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Gesundheit: So bleiben Sie bei der Gartenarbeit fit

Frische Luft, mäßige Bewegung und eine gute Portion Ruhe: Was kann es für bessere Zutaten geben, um seinen Tag entspannt zu gestalten? Fitness-Päpste behaupten sogar, ein gelebter Garten-Tag mache fit für den Rest der ganzen Woche. Und die Parzelle hilft in der hektischen Zeit beim Entschleunigen. Gärtnern stärkt die Seele und die Muskulatur. Doch warnen Ärzte und Therapeuten wie immer auch vor Risiken und Nebenwirkungen.

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Gesundheit: So bleiben Sie bei der Gartenarbeit fit
Wer richtig gärtnert, vermeidet Schmerzen und hält sich gleichzeitig fit
Inhaltsverzeichnis

Betätigen Sie sich sportlich zwischen Bäumen und Beeten

Ein Tag im Kleingarten wirkt oft wie ein mehrstündiger Fitness-Kurs für den Körper, aber auch für den Geist. Ärzte heben die vielen Vorteile maßvoller Bewegung bis ins hohe Garten-Alter hervor.

Gartenarbeit wirkt dem Abbau von Muskeln entgegen, die Knochen werden wie das Herz und das Immunsystem gestärkt. Wer sich gut mit Sonnenschutz eincremt und zur richtigen Bekleidung greift, tut auch etwas für eine frisch wirkende Haut.

Gymnastik mit der Harke und die richtige Pflückhaltung

Das Bestellen und Ernten im Garten gleicht einem Gymnastikkurs. Ob beim Harken der Beete, Pflaumenpflücken oder Schneiden des Salates - der Körper wird vielseitig belastet. Wer sich knieschonend bücken will, sollte dabei den Rücken gerade halten und die Beine leicht grätschen. Dann langsam in in die Hocke bewegen, die Wirbelsäule entlasten und den oberen Teil des Körpers möglichst nicht abknicken.

Gepflanzt und geerntet wird vor den Körper, nicht mehr als 30 Grad seitwärts. Sonst verdreht man sich schnell das Skelett oder den Hals.

Kein Kartoffelkorb-Reißen als Gartendisziplin

Wer den Kartoffelkorb oder die Apfel-Kiepe anheben will, sollte dies dicht und frontal vor den Körper tun. Alte Gewichtheber-Tugenden sollte man vergessen: Die Last soll nicht angerissen werden, sondern eher im Seniorentempo mit gerader Wirbelsäule angehoben werden.

Und um Supergewichte sollte es ebenso wenig gehen. Zweimal leicht heben statt einmal mit Maximalbelastung, schon doppelt Muskeln und Knochen. Doch einen Trainer-Tipp sollte man sich auch im Garten hinter die Ohren schreiben: Die Kraft dafür holt man sich aus den Beinen.

Rückenschmerzen durch Gartenarbeit
Lange Gartenarbeit und falsche Bewegung kann zu Rückenschmerzen führen

Kartoffeln durch die Finger rollen lassen

Wer seine Muskeln stärken will, kann dazu durchaus zu Gartengeräten als Ersatz-Sportgeräten greifen. Gerade Gerätestiele eignen sich dabei für sanfte Dehn-Übungen. Selbst Kartoffeln darf man ungekocht für die Mobilisierung der Finger nutzen, durch die sie gleiten gelassen werden.

Wichtig ist, die unterschiedlichen Muskelgruppen beweglich zu halten, aber auch Muskelschwund vorzubeugen. Denn eine gut entwickelte Muskulatur im Bereich des Torsos hilft, die berühmten Rückenschmerzen fern zu halten. Was als Nebenwirkung positiv dazu kommt: die Sauerstoffversorgung wird durch Bewegung optimiert sowie der Blutstrom durch den Körper aktiviert.

Selbst der Knochenstoffwechsel wird angeregt, was durch gute Kalzium-Versorgung dem Knochenschwund entgegenwirken kann. Zu unterschätzen ist nach Medizineransicht dabei die Kombination mit dem Licht, durch das das knochenstärkende Vitamin D gebildet wird.

Durchaus mal moderat anstrengen

Etwas höher darf der Puls im Garten schon mal gehen. Das stärkt den Herzmuskel. Dabei werden zudem die Stresshormone nach unten gedrückt. Der Insulinspiegel bewegt sich durch körperlichen Aktivität, weil für die Bewegung Zucker von den Zellen aus dem Körper abgerufen wird. Damit greift der Blutzucker weniger die Adern an.

Es lauern Gefahren hinter jedem Baumstamm

So sehr Mediziner von der Wirkung der Freiluft-Aktivitäten schwärmen, sie warnen gleichzeitig vor den Gefahren, die hinter jedem Baumstamm und in jeder Furche lauern.

Ob Garten-Chemie, Astschere oder Heuharke, sie bergen ein immenses Verletzungsrisiko. Eine Viertel Million Unfälle beklagen Ärzte und Versicherungen jährlich in deutschen Gärten. Leitern stehen unsicher unter Obstbäumen, achtlos hingelegte Harken bohren ihre Zinken durch nur schlecht von Flip Flops geschützte Fußsohlen oder aus Lebensmittel-Flaschen, die mit Chemikalien befüllt sind, nimmt jemand einen gefährlichen Erfrischungsschluck.

Was kaum jemand weiß: Hobbygärtner sind im Gegensatz zu angestellten Gärtnern nicht gesetzlich unfallversichert.

Gut geimpft - auch für die Gartenarbeit

Zecken im Garten
Zecken gibt es auch im eigenen Garten - daher ist eine Impfung gegen FSME empfehlenswert

Darum ist Ordnung im Garten aus eigenem Interesse geboten. Was schnell vergessen wird: ein ausreichender Tetanusimpfschutz ist gerade bei der Gartenarbeit wichtig. Zu leicht zieht man sich kleine Verletzungen zu. Selbst wenn man nur ein Beet umgräbt oder die Pflanzen wässert, kann es zu kleinsten, oft unbemerkten Wunden kommen, in die Bakterien eindringen können.

Die Tetanusimpfung sollte alle zehn Jahre aufgefrischt werden, empfehlen die Mediziner. Bei Menschen ab 60 Jahren raten sie sogar zu einem Zyklus von fünf Jahren. Zunehmend diskutiert wird, wie wichtig es für Menschen ist, die sich viel in der Natur aufhalten, dazu zählen ja die Gartenanlagen, sich gegen FSME impfen zu lassen. Dafür gibt es seit vielen Jahren eine gut verträgliches Serum.

Weiße Fahne gegen Zecken einsetzen

Bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis handelt es sich um eine Viruserkrankung, die durch den Speichel von infizierten Zecken übertragen wird. Dabei lauern die blutsaugenden Spinnentiere meist auf Büschen und Sträuchern oder im hohen Gras. Auch im eigenen Garten besteht das Risiko, sich durch Zecken mit schweren Krankheiten wie Borreliose oder Hirnhautentzündung anzustecken. Daher sollte man gerade nach dem Arbeiten im Garten mal einen Blick auf die Haut richten, ob sich dort nicht fiese Zecken festgebissen haben.

Versicherungen raten zu einem einfachen Zecken-Test: Gartenbesitzer können schnell prüfen, ob auf dem Grundstück vermehrt Zecken vorkommen. Dafür befestigen sie einfach ein weißes Tuch wie eine Fahne an einem Stock und ziehen es über Büsche und Sträucher. Die Tiere verfangen sich dabei mit ihren Krallen im Stoff.

THEMEN:   Gesundheit Zecken


Autor Uwe Kraus

Über den Autor
Uwe Kraus

Als freiberuflicher Journalist kann Uwe bereits eine sehr lange und erfolgreiche Karriere vorweisen. Er schreibt für diverse Magazine und Tageszeitungen, ist Buchautor und verfasst regelmäßig interessante Artikel für unser Gartenmagazin.

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