Entspannt gärtnern

Hochbeet anlegen - so gärtnern Sie rückenschonend

Hoch- oder Hügelbeete können helfen, dass die Gartenarbeit nicht zu einem schmerzhaften Hobby wird. Wer seinen Garten auf Brusthöhe anhebt, entlastet Schultergürtel, Knie und Wirbelsäule. Pflanzen und Pflegen wird selbst im Sitzen möglich - hier unsere Tipps.

·   |   Lesedauer: 6 Minuten

Hochbeet anlegen und rückenschonend gärtnern
Ein Hochbeet sieht nicht nur schön aus, sondern hilft auch Rücken und Knie beim Gärtnern zu schonen

Säcke mit Blumenerde und Substrat schleppen, auf den Knien Unkraut zupfen, Bücken bei der Aussaat und bei der Ernte. Das Gärtnern stresst das menschliche Skelett. Kleine Tipps helfen, den Körper zu entlasten.

Bereits das richtige Werkzeug schont den Rücken

Gartenarbeit beginnt bei der richtigen Auswahl von Sauzahn, Grabegabel, Harke und Gartenschlauch. Ergonomisch und leicht soll das Werkzeug sein. Das reicht vom richtigen Griff bis zur Spatenlänge und Teleskopstielen.

Wenn es sich nicht vermeiden lässt, sollten Säcke und Kisten nah am Körper getragen werden. Dazu geht man bei Heben in die Knie und drückt sich mit der Beinkraft in die Höhe. Dabei sollte auf einen geraden Rücken geachtet werden. Doch Rollbretter und Schubkarren können Lasten entspannter transportieren.

Statt Gießkannen zu schleppen, hilft ein Schlauch, das Kreuz zu entlasten. Ein Hocker oder eine Unterlage für die Knie können gerade bei Arbeiten am Boden recht hilfreich sein.

Gartenarbeit wird mit Hochbeeten nicht zur Tortur

Hochbeet selbst bauen
Ein Hochbeet kann man einfach selbst bauen - oder man kauft einen fertigen Bausatz

Um verdrehten Hüften und steifen Knien vorzubeugen, Muskeln, Rücken und Gelenke zu entlasten, werden Teile des Gartens zunehmend in Brust- und Armhöhe gehoben. So findet das Pflanzen und Pflegen nicht mehr am Boden statt, denn Hochbeete ermöglichen Gartenarbeit ohne langes Bücken.

Kleinere Tischbeete, das sind Pflanzkästen auf Beinen, bieten sogar zwischen Beet und Boden Stauraum für die gärtnerischen Utensilien. Ein Hoch- oder Hügelbeet im Garten anzulegen, stellt Gartenbesitzer vor keine allzu großen Herausforderungen. Abgesehen davon, dass in Bau- und Gartenmärkten die Auswahl an vorgefertigten Hochbeeten in der passenden Größe vorhanden ist, hat ein Beet Marke Eigenbau einige Vorteile.

Noch dazu können die bepflanzen Hügel, die möglichst sonnig in Nord-Süd-Richtung liegen sollten, einiges an Gartenmaterial aufnehmen. Doch länger als zwei Meter sollte das Einzelbeet nicht sein - der Inhalt würde den Rahmen sprengen.

Schicht für Schicht hebt sich das Beet übers Erdniveau

Hochbeet richtig befüllen
Sobald das Hochbeet in der richtigen Reihenfolge befüllt ist, kann das Gärtnern beginnen

Bevor Häcksel, grobes Schnittgut und Zweige als unterste Schicht mit Bodenkontakt um Mikroorganismen und Würmern Eintritt zu gewähren, aufgeschüttet werden, soll ein Kanickeldraht-Netzes auf einer Kiesschicht ausgelegt werden. Damit kann der Gärtner Wühlratten fernhalten, die von unten ihre Beute aus dem Beet ziehen wollen.

Als Rahmen zum Beet wirken Palisaden aus Rundhölzern gerade in naturnahen Gärten gut. Nur haben sie gegenüber Plastik, Steinen oder Metallblättern einen Nachteil. Sie sind feuchtigkeitsgefährdeter. Doch eine Noppen-Folie, mit der das Beet rundum von Innen ausgekleidet wird, hilft und sorgt zudem dafür, dass das Substrat nicht austrocknet und nicht zu viel Verrottungswärme an die Umwelt abgegeben wird.

Hochbeete sind wärmer, feuchter und nährstoffreicher

Bei der klassischen Drittelung bei der Schichtung des Materials kommt auf die grobe Basisschicht Rasenschnitt, feineres Grün und Herbstlaub. Das wird dann mit Kompost oder Gartenerde als Pflanzschicht abgedeckt. Dabei soll das tiefere Material gut verdicktet werden, denn pro Jahr sackt das Beet etwa zwei Handbreit ab. Jedoch lässt sich der „Verlust“ jedes Jahr komplikationslos mit Komposterde auffüllen. Damit wird außerdem der Humusverlust kompensiert.

Aus dem Beet strömt Wärme zu den Pflanzen

Pflanzen für das Hochbeet / Hügelbeet
Ein Hochbeet kann vielfältig bepflanzt werden, bspw. mit Salat und Kräutern

Beim Verrotten setzt das Substrat Wärme frei, so dass Hügelbeete oft eine bis zu vier Grad höhere Bodenwärme haben. Was zu früherem Keimen, besserem Wachstum, früheren sowie höheren Erträgen und längerer Ernte führt. Außerdem macht der Einsatz der organischen Abfälle keine weiteren Nährstoffgaben nötig. Um das auf Dauer zu garantieren, sollten die Hochbeete-Schichten alle fünf Jahren komplett ausgetauscht werden.

Welche Pflanzen sich auf dem Hochbeet besonders gut fühlen

Gerade wärmeliebende Pflanzen fühlen sich im Hügelbeet prima. Sellerie, Zucchini und Tomaten, Kopfsalat, Lauch und verschiedene Kohlsorten lieben die Form des Anbaus. Eine Reihe mediterraner Kräuter sorgt für eine gute Mischkultur und für weniger Fressfeinde.

Um alles gut kultivieren zu können, bietet der Handel spezielles Hochbeetwerkzeug an, das vom Handgrubber bis zum Unkrautstecher reicht.

THEMEN:   Hochbeet Gesundheit Gemüse Beet Kräuter


Autor Uwe Kraus

Über den Autor
Uwe Kraus

Als freiberuflicher Journalist kann Uwe bereits eine sehr lange und erfolgreiche Karriere vorweisen. Er schreibt für diverse Magazine und Tageszeitungen, ist Buchautor und verfasst regelmäßig interessante Artikel für unser Gartenmagazin.

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