autor
Matthias Giller

Matthias ist der Technik-Freak im Team und vereint am liebsten die Garten- und Pflanzenwelt mit technischen Spielereien wie Mährobotern und anderen Automationen. Seine Ausbildung absolvierte der IT-Fachmann bei einem bekannten Gartengerätehersteller.

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