Gartenratgeber

Herbstdüngung: Garten im Herbst richtig düngen

Im Herbst stellt sich der Garten langsam auf den Winter ein. Bei den meisten Gewächsen sollte nun keine Düngung mehr erfolgen. In unserem Ratgeber erfahren Sie, welche Pflanzen im Herbst dennoch gedüngt werden können und sollten.

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Lesedauer: 6 Minuten · 0 Kommentare

Richtig Düngen im Herbst: So schützen Sie Ihre Gartenpflanzen vor dem Winter
Im Herbst sollten Rasenflächen, Beete, Bäume und Sträucher mit Bedacht gedüngt werden
Inhaltsverzeichnis

Warum ist eine Herbstdüngung wichtig?

Durch eine Düngergabe im Herbst erhöht sich die Kälteresistenz einiger Pflanzen, wodurch sie unbeschadet durch die kalte Jahreszeit kommen und im folgenden Frühjahr optimal in die Vegetationsperiode übergehen können. Hierbei kommt es darauf an, die richtigen Stoffe zu düngen, denn nicht jedes Düngemittel ist geeignet und kann sogar durch die spätere Düngung im Herbst irreparable Pflanzenschäden hervorrufen.

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Welche Pflanzen sollten im Herbst gedüngt werden?

Eine Herbstdüngung ist für folgende Pflanzen sinnvoll:

  • Rasen
  • Obstbäume
  • winterharte, immergrüne Gartenpflanzen wie Rhododendron, Buchs- und vor allem Nadelbäume sowie einige Stauden
  • Ziergräser - vor allem als Kübelpflanzen, wenn sie winterhart sind und im Freien überwintern

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Welche Inhaltsstoffe sind für die Herbstdüngung geeignet?

Junge Pflanzentriebe bei Frost
Die richtige Düngergabe im Herbst macht Pflanzen widerstandsfähiger gegen Frost

Es gibt vier verschiedene Düngerstoffe, die aufgrund ihrer Eigenschaften für viele Pflanzen eine Bereicherung für die Überwinterung sind. Eine Herbstdüngung ist normalerweise nur erforderlich, wenn der Boden ein Defizit besitzt. Das können Sie durch eine Bodenprobe herausfinden oder an den Pflanzen mittels typischer Mangelerscheinungen erkennen.

Kalium (K)

Fehlt es an Kalium im Boden, sind helle Blattspitzen und im weiteren Verlauf helle Blattränder ein ebenso typisches Anzeichen wie braune Blattverfärbungen an älterem Blattwerk sowie eingerollte Blätter und zunehmende Instabilität betroffener Pflanzen.

Spätestens dann ist Kalium einer der wichtigsten Stoffe, mit denen Pflanzen im Herbst versorgt werden sollten. Es wirkt optimierend auf den Wasserhaushalt, indem die Wurzeln vermehrt Wasser aufnehmen können und somit einer höherer Wasserdruck im Pflanzeninneren entsteht. Das wiederum führt zu einem geringeren Gefrierrisiko. Zusätzlich begünstigt die Kali-Düngung die Festigung des Pflanzengewebes, was zu einer verbesserten Stabilität und Widerstandsfähigkeit gegen Erfrierungen und Erreger führt. Das alles zusammen lässt gedüngte Pflanzen ideal über die kalte Jahreszeit und stark genug in die nächste Saison kommen.

In der Regel wird es als Kalisalz verabreicht und ist häufig in Kombination mit weiteren essenziellen Stoffen als kombiniertes Düngerprodukt erhältlich. Hier sollten sie stets auf einen kalibetonten Dünger mit Salzanteil zurückgreifen, weil Salz zusätzlich den Gefrierpunkt des Zellsaftes heruntersetzt. Achten Sie aber darauf, dass Ihre Pflanzen nicht mit Kalium überversorgt werden, denn zu viel Kalium im Boden blockiert die Wurzelaufnahme von Magnesium - ein weiteres Mineral, das zur Herbstdüngung zählt.

Magnesium (Mg)

Magnesium ist ein bedeutsames Mineral, das Pflanzen für optimal funktionierende Stoffwechselvorgänge benötigen. Dazu zählen unter anderem die Photosynthese sowie Chlorophyllbildung, die für das Blattgrün verantwortlich sind. Fehlt es an Magnesium, färbt sich das Laub erst gelb und später braun, während die Blattadern ihr Grün beibehalten.

Im Herbst gedüngt, sorgt Magnesium dafür, dass immergrüne Pflanzen nicht unansehnlich werden. Der wichtigste Grund für einen ausreichenden Magnesiumgehalt während der Wintersaison ist aber die Verhinderung einer Pflanzenschwächung. Zu dieser kann es bei einem Magnesiummangel kommen, da die betroffene Pflanze automatisch die Aktivierung des Abwehrsystems zum Eigen- bzw. Überlebensschutz vornimmt. Das kostet viel Energie und macht anfälliger für Kälteeinflüsse.

Auch hierbei gilt, eine Überdüngung mit Magnesium zu vermeiden, weil dadurch die Kalzium-Aufnahme gestört werden kann.

Calcium (Kalzium) (Ca)

Dieser Mineralstoff ist mitverantwortlich für Stoffwechselvorgänge und Wasserhaushalt-Optimierung. Ein Calcium-Mangel ist an vergilbten Blättern, abgeknickten Triebspitzen sowie aufgeweichten, instabilen Pflanzenteilen erkennbar.

Wenn im Winter eisige Temperaturen Wasser gefriert, ist bei Pflanzen wichtig, dass sie einen ausreichend hohen Druck in ihren Pflanzenteilen besitzen. Calcium trägt hierbei durch entquellende und Zellen stabilisierende Eigenschaften. Damit wirkt es unterstützend zur Kali-Düngung. Zudem reguliert Calcium ungleichmäßige Wasserversorgungen, die häufig zu einer Fäulnis führen und vor allem im Winter oft vorkommt.

Phosphor (P)

Bei der Herbstdüngung mit Phosphor ist Vorsicht angeraten. Wie Stickstoff regt es das Wachstum an, wovon vor allem die Wurzeln, Blüten und Früchte profitieren. Zu viel Phosphor ist deshalb für die Winterruhe von Pflanzen schädlich. Allerdings spielt Phosphor eine wichtige Rolle für den Energiestoffwechsel und gestärkte Zellwände. Gedüngt wird es in der Regel nur in geringen Mengen, beziehungsweise mittels organischer Dünger, die Phosphor nur langsam abgeben. Hauptsächlich wird das Mineral aber im Frühjahr gedüngt.

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Welcher Dünger ist für den Herbst ungeeignet?

Stickstoff regt das Pflanzenwachstum an. Daher sollte im Herbst auf keinen Fall stickstoffhaltiger Dünger verwendet werden. Wenn ab September langsam die Temperaturen kühler werden, beginnen die meisten Pflanzen bereits mit dem Herunterfahren ihres Stoffwechsels. Das ist ein natürlicher Prozess, damit die Pflanzen ihren Energieverbrauch minimieren können, um in die Winterruhe übergehen zu können. Diese ist wichtig, weil ihnen die Energiereserven die Widerstandskraft verleihen, die sie für die Überwinterung benötigen und damit sie im folgenden Frühjahr ausreichend stark wieder wachsen können.

Ein weiterer Grund ist, dass sich Stickstoff in kaltem Boden nicht auflöst beziehungsweise von den Pflanzen bei niedrigen Temperaturen nicht mehr aufgenommen wird. Das heißt, Stickstoffdünger bleibt im Boden und kann durch die häufig vorkommende hohe Bodenfeuchte im Herbst und Winter bis ins Grundwasser und in Seen geschwemmt werden. Dort regt der Stoff die pflanzliche Primärproduktion an, wodurch sich beispielsweise Algen bilden, durch die ein Sauerstoffmangel hervorgerufen wird. Das hat lebensbedrohliche Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt.

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Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Herbstdüngung?

Rasen im Herbst düngen
Vor allem der Rasen freut sich im Herbst über eine zusätzliche Düngung

Bei der Herbstdüngung ist der richtige Zeitpunkt wichtig, damit der Boden und die Wurzeln den Dünger noch vor Wintereinbruch aufnehmen können. Ein zu spätes Düngen kann zudem nicht-organische Mineralien ausschwemmen und damit unnütz für die Pflanzen und schädlich für die Natur sein.

Der optimale Zeitpunkt für die Herbstdüngung ist abhängig von der jeweiligen Pflanzenart:

  • Rasen: Ende Oktober
  • Obstbäume: November
  • winterharte Pflanzen: zwischen September und Oktober, wenn noch mildere Temperaturen bestehen

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Wie wird im Herbst richtig gedüngt?

Je früher Sie im Herbst düngen, desto größer ist die Chance, dass vor allem tiefere Erdschichten sehr trocken sind und den Dünger nicht aufnehmen könnten. Deshalb sollten Sie die zu düngende Fläche einige Tage zuvor täglich gut bewässern.

Im weiteren Verlauf kommt es darauf an, mit was Sie düngen. Der Handel bietet optimal zusammengesetzte Düngerprodukte an, die entweder gebrauchsfertig sofort einsetzbar sind oder als Konzentrat in einem bestimmten Verhältnis mit Wasser zu mischen sind. Wichtig ist stets, dass Sie sich bei Mangelerscheinungen an die Herstellerempfehlung bezüglich der Dosierung halten, um Unter- und Überdüngungen zu vermeiden. Wollen Sie vorbeugend zur Unterstützung düngen, reicht in der Regel die Hälfte der Dosierungsangabe.

Granulat und körnige Dünger arbeiten Sie mit einem Rechen bzw. einer Harke leicht in den Boden ein. Flüssigdünger verabreichen Sie mit der Gießkanne. Sie sollten auch darauf achten, dass Sie einen organischen Dünger verwenden. Dieser schwemmt nicht weg, verteilt seine Düngereigenschaften gleichmäßig und ist deutlich umweltfreundlicher als chemischer Dünger.

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Eignet sich Kompost zur Herbstdüngung?

Wenn Sie gut verrotteten Kompost besitzen, bietet er alles, was Ihre Pflanzen im Herbst an Dünger benötigen. Nach rund einem Jahr weist der Kompost einen ausreichend hohen Verrottungsgrad auf. Dann erst hat das beinhaltete Phosphor den Stickstoffgehalt gut reduziert und ein relativ hoher Kaliumgehalt ist vorhanden. Deshalb bietet sich Kompost als gute Düngeralternative zu gekauften kalibetonten und stickstoffarmen Düngern an.

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Wie gut ist Mulch als Herbstdünger?

Auch Mulch eignet sich zur Herbstdüngung, insbesondere, wenn es sich um Laub oder Gründünger aus beispielsweise Rasenschnitt handelt. Für akut bestehende Mangelerscheinungen ist er allerdings weniger geeignet, denn bevor der Mulch die Stoffe an die Erde abgibt, muss er in den Verrottungsprozess übergehen. Das nimmt etwas Zeit in Anspruch.

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THEMEN:   Dünger Herbst Beet Rasen


Autor Romina Seilnacht

Über den Autor
Romina Seilnacht

Auf mein-gartenexperte.de kann Romina als gelernte Gärtnerin ihre Vorlieben für Garten, Pflanzen und Fotografie vereinen und unseren Lesern mit hilfreichen und interessanten Ratgebern die Gartenarbeit erleichtern.

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