Pflanzenpflege

Hagebutten: Aussaat, Pflanzung, Pflege und Vermehrung

Hagebutten sind nicht nur ein wertvoller Vitamin C-Lieferant, sondern bieten Vögeln und anderen Insekten während des Winters eine wichtige Nahrungsquelle. Die Auswahl umfasst insgesamt mehrere Hagebuttenpflanzen, die sich vielseitig in der Küche verwenden lassen. Wir zeigen Ihnen, worauf es bei der Kultivierung dieses Wildrosengewächses im Detail ankommt.

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Reife Hagebuttenfrüchte
Es gibt verschiedenen Wildrosen- und Heckenrosengewächse, die landläufig als Hagebutten bezeichnet werden
Inhaltsverzeichnis

Standort und Boden

Als Hagebutten werden die schmackhaften Sammelnussfrüchte verschiedener Wildrosenarten, die zu den Rosengewächsen zählen, bezeichnet. Zu den bekanntesten Arten gehört die Hunds-Rose (Rosa canina). Wildrosen bevorzugen einen sonnigen Standort. Alternativ gedeihen diese jedoch auch im Halbschatten. Dabei gilt, dass je sonniger die Standortwahl ausfällt, desto üppiger entfaltet sich die Hagebuttenpflanze. Im Durchschnitt sind vier bis sechs Sonnenstunden pro Tag ausreichend.

Im Hinblick auf die Beschaffenheit des Substrats stellen Hagebuttensträucher keine besonderen Anforderungen an die Bodenbeschaffenheit. Als optimal gilt eine leicht kalkhaltige Erde. Je nachdem für welche Hagebuttenart Sie sich entscheiden, ist ein schwach saurer bis leicht kalkhaltiger pH-Wert ideal. Generell bieten mittelschwere und durchlässige Böden beste Bedingungen, um Hagebutten zu kultivieren.

Unser Experten-Tipp:
Bei Bedarf lässt sich der Boden aufwerten, indem Sie Algenkalk oder zerriebene Eierschalen in den Boden einarbeiten.

Achtung: Je nachdem, für welche Wildrosenart Sie sich entscheiden, können die Anforderungen an den Standort abweichen.

Hagebutten pflanzen - so gehen Sie vor

Reife Hagebuttenbeeren
Alle Rosenarten (Rosa) bilden Hagebutten aus, bspw. die Gebirgs-Rose (Rosa pendulina) oder die Hunds-Rose (Rosa canina)

Möchten Sie Hagebutten in Ihrem Garten pflanzen, können diese einzeln, als Hecke oder in Gruppen angesiedelt werden. Die Auspflanzung von Hagebutten kann entweder als Aussaat oder über vorgezogene Pflanzen erfolgen. Die erste Variante umfasst eine lange Keimzeit und verlangt somit ein hohes Maß an Geduld und Ausdauer. Während Containerpflanzen ganzjährig an frostfreien Tagen ausgebracht werden können, sollten Sie die Setzlinge besser im Spätherbst zwischen Oktober und Ende November in den Boden setzen.

Da Wildrosen lediglich eine Winterruhe eingehen, bilden diese bis zum Frühjahr ausschließlich Wurzeln aus. Bis es im darauffolgenden Jahr dann zum Blattaustrieb kommt, sind die Pflanzen bereits etwas angewachsen, sodass eine eigenständige Nährstoffversorgung gewährleistet werden kann.

Unser Experten-Tipp:
Um Bienen und anderen Insekten das Anfliegen der Hagebutten zu ermöglichen, sollten Sie möglichst eine Variante mit ungefüllten Blüten wählen.

Die Pflanzung von Hagebutten-Setzlingen umfasst folgende 5 Schritte:

  1. Lockern Sie den Boden zunächst auf.
  2. Heben Sie ein ausreichend großes Pflanzloch aus, sodass der Wurzelballen bequem hineinpasst. Hagebutten besitzen keine sensible Veredelungsstelle, so dass diese nicht tiefer gesetzt werden müssen.
  3. Die ausgehobene Erde kann bei Bedarf mit etwas Dünger vom Kompost angereichert werden.
  4. Platzieren Sie nun die Hagebutte im Pflanzloch und füllen Sie dieses anschließend mit dem Kompost-Erde Gemisch.
  5. Häufeln Sie abschließend etwas Erde um den Strauch an und gießen Sie den Setzling großzügig.
Unser Experten-Tipp:
Achten Sie darauf, wurzelnackte Pflanzen möglichst zeitnah auszubringen, um deren empfindsamen Wurzeln vor Trockenheit und Sonneneinstrahlung zu schützen. Außerdem beanspruchen die meisten Hagebutten in ihrer Breite einen recht hohen Platzbedarf, so dass sich die Einhaltung eines Pflanzabstandes von zwei bis vier Metern empfiehlt.

Pflanzschnitt nicht vergessen

Um Ihren Hagebutten bestmögliche Voraussetzungen zu schaffen, sollten Sie deren Triebe bereits beim Einpflanzen bis auf wenige Knospen zurückschneiden. Als Faustregel gilt, dass schwache Triebe lediglich zwei bis drei Knospen tragen sollten. Bei starken Trieben dürfen vier bis fünf Knospen an der Pflanze verbleiben. Führen Sie den Rückschnitt am besten mit einer scharfen Gartenschere durch.

Sind die obersten Knospen nach oben ausgerichtet, entwickelt sich die Hagebuttenpflanze normalerweise zu einer schönen, lockeren Form.

Hagebutten als Kübelpflanze kultivieren

Manche Wildrosenarten sind durchaus für die Kultivierung im Kübel geeignet. Hierbei handelt es sich vor allem um kleinbleibende buschige Arten wie beispielsweise die Sandrose, Essig-Rose, Zimt-Rose oder Glanz-Rose.

Im Topf sind Hagebutten das ganze Jahr über auf Wassergaben angewiesen. Da die Nährstoffe in der Pflanzenerde bereits nach wenigen Monaten vollständig aufgebraucht sind, erweisen sich zusätzliche Düngergaben als sinnvoll. Hierfür eignet sich ein biologischer Langzeitdünger. Nach weiteren drei Monaten ist eine erneute Düngergabe notwendig.

Pflege

Blüten einer Wildrose
Nach der Blüte bilden Wildrosen die nahrhaften Hagebutten aus

Sind Hagebutten erst einmal ausgepflanzt, gestalten sich die Wildrosengewächse als durchaus pflegeleicht. Dennoch sollten Sie folgende Aspekte berücksichtigen, um ein gesundes Pflanzenwachstum erreichen zu können:

Gießen

Während Hagebuttenpflanzen im ersten Jahr noch regelmäßige Wassergaben benötigen, decken sie ihren Nährstoffbedarf in den Folgejahren weitgehend selbstständig ab. Lediglich in länger anhaltenden Trockenperioden sollten sie zusätzlich gegossen werden.

Zu beachten ist zudem, dass der Boden niemals vollständig austrocknen sollte. Damit ist eine Bewässerung auch an frostfreien Tagen im Winter möglich. Staunässe ist stets zu vermeiden, da diese der Pflanze nachhaltige Schäden zuführen könnte.

Düngen

Wildrosengewächse benötigen für gewöhnlich keine Düngergaben. Lediglich ab einem Alter von zwei Jahren bietet es sich an, etwas Kompost in den Boden einzuarbeiten.

Rückschnitt

Im Frühjahr oder Sommer ist es möglich, Hagebutten mit einem Rückschnitt leicht auszulichten. Die Pflanzen sind sehr schnittverträglich, so dass sie selbst nach einem starken Rückschnitt noch einmal frisch austreiben.

Hagebutten, die als Hecken kultiviert werden, benötigen meist im Frühjahr einen Rückschnitt, um sich besser zu verzweigen und blickdichter wachsen zu können. Für die Durchführung eines tiefen Rückschnitts bietet sich der Zeitraum zwischen März und April an.

Vermehrung

Hagebuttensamen
Aus den Hagebuttenfrüchten lassen sich die Samen entnehmen

Für die Vermehrung von Hagebutten stehen Ihnen insgesamt drei Möglichkeiten zur Auswahl:

Aussaat

Um Hagebutten über eine Aussaat vermehren zu können, benötigen Sie zunächst die Samen der Frucht. Diese lassen sich problemlos herauslösen sowie vom Fruchtfleisch trennen. Geben Sie das Saatgut anschließend in eine mit feuchtem Sand befüllte Plastiktüte und lagern Sie dieses rund zwei bis drei Monate bei Zimmertemperatur. Anschließend folgt eine einmonatige Aufbewahrung im Kühlschrank. Da Hagebutten zur Gruppe der Kaltkeimer gehören, benötigen sie einen Kältereiz, um sich entsprechend entwickeln zu können.

Danach sind die Anzuchtgefäße mit Anzuchterde zu befüllen, in welche die Samen schließlich gegeben werden. Halten Sie das Ganze feucht. Nach einigen Monaten werden sich die ersten Keimlinge zeigen.

Stecklinge

Die Vermehrung über Stecklinge gestaltet sich im Vergleich zur Aussaat als schneller und erfolgsversprechender. Hierfür ist es notwendig, im Sommer Stecklinge mit fünf bis sechs Augen zu schneiden. Wählen Sie ausschließlich Triebe, welche fast vollständig ausgereift sind, und entfernen Sie die Hälfte der Blätter. Geben Sie danach die Anzuchterde in die Anzuchtgefäße. Jetzt folgen die Stecklinge, sodass sich zwei bis drei Augen in der Erde befinden. Überziehen Sie die Töpfchen mit einer Plastiktüte und stellen Sie das Ganze an einen warmen sowie hellen Standort.

Alternativ besteht die Möglichkeit, im Herbst 20 bis 30 cm lange Steckhölzer von verholzten Trieben zu entnehmen. Entfernen Sie auch hier die untersten Blätter und legen Sie die Steckhölzer in feuchten Sand. Die Überwinterung sollte dabei frostfrei erfolgen. Im Frühjahr kommt es dann zur Auspflanzung, indem ein Auge in die Erde gesteckt wird.

Ausläufer

Über Ausläufer gestaltet sich die Vermehrung von Hagebutten als am einfachsten. Hierfür werden im Herbst mit Hilfe eines Spatens bestehende Ausläufer von der Mutterpflanze abgetrennt. Kürzen Sie diese anschließend um etwa ein Drittel ein, und pflanzen Sie diese dann am gewünschten Standort aus.

Ernte und Verwendung

Im Herbst ab etwa Mitte Oktober sind Hagebutten vollständig ausgereift und können somit geerntet werden. Sind die Früchte vollständig rot gefärbt, sind sie erntereif. Je nach Art erlangen die Früchte bis zum Winter eine weiche bis breiige Konsistenz. Sobald Hagebutten reif sind, können sie frisch verzehrt werden.

Alternativ lassen sich die Wildrosengewächse auf vielseitige Art und Weise in der Küche verarbeiten. Mögliche Ideen sind:

  • Marmelade
  • Mus
  • Wein
  • Likör
  • Tee

Um eine Haltbarkeit von mehreren Monaten zu erzielen, bietet es sich an, die Früchte zu trocknen. Dies kann entweder in einem handelsüblichen Dörrautomat oder im Backofen erfolgen. Die anschließende Aufbewahrung gelingt in durchlässigen Behältnissen wie zum Beispiel Baumwollsäckchen. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass eine eventuell vorhandene Restfeuchte vollständig entweichen kann.

Achtung: Verwenden Sie für die Ernte von Hagebutten unbedingt Handschuhe, um Verletzungen durch die Stacheln vorzubeugen.

THEMEN:   Pflanzenpflege Rosen


Autor Carina Staiger

Über den Autor
Carina Staiger

Nach Wirtschaftsabitur und Ausbildung hat sich Carina für das Leben als freie Texterin entschieden. Mit ihrem Fachwissen zu den unterschiedlichsten Gartenthemen berät und unterhält sie unsere Leser.

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