Bodenverbesserung

Gründüngung: Vorteile und Vorgehensweise

Wer seinem Garten eine Gründung-Kur gönnt, sorgt nicht nur für die Verbesserung der Nährstofflage im Beet, sondern macht die Erde locker und tut Bienen etwas Gutes. Mancher Gründünger wird dabei zum Hingucker. In unserem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie über Gründüngung wissen müssen.

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Gründüngung: Vorteile und Vorgehensweise
Bei der Gründüngung (hier mit Phacelia) werden gezielt Pflanzen angebaut, die anschließend gemulcht werden, wodurch sich die Bodenqualität verbessert
Inhaltsverzeichnis

Grüne Nährstoff-Power für das Erdreich

Wer sät, der will auch ernten. Zumeist jedenfalls. Bei der Gründündung hingegen werden die Pflanzen anschließend nur gemulcht oder in die Erde eingearbeitet. Schließlich lässt sich mit ihnen bestens düngen. Gründung-Kulturen liefern im Garten mit ihrer organischen Masse nicht nur Nährstoff-Power für das Erdreich, sondern ersetzt oft mühsames Lockern des Bodens. Gleichzeitig erfreuen Gründüngungspflanzen die Insektenwelt als Bienenweide. Dazu sät man vorwiegend Blumen wie Sonnen-, Ringel-, Studentenblumen aber auch Wicken, Bienenfreund, Buchweizen oder Gelbsenf aus.

Borretsch nicht nur für die Salatschüssel

Die Renner in vielen Gärten sind zudem Borretsch, der ja auch bei Salatfreunden beliebt ist, sowie Phacelia. Diese Pflanze ist mit keiner Gemüsesorte verwandt oder verschwägert, so dass deren Aussaat keine Ernährungsrisiken für Folgegemüsesaaten hat.

Denn es will wohl überlegt sein, was als Gründung in den Boden kommt. Bei allem guten Düngungswillen kann es durchaus unfreiwillig zu Komplikationen kommen. Die entstehen, wenn Pflanzen zum Gründüngen gewählt werden, die familiäre Verbindungen haben. Außerdem muss wie überall die Fruchtfolge beachtet werden.

Wenn sich Korbblütler gegenseitig stören

Gründüngung mit Lupinen
Hülsenfrüchtler wie Lupinen eignen sich hervorragend zur Gründung - allerdings nur, wenn vor und danach keine Hülsenfrüchtler angebaut werden

Winter-Raps stört auf Flächen mit Kohlsorten, also Kreuzblütlern, während er anderswo wahre Lockerungsübungen für den Boden bewirkt. Korbblütler helfen nichts, wenn mit ihnen Korbblütler-Beete gedüngt werden. Die besten Wicken und Lupinen tun vor und nach Hülsenfrüchten dem Boden nicht gut. Gleiches gilt für Kreuzblütler.

So bunt blühende Pflanzen im Garten auch wirken, was als Gründünger gedacht ist, sollte vor dem Zeitpunkt geschnitten werden, ab dem Samen fliegen und sich an unerwünschte Gartenstellen verteilen. Zum Einkürzen eignen sich normale Rasenmäher oder auch Freischneider.

Gründüngung nicht an die Jahreszeit gebunden

Gärtner schwärmen von den vielen Vorteilen der Gründüngung, die eigentlich an keine Jahreszeit gebunden ist. Die Saat hilft bei der Bodenverbesserung vor der Hauptfrucht, deckt den Boden nach der Ernte oder sorgt dafür, dass Böden gut überwintern. Die recht anspruchslosen Pflanzen laufen gewöhnlich schnell auf, bilden Teppiche auf den Beeten, die Feuchtigkeit speichern und vor Verschlämmung und Sonne schützen sowie das Beet auch frei von Wildkräutern halten.

Arten wie Tagetes und Phacelia gleichen einer Boden-Kur und sorgen für biologischen Pflanzenschutz. Ihre Wurzeln scheiden Stoffe in die Erde aus, die Nematoden anziehen. Die Fadenwürmer überleben diese Begegnung nicht. Die Studentenblume kuriert zudem Rosenmüdigkeit, so dass eine Mischung auf dem Beet nicht nur dekorativ, sondern auch hilfreich erscheint.

Weniger Bodenerosion auf Gründungflächen

Buchweizen zur Gründüngung verwenden
Bei der Gründüngung, hier mit Buchweizen, muss unbedingt auf die Fruchtfolge geachtet werden - ansonsten verliert sie ihre Wirkung

Auch Regen und Schnee haben auf Gründung-Flächen weniger Ansatzpunkte für die Erosion. Selbst Haustiere mögen es, wenn Gründung anfällt. Der Buchweizen mit seinen Hohlstängeln zieht gut Luft für den Boden, wächst sehr flott und gilt als erstklassiges Grünfutter.

Jeder Gärtner sollte sich vor der Gründung-Aussaat klar sein, wie lange der natürliche Gartenkraft-Verstärker am Standort bleiben soll, um rechtzeitig die Hauptfrucht anbauen zu können. Gleichzeitig muss er auf Fruchtfolge und Mischkultur achten, aber auch schauen, ob er es eher auf die biologische oder doch auf die mechanische Bodenveränderung anlegt.

Mehr zum Thema: Mischkultur im Gemüsebeet: Welche Pflanzen sich ergänzen

Besserer Stickstoffumsatz und lockere Krume

Leiten die Wurzelknöllchen solcher Leguminosen wie Lupinen oder Perserklee beim Stickstoffumsatz chemische Prozesse ein, wurzeln Ölrettich und Sonnenblumen zwischen zwei und drei Meter tief in den Untergrund und brechen starke Verdichtungen auf. Die treten oft beim Neuanlegen von Hausgärten auf.

Ein Haus ist gebaut, Baumaschinen sind über die Flächen gerollt, viel Baumaterial wurde auf gutem Boden gelagert, aber auch Wasser verschüttet. Nun soll mit den ausgesäten Kulturen kurzfristig und ohne zu viel Muskel-Hypothek eine wunderbar krümelige Bodenkonsistenz rund ums traute neue Heim erreicht werden.

Gesät werden kann über die gesamte Vegetationsperiode von März bis in den späten Oktober hinein. Winterharte Sorten kommen im Lenz von den Beeten, was nicht verholzt ist verrottet dort, voluminöse Wurzel und Pflanzenteile können gut kompostiert werden. Nicht jeder mag dieses Wintergetreide, weil dessen Beräumung im Frühjahr durch das kompakte Wurzelwerk doch etwas kraftaufwendiger verläuft. Andererseits sollte bedacht werden, Winterroggen gilt als prima Vorfrucht zu Kartoffeln, allen Kohlsorten und Buschbohnen.

So geht's: Gründüngung aussäen und bearbeiten

Anleitung zur Gründüngung im Beet
Vor der Gründüngung sollte der Boden durchgeharkt und von Unkraut befreit werden

Harken, Streuen, Walzen

Die Saatflächen müssen gut vorbereitet und unkrautfrei sein. Dazu geht man mit der Harke übers Beet, streut das Saatgut gleichmäßig und breitwürfig aus oder nutzt einen Streuwagen. Das Saatgut wird leicht mit Erde bedeckt und nach Belieben gewalzt. Hierzu bietet sich beispielsweise eine Rasenwalze an. Danach sollte es mit dünnem Strahl gewässert werden. Gerade bei trockener Witterung verbessert das Berieseln die Keimqualität deutlich.

Beginn mit Ringelblume, Ende erst im nächsten Jahr

Gestartet wird im März mit Ringelblume, im April folgen dann fast alle anderen Arten von Buchweizen, Sonnenblume und Phacelia bis Feldsalat, Tagetes sowie blauen, weißen oder gelben Lupine.

Wer seine Scholle nicht ungeschützt Frost und Schnee ausliefern will, entscheidet sich im Spätsommer, bei Süßgräsern wie Winterroggen sogar bis in den November hinein, für winterharte Gründünger. Dazu zählt der Schnellverrotter Feldsalat, ein Baldriangewächs, aber auch langsam, aber tief wachsender Inkarnat- und Perserklee aus der Trifolium-Familie, die jedoch Hülsenfrüchtlern wie Bohnen und Erbsen weder vor noch nach sich gebrauchen können.

Gerade der Perserklee mit seinen kugeligen Blütenständen und lange Pfahlwurzel ist nicht nur ein Hingucker, sondern zudem auch Pflanzenmasse-Bringer fürs Mulchen. Ist dieses Schnittgut trocken, lässt es sich gut mit dem Rechen einharken oder, wenn es zu üppig wird, gut kompostieren.

THEMEN:   Beet Pflanzenwissen Dünger


Autor Uwe Kraus

Über den Autor
Uwe Kraus

Als freiberuflicher Journalist kann Uwe bereits eine sehr lange und erfolgreiche Karriere vorweisen. Er schreibt für diverse Magazine und Tageszeitungen, ist Buchautor und verfasst regelmäßig interessante Artikel für unser Gartenmagazin.

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