Gartentipps für Februar

Wichtige Gartenarbeiten im letzten Wintermonat

Gartenkalender Februar: Baumschnitt mit einer Astschere
Im Februar bietet sich der Rückschnitt von Bäumen, Sträuchern und Hecken sowie die Vorbereitung von Beeten an

Der Februar beginnt für Gartenfreunde mit der Vorbereitung der Gartenbeete und einer Umschichtung des Komposthaufens. Bäume, Hecken und Sträucher verlangen einen Schnitt und die ersten Sommerblumen warten auf Ihre Aussaat ins beheizte Gartenhaus. Wir haben die wichtigsten Gartentipps für die Gartenarbeit im Februar zusammengefasst.

Tipp 1: Bäume zurückschneiden und auslichten

Apfelbäume und andere Gehölze, die Kernobst tragen, freuen sich im Februar über einen Rückschnitt. Beerensträucher und Steinobst möchten hingegen nur ausgelichtet werden, wenn nicht gleich nach der Ernte ein Rückschnitt erfolgt ist. Suchen Sie sich möglichst einen frostfreien, bewölkten Tag für die Schnittarbeiten aus, um die Wundheilung der Bäume nicht zu erschweren.

Das Ziel des Rückschnitts liegt in einem pyramidenförmigen Aufbau. Während die Krone schmal ausfällt, darf das Gehölz nach unten hin breiter werden. Dieser Schnitt optimiert den Lichteinfall, sodass sich eine ideale Fruchtqualität entwickeln kann. Gleichzeitig trocknen die Blätter nach einem Regen schneller ab, sodass feuchtigkeitsliebende Pilzkrankheiten keine Chance haben.

Insbesondere für ältere Bäume bedeutet der pyramidenförmige Rückschnitt eine Verjüngung, da er eine Überbauung im oberen Baumbereich vermeidet. Um einen optimalen Lichteinfall zu gewährleisten, entfernen Sie deshalb auch zu dichtes Astwerk und lichten den Baum bei Bedarf etwas aus.

Tipp 2: Sträucher und Hecken zurückschneiden

Rückschnitt eines Baums mit einer Astschere
Für einen guten Wuchs, empfiehlt sich hin und wieder ein gezielter Rückschnitt oder ein Auslichten © mein Gartenexperte

Wer Hecken und Sträucher stark zurückschneiden oder diese sogar auf den Stock setzen möchte, sollte diese Schnittarbeiten bis Ende Februar abschließen. Danach beginnt nämlich die Schonzeit, die in Form eines Bestandsschutzes bis Ende September besteht. Sie schützt die Brutstätten von Vögeln und gewährleistet, dass die Arten keiner Gefährdung ausgesetzt sind.

Während Sie einen Radikalschnitt somit nur bis Ende Februar durchführen dürfen, lassen sich Form- und Pflegeschnitte das ganze Frühjahr über umsetzen. Liegt die Temperatur über fünf Grad Celsius, können Sie entspannt zur Heckenschere greifen. Fällt die Witterung kühler aus, sollten Sie die Schnittarbeiten hingegen verschieben. So riskieren Sie bei starker Kälte, die Zweige zu quetschen und erreichen nur selten einen sauberen Schnitt.

Für sommer- und herbstblühende Sträucher empfiehlt sich ein zeitiger Rückschnitt im Februar. Denn umso früher Sie zur Gartenschere greifen, umso früher stellen sich die Gehölze auf den neuen Zustand ein. Da die Blütenknospen an den frischen Trieben austreiben, sorgt ein früher Rückschnitt an einem frostfreien Tag für eine reiche Blütenpracht im Sommer und Herbst. Als sommerblühende Sträucher erfreuen sich unter anderem Hibiskus, Rispenhortensie und Sommerflieder sowie Spiersträucher über einen Schnitt im späten Winter.

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Tipp 3: Ziergräser stutzen

Ziergräser im Garten
Ziergräser sind im Garten wegen ihrer Optik beliebt - auch in den Wintermonaten

Haben Sie Bäume, Sträucher und Hecken in Form gebracht, steht als nächstes das Stutzen von Ziergräsern auf dem Plan. Chinaschilf, Federborstengras, Pampasgras und Rutenhirse bereichern Gartenbeete während der Wintermonate mit ihrer Silhouette. Ende Februar vertragen aber auch diese Pflanzen einen Rückschnitt, der vor dem Neuaustrieb stattfinden sollte.

Umfassen Sie die Halme für den Schnitt büschelweise und kürzen Sie diese mit einer Sichel oder Gartenschere bis auf einige Zentimeter über dem Boden. Für große, ausladende Ziergräser eignet sich der Einsatz einer elektrischen Heckenschere, die Ihnen die Arbeit erleichtert.

Möchten Sie Ihre Ziergräser teilen oder umsetzen, können Sie auch diese Arbeiten bereits vornehmen. So können sommer- und herbstblühende Gräser über die warmen Monate des Jahres gut anwachsen.

Tipp 4: Alte Blütenstände an Stauden entfernen

Während sich der Rückschnitt von Rosen erst für den März empfiehlt, lassen sich die Samenstände von Stauden bereits einen Monat früher kürzen. Bei Fetthenne, Schafgarbe und Purpursonnenhut können Sie die Samenstände, die Ihrem winterlichen Garten Struktur verliehen haben, knapp über dem Boden abschneiden.

Die vertrockneten Blütenstände von Hortensien vertragen hingegen einen weniger starken Rückschnitt. Kürzen Sie diese deshalb nur bis zum nächsten gesunden Knospenpaar und entfernen Sie bei der Gelegenheit ebenfalls erfrorene Triebe.

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Tipp 5: Gemüse vorziehen

Setzlinge in Anzuchterde
Wer bereits im Februar seine Setzlinge in Anzuchterde heranzieht, kann mit einer früheren Ernte rechnen

Für Ihren Nutzgarten können Sie im Februar bereits wärmeliebendes Gemüse im beheizten Gewächshaus oder auf der warmen Fensterbank vorziehen. Entscheidend für starke Vorkulturen ist die Aufzucht in keimfreiem und nährstoffarmem Substrat. Der Handel hält spezielle Anzuchterde bereit, die Sie jedoch nicht zwingend verwenden müssen.

Als Gefäße für die Aussaat lassen sich sowohl klassische Saatschalen als auch Mini-Gewächshäuser verwenden. Wer möchte, sät die Gemüsesamen alternativ in saubere Eierkartons oder Quarkbecher. Achten Sie darauf, dass überschüssiges Gießwasser stets durch Löcher im Boden der Gefäße abfließt und sich keine Staunässe bildet. Nach der Aussaat decken Sie die Aussaatgefäße mit Kunststoffhauben oder Klarsichtfolie ab, sodass ein feuchtes Klima entsteht.

Sobald die ersten Keimlinge aus der Erde herausschauen, benötigen sie so viel Licht wie möglich. Zeigen sich die ersten, zarten Blätter, können Sie die jungen Pflanzen an einen kühleren Ort umsiedeln und dort in Ruhe weiterwachsen lassen.

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Tipp 6: Sommerblumen aussähen

Hobbygärtner, die nicht länger auf den Sommer warten wollen, können bereits Ende Februar die ersten Sommerblumen aussähen. Im Mini-Gewächshaus auf der Fensterbank oder in einem beheizten Gewächshaus gedeihen vor allem Sorten, die über eine lange Keimzeit verfügen. Fleißiges Lieschen, Löwenmäulchen, Leberbalsam, Männertreu und Petunien benötigen beispielsweise eine konstante Wärme und fühlen sich bei Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad wohl.

Als Aussaatgefäße können Sie zum Beispiel Eierkartons oder Paletten aus Pappe verwenden. Setzen Sie jeweils ein Samenkorn pro Ausbuchtung in die frische Erde. Sobald die kleinen Pflanzen kräftig genug sind, trenne Sie die einzelnen Aussaatgefäße voneinander und setzen diese direkt ins Beet. Die Pappe durchweicht und zerfällt schnell, sodass die jungen Sommerblumen diese leicht durchwurzeln können.

Tipp 7: Kompost sieben und umschichten

Komposter im Garten
Um den Zersetzungprozess zu fördern, sollte ein Komposter regelmäßig umgeschichtet werden

Der Februar ist der ideale Zeitpunkt, um den Kompost umzusetzen. Hierbei schichten Sie den Komposthaufen direkt neben dem bisherigen Standort vollkommen neu auf. Durchmischen Sie den Kompost gründlich mit einer Mistgabel. So verbessern Sie die Sauerstoffzufuhr und tragen zu einer verbesserten Zersetzung der einzelnen Bestandteile bei.

Gartenkomposter im Vergleich »

Während der Umschichtung können Sie bereits zersetze Bestandteile mit einem Sieb herausfiltern. Es empfiehlt sich ein großflächiges Durchwurf-Sieb, das über eine Maschenweite von mindestens 15 Millimetern verfügt. Um die groben und feinen Bestandteile Ihres Komposthaufens zu trennen, werfen Sie den gesamten Kompost durch das Sieb. Der grobe Kompost rutscht an der schrägen Fläche des Durchwurf-Siebs herunter und lässt sich beim späteren Aufsetzen des neuen Komposthaufens untermischen.

Tipp 8: Beete für Pflanzungen vorbereiten

Bietet der Februar frostfreie Tage mit einer trockenen Witterung, können Sie diese zur Vorbereitung Ihrer Beete und Rabatten nutzen. Beginnen Sie mit der Auflockerung des Bodens und widmen Sie sich anschließend bei Bedarf der Bodenverbesserung. Haben Sie Ihren Kompost bereits umgeschichtet sowie gesiebt, können Sie die feinen Bestandteile unter die Gartenerde mischen und leicht einarbeiten.

Erfordert der Boden eine starke Bodenverbesserung oder wirkt besonders ausgelaugt, empfiehlt sich die Entnahme einer Bodenprobe. Diese können Sie zur Untersuchung einreichen und Ihre stark beanspruchten Beete entsprechend der Bodenanalyse gezielt pflegen.

Möchten Sie ein neues Beet in Ihrem Garten anlegen oder ein neues Gehölz einpflanzen, können Sie den Boden auch für dieses Vorhaben bereits vorbereiten. Lockern Sie den Untergrund mit Sauzahn oder Grabgabel spatentief auf und entfernen Sie alle Unkraut- sowie Wurzelreste.

Anschließend mischen Sie ebenfalls reifen Kompost unter die Erde und arbeiten diesen leicht ein. Fällt Ihr Gartenboden stark lehm- oder tonhaltig aus, können Sie die Durchlässigkeit durch das Beimischen von Sand verbessern. Anschließend darf das neue Beet rund vier Wochen ruhen, sodass sich der Boden in dieser Zeit ausreichend setzen kann.

Bauernregeln im Februar

„Wenn's zu Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“

„Ist's zur Lichtmess hell und klar, ist der Winter weder halb noch gar.“

„Hat der Valentin Regenwasser, wird der Frühling noch viel nasser.“

Valentin am 14. Februar

„Hat Petri Stuhlfeier noch Eis und viel Ost, dann bringt der Feber noch starken Frost.“


Autor Jennifer Nagel

Über den Autor
Jennifer Nagel

Nach einem redaktionellen Praktikum entdeckte Jennifer ihre Liebe zur Sprache und begann ein Studium zum "Werbetexter und Konzeptioner". Seit 2019 arbeitet sie als freie Texterin und Lektorin und verfasst unter anderem interessante Artikel für unser Gartenmagazin.