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Schädlinge

Kellerasseln bekämpfen: Die besten Methoden

Kellerasseln sind weit verbreitet und kommen fast überall vor. Während sie im Garten und Beet nützliche Helfer sind, können sie im Haus zu Lagerschädlingen werden, die Lebensmittel anfressen. Zur chemiefreien Bekämpfung ist Cleverness gefragt, denn es handelt sich um intelligente und robuste Zeitgenossen. In unserem Ratgeber finden Sie die besten Methoden, wie Sie Kellerasseln loswerden.

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Kellerasseln bekämpfen und vertreiben
Leider nicht nur nützlich: Kellerasseln fressen im Keller gerne Lebensmittel wie Kartoffeln und Gemüse an
Inhaltsverzeichnis

Was sind Kellerasseln?

Häufig werden Kellerasseln (Porcellio scaber) für Insekten gehalten. Dabei gehören sie innerhalb der Arthropoden (Gliederfüßer) zum Unterstamm der Krebstiere (Crustacea). Während die meisten anderen Asselarten vorwiegend in Süß-, Salz- und Brackwasser zu Hause sind, gehören Kellerasseln zu den Landasseln (Oniscidae).

Ihren Namen haben sie vom lateinischen asellus, was übersetzt Eselchen bedeutet. Der wissenschaftliche Name setzt sich zudem aus den lateinischen Begriffen porcella (das Schweinchen) sowie scaber (rau, unsauber) zusammen.

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Wovon ernähren sich Kellerasseln?

In erster Linie ernähren sich Asseln vom Detritus, also abgestorbener organischer Substanz ihres Lebensraums, und gehören daher zu den Saprophagen. Aus diesem Grund tragen sie in der Natur erheblich zur Zersetzung von organischem Material bei. Allerdings machen Kellerasseln in der Vorratskammer auch nicht vor Kartoffeln, Obst oder Gemüse halt. Einen Befall erkennen Sie lediglich durch ein rund 3 mm großes Eingangs- und Ausgangsloch am betroffenen Lebensmittel.

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Wie sehen Kellerasseln aus?

Kellerasseln besitzen eine ovale, flache Körperform und sind rund 9 bis 14 Millimeter lang. Ihr gezackter, halbringförmig gegliederter Rückenpanzer, bestehend aus Chitin, ist auf der Oberseite grau bis gelb-gräulich, der Bauch hingegen weiß bis gelblich. Dadurch lässt sie sich leicht mit der Mauerassel (Oniscus asellus) verwechseln, die stattdessen braun gefärbt ist. Die Kellerassel verfügt über 14 Schreitbeine und zwölf Spaltfüßen, die zu ihrem wellenartigen Bewegungsablauf führen. Gut ersichtlich sind außerdem die beiden großen Fühler.

Hinter dem letztem Beinpaar der Kellerassel sitzen ihre weißen Kiemen, die noch auf die Abstammung als Wasserbewohner hindeuten. Die Atmungsorgane sind deutlich erkennbar, wenn sie mit Luft gefüllt sind. Die Kiemen muss die Assel ständig feucht halten, da sie ansonsten austrocknet.

Kellerasseln sind vor allem nachtaktiv und verstecken sich tagsüber. Dabei halten sie sich vorzugsweise an feuchten, dunklen Plätzen auf, wie unter Pflanzenkübeln und Steinen oder in frostfreien Gewächshäusern und Feuchträumen wie beispielsweise einem Waschkeller. Bei Gefahr verfallen sie häufig in "Schockstarre" und stellen sich tot. Auch den Winter verbringen Kellerasseln in starrem Zustand.

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Kellerasseln im Haus - was tun?

Kellerasseln sind vor allem im Haus als Schädlinge bekannt, da sie dort unzureichend verpackte oder gelagerte Lebensmittel anfressen. Dennoch gelten sie offiziell als Nützlinge. Sie sind im Garten und der Natur sehr wertvoll für das Ökosystem, weil sie organische Materialien zersetzen und eine bedeutende Rolle für den Mikroorganismus spielen. Aus diesem Grund sollten Sie Kellerasseln möglichst vertreiben, anstatt sie zu töten.

Die Natur wird es Ihnen danken, wenn Sie die Krebstiere fangen und aussetzen - beispielsweise im eigenen Komposter. Dies ist allerdings sehr aufwändig. Am besten funktioniert dies mit einem Staubsauger, der auf eine niedrige Stufe eingestellt ist. Da die Asseln sehr widerstandsfähig sind, überleben Sie den Weg zum Staubbeutel in der Regel unbeschadet und können dann im Garten ausgesetzt werden.

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Aussehen von Kellerasseln
Die kleinen gräulichen Krebstiere verstecken sich mit Vorliebe unter Blumentöpfen und in dunklen, feuchten Bereichen © mein Gartenexperte

Natürliche Fressfeinde der Kellerassel

Nicht für Jedermann zur Bekämpfung von Kellerasseln geeignet, aber dafür sehr effektiv ist der Einsatz natürlicher Fressfeinde. Damit sind Tiere gemeint, bei denen die Kellerassel auf dem Speiseplan stehen. Am besten lässt sich dies für den Gartenbereich nutzen, wo die Fressfeinde angelockt werden können. Für Kellerasseln im Haus eignet sich das weniger.

Zu den natürlichen Feinden gehören vor allem Vögel und Kröten. Letztere bevorzugen dichte Büsche und üppich bepflanzte Gartenteiche. Auch Igel sind ideale Helfer zwischen Herbst und Frühjahr. Um sie in den Garten zu locken, reicht die Bereitstellung von geeigneten Winterquartieren, wie beispielsweise Laubhaufen. Maulwürfe sind in Gärten zwar meist ebenso unerwünscht, aber bevor diese vertrieben werden, könnten Sie Ihnen den Genuss von Kellerasseln gönnen.

Kellerasseln mit Backpulver bekämpfen

Backpulver ist mittlerweile ein Allround-Mittel in der Schädlingsbekämpfung. Wo es als Treibmittel andere Schädlinge nach dem Verzehr tötet, vertreibt es Kellerasseln lediglich durch den Geruch, da sie diesen nicht ausstehen können.

Streuen Sie überall dort Backpulver aus, wo Fressspuren auf ihre Anwesenheit hindeuten und in ihre bevorzugten Verstecke. Sehr gut eignet sich das Verteilen von Backpulver auch, um Kellerasseln den Weg in andere Räume zu erschweren. Alternativ ist das Verteilen von Salbeiblättern möglich.

Achten Sie beim Auslegen / Ausstreuen allerdings darauf, dass Sie den Asseln einen "Fluchtweg" offen lassen, durch den sie nach draußen gelangen.

Köder zum Fangen und Aussetzen

Kellerassel auf einer Pflanzen
Auch auf Pflanzen im Haus können sich Kellerasseln finden lassen © Wikimedia

Ausgehöhltes Gemüse

Zur Lebend-Bekämpfung der Kellerassel eignet sich das Anlocken mit bestimmten Ködern. Diese Methode ist nur dann effektiv, wenn in der nahen Umgebung keine hohe Feuchtigkeit gegeben ist. Dann bieten vor allem Kartoffeln und Möhren einen idealen Köder, da sie darin die Feuchtigkeit und Nahrung finden, die sich bevorzugen. Dazu das Gemüse aushöhlen und dort hinlegen, wo die Kellerasseln vermutet oder bereits gesichtet wurden.

Schnell wird der "Schädling" diese wahrnehmen und dort Unterschlupf suchen. Sie brauchen anschließend nur das Gemüse mit der Assel im Inneren nehmen und es in der Natur, beispielsweise auf dem Komposter aussetzen. Handelt es sich um mehrere Tiere, versammeln sich diese oftmals um die feuchte Nahrung herum. Sie können einfach mit Besen und Kehrblech zusammengefegt und mit dem Gemüse auf gleiche Weise entsorgt werden.

Totholz als Lockmittel für das Gartenbeet

Optisch deutlich ansprechender als vergammelndes Gemüse, ist das Aufstellen von Totholz im Gartenbeet. Die Vorgehensweise ist die gleiche wie bei den Lockmitteln mit Kartoffeln und Karotten. Wichtig ist, dass es kontinuierlich feucht gehalten wird. Das kann durch Wind und höhere Temperaturen allerdings zu einer zeitaufwendigeren Aktion werden, als beim Anlocken durch Gemüse.

Feuchtes Tuch

Ähnlich wie ausgehöhltes Gemüse funktioniert das ganze mit einem feuchten Tuch. Es wird zusammengeknüllt auf den Boden gelegt. Achten Sie darauf, dass keine Sonne darauf scheint, damit es nicht zu schnell abtrocknet. Die Feuchtigkeit zieht die Kellerasseln an und sie verkriechen sich darin. Am besten nehmen Sie es nach einigen Stunden so zerknüllt, wie es ist, wieder auf und schütteln die Krebstierchen an einem geeigneten Ort aus.

Feuchte Erde im Blumentopf

Gezielt angezogen werden Kellerasseln mit feuchter Erde. Haben sich die Tiere im Inneren vergraben, wird die Erde anschließend im Beet oder auf dem Kompost ausgeschüttet. Und so funktioniert es:

  • Blumentopf oder ähnliches Gefäß mit feuchter Erde und gegebenenfalls etwas feuchtem Laub befüllen
  • Das Gefäß sollte dabei ein Loch im Boden besitzen
  • Den Topf umdrehen und auf eine bewegliche Unterlage stellen, beispielsweise eine Pappe oder ein Holzbrett
  • Ideal ist ein schattiger Standort
  • Morgens und abends die Erde mit den Kellerasseln ausleeren und das Behältnis erneut mit feuchter Erde füllen
  • Den Vorgang einige Male wiederholen, bis keine Kellerasseln mehr in der Erde zu sehen sind
Unser Experten-Tipp:
Schneller und effektiver funktioniert diese Vorgehensweise, wenn Sie mehrere Töpfe gleichzeitig aufstellen.
Nahaufnahme einer Kellerassel
In Nahaufnahme kann man den Panzer und die Beine der Kellerassel besonders gut erkennen © Wikimedia

Alkohol als Kellerassel-Köder

Ein bewährtes Hausmittel gegen Kellerasseln ist Alkohol - vor allem Weingeist. Füllen Sie eine sehr kleine Menge davon in eine Glasflasche und legen sie diese so im Gemüsebeet oder dem Keller aus, dass die Asseln hineinkriechen können. Der Alkohol im Weingeist verfliegt und lockt die Tiere in der Umgebung an. In der Flasche wirkt der Geruch betäubend, so dass Sie die darin gesammelten Tiere einfach an einem anderen Ort aussetzen können.

Tödliche Klebefallen

Eine weit verbreitete Methode zur Bekämpfung der Kellerassel ist die Klebefalle. Sie ist ohne chemische Zusätze erhältlich und dementsprechend umweltfreundlich. Die darauf befindlichen Lockstoffe ziehen die Krebstiere automatisch an. Betritt eine Assel die Falle, bleibt sie kleben und kann sich nicht mehr befreien. Anschließend entsorgen Sie die Klebefalle in der Biotonne.

THEMEN:   Insekten Hausmittel


Autor Tim Sydekum

Über den Autor
Tim Sydekum

Als Gartenliebhaber und Gründer von mein-gartenexperte.de ist Tim zuständig für spannende Produkttests, interessante Berichte und informative Beiträge aller Art. Er hat eine technische Ausbildung und jahrelange Erfahrung im Gartenbereich.

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