Gartenarbeit

Hilfreiche Tipps für Gartenarbeiten im Herbst

Im Herbst werden nicht nur die Beete leer geräumt, sondern es wird auch dafür gesorgt, dass etwas für die Tiere übrig bleibt und der Boden nicht auslaugt. Daher lautet das Motto: Im Garten bloß nicht zu viel aufräumen! Welche Gartenarbeiten Sie vor dem Winter noch erledigen sollten.

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Hilfreiche Tipps für Gartenarbeiten im Herbst
Auch Blumenzwiebeln lassen sich im Herbst noch setzen - für eine erste Blütenpracht im kommenden Frühling
Inhaltsverzeichnis

„Der Herbst steht auf der Leiter und malt die Blätter an“, klingt es vielerorts. Der Blätterfall sorgt jedoch in den Gärten für viel Herbst-Arbeit. Die Erntesaison geht dem Ende entgegen, der Garten sollte langsam winterfest gemacht werden. Kommen doch im Oktober bereits erste Fröste.

Jedoch ist es keineswegs Faulheit, wenn der Garten nicht zu akribisch aufgeräumt wird. Viele Tiere, die den Gärtner übers Jahr begleitet und ihm durchaus beim Gärtnern geholfen haben, freuen sich, wenn die Flächen nicht ganz leer geräumt sind. Schließlich hoffen nicht nur Wildtiere auf lauschige Überwinterungshilfen.

Laub sollte an windgeschützten Stellen unweit von Bäumen und unter Sträuchern zusammengeharkt werden. In diesen Laubhaufen, in denen sich ein „angenehmes“ Klima einstellt, richten Igel, Kröten und Co. oft das Winterquartier ein. Doch auch Insekten und Spinnen können ohne großen Aufwand Überwinterungshilfe bekommen. Weil der Gärtner nicht jetzt zur Gartenschere greift, sondern erst im Frühjahr, bieten die verblühten Stauden in der kalten Jahreszeit Unterschlupf.

Hagebutten als Verpflegung

Hagebutten dienen als Tiernahrung im Winter
Hagebutten sehen nicht nur schön aus, sie dienen vielen Tieren im Winter auch als Nahrung

Die „modernen“ Rosen sind im Gegensatz zu den historischen und Wildformen erst im Frühjahr mit dem Schnitt an der Reihe. So können sie Hagebutten bilden, die das Auge des Menschen bis in den tiefen Winter erfreuen und den Speiseplan von Vögeln angenehm bereichern. Trotzdem sollte man den Rosen etwas Gutes tun und sie zum November hin anhäufeln.

Als kleines Weihnachtsgeschenk kann ihnen im Dezember dann noch ein Reisigmantel umgelegt werden. Die Erde dafür kann dabei mit etwas Mist vermengt werden. Gemach heißt es zudem bei morschen Ästen und Totholz, die ebenso erst nach der Wintersaison geschreddert werden sollen. Würmer und Larven werden es dem Gartenbesitzer danken - wie viele heimische Vögeln, denen sie als Futter dienen.

Als Trugschluss entpuppt sich zudem überhaupt der Tipp, Früchte von Bäumen und Sträuchern restlos zu entfernen. Man sollte sie hängen lassen. So werden sie zu einem beliebten Wintermahl für kleine Wildtiere und Vögel.

Gärtnergold aus Laub

Laub wird im Komposter zu Gärtnergold
Laub wird im Komposthaufen zu Gärtnergold umgewandelt - wertvollem, biologischem Dünger

Entfernt werden sollten die Blätter vom Rasen, denn sonst drohen im kommenden Jahre kahle Stellen. Verschwinden muss das Laub auch auf Gehwegen. Schnell rutscht mal ein Passant aus, verletzt sich, und der Baumbesitzer wird möglicherweise zur Kasse gebeten, weil er seiner Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen ist. Mehr dazu im Ratgeber Laub im Herbst: Wer muss den Gehweg räumen?

Auf Beeten kann es durchaus liegen bleiben, wärmt den Boden und erhöht die Qualität der Erde. Leer geräumte Gemüsebeete können oft eine Gründüngung vertragen. So ist der Boden nicht schutzlos, die Mikroorganismen freuen sich und Nährstoffe können durch Regen und Schnee nicht so stark ausgewaschen werden.

Schon gewusst?
Gründüngung bezeichnet das gezielte Anbauen von Pflanzen zur Bodenverbesserung im Acker-, Obst-, Wein- und Gartenbau. Anders als Nutzpflanzen werden die Pflanzen üblicherweise nicht geerntet, sondern gemulcht oder untergepflügt.

Bis Ende Oktober lässt sich noch Gründüngung aussäen. Mit dem Einarbeiten der Pflanzen im Frühjahr, gibt der Gärtner nochmal eine Zusatzdosis Stickstoff als natürlichen Dünger für die nachfolgenden Kulturpflanzen zum Boden hinzu. Es kann aber kompostiert werden. Doch damit der Kompost gut durchmischt ist, empfiehlt sich, den Laubanteil auf ein Fünftel zu belassen.

Edler, aber zeitaufwendiger ist die eigene Produktion von Laubkompost. Dabei entsteht, was Gartenfreunde Gärtnergold nennen: hochwertige Anzuchterde. Bloß das braucht schon mal 20 bis 24 Monate.

Mistwürmer für die Super-Krume

Ab Mitte Oktober kann damit begonnen werden, die Substanz dafür anzusetzen. Wer wirklich nur gefallenes Laub kompostiert, hat fast eine Garantie fürs gärtnerische Reinheitsgebot. Denn dann fehlen die Samen von unerwünschten Kräutern und verholzte Ast- und Wurzelreste, sodass sich eine gute Bodenkrume entwickelt.

Ratsam erscheint, dass man sich für den Spezialkompost einen gesonderten Komposter aufbaut. Das geht unkompliziert mit Kanickeldraht und vier Eckpfosten, an die der Draht getackert wird. Neben dem gerne etwas zerkleinerten Herbstlaub können Mistwürmer den Prozess beschleunigen, Hornspäne den Stickstoff zuführen und Algenkalk den pH-Wert heben, damit die Erde neutral und nicht zu sauer wird.

Die besten Komposter im Vergleich »

Aber nicht nur Chemie-Kenntnisse sind im Herbst gefragt. Auch ein Lineal kann gute Dienste leisten, wenn bis Ende Oktober die letzten Blumenzwiebeln von Tulpen, Narzissen und Zierlauch bis Hyazinthen, Krokusse und Lilien gesteckt werden. Faustregel dabei ist 3:1. Die Zwiebeln kommen dreimal so tief in den Boden wie sie hoch sind. So werden im Frühling die ersten Blumen sprießen.

Obstbäume und -sträucher setzen

Obstbäume im Winter pflanzen
Viele Obstbäume lassen sich auch im Herbst und Winter pflanzen, sofern der Boden nicht gefroren ist

Gepflanzt werden können im Herbst und sogar Winter in nicht gefrorenen Boden Obstbäume und -sträucher. Gerade Äpfel, Birne, Pflaumen und Kirschen können das im Gegensatz zu Aprikosen gut ab. Hier sollte man das Pflanzloch auf einen Radius von 50 Zentimeter um den Baum ausheben und es mindestens so tief graben. Beim Schließen des Loches unbedingt an die nötigen Nährstoffe denken. Einige Schippen guter Komposterde wirken meist schon Wunder. Doch kann auch eine Handvoll Dünger wie Hornmehl mit eingearbeitet werden. Einige Gärtner schwören sogar auf eine kräftige Portion Kaffeesatz, der Obststräuchern den besonderen Wachstums-Kick gibt.

Gräber sind Beete

Was im Herbst nicht vergessen werden sollte: Es ist nicht nur der Schreber- oder Hausgarten, der winterfest gemacht werden muss. Gräber sind auch Beete, auf denen eine Dauerbepflanzung geschickt mit saisonalen Akzenten kombiniert wird. Das Grab auf dem Friedhof sollte bis Mitte November von den Spätblühern befreit werden. Danach wird es für den Winter fein gemacht.

Dazu gehören dauerhafte Gestecke aus Islandmoos, Zapfen und Koniferen sowie das Abdecken des Grabes mit Tannengrün, dass aber zuweilen auch aus Blaufichte oder Wacholder besteht. In Trend liegen gesteckte Muster aus verschiedenen Nadelbaum- oder Stechpalmen-Zweigen. Wer ganz darauf verzichten mag, setzt Christrosen, die einen schönen Akzent auf den Gräbern bieten.

THEMEN:   Herbst Komposter Pflanzenpflege Tiere Laub


Autor Uwe Kraus

Über den Autor
Uwe Kraus

Als freiberuflicher Journalist kann Uwe bereits eine sehr lange und erfolgreiche Karriere vorweisen. Er schreibt für diverse Magazine und Tageszeitungen, ist Buchautor und verfasst regelmäßig interessante Artikel für unser Gartenmagazin.

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