Bienenhaltung

Honigbienen im Garten halten: Tipps für Hobbyimker

Honigbienen sind für die Bestäubung vieler Blüh-, Obst- und Gemüsepflanzen unverzichtbar. Im eigenen Garten präsentieren sie sich nicht nur als willkommene Nützlinge, sondern produzieren gleichzeitig Honig und Bienenwachs. Wir geben Tipps, wie Sie erfolgreich zum Hobbyimker werden.

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Hobbyimker mit Bienenwabe im Garten
Bienen im eigenen Garten unterstützen die Bestäubung der Pflanzen und sorgen für leckeren Honig
Inhaltsverzeichnis

Bienen im eigenen Garten halten

Das Bienen- und Artensterben findet bereits seit einigen Jahren Gehör. Nicht ausschließlich, aber auch deshalb entscheiden sich immer mehr Menschen, darunter auch Gartenfreunde und Hobbygärtner, für die Haltung von Honigbienen (Apis) im eigenen Garten. Hobbyimker kann grundsätzlich jeder werden, der entweder über einen eigenen Garten oder eine Dachterrasse verfügt.

Entgegen zahlreichen Meinungen fühlen sich Bienen nicht nur auf dem Land, sondern auch im urbanen Raum sehr wohl. Während ländliche Regionen häufig mit Pestiziden belastet sind, werden Bienen in Stadtgebieten von diesen verschont. Gleichzeitig finden sie in heimischen Gärten eine oftmals größere Pflanzen- und Blütenvielfalt als auf mit Monokulturen bewirtschafteten Agrarflächen.

Wer Bienen im Garten ein Zuhause bietet, unterstützt nicht nur die Artenvielfalt. Die Insekten bestäuben vor allem die Gartenpflanzen und unterstützen somit eine reiche Ernte. Gleichzeitig können erfahrene Hobbyimker auch Honig und Bienenwachs aus eigener Erzeugung gewinnen.

Was ist bei der Haltung von Honigbienen im eigenen Garten zu beachten?

Bienen fliegen einen Bienenstock an
Ein Bienenvolk darf auch in Wohngebieten gehalten werden, sofern die Nachbarschaft dadurch nicht zu sehr beeinträchtigt wird

Imkerei ist kein Hobby, das einfach so nebenbei läuft. Wer sich für die Bienenhaltung entscheidet, investiert nicht wenig Aufwand und übernimmt die Verantwortung für viele Lebewesen. Ein Bienenvolk kann während der Sommermonate nämlich bis zu 60.000 Tiere umfassen.

Die Insekten zeigen sich zwar vollkommen harmlos und friedliebend, verteidigen ihren Bienenstock jedoch, wenn sie eine Bedrohung wahrnehmen. Der richtige Umgang mit den Bienen ist somit unerlässlich, um ein harmonisches Zusammenleben im heimischen Garten zu ermöglichen.

Grundsätzlich kann jeder ohne spezielle Qualifikationen Hobbyimker werden. Die Haltung ist zudem ohne eine behördliche Genehmigung erlaubt. Lediglich beim örtlichen Veterinäramt sollten Gartenfreunden vor dem Schritt in die Imkerei nachfragen, ob eine Genehmigung für das jeweilige Wohngebiet notwendig ist.

Auch wenn keine spezifischen Qualifikationen verlangt sind, empfehlen sich Weiterbildungen und eine Mitgliedschaft im Imkerverein. Hier können sich Neueinsteiger nicht nur Austauschen, sondern profitieren auch von Ratschlägen erfahrener Imker. Zusätzlich sind die Bienen über die Mitgliedschaft versichert.

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Bedarf die Haltung von Bienen einer Anmeldung?

Wer Bienen erworben hat, muss diese offiziell beim Veterinäramt anmelden. Meldepflichtig sind entsprechend der Bundesseuchenverordnung die Anzahl und der Standort aller vorhandenen Bienenvölker. Der Grund findet sich in der Vermeidung von Krankheiten und Seuchen wie etwa der amerikanischen Faulbrut. Die Anmeldung erfolgt stets mit einem Gesundheitszeugnis des Bienenvolks und sollte von jedem verantwortungsbewussten Imker vorgenommen werden.

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Wann lassen sich Bienen im eigenen Garten halten?

Wer Bienen im eigenen Garten ansiedeln möchte, sollte über ausreichend Platz verfügen. Das Grundstück sollte im Idealfall eine Größe von rund 200 Quadratmetern nicht unterschreiten und ab drei Bienenvölkern sogar noch weitläufiger ausfallen. Um Streitigkeiten in der Nachbarschaft zu vermeiden, sollten sich angehende Hobbyimker außerdem mit ihren Nachbarn austauschen und Bienenkästen mit einem Abstand von rund drei Metern zum benachbarten Grundstück platzieren.

Um eine artgerechte Haltung zu ermöglichen, sollte das Bienenvolk einen naturnahen Garten vorfinden, der über eine große Pflanzenvielfalt verfügt. Diese bietet den Insekten ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot, wobei Blühpflanzen vom frühen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein ihre Blüten zeigen sollten. Eine Bienentränke oder ein Gartenteich ergänzen den bienenfreundlichen Garten.

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Welche Ausrüstung braucht ein Hobbyimker?

Imkerausrüstung
Wer im eigenen Garten imkern möchte, benötigt die richtige Ausrüstung

Um in die Imkerei einzusteigen, bedarf es der richtigen Ausrüstung. Die Basis bildet ein Bienenstock, auch als Beute bezeichnet, der dem Bienenvolk als Behausung dient. In den meisten Fällen handelt es sich um einen Holzkasten, der über ein kleines Einflugloch und im Idealfall über einen aufklappbaren Deckel verfügt. Im Inneren befinden sich Holzrahmen, in die die Bienen ihre Waben bauen.

Die Beute lässt sich entweder mit etwas handwerklichem Geschick selbst bauen oder fertig im Fachhandel erwerben. Wichtig ist, dass sie ausschließlich giftfreie Materialien beinhaltet. Imkervereine und erfahrene Imker können genaue Tipps und Ratschläge zur idealen Größe sowie Verarbeitung geben.

Neben der Beute gehören ein voll funktionsfähiger Imkerschutzanzug inklusive Imkerhut und Handschuhen zur Ausrüstung. Um am Bienenstock arbeiten zu können, bedarf es entsprechendem Imkerwerkzeug wie Stockmeißel, Bienenbesen und Smoker. Wer den Honig seiner Bienen auch ernten möchte, braucht außerdem eine Honigschleuder, einen Honigeimer und Honiggläser zum Abfüllen. Zu guter Letzt darf natürlich das Bienenvolk an sich nicht fehlen, welches sich oftmals von erfahrenen Imkern oder über den Imkerverein erwerben lässt.

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Was ist für eine artgerechte Bienenhaltung zu beachten?

Bienen auf einer Bienenwabe
Für Einsteiger empfehlen sich Imkerkurse, in denen das nötige Grundwissen zur artgerechten Bienenhaltung vermittelt wird

Professionelle Imker vermehren ihre Bienen zur Schwarmzeit zwischen Mai und Juni. Die Bienenvölker teilen sich und senden Schwärme aus, die sich an anderen Orten niederlassen. Der Zeitraum ist somit ideal, um in die Imkerei einzusteigen und ein Bienenvolk zu erwerben.

Darüber hinaus benötigen auch Hobbyimker umfassende Kenntnisse und weitreichendes Fachwissen, um ihre Bienenvölker artgerecht zu halten. So zeigt sich die größte Herausforderung der Bienenhaltung darin, das eigene Bienenvolk gesund zu halten. Zahlreiche Infektionskrankheiten und Schädlinge, zu denen etwa die Varroamilbe gehört, gefährden die Honigbienen. Nur wer sich genau mit der Imkerei auskennt, kann eine Infektion bereits im Vorfeld vermeiden.

Für alle, die in die Imkerei einsteigen und Honigbienen im eigenen Garten halten möchten, empfiehlt sich deshalb die Mitgliedschaft im Imkerverein und der Austausch mit erfahrenen Imkern. Beratungen und Schulungen, die etwa Bieneninstitute oder örtliche Verbände des Deutschen Imkerbundes anbieten, vermitteln wichtiges Fachwissen. Dieses ermöglicht Hobbyimkern eine artgerechte Bienenhaltung und bildet die Grundlage für ein gesundes Bienenvolk, an dem sich Gartenfreunde und Hobbygärtner lange Zeit erfreuen können.

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THEMEN:   Bienen Insekten Tiere Tierhaltung


Autor Jennifer Nagel

Über den Autor
Jennifer Nagel

Nach einem redaktionellen Praktikum entdeckte Jennifer ihre Liebe zur Sprache und begann ein Studium zum "Werbetexter und Konzeptioner". Seit 2019 arbeitet sie als freie Texterin und Lektorin und verfasst unter anderem interessante Artikel für unser Gartenmagazin.

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