Multikulturen

Gemüsebeet richtig planen: so steigern Sie Ihre Ernte

Wer auf eine ertragreiche und bunte Vielfalt in seinem heimischen Gemüsegarten setzt, der sollte sich rechtzeitig darüber Gedanken machen, welche Sorten wo gepflanzt oder gesät werden - denn es muss zwischen den Pflanzen „passen“. Wie Sie den Boden richtig aufbereiten und wie wichtig Multikulturen sind, erfahren Sie in unseren Expertentipps.

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Gemüsebeet richtig planen: so steigern Sie Ihre Ernte
Wer beim Pflanzen seines Gemüsebeets einiges beachtet, kann seine Erträge ordentlich steigern

Der eigene Anbau von Gemüse liegt zunehmend im Trend. Dabei ist es ziemlich egal, ob es das rückenfreundliche Hochbeet, der Kübel auf dem Balkon oder der ausufernde Gemüsegarten in der Schrebergarten-Anlage ist.

Was kann frischer sein als selbstgeerntete Früchte vom eigenen Grundstück, von denen man weiß, wie sie angebaut werden. Eigenes schmeckt gefühlt sowieso besser als aus dem Supermarkt Herangetragenes. So kann man ohne Sorge vor Belastungen durch die chemische Keule die frisch gewaschenen Vitaminbomben genießen.

Gutes Neben- und Nacheinander des Gemüses wichtig

Wer eine gute Ernte einfahren will, der sollte mehrere Dinge beachten. Schließlich leben nicht alle Gemüsesorten in trauter Zweisamkeit. Es kommt auf die richtige Mischung auf dem Beet, das richtigen Neben- und Nacheinander, aber auch auf den richtigen Boden an.

Gemüse sollte zur optimalen Entwicklung an einem sonnigen Platz, vier bis fünf Stunden Sonne gelten als Maß der Garten-Dinge, ihren Standort finden und viel Luft haben. Sonst drohen Pilzerkrankungen.

Gemulchte Beete heben Bodenqualität

Phacelia Bienenweide
Neben Multikulturen ist auch eine ausreichende Nährstoffzufuhr wichtig - beispielsweise durch Phacelia

Ein sonniger Platz bedeutet aber auch, dass genügend Feuchtigkeit zur Verfügung stehen muss. Salat, Rucola oder Spinat reagieren als Blattgemüse recht sensibel auf Wasserentzug, auch Gurken und Kohlrabi lechzen nach den Tropfen. Fruchtgemüse wie Paprika, Kürbisse, Zwiebeln und Kartoffeln, aber auch Knoblauch und Kohl stecken heißes und trockenes Sommerwetter gut weg.

Doch wer die Beete entsprechend mulcht, dazu kann Kompost ebenso wie Laub oder Gehäckseltes genutzt werden, tut seinem Gemüse etwas Gutes. Dazu eignet sich gut Stroh, das aus die Flächen gestreut wird, bevor die Jungpflanzen gesetzt werden. Aber auch welkende Stängel von Phacelia leisten beim Verwelken zwischen den Reihen gute Dienste, senken die Verdunstung und tragen zur natürlichen Nährstoffzufuhr bei.

Eine gesunde Bodenkultur erreicht der Gärtner durch das Einbringen von Humus oder das Ausbringen von Gründung, der wie die Lupinen Stickstoff bindet und gleichzeitig die Bodenstruktur lockert. Bienenfreund, wie Phacelia genannt wird, bietet im Frühherbst ausgesät eine ideale Boden-Kur.

Mit der Gabel, nicht mit dem Spaten

Dazu sorgt organischer Dünger für die Nährstoffe, die den Pflanzen Kraft geben. A und O des Gemüseanbaus ist ein lockerer Boden. Wenn es regnet, kann das Wasser so gut in die Bodenschichten sickern, wo es von den Wurzeln aufgenommen wird. Gelockerte Krume ermöglicht gleichzeitig einen soliden Wachstum der Pflanzenwurzeln.

Doch warnen Garten-Experten davor, die Beete mit dem Spaten tiefgründig umzugraben. Damit werde nur die natürliche Bodenschichtung zerstört und das Gleichgewicht der Lebenwesen dort gestört. Ein Lockern des Bodens mit einer Grabegabel oder einem Sauzahn reiche völlig aus. So stört man nicht die Mikroorganismen, die das Gemüse zum Wachsen benötigt. Gerade Flachwurzler wie Salat und Spinat freut das.

Gute Mischung der Arten bringt satte Erträge

Die Mischkultur auf einem Beet, ob gemeinsam in Reihen gesät oder als Beet-Umrandung, profitieren voneinander. Diese Partnerschaften steigern den biologischen Pflanzenschutz, wenn Zwiebel und Möhren sich zum Schutz gegen die Möhrenfliege verbrüdern, oder Kulturen mit ihrem Blüten Bestäuber wie Hummeln und Bienen anziehen.

Knoblauchpflanzen, die zwischen Erdbeeren stehen, verekeln den Erdbeermilben das Leben. Die unterschiedliche Keimzeit von Salat und Radieschen auf der einen Seite und Möhren andererseits macht eine Markiersaat möglich. So hat nach der ernte von Radieschen und Salat de Möhrenkultur den nötigen Raum, um sich kräftig zu entwickeln.

Flach- und Tiefwurzeler, ober- und unterirdisches Fruchtgemüse und Schwach- und Starkzehrer sind dabei gute Partner.

Treue im Gemüsebeet über Jahre

Standort-Treue wird dagegen bei Beeren, vielen Kräutern wie Melisse, Bärlauch, Rosmarin und Spargel, aber auch Knöterichgewächsen wie Rhabarber groß geschrieben. Ihr Platz im Garten soll in Nordlage sein, damit die Anbaufläche nicht so viel Schatten verkraften muss.

Doch gerade bei Erdbeeren, die zu den Rosengewächsen zählen, sollte nach der dritten Saison Schluss sein und ein neues Beet gesucht werden.

Stress in den Pflanzenfamilien

Möhrenernte im Gemüsebeet
Karotten gehören zu den beliebtesten Gemüsesorten im heimischen Garten

Entscheidend für den Ertrag ist die Fruchtfolge. Wer immer wieder die gleichen Sorten an die gewohnte Stelle setzt, laugt den Boden aus, fördert bestimmte Krankheiten und mindert die Erträge. An die Stelle solcher den Boden ermüdenden Monokulturen tritt in gut geplanten Gärten der Wechsel der Kulturen. Dazu sollte der Gärtner sich gut in den Familienstrukturen auskennen. Zumeist sind es Kreuzblütler, Doldenblütler wie Möhren und diverse Sorten Korbblütler im Salatbeet sowie Gänsefußgewächse die das Gemüse-Gesicht der Gärten prägen.

„Familienmitglieder“ sollten nur alle mindestens drei Jahren auf den Beeten auflaufen, um die Erträge hoch zu halten und den Boden nicht zu ermüden. Darum sät und pflanzt der Gärtner jedes Jahr immer andere Familien auf seine Flächen, um keine Einseitigkeit zuzulassen.

Gleichzeitig weiß der Anbauer, dass Familienmitglieder auf einem Beet sich nicht gleichzeitig oder nacheinander vertragen. Bohnen, Erbsen und Wicken sind als Hülsenfrüchtler keine guten Nachbarn, auch Kümmel, Dill, Fenchel und Sellerie können sich untereinander genauso wenig riechen wie die Kohlfamilie, der Rettich und die Kresse.

THEMEN:   Gemüse Pflanzenpflege Beet


Autor Uwe Kraus

Über den Autor
Uwe Kraus

Als freiberuflicher Journalist kann Uwe bereits eine sehr lange und erfolgreiche Karriere vorweisen. Er schreibt für diverse Magazine und Tageszeitungen, ist Buchautor und verfasst regelmäßig interessante Artikel für unser Gartenmagazin.

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