Heckenschnitt

Heckenschnitt: Tipps für einen dichten Pflanzenwuchs

Hecken sind im heimischen Garten als Sichtschutz oder zur Begrenzung besonders beliebt. Doch meist sorgt erst der richtige Schnitt dafür, dass sie dicht in die Breite wachsen. Wie das am besten gelingt, hängt von verschiedenen Faktoren, wie der Pflanzenart, dem Schnittzeitpunkt, der Schnitthäufigkeit sowie der Schnitttechnik ab.

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Der richtige Heckenschnitt für einen dichten Pflanzenwuchs
Mit dem richtigen Schnitt lässt sich ein dichtes Hecken-Wachstum anregen
Inhaltsverzeichnis

Grundsätzliches

Damit eine Pflanze in die Breite wächst, muss sie vor allem regelmäßig in ihrer Höhe gestutzt werden. Eine pauschale Antwort auf die Frage nach den richtigen Schnittzeitpunkten gibt es nicht, denn jede Pflanzenart stellt andere Ansprüche und zeigt meist unterschiedliche Wachstumseigenschaften. Zudem benötigen manche Heckenpflanzen zum Zusammenwachsen einen umfangreicheren Rückschnitt, andere reagieren dagegen zu bestimmten Zeitpunkten darauf sehr empfindlich.

Des Weiteren sieht der richtige Schnitt zum Zusammenwachsen älterer Heckenpflanzen oftmals anders aus, als ein sogenannter "Erziehungsschnitt" bei Jungpflanzen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich für das richtige Schneiden zum breiten, dichten Heckenwachstum an die Vorgehensweise der jeweiligen Pflanzenart halten. Außerdem ist es wichtig, dass die jeweiligen Pflanzabstände eingehalten werden, da jede Pflanzenart eine begrenzte Wuchsbreite besitzt.

Die besten Heckenscheren im Vergleich »

Buchsbaum-Hecke

Buchsbaum-Hecke schneiden
Im richtigen Abstand gepflanzt und regelmäßig geschnitten, wird der Buchsbaum zu einer dichten Hecke zusammenwachsen

Der Buchsbaum (Buxus) zählt zu den immergrünen Pflanzen und ist ideal als Hecke geeignet. Sollen mehrere Buchsbäume als Hecke zusammenwachsen, gelten für Jungpflanzen andere Regeln als für ältere, vernachlässigte und durch Krankheit oder Schädlingsbefall geschwächte Exemplare.

Buchsbaum-Jungpflanzen

  • Nach Pflanzung im Herbst: ab Juli / August erstmals schneiden, weil sich dann die Wurzeln festgesetzt haben
  • Ein Drittel in der Höhe kürzen und seitlich verlaufenden Trieben nur die Spitzen abschneiden
  • Ende September nochmals wiederholen - nicht später, da die Vegetationsphase ab Oktober langsam endet
  • Im Folgejahr: zwischen Mitte Mai und Ende September alle vier bis sechs Wochen nach oben, vorn und hinten ragende Triebspitzen schneiden und versuchen, die gesamte Buchsbaumreihe auf die gleiche Höhe und Tiefe zu schneiden
  • Im dritten Pflanzjahr: erster Schnitt ab April oben, vorn und hinten, vertrocknete Seitentriebe um ein Drittel kürzen und erneut bis September alle Neutriebe in der Höhe einkürzen, wenn sie eine Länge von etwa fünf Zentimeter erreicht haben
  • Hinweis: unabhängig von der Triebhöhe ist zwischen den Schnitten stets eine Wartezeit von mindestens vier Wochen einzuhalten

Ältere, geschwächte Buchsbäume

  • Abgestorbene und vertrocknete Zweige vollständig abschneiden
  • In der Höhe mindestens um ein Drittel herunterschneiden
  • Schnittzeiten: Anfang / Mitte Mai bis spätestens Mitte September
  • Bei jedem Höhenwachstum von mindestens fünf Zentimetern, erneut Neutriebe komplett einkürzen, Front- und Rückseiten nur leicht mit (elektrischer) Heckenschere angleichen / gerade schneiden
  • Erst wenn neues Blattwerk die Dichte und das Zusammenwachsen deutlich verbessert hat, kann das Schneiden wieder regulär vorgenommen werden

Kirschlorbeerhecke

Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) ist aufgrund seiner robusten und schnellwachsenden Eigenschaften sehr beliebt. Letzteres können Sie sich zunutze machen, um ein zügiges Zusammenwachsen zu erreichen. So geht es:

  • Mitte / Ende Februar am frostfreien Tag Triebe des Vorjahres innerhalb des gesunden Bereichs um 1/3 oder die Hälfte kürzen
    (führt zu neuen Verzweigungen)
  • Ende Juni seitlich nur leichte Formkorrektur mit Heckenschere vornehmen und oben etwa 1/3 abschneiden
  • Bei hohem Blattanteil empfiehlt sich eine mechanische Heckenschere oder eine Astschere zu verwenden, um eine sauberere Schnittleistung zu erreichen

Efeuhecke

Efeuhecke
Durch den permanenten Wachstum eignet sich Efeu gut als blickdichte Hecke

Efeu (Hedera) kann immens wuchern. Als gesunde, adulte Pflanze braucht es in der Regel keine Unterstützung durchs Schneiden, da dies eh regelmäßig erfolgen muss, um das Wachstum unter Kontrolle zu halten.

Allerdings ist Efeu bekannt für einen langsamen Wachstumsstart. Hier können Sie mit Hilfe eines Schnittes positiv einwirken, damit sich durch ein ideales Zusammenwachsen eine dichte Hecke bildet. Dazu schneiden Sie einfach im Frühjahr und nochmals im August die Triebenden ab. Bei Jungpflanzen reicht dazu meist eine Gartenschere. Bei längeren / größeren Efeuhecken erleichtert eine elektrische Heckenschere die Arbeit.

Hecke aus Stechpalmen

Wollen Sie sicher sein, dass niemand Ihre Hecke durchquert, ist die Stechpalme (Ilex) als Hecke die ideale Lösung. Allerdings besitzt sie ein sehr langsames Wachstum. Um als Hecke dicht zusammenzuwachsen, vergehen oft Jahre. Beschleunigen können Sie dies, indem Sie die Garten- oder Heckenschere richtig ansetzen.

Bei Jungpflanzen kürzen Sie jeden Neuaustrieb drei- bis viermal zwischen Mai und Anfang September, damit sie vermehrt in die Breite wachsen. Damit verlieren Sie zwar in dem Jahr an Wachstumsfortschritt, aber Sie regen diesen auf diese Weise für das Folgejahr etwa um das Dreifache an. Ab dem zweiten Jahr sollten Sie von Neuaustrieb nur noch die Hälfte abschneiden und langsam Front- und Rückseiten in gerade Form bringen und der Heckenreihe von nun an langsam gerade Linien verpassen.

Sollte die Dichte unter Erkrankungen oder eines Schädlingsbefalls gelitten haben, können Sie adulte Pflanzen auch stark zurückschneiden. Auf diese Weise erholen sie sich besser und können mehr Energie in das Wachstum stecken, was zu einem zügigeren, dichten Zusammenwachsen führt.

Feuerdornhecke

Feuerdornhecke
Feuerdorne sind eine Gattung immergrüner Sträucher aus der Familie der Rosengewächse - ihre Früchte sind allerdings leicht giftig

Der Feuerdorn (Pyracantha) wächst schön buschig und besitzt dornige Zweige, sodass er beim optimalen Pflanzabstand problemlos als Hecke zusammenwächst. Die immergrüne Pflanze wird wegen seiner Blüten und Beeren auch gerne als Ziergehölz gepflanzt. Der Feuerdorn ist recht anspruchslos und verträgt auch längere Trockenheit.

Geht es Ihnen nicht schnell genug oder lichten sich ältere Exemplare langsam aus, hilft der Verjüngerungs- und Auslichtungsschnitt. Jungpflanzen sind häufiger zu schneiden. Folgendermaßen sieht der richtige Schnitt aus:

  • Idealer Zeitpunkt: Februar oder März an frostfreiem Tag
  • Lange Triebe ohne Verzweigungen alle kürzen
  • Nach innen wachsende Äste bis zum gerade wachsenden Bereich abschneiden
    (wenn komplett nach innen ausgerichtet, vollständig abtrennen)
  • Garten- oder Astschere immer kurz über den Augen ansetzen
    Auge = verdickte Stelle an Zweigen - daraus entwickeln sich Neutriebe
  • Zweiter Schnitt: um den Johannistag herum (24. Juni)
    gleiche Schnitttechnik wie im Frühjahr und Formschnitt mit elektrischer Heckenschere
Schon gewusst?
Die Beeren des Feuerdorns sind schwach giftig und für den Menschen ungenießbar. Dafür eignet er sich hervorragend als Vogelschutzgehölz, da sein dichter Wuchs und die dornigen Zweige Vogelnester gut vor Fressfeinden schützen.

Koniferen-Hecke

Koniferenhecke
Hecken aus Thuja oder Eibe sind in Deutschland am beliebtesten

Am häufigsten werden Koniferen in Deutschland für Hecken genutzt, wie vor allem Lebensbäume (Thujen) und Eiben (Taxus).

Thuja-Hecke

Thujen sind sehr schnittverträglich. Wenn ein dichtes Zusammenwachsen einfach nicht gelingen will, kommen Sie mit einem Radikalschnitt garantiert an Ihr Ziel. Hierbei schneiden Sie die grünen Triebe so ab, dass noch einige Zentimeter an frischen Blättchen stehenbleiben. Wenn die Thujahecke sehr licht gewachsen ist, wiederholen Sie in den nächsten zwei oder drei Jahren den Radikalschnitt immer im zeitigen Frühjahr.

Eiben-Hecke

Bei der Eibenhecke ist zu beachten, dass sie unter die sehr langsam wachsenden Pflanzen fällt. Am besten schneiden Sie eine Eibenhecke großzügig mit einer Heckenschere im zeitigen Frühjahr bis spätestens Ende März, denn sie treibt ab April bereits wieder aus.

Der Rückschnitt sollte bis in das alte Holz erfolgen, damit eine Verzweigung angeregt und in der Folge die Hecke schneller sowie dichter zusammenwächst. Ein weiterer Schnitt sollte Ende September durchgeführt werden. Dieser sollte lediglich das Kürzen von Zweigen umfassen, die kaum bis keine Verzweigungen besitzen.

Da Eiben sehr schnittverträglich sind, empfiehlt sich bei sehr lichten und älteren, schlecht wachsenden Exemplaren ein Radikalschnitt. Dabei sollten mindestens 30 Zentimeter der Pflanzen stehen bleiben. Nach einem Radikalschnitt werden aufgrund des langsamen Wachstums im Folgejahr maximal leicht die Spitzen gekürzt, um eine Wachstumsanregung zu erzielen.

Der Radikalschnitt sollte nur im äußersten "Notfall" vorgenommen werden, denn es wird zwei bis drei Jahre dauern, bis eine zufriedenstellende Dichte der Eibenhecke heranwächst.

Laub-Hecke

Buchenhecke
Wer Laubhecken bevorzugt, sollte zu Liguster oder Hainbuche greifen

Hecken, die mit ihrem Laub für ein dichtes Heckenwachstum sorgen, verlieren dieses meist im Winter, weshalb sie sich für einen dauerhaften, ganzjährigen Sichtschutz nicht eignen. Dafür können Sie aber mit dem richtigen Schnitt dafür sorgen, dass Sie von Frühjahr bis zum Herbst von einer gut zusammengewachsenen Laub-Hecke profitieren. Am häufigsten finden folgende Laub-Hecken Verwendung:

Liguster-Hecke

Grundsätzlich sind Liguster-Hecken (Ligustrum) mehrmals im Jahr zu schneiden, um sie als Hecke dicht zusammenwachsen zu lassen. Bereits nach der Neupflanzung empfiehlt sich der Griff nach der Gartenscheren. Kürzen Sie alle nach oben ragende Zweige um etwa 2/3.

Am besten können Sie sich beim weiteren Schneiden an den Zeiten der zwei Austriebe pro Jahr orientieren. Ab Frühjahr bis Ende Juni erfolgt der stärkste Austrieb mit Blütenbildung. Der zweite Austrieb kommt im Spätsommer und ist im Herbst beendet. Ende Februar/Anfang März sollte für ein dichtes Zusammenwachsen insbesondere in der Höhe großzügig gekürzt werden.

In der Breite wird maximal ausgelichtet. Bei stark lichten Hecken beweist sich immer wieder ein Radikalschnitt als die beste Lösung für ein dichtes Wachstum. Dabei wird die Ligusterhecke um etwa 50 Prozent gekürzt. Sie treibt danach deutlich stärker aus und kann bereits Mitte / Ende Mai eine gute Dichte zeigen. Im Herbst sollte ein Schneiden auf das Minimum beschränkt werden, damit keine Erfrierungsgefahr provoziert wird. Insbesondere, wenn im zeitigen Frühjahr ein umfangreicherer Rückschnitt geplant ist, ist ein Herbstschnitt unnötig.

Buchen-Hecke

Die Buchen-Hecke (Fagus) ist eine beliebte Alternative zur Liguster-Hecke, da diese im Frühjahr ihr Laub abwirft und demzufolge einen Sichtschutz auch über die Winterzeit bietet. Damit die Pflanzen gut und dicht zusammenwachsen, sollte bereits direkt nach der Anpflanzung mit dem Schneiden um 2/3 der Höhe begonnen werden. Ab dem zweiten Pflanzjahr sind zwei bis drei Schnitte pro Jahr angeraten, um sie zum breiten, dichten Wachstum zu "erziehen". So geht`s:

  • Bei jedem Schnitt fünf bis zehn Zentimeter der Neutriebe stehen lassen
    (ausbremsen des Saftstroms, der dann vermehrt in die Seitentriebe fließt)
  • Jährliche Wiederholung zwischen Mitte Februar und Anfang März
  • Zwischen Juni und Juli Erziehungs- und Pflegeschnitt: Hecke auf gleiche Höhe schneiden und in gewünschte Form bringen beziehungsweise darauf vorbereiten, nach innen wachsende Äste bis ins alte Holz abschneiden und vertrocknete Pflanzenteile entfernen
  • Ende November nur alte, geschwächte Buchenhecken durch Verjüngungsschnitt revitalisieren: dichte Zweigknoten auslichten, um Licht und Luft in den unteren Heckenbereich gelangen zu lassen

Bundesnaturschutzgesetz beachten

So sehr auch der Wunsch einer dicht zusammengewachsenen Hecke mittels richtigem Schneiden besteht - Sie sind nach Paragraf 39, Absatz 5 des BNatSchG eingeschränkt. Dieses Gesetz besagt, dass zwischen dem 1. März und dem 30. September eine starke Einkürzung, ein Radikalschnitt (auf Stock setzen) verboten ist. Dies beruht auf dem Schutz von heimischen Tieren, die in Pflanzen Zufluchtsorte und Nistplätze finden. Um diese sicherzustellen und eventuell vorhandene Nester nicht zu beschädigen, wurde das Gesetz erlassen.

Für Sie bedeutet dies, dass Sie während dieser Zeit ausschließlich geringfügige Schnitte an Ihrer Hecke vornehmen können, wie beispielsweise Form- und Pflegeschnitte. Umfangreichere Schnitte zur Verbesserung des Zusammenwachsens sind deshalb vor dem 1. März zu erledigen. Bei Nicht-Beachtung der gesetzlichen Regelung droht Ihnen ansonsten ein Bußgeld zwischen 50 und 15.000 Euro.

Mehr zum Thema finden Sie in unserem Ratgeber Hecke schneiden: Wann ist es erlaubt?

THEMEN:   Buchsbaum Hecken Pflanzenpflege Heckenschere


Autor Tim Sydekum

Über den Autor
Tim Sydekum

Als Gartenliebhaber und Gründer von mein-gartenexperte.de ist Tim zuständig für spannende Produkttests, interessante Berichte und informative Beiträge aller Art. Er hat eine technische Ausbildung und jahrelange Erfahrung im Gartenbereich.

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