Pflanzenpflege

Gartenpflanzen mit Kräutern umweltfreundlich schützen und düngen

Pilzerkrankungen, Schädlinge und Stress sind häufig dafür verantwortlich, wenn Pflanzen schwächeln oder gar absterben. Damit Sie gesundheitliche Probleme schnell und umweltfreundlich in den Griff bekommen, können Sie anstelle von chemischen Mitteln auch Wild- und Gartenkräuter als natürliche Medizin für Pflanzen verwenden.

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Gartenkräuter zum Schutz und zur Pflege von Pflanzen verwenden
Viele Garten- und Wildkräuter helfen dabei, Gartenpflanzen zu stärken und Schädlinge zu bekämpfen
Inhaltsverzeichnis

Ackerschachtelhalm

Dieses Wildkraut ist eines der bekanntesten Medizin-Kräuter. Als Sud zubereitet und angewendet wirkt Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) gegen Sternruß- und Mehltau sowie gegen Spinnmilben und die Schorf-Pilzinfektion.

Die Zubereitung ist recht simpel. Pro Liter Wasser geben Sie 10 Gramm Ackerschachtelhalm hinzu. Rühren Sie das Gemisch gut durch und lassen Sie es anschließend für etwa 24 Stunden in einem geschlossenen Behältnis ziehen. Danach kochen Sie die Mischung für etwa 30 Minuten auf. Das ist wichtig, damit sich die beinhaltete Kieselsäure aus den Pflanzenteilen löst. Diese ist nämlich der medizinische Hauptwirkstoff. Zum Schluss sieben Sie alle Pflanzenteile aus und fertig ist der Sud.

Für die Anwendung füllen Sie den Sud zusammen mit Wasser in einem Verhältnis von 1:10 in ein Sprühgefäß. Sprühen Sie damit erkrankte beziehungsweise mit Schädlingen befallene Pflanzen tropfnass einmal täglich für eine Woche ein. Wenn Sie mit dem Sud den Wurzelbereich gießen, fördert dieser die Pflanzenstärkung. Das empfiehlt sich einmal monatlich als Düngung vorzunehmen und vor allem nach einer Erkrankung oder einem Schädlingsbefall, wenn die Pflanzen dadurch geschwächt sind.

Unser Experten-Tipp:
Bleibt unverarbeiteter Ackerschachtelhalm übrig, können Sie ihn trocknen, bis zu 12 Monate lagern und später bei Bedarf auf gleiche Weise zu einem Sud zubereiten.

Brennnesseln

Brennnesseln (Urtica) besitzen Inhaltsstoffe, die sich als natürliche Medizin gegen Blattläuse und Spinnmilben verwenden lassen. Am wirkungsvollsten sind sie, wenn die Brennnesseln kurz vor der Blüte frisch geschnitten werden.

Geben Sie zwei Hände voll kleingeschnittener Brennnesseln in zwei Liter kochendes Wasser und rühren das Ganze gut um. Nach einer Ruhezeit von mindestens 12 Stunden, besser 24 Stunden, werden die Brennnesselreste ausgesiebt, der Sud in eine Sprühflasche gefüllt und betroffene Pflanzen täglich eingesprüht. Vergessen Sie dabei nicht die Blattunterseiten, wo sich gern Blattläuse und auch Spinnmilben aufhalten.

Nach etwa einer Woche sollte die Behandlung ihre Wirkung gezeigt und die Schädlinge abgestorben sein. Zusätzlich stärkt Brennnesseljauche die Pflanzen, damit sie wieder zu Kräften kommen. Wenn Sie ausschließlich eine Pflanzenstärkung vornehmen möchten, können Sie die BrennnesselbBrühe auch gießen. Hierzu ist zur Vermeidung von Verbrennungen an den Wurzeln, Wasser im Verhältnis von 1:20 hinzuzufügen.

Farnkraut

Farne wachsen häufig im Garten, lassen sich alternativ aber auch fast überall in Wäldern finden. Sie können bei geschwächten Pflanzen angewendet werden, wenn sie von Blattläusen befallen sind. Durch die Pflanzenstärkung verlieren die Schädlinge die Lust am Saugen des Pflanzensaftes und ziehen ab. Übrigens ist Farnkraut-Sud ein hervorragender Kaliumdünger. Dieses Mineral macht Pflanzen widerstandsfähig und frostunempfindlicher, weshalb es vor allem im Herbst vor der Wintersaison verabreicht wird.

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Holunderkraut

Kräuterjauche gegen Pflanzenschädlinge einsetzen
Eine selbst angesetzte Pflanzenjauche lässt sich beispielsweise mit einer Spritzpistole direkt auf befallene Pflanzen sprühen

Bauen Sie Kohl an, sollten Sie unbedingt Holunder (Sambucus) als Gartenkraut pflanzen. Es wird seit Jahrhunderten in der Humanmedizin gegen verschiedenste Krankheiten eingesetzt. Im Gemüsebeet lassen sich damit auf natürliche Weise die gefürchteten Kohlweißlinge bekämpfen. Zudem mögen einige unerwünschte Gartenbesucher die Holunderblüten nicht und suchen das Weite. So können Sie zusätzlich mit der natürlichen Pflanzenmedizin beispielsweise Ameisen, Wühlmäuse und Maulwürfe vertreiben.

Für die Zubereitung ernten Sie die Holunderblüten. Der beste Zeitpunkt ist, wenn Sie sie danach auch zügig zu einem Sud weiterverarbeiten. Zerschneiden Sie die Blüten und geben Sie pro 150 Milliliter kochendes Wasser zwei Teelöffel hinzu. Kurz aufkochen, Hitze runterdrehen und abgedeckt etwa 10 Minuten ziehen lassen. Mittels Sieb werden die Blüten entfernt und der Sud zum Abkühlen nach draußen gestellt. Danach ist er gebrauchsfertig.

Bei einem Befall von Kohlweißlingen sprühen Sie das Gemüse tropfnass ein- bis zweimal am Tag ein. Gegen unliebsame Gartenbesucher schütten Sie den Sud auf Ameisenwege oder in die Tunnelöffnungen von Mäusen und anderen Erdbewohnern.

Gartenkräuter mit ätherischen Ölen

Als sehr wirkungsvoll gegen verschiedene Pilzkrankheiten und Pflanzenschädlinge haben sich einige Gartenkräuter erwiesen, die ätherische Öle beinhalten. Aus diesen wird ein hochkonzentrierter Sud hergestellt, aus dem das ätherische Öl deutlich heraustritt. Intelligent gepflanzt, dienen die Gartenkräuter auch der Schädlingsabwehr und schützen benachbarte Pflanzen von manch einem Fraßfeind. Zusätzlich besitzen sie eine insektenabwehrende Funktion sowohl als gesetzte Pflanze als auch als gesprühte "Medizin".

Sie können ätherische Öle zwar auch kaufen, aber aus den eigenen Gartenkräutern gewonnen, wissen Sie genau, dass keine umweltschädlichen oder gesundheitsgefährdenden Stoffe enthalten sind.

Die Zubereitung funktioniert für jedes Gartenkraut auf die gleiche Weise:

  • Pflanzenmaterial ernten, mit der Gartenschere kleinschneiden und trocknen lassen, ohne dass eine breiartige Konsistenz entsteht
  • Wenn keine Destille vorhanden, benötigen Sie einen Kochtopf, ein Sieb und eine kleine Schüssel
  • Füllen Sie Wasser in den Topf und setzen Sie das Sieb ein
  • Geben Sie das Pflanzenmaterial in die kleine Schüssel und diese anschließend in das Sieb
  • Achten Sie darauf, dass das Sieb unterhalb des Topfrandes endet und die Schüssel nicht das Wasser berührt
  • Bringen Sie das Wasser bei mittlerer Temperatur zum Kochen und legen Sie den Topfdeckel verkehrt herum auf
  • Mit einer Pipette können Sie kontinuierlich das durch den Wasserdampf gelöste Öl vom Topfdeckel aufnehmen
  • Öl abschließend einige Tage offen in einem Behältnis "atmen" lassen und danach verschlossen lagern oder direkt verwenden
  • Träufeln Sie das ätherische Öl direkt auf die Pflanzenteile beziehungsweise auf die Schädlinge
  • Mit einer entsprechend großen Düse können Sie das Öl auch sprühen

Eine etwas geringere Wirksamkeit haben Gartenkräuter mit ätherischen Ölen, wenn Sie die Blätter in Wasser etwa 30 bis 45 Minuten kochen. Pro 100 Wasser sollten Sie etwa 50 Gramm Blattmaterial verwenden, um eine ausreichend hohe Öl-Konzentration im Wasser zu erzielen. Anschließend sprühen Sie das Öl-Wasser-Gemisch auf die erkrankten Pflanzen.

Beliebte Gartenkräuter für den Pflanzenschutz

Folgende Gartenkräuter zählen zu den besten in Bezug auf natürliche Medizin für Ihre Pflanzen:

  • Salbei: ideal zur Vertreibung von Kohlweißlingen, Läusen, Schnecken und Raupen
  • Lavendel: medizinisch einsetzbar gegen saugende Blattläuse und Raupen, schützt vor Infektionsgefahr durch "offene" Fraßwunden
  • Rosmarin: wirkungsvolles natürliches Arzneimittel gegen Spinnmilben-Befall und heilend gegen Fraßlöcher
  • Fenchel: verdirbt Kartoffelkäfer und deren Nachkömmlinge den Appetit und legt schützenden Film auf Wunden
  • Oregano: stoppt Pilzbefall mit Falschem Mehltau
  • Rainfarn: wirkt gegen Rostpilze
  • Thymian: begünstigt Heilung von Tomaten-Braunfäule
  • Bohnenkraut: optimal zur Behandlung von Rußtau und vorbeugend gegen Kräuselkrankheit
  • Johanniskraut: wirkt bei Pflanzen stärkend und lindert Stress beispielsweise nach Umpflanzungen

THEMEN:   Dünger Kräuter Pflanzenpflege Hausmittel Krankheiten


Autor Romina Seilnacht

Über den Autor
Romina Seilnacht

Auf mein-gartenexperte.de kann Romina als gelernte Gärtnerin ihre Vorlieben für Garten, Pflanzen und Fotografie vereinen und unseren Lesern mit hilfreichen und interessanten Ratgebern die Gartenarbeit erleichtern.

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