Gartentipps für August

Wichtige Gartenarbeiten im Erntemonat

Gartenkalender August: Gurkenernte mit einem Messer
Der August steht ganz im Zeichen der Ernte und der Vorbereitung der Herbsternte

Der August bietet Gartenfreunden und Hobbygärtnern vielfältige Arbeiten, die von der Ernte und der Vorbereitung der Herbsternte über die Pflege des Obstgartens bis hin zum erneuten Schnitt starkwüchsiger Gehölze reichen. Wir haben die wichtigsten Gartentipps im August für Sie zusammengefasst.

Tipp 1: Auberginen ernten

Spätestens im August sind Auberginen erntereif. Sobald die Außenhaut bei leichtem Druck nachgibt, können Sie das Gemüse vom Beet holen. Die aufgeschnittene Frucht sollte im Inneren keine grünliche Färbung aufweisen, da diese auf einen zu hohen Anteil an Solanin hinweist, welches leicht giftig ist. Die Kerne reifer Auberginen zeigen eine grünliche bis weiße Färbung. Überreife Früchte erkennen Sie an wattigem, sehr weichem Fruchtfleisch und einer matten Außenhaut.

Tipp 2: Gurken frühzeitig ernten

Für die Gurkenernte gilt: Lieber etwas zu früh als zu spät ernten. Reifen die Früchte nämlich zu lange, stößt die Pflanze die nachfolgenden Blüten sowie junge Früchte ab. Bei Schlangen- und Minigurken können Sie die reifen Früchte alle zwei Tage pflücken. Schälgurken sind erntereif, wenn ihre grünliche Schalenfarbe gelblich wird.

Greifen Sie bei der Ernte immer zu einem scharfen Messen und schneiden Sie die Gurken ab. Reißen Sie die Früchte hingegen nicht ab, um eine Beschädigung und ein damit verbundenes Absterben der Ranken zu verhindern.

Tipp 3: Endivien zur Herbsternte pflanzen

Endivien, Mangold und Feldsalat im Beet
Im August gibt es im Beet viel zu tun: Endivien (l) können gesetzt, Mangold (m) und Feldsalat (r) gesät werden

Möchten Sie im Herbst Endivien ernten, müssen Sie die jungen Pflanzen spätestens im August ins Beet pflanzen. Wer die Setzlinge nicht beim Gärtner kauft, sondern selbst aus Samen vorzieht, sollte sich mit diesem Vorhaben beeilen. Vorteil der Eigenaufzucht ist jedoch eine größere Vielfalt im Salatbeet, da Sie milde, gelbe und kräftige, grüne Varianten mischen können.

Für die Aussaat säen Sie die Samen in kleine Töpfe, die Sie mit Anzuchterde füllen. Haben die Setzlinge drei bis vier kräftige Blätter entwickelt, erfolgt der Umzug ins Beet. Setzen Sie die jungen Pflanzen in einem Abstand von mindestens 30 Zentimetern und bedecken Sie den Wurzelansatz nur leicht mit Erde, um ein Faulen der Endivien zu verhindern.

Um den kleinen Pflanzen das Anwachsen zu erleichtern, empfiehlt sich ein feuchter, jedoch nicht staunasser Boden. Beginnt die Kopfbildung, steigt gleichzeitig der Wasserbedarf der Pflanzen. Insbesondere in dieser Zeit sollten Sie häufiger zum Gartenschlauch greifen und zwei- bis dreimal wöchentlich kräftig bewässern.

Tipp 4: Mangold aussäen

Spätestens zu Beginn des Gartenmonats August sollten Sie Ihren Mangold aussäen. Lockern Sie das Saatbeet zunächst gründlich und halten Sie es leicht feucht, damit sich die Pflanzen nach der Aussaat gut entwickeln.

Da Erbsen und Bohnen den Boden mit Stickstoff und Knöchelbakterien anreichern, gedeiht Mangold auf einem abgeernteten Beet dieser Gemüsesorte besonders gut. Wer in milden Lagen gärtnert, bedeckt das Gemüsebeet im Herbst mit einer dicken Laubschicht und kann sich im folgenden Frühjahr über eine zweite Ernte freuen.

Tipp 5: Feldsalat zur Herbsternte aussäen

Planen Sie eine Herbsternte, sollten Sie spätestens bis Mitte August Ihren Feldsalat aussäen. Die Gemüsesamen fühlen sich in einem sonnigen Beet und bei einer Aussaattiefe von einem Zentimeter am wohlsten.

Während Profi-Gärtner nach der Aussaat zur Walze greifen, können Sie alternativ mit einem schmalen Brett arbeiten: Drücken Sie die Erde im Beet gut an, sodass die Blattrosetten während ihrem Wachstum weniger verschmutzen. Anschließend dankt Ihnen Ihr frisch gesäter Feldsalat eine Bewässerung mit einem weichen Wasserstrahl.

Tipp 6: Echte Kamille aussäen

Echte Kamille im Garten
Echte Kamille hilft als Heilpflanze vor allem bei Magen- und Darmbeschwerden sowie bei Entzündungen

Die Echte Kamille verfügt über einen unverwechselbaren, aromatischen Duft und gilt als bewährte Heilpflanze. Ab April lässt sie sich direkt ins sonnige Beet säen und schenkt im selben Jahr noch eine Ernte. Wer die Samen erst im August ausbringt, kann zwar nicht mehr im selben Jahr ernten, erhält im nächsten Jahr jedoch eine reichere Blüte als bei der Frühjahrssaat.

Als Lichtkeimer möchten die Samen der Echten Kamille nur leicht mit Erde übersiebt oder gut angedrückt werden, sodass der Wind sie nicht verweht. Insbesondere zu Entwicklungsbeginn der Jungpflanzen gehört regelmäßiges Unkrautjäten zu den Pflichtaufgaben. In rauen Lagen empfiehlt sich in den kalten Wintermonaten zudem eine Abdeckung mit Reisig.

Tipp 7: Obstbäume düngen

Bei jungen Obstgehölzen erhöhen Sie mit Kalimagnesia die Standfestigkeit und steigern die Widerstandskraft der Obstbäume gegen Schädlinge sowie Krankheiten. So unterstützt Kalium die Bildung von Zuckerstoffen im Pflanzengewebe und fördert auf diese Weise die Frostfestigkeit von Rinde und Holz.

Während für Kalimagnesia ursprünglich eine Ausbringung im Frühherbst galt, empfehlen neuere Untersuchungen die Düngung bereits im August. Da ein Obstbaum Nährstoffe und Wasser über die Feinwurzeln aufnimmt, bringen Sie den Dünger idealerweise nicht am direkt am Stamm, sondern am Rand der Baumscheibe aus und harken ihn dort leicht in den Boden ein.

Tipp 8: Brombeeren ernten und zurückschneiden

Brombeeren am Strauch
Brombeeren lassen sich sehr gut zu Saft, Kompott oder Konfitüren verarbeiten

Im August warten Brombeeren auf ihre Ernte. Pflücken Sie die Beeren, wenn diese bereits seit einigen Tagen tiefschwarz gefärbt und etwas weicher sind. Da ständig neue Früchte nachreifen, empfiehlt sich das Abernten Ihrer Brombeersträucher etwa alle drei bis fünf Tage.

Nach Ernteschluss erfolgt als Pflegemaßnahme ein Rückschnitt, um auch im Folgejahr eine reiche Ernte zu erhalten. Wichtig zu wissen ist, dass die Obststräucher ihre Früchte an den einjährigen Ruten des vergangenen Jahres ausbilden. Während Sie diese Ruten stehen lassen, kappen Sie alle zweijährigen Ruten knapp über dem Boden.

Belassen Sie kräftige diesjährige Triebe und kürzen Sie die Verzweigungen an diesen Ruten in zwei Schritten: Nachdem Sie die Seitentriebe im August auf sogenannte Zapfen zwischen 20 und 30 Zentimetern gekürzt haben, schneiden Sie diese im nächsten Frühjahr kurz vor dem Neuaustrieb endgültig auf Knospen oder Blätter zurück.

Tipp 9: Heidelbeeren neupflanzen

Möchten Sie Ihren Obstgarten um Heidelbeersträucher ergänzen, bieten August und September den besten Zeitpunkt zur Neupflanzung. Während Wald-Heidelbeeren auch an schattigen Standorten gedeihen, bevorzugen insbesondere spät reifende Sorten einen sonnigen Gartenplatz.

Zur Pflanzung heben Sie ein spatentiefes, rund 80 Zentimeter breites Pflanzloch aus. Füllen dieses mit Sägespänen von Nadelhölzern, Nadelholzhäckseln und Rhododendronerde. Setzt Sie Ihren jungen Obststrauch in die Erde und drücken Sie diese rundherum gut an. Abschließend dankt Ihr Heidelbeerstrauch eine Mulchschicht aus Häckselgut, die Sie großzügig über das Beet verteilen können.

Tipp 10: Erdbeeren zur Ernte im nächsten Jahr pflanzen

Junge Erdbeerpflanze im Beet und rote Erdbeere
Der August ist der ideale Gartenmonat, um junge Erdbeerpflanzen ins Beet zu setzen

Wer sich im Sommer an einer reichen Ernte süßer und saftiger Erdbeeren erfreuen möchte, muss die Pflanzen bis Mitte August des Vorjahres ins Beet setzen. Achten Sie auf einen für die Erdbeersorte idealen Standort und wählen Sie ein Beet, auf dem Sie für mindestens vier Jahre keine Erdbeeren kultiviert haben.

Setzen Sie die flachwurzelnden Pflanzen in einem Abstand von etwa 25 Zentimetern und einem Reihenabstand von rund 60 Zentimetern. Die Pflanztiefe sollte nur so tief ausfallen, dass das Herz der Pflanzen nicht mit Erde bedeckt ist. Zwar gelten einige Erdbeersorten als winterhart, für die kühlen Wintermonate hat sich aber dennoch eine leichte Schutzschicht aus Stroh oder Rasenschnitt bewährt.

Tipp 11: Zweiter Schnitttermin für starkwüchsige Gehölze

Der Rückschnitt von Hecken erfolgt üblicherweise Ende Juni. Zu dieser Zeit haben Sträucher die erste Wachstumsphase abgeschlossen und lassen sich durch den Schnitt nicht nur in Form bringen, sondern gleichzeitig pflegen. Starkwüchsige Gehölze, etwa Liguster, Rot- oder Hainbuche, treiben während der Sommermonate jedoch nochmals kräftig aus.

Diese starkwüchsigen Hecken danken daher einen erneuten Schnitt im August, den Sie möglichst frühzeitig umsetzen sollten. Auf diese Weise erhalten die Pflanzen genügend Zeit zur Regeneration und die Schnittwunden können bis zum Winter gut ausheilen. Da sich entstandene Löcher innerhalb der Hecken erst mit dem Neuaustrieb im nächsten Frühjahr schließen, sollten Sie die Hecken nicht zu stark kürzen und lieber auf einen moderaten Rückschnitt setzen.

Bauernregeln im August

„Augustregen wirkt wie Gift, wenn er die reifenden Trauben trifft.“

„Stellt im August sich Regen ein, so regnet's Honig und guten Wein.“

„Hitze an St. Dominikus – ein strenger Winter kommen muss.“

Dominikus am 4. und 8. August

„Wie das Wetter an Kassian, hält es viele Tage an.“

Kassian am 13. August

Autor Jennifer Nagel

Über den Autor
Jennifer Nagel

Nach einem redaktionellen Praktikum entdeckte Jennifer ihre Liebe zur Sprache und begann ein Studium zum "Werbetexter und Konzeptioner". Seit 2019 arbeitet sie als freie Texterin und Lektorin und verfasst unter anderem interessante Artikel für unser Gartenmagazin.