Schädlingsbekämpfung

Kirschfruchtfliege bekämpfen: Maden in Kirschen vermeiden

Kirschen gehören mit ihren süßen Früchten zu den beliebtesten Obstsorten im Garten. Umso ärgerlicher ist es, wenn die Kirschfruchtfliege ihre Maden darin abgelegt hat und die Ernte somit zunichte macht. Wir geben Tipps, welche Maßnahmen effektiv gegen die Schädlinge helfen.

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Kirschfruchtfliege auf einer Kirsche
Weibliche Kirschfruchtfliegen legen ab Mai circa 50 bis 80 Eier in die reifenden Kirschen, aus denen die Maden entstehen © entomart / Couleur - Pixabay
Inhaltsverzeichnis

Wie die Maden in die Kirsche kommen

Kirschfruchtfliegen (Rhagoletis cerasi) sind, je nach Witterung und Entwicklung der Kirschbäume, ab Ende Mai / Anfang Juni auf der Suche nach einem geeigneten Ort für ihre Eiablage. Dabei bevorzugen sie überwiegend Süßkirschen - Sauerkirschen werden seltener befallen. Sobald die Kirschen gelb heranreifen, legen die Weibchen ihre Eier darin ab. Die winzige Einstichstelle ist anfangs mit bloßem Auge kaum zu erkennen.

Es dauert circa acht bis zehn Tage bis die Larven im Fruchtinneren schlüpfen. Anschließend fressen sie sich bis zum Kirschkern durch das Fruchtfleisch. Nach circa 21 Tagen verlassen die Maden die Frucht und fallen zu Boden, um sich dort tief in die Erde zu graben und auf die Verpuppung vorzubereiten. Nach der Überwinterung steigen sie im folgenden Frühjahr als erwachsene Fruchtfliegen aus dem Erdreich wieder empor und der Kreislauf beginnt erneut.

Typische Anzeichen für einen Befall

Kirschfruchtfliegen werden vor allem bei einem Befall in höher liegenden Ästen häufig spät oder gar nicht entdeckt. Deshalb ist es wichtig, den Baum und die Kirschen regelmäßig auf typische Anzeichen und Erkennungsmerkmale zu kontrollieren.

  • Fruchtfliegen erinnern stark an Stubenfliegen und sind zwischen vier und fünf Millimeter groß
  • Die Larven sind weißlich und werden bis zu sechs Millimeter lang
  • Befallene Kirschen werden zunehmend matschiger in ihrer Konsistenz
  • Mit Entstehung der Made stoppt der Reifeprozess der Frucht
  • Fäulnis bildet sich an und in den Kirschen
  • Bei reifen Früchten ist häufig ein kleines Loch erkennbar
Fruchtfliege und Made in einer Kirsche
Maden der Kirschfruchtfliege sind zwar ekelig, grundsätzlich aber unbedenklich © Bauer Karl - Wikimedia | CC BY 3.0

Kirschfruchtfliegen vorbeugen und effektiv bekämpfen

Schutznetze anbringen

Möchten Sie einen Madenbefall durch die Kirschfruchtfliege vermeiden, hilft der Einsatz eines Insektennetzes. Dazu muss der Baum bis spätestens Mitte Mai vollständig vom Schutznetz eingehüllt werden. Dies sollte eine geringe Maschengröße von maximal 0,8 Millimeter besitzen. Achten Sie auf eine lückenlose Abdeckung und vergessen Sie nicht, das Netz fest und ebenfalls möglichst dicht am Stamm zu befestigen.

Diese Maßnahme bietet sich vor allem für kleinere Kirschbäume an. Bei größeren Bäumen ist die Anbringung häufig sehr arbeitsaufwendig. Hier empfiehlt sich ansonsten das Schützen einzelner Äste. Ein Schädlingsschutznetz bietet in jedem Fall einen effektiven Schutz gegen die Kirschfruchtfliegen und deren Würmer in den Kirschen.

Unser Experten-Tipp:
Sofern Sie erst die Pflanzung eines Kirschbaums planen, achten Sie auf frühe Sorten wie beispielsweise Burlat, Lapins oder Earlise. Diese sind in der Regel bereits reif, wenn die Fruchtfliege mit der Eiablage beginnt und daher uninteressant.

Gelbtafeln / Klebefallen aufhängen

Im Handel sind spezielle Klebefallen für Insekten erhältlich, die Sie spätestens Ende Mai im Geäst des Kirschbaums aufhängen sollten. Diese Gelbtafeln versprühen einen bestimmten Duft, der Kirschfruchtfliegen anlockt. Kommen Sie in Berührung mit der Klebefläche, bleiben sie haften. Dieses Prinzip wirkt allein nicht sehr effektiv, hindert aber zumindest einige Exemplare an der Eiablage. Parallel sollten Sie zusätzlich immer mindestens eine weitere Bekämpfungsmaßnahme vornehmen.

Natürliche Feinde anlocken

Zu den natürlichen Fressfeinden der Kirschfruchtfliege zählen Vogelarten wie der Mauersegler oder die Schwalbe. Sorgen Sie daher in Ihrem Garten für optimale Lebensbedingungen dieser Vögel. Aber auch andere Insekten wie Schlupfwespen, Spinnen und Laufkäfer dezimieren die Schädlinge auf natürliche Art und Weise.

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Bei einigen Vogel- und Insektenarten stehen Kirschfruchtfliegen auf dem Speiseplan

Verpuppung der Maden verhindern

Hat ein Befall durch die Kirschfruchtfliege bereits stattgefunden, sollten Sie sich auf die Bekämpfung der Maden konzentrieren. Da diese unmittelbar in der Nähe der befallenen Kirschbäume im Boden überwintern, ist ein Neubefall im nächsten Jahr ansonsten sehr wahrscheinlich.

Bodenabdeckung

Eine erfolgreiche Bekämpfung ist das Verhindern der Verpuppung durch eine Bodenabdeckung. Dazu eignen sich ein wasserdurchlässiges Vlies oder das Auslegen einer Kunststofffolie. Die Abdeckung wird so weit auf dem Boden ausgebreitet, dass sie auch die äußersten Äste abdeckt. Fixiert werden Vliese und Folien durch Gewichte an den Außenrändern, wie beispielsweise Backsteine oder mit Sand gefüllte Eimer.

Vlies

Ist das Vlies wasserdurchlässig, hat es den Vorteil, dass es längerfristig liegen bleiben kann, da Feuchtigkeit weiterhin bis in den Wurzelbereich durchdringt. Somit können Sie es über Monate um den Baumstamm legen und abgefallene Maden damit auffangen sowie anschließend entsorgen. Ist das Vlies engmaschig und dicht gewebt, verhindert es im Frühjahr zudem das Herausfliegen der neuen Fruchtfliegen nach der Verpuppung.

Kunststofffolie

Eine Alternative zum Vlies stellt eine Kunststofffolie dar. Sie kann zwar gleichermaßen zum Auffangen herunterfallender Larven zwischen Juni und Erntereife sowie gegen das Herausfliegen der adulten Kirschfruchtfliegen im Mai und Juni verwendet werden, muss für eine Durchlüftung des Bodens aber zwischendurch immer mal wieder entfernt werden. Daher empfiehlt sich eine Kunststofffolie nur für eine kurzfristige Verwendung.

Dicke Mulchschicht

Ähnlich wie ein Vlies oder eine Folie kann eine mindestens fünf Zentimeter dicke Mulchschicht um den Kirschbaum herum wirken. Auch diese verdeckt den Boden und erschwert den verpuppten Larven den Ausflug aus der Erde. Aber sie wirkt auch isolierend, was zu Entwicklungsverzögerungen führt. Schaffen es einige Kirschfruchtfliegen durch die Mulchschicht, ist der Reifegrad der Früchte im Idealfall bereits zu weit fortgeschritten. Eine Eiablage bleibt damit aus, sie ziehen weiter und der Kreislauf wird unterbrochen.

Hühner halten

Eine weitere Möglichkeit, die Larven an der Verpuppung zu hindern, ist die Haltung von Hühnern. Diese fressen die proteinhaltigen Larven sehr gerne und sorgen so für eine Dezimierung der kommenden Kirschfruchtfliegenpopulation. Ideal ist eine Einzäunung des Hühnergeheges mit Hilfe eines Weidezauns um den Kirschbaum herum.

Mehr zum Thema: Hühnerhaltung im Garten: 13 Experten-Tipps für Anfänger

Kirschen mit Würmern zügig entsorgen

Befinden sich Würmer in Ihren Kirschen, pflücken Sie die betroffenen Früchte unverzüglich ab und entsorgen Sie sie weit weg vom Kirschbaum. Diese Maßnahme ist bei großen Kirschbäumen mit zahlreichen Früchten weniger empfehlenswert, da eine Kontrolle jeder einzelnen Kirsche kaum möglich ist. Deshalb ist dies nur für kleine Exemplare mit überschaubarem Kirschbestand sinnvoll.

Herabgefallene Kirschen können Sie in jedem Fall aufsammeln. Diese sollten nie auf dem Kompost landen, da sich dort die Larven weiter entwickeln.

Häufig gestellte Fragen

Wann tritt die Kirschfruchtfliege auf?
Was tun gegen die Kirschfruchtfliege?
Kann man Kirschfliegenlarven mit Nematoden bekämpfen?
Kann man Maden in Kirschen mitessen?
Wie bekommt man die Maden aus den Kirschen?

THEMEN:   Obst Schädlinge


Autor Tim Sydekum

Über den Autor
Tim Sydekum

Als Gartenliebhaber und Gründer von mein-gartenexperte.de ist Tim zuständig für spannende Produkttests, interessante Berichte und informative Beiträge aller Art. Er hat eine technische Ausbildung und jahrelange Erfahrung im Gartenbereich.

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