Pflanzenpflege

Kaffeepflanzen selbst anbauen und pflegen

Bei Kaffeepflanzen handelt es sich um immergrüne Sträucher, die ihren Ursprung in Afrika haben und vorwiegend in warmen und feuchten Regionen gedeihen. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie der Anbau auch im heimischen Garten gelingt und worauf es bei der Pflege ankommt.

Früchte einer Kaffeepflanze
Um eigene Kaffeebohnen ernten zu können, ist der richtige Standort bei Kaffeepflanzen entscheidend
Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Kaffee (Coffea) ist ein immergrüner Strauch, der sich durch ein dichtes Laubwerk auszeichnet. Die Zweige wachsen aus einem aufrechten Haupttrieb waagerecht zur Seite. In freier Natur sind Höhen zwischen 3 und 5 Metern nicht ungewöhnlich. Plantagepflanzen werden allerdings gekappt, damit sie mehr Zweige und Früchte ausbilden. Die Höhe von im Kübel kultivierten Kaffeepflanzen beläuft sich meist auf ein bis zwei Meter.

Kaffeepflanzen blühen von April bis Mai und verströmen dabei eine angenehme Duftnote. Sie sind selbstbefruchtend, was sich im Gewächshaus oder als Zimmerpflanze allerdings als durchaus schwierig erweist. Daher bietet es sich an, die einzelnen Exemplare mit einem weichen Pinsel bei der Befruchtung zu unterstützen.

Standort und Boden

Kaffeepflanzen benötigen ein tropisches Klima um zu gedeihen, sodass sie bevorzugt im Gewächshaus, im Wintergarten oder als Zimmerpflanze kultiviert werden. Ideale Voraussetzungen liefert ein helles, halbschattiges Plätzchen mit einer Umgebungstemperatur zwischen 18 und 22 Grad Celsius. Starke Temperaturschwankungen sind unbedingt zu vermeiden.

Wichtig ist auch, dass die Luftfeuchtigkeit möglichst konstant bei 50 % liegt. Um diese aufrechtzuerhalten, bietet sich das regelmäßige Besprühen der Pflanze mit Wasser an. Am besten wahren Sie einen ausreichenden Abstand zu anderen Pflanzen. Der gewählte Standort sollte möglichst windgeschützt ausfallen. Das Substrat sollte gut durchlässig und leicht sauer ausfallen. Als ideal gilt ein pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. Bei Bedarf kann die Gartenerde mit Sand und etwas nährstoffreicher Komposterde aufbereitet werden.

Unser Experten-Tipp:
Drehen Sie Ihre Kaffeepflanze etwa alle vier Wochen. Somit ist gewährleistet, dass sie auf allen Seiten ein gleichmäßiges Wachstum entwickelt.

Pflege

Kaffeepflanzen richtig pflegen
Achten Sie beim Gießen auf möglichst weiches Wasser und vermeiden Sie Staunässe

Damit Ihre Kaffeepflanze optimal gedeiht, sind folgende Pflegemaßnahmen erforderlich:

Gießen

Die Wassergaben sollten ausschließlich mit weichem, kalkarmem Wasser erfolgen. Um zu verhindern, dass die Wurzeln in Mitleidenschaft gezogen werden, empfiehlt sich die Verwendung von zimmerwarmem Wasser. Neben gesammeltem Regenwasser kommt auch destilliertes Wasser oder Wasser aus dem Kondenskocher infrage.

Mit der sogenannten Daumenprobe lässt sich bestimmen, wann die Pflanze frisches Wasser benötigt. Je nach Jahreszeit, Alter und Bedarf ist das Wässern im Durchschnitt alle drei bis sieben Tage notwendig. Staunässe gilt es unbedingt zu vermeiden. Spätestens, wenn die Blätter der Pflanze hängen, ist eine Wassergabe notwendig.

Düngen

Im Zeitraum zwischen April und September erweist sich eine wöchentliche Düngergabe mit einem Flüssigdünger für Blütenpflanzen als sinnvoll.

Schneiden

Wenn Sie Ihre Kaffeepflanze zur Zierde kultivieren, kann von einem regelmäßigen Rückschnitt abgesehen werden. Aus optischen Gründen ist ein Formschnitt allerdings denkbar. Ältere Exemplare sind gelegentlich auszulichten, indem die älteren Zweige, die nicht mehr blühen, entfernt werden.

Etwa alle 12 bis 18 Monate ist die Durchführung eines Rückschnitts möglich, bei dem hauptsächlich die Triebspitzen entfernt werden. Diese können als Stecklinge weiterverwendet werden. Wichtig ist, dass Sie den Rückschnitt stets von unten nach oben vornehmen. Die obersten Blattpaare bleiben unberührt, denn sie liefern am meisten Energie.

Umtopfen

Rund alle zwei Jahre ist es an der Zeit, Kaffee umzutopfen. Spätestens dann, wenn die Wurzeln aus dem Topf ragen, ist ein neues Gefäß notwendig. Da die Wurzeln von Kaffeepflanzen schnell und tief wachsen, empfiehlt es sich, ein hohes Behältnis zu wählen. Zur Vermeidung von Staunässe sollte der Topf ein Abflussloch sowie eine Drainage aus Kieselsteinen oder Tonscherben besitzen. Als idealer Zeitpunkt für das Umtopfen kommt das Frühjahr infrage.

Ernte

Reife Kaffeebohnen
Die Kaffeefrüchte sind erst 9 bis 11 Monate nach der Befruchtung reif

Anders als häufig angenommen, werden nicht die Früchte, sondern die Kerne der Steinfrüchte zu Kaffee verarbeitet. Jede Frucht beinhaltet zwei bis drei Kaffeebohnen. Sobald die Früchte vollständig ausgereift sind, fallen diese von der Pflanze ab. Nun können Sie die Früchte aufsammeln, öffnen und die Samen herausnehmen. Entfernen Sie anschließend das Fruchtfleisch und trocknen Sie die Kerne. Erst danach können die Kerne geröstet und weiterverarbeitet werden.

Krankheiten und Schädlinge

Kaffeepflanzen gelten als recht robust und leiden daher meist nur selten an Krankheiten oder einem Befall durch Schädlinge. Im Haus sind die Pflanzen zudem weitgehend geschützt. Problematisch kann lediglich die trockene Heizungsluft während der Wintermonate werden, da diese unter Umständen einen Befall durch Schädlinge wie Spinnmilben, Wollläuse, Schildläuse oder Trauermücken begünstigt.

Pilze wie der Kaffeerost sind in unseren Breitengraden nicht vertreten. Ein dauerhaft feuchtes Substrat stellt jedoch grundsätzlich ein erhöhtes Risiko für die Ansiedlung von Pilzen dar. Kommt es zur Wurzelfäule, erweist sich das Umtopfen der Pflanze als letzter Ausweg.

Überwinterung

Zwischen November und März befindet sich Kaffee in seiner natürlichen Ruhepause. In dieser Zeit bietet sich ein etwas kühlerer, aber dennoch heller Standort an. Kaffeepflanzen sind nicht winterhart und reagieren auf Frost besonders empfindlich. Bereits bei Temperaturen von 10 Grad Celsius kann die Pflanze erfrieren. Deshalb sollte die Umgebungstemperatur während der Wintermonate nicht unter 15 Grad Celsius sinken.

In der Ruhepause benötigen die Pflanzen weniger Wasser, die Wurzeln sollten allerdings niemals ganz austrocknen. Staunässe gilt es weiterhin unbedingt zu vermeiden. Das Überwinterungsquartier sollte sich möglichst nicht unmittelbar über der Heizung befinden. Obwohl es sich bei Kaffeepflanzen um einen immergrünen Strauch handelt, werfen diese im Winter dennoch einige Blätter ab. Die Düngergaben während der kalten Jahreszeit sind auf alle vier bis sechs Wochen zu reduzieren.

THEMEN:   Pflanzenpflege Sträucher

Autor Carina Staiger
Über die Autorin
Carina Staiger
Nach Wirtschaftsabitur und Ausbildung hat sich Carina für das Leben als freie Redakteurin entschieden. Seit 2020 berät und unterhält sie unsere Leser mit ihrem fundierten Fachwissen zu den unterschiedlichsten Tier- und Gartenthemen.
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