Rasenwissen

Kleine Rasenkunde: Das sind die gängigsten Rasenarten

Ein gesunder und gepflegter Rasen bildet die Grundlage vieler Gartenkonzepte und Grünflächen. Bei der Gartenplanung ist es deshalb sinnvoll, dem grünen Bodenbelag die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken. Wir werfen einen Blick auf die gängigsten Rasenarten und die besonderen Anforderungen und Nutzungsmöglichkeiten, die jede Variante mit sich bringt.

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Gummistiefel und Gießkanne auf Rasen
Inhaltsverzeichnis

Rasen oder Wiese?

Die Begriffe Rasen und Wiese werden umgangssprachlich zwar häufig synonym verwendet, für Gärtner handelt es sich dabei aber um unterschiedliche Kategorien. Während ein Rasen aus Gras besteht, ist eine Wiese eine Grünfläche, auf der neben Gras auch weitere Pflanzen, vor allem Klee, Moos, Kräuter und Wildblumen wachsen. In Naturgärten sind Wiesenflächen beliebt, weil die dort wachsenden Wildblumen im Sommer ein Paradies für Bienen und andere Insekten sind.

Eine Art Schnittmenge aus Rasen und Wiese bilden Naturrasen, die durch die Aussaat spezieller Samenmischungen angelegt werden können. Beliebt ist der Duftrasen, der Wildblumen mit starkem Duft beinhaltet, und der Kräuterrasen. Sogar für die gute Küche kann eine entsprechende Naturrasenmischung eine echte Bereicherung darstellen, denn häufig enthalten entsprechende Samenmischungen auch beliebte Nutzkräuter wie Basilikum, Salbei oder Estragon. Wer gezielt duftende Blumenflächen und Insektenparadiese oder wilde Kräutergärten säen möchte, sollte allerdings darauf achten, dass die Bodenbeschaffenheit die entsprechenden Nährstoffe bereithält.

Für stark beanspruchte Gartenflächen eignet sich die Aussaat einer Magerwiese. Sie ist besonders strapazierfähig und benötigt wenig Pflege. Die Saatmischungen gedeihen auch auf nährstoffarmen Böden hervorragend und treiben im Frühjahr selbstständig wieder aus. Eine Magerwiese muss in der Regel weder gedüngt noch regelmäßig gemäht werden. Meist reicht es, die Wiese alle zwei Jahre gründlich zurückzuschneiden.

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Qualitätsversprechen mit RSM Samen

Wer bei der Wahl seines Rasens auf Nummer sicher gehen möchte, ist mit Rasensamen RSM gut beraten. Die Abkürzung „RSM“ steht für Regel-Saatgut-Mischung und bezeichnet Samenmischungen, die nach speziellen Qualitäts- und Verwendungsvorgaben der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. (FLL) hergestellt und angeboten werden.

Durch die Wahl eines RSM Rasens können Gartenbesitzer auf Samenmischungen zurückgreifen, die genau auf die natürlichen Gegebenheiten ihres Gartens, ihre Nutzungsanforderungen und die gewünschte Pflegeintensität abgestimmt sind. Regel-Saatgut-Mischungen erfüllen festgelegte Standards und überlassen wenig dem Zufall.

Zu den wichtigsten Kriterien gehören:

  • Die Widerstandsfähigkeit der Rasenart gegenüber Frost und Krankheiten
  • Die Fähigkeit des Rasens, mit Trockenheit und Feuchtigkeit oder Nässe umzugehen
  • Die Zuwachsrate
  • Das Regenerationsvermögen, zum Beispiel nach starker Hitze und Trockenheit oder nach Winterfrost
  • Die Fähigkeit zur Narbenbildung und die Narbendichte
  • Optische Aspekte, um den Rasen optimal in das eigene Gartenkonzept integrieren zu können
  • Nutzungsmöglichkeiten und Eignung einzelner Rasenarten im Hinblick auf Beanspruchung und Lage

Aktuell sind 8 Rasenkategorien als RSM erhältlich, die den Rasen nach Nutzungsmöglichkeiten einteilen:

RSM 1: Zier- und Galarasen
RSM 2: Gebrauchsrasen universell
RSM 3: Spiel- und Sportrasen
RSM 4: Golfrasen
RSM 5: Parkplatzrasen
RSM 6: Rasen zur Dachflächenbegrünung
RSM 7: Landschaftsrasen
RSM 8: Biotoprasen

Die Herstellung und der Vertrieb von Regel-Saatgut-Mischungen unterliegt der staatichen Kontrolle durch das Saatgutverkehrsgesetz und die Saatgutverordnung, die die Einhaltung der Qualitätskriterien sicherstellen und die Nachverfolgung des Saatgutes vom Züchter über den Vermehrer bis zum Endverbraucher ermöglichen.

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Spielzeug auf Rasenfläche
Eine der beliebtesten Rasensorten für den heimischen Garten ist der Spiel- und Gebrauchsrasen

Zier- und Galarasen

Zier- oder Galarasen ist für Grünflächen geeignet, die optisch Eindruck machen, aber nicht genutzt werden sollen. Diese Rasenart bildet zarte Halme aus, die zu einer glatten, dichten und moos- und unkrautfreien Grünfläche wachsen. Für das Betreten und andere Belastung sind Zierrasen nicht geeignet, da die zarten Halme schnell Schaden nehmen und geringe Regenerationsfähigkeiten besitzen.

Zier- und Galarasen ist empfindlich und pflegeintensiv. Er muss regelmäßig gedüngt, vertikutiert und gemäht werden. Wer die perfekte Optik erhalten möchte, sollte gegebenenfalls auf eine professionelle Gartenpflege zurückgreifen.

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Englischer Rasen

Der Englische Rasen zählt zu den Zierrasenarten, ist aber strapazierfähiger als ein reiner Zier- oder Galarasen. Der Englische Rasen überzeugt durch eine dichte, satte und optisch besonders ansprechende Grünfläche. Gleichzeitig ist diese Rasenart allerdings trittfest und eignet sich auch für Grünflächen, die aktiv genutzt werden. Der Englische Rasen ist resistent gegen Unkraut und Krankheiten, verlangt aber eine besonders intensive Rasenpflege. Damit die dichte und satte Grünfläche erhalten bleibt, muss der Rasen häufig und akkurat geschnitten werden. Außerdem möchte der Englische Rasen regelmäßig gedüngt und vertikutiert werden.

Gebrauchs- und Spielrasen

Die wohl am häufigsten ausgesäte Rasenart in Nutz- und Freizeitgärten ist der Gebrauchs- und Spielrasen. Dieser strapazierfähige Bodenbelag eignet sich für eine regelmäßige und starke Belastung. Als Untergrund für die Sonnenliege, das Klettergerüst oder die feuerfeste Basis des Grills eignet sich der Gebrauchs- und Spielrasen gut. Damit die Oberfläche trotz der regelmäßigen Belastung trittfest, dicht und grün bleibt, sollte der Gebrauchsrasen allerdings regelmäßig gemäht, gedüngt und vertikutiert werden. Im Gegensatz zum Zierrasen oder zum Englischen Rasen darf die Pflege aber in größeren Abständen und weniger gründlich erfolgen, sodass der Gebrauchs- und Spielrasen der perfekte Begleiter für die aktive Freizeitgestaltung im eigenen Garten ist.

Sportrasen

Fußballspieler auf Rasen
Sportrasen eignet sich für Sportplätze und andere stark beanspruchte Rasenflächen

Der Sportrasen ist noch härter im Nehmen als ein herkömmlicher Gebrauchs- oder Spielrasen. Er wird auf Grünflächen verlegt, die besonders stark beansprucht werden und extremen Belastungen standhalten müssen. Sportrasen ist eine Unterkategorie des Strapazierrasens und beschreibt eine Grünfläche, die nicht nur besonders trittfest und regenerationsfähig ist, sondern auch eine hohe Dichte und Narbenbildung aufweist.

Sportrasen wird zum Beispiel für Fußballstadien, Golfplätze oder Pferdesportstätten verwendet. Die Samenmischungen für diese Rasenart bilden besonders dicke und flexible Halme aus, die eine dichte Grünfläche bilden und die Fähigkeit besitzen, sich auch nach stärkster Belastung ohne permanente Schädigungen zu regenerieren und wieder aufzurichten.

Um einen Sportrasen lange hochwertig zu erhalten, ist ein großer Pflegeaufwand erforderlich. Neben regelmäßigem Düngen und Vertikutieren kommt es vor allem auf das Zurückschneiden der Halme an. Diese sollten eine Höhe von 40 mm beibehalten, da so ein optimales Austreiben der Grashalme gewährleistet werden kann und zu hohe Halme bei starker Belastung leichter Schaden nehmen. Ein ausgewachsener Sportrasen sollte spätestens alle zwei Wochen gemäht werden. In der Wachstumsphase ist sogar mindestens ein Schnitt pro Woche zu empfehlen.

Schattenrasen

Wer eine Grünfläche in Schattenlage anlegen möchte, kann mit einer speziellen Samenmischung für Schattenrasen trotz geringer Lichtzufuhr ein optisch ansprechendes Ergebnis erzielen. Schattenrasen ist resistent gegen Krankheiten und kann auch mit erhöhter Staunässe gut umgehen. Außerdem besitzt er die Fähigkeit, auch bei geringem Sonnenlicht eine satte Farbe und eine gesunde Optik auszubilden.

Rasenflächen sind nicht nur eine Grundlage für die meisten Gartenkonzepte, sie lassen sich auch individuell an die örtlichen Gegebenheiten und die Vorstellungen der Gartenbesitzer anpassen. Mit der Auswahl der richtigen Rasenart kann die Gestaltung der eigenen grünen Oase beginnen.

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THEMEN:   Pflanzenwissen Rasen Rasensaat


Autor Romina Seilnacht

Über den Autor
Romina Seilnacht

Auf mein-gartenexperte.de kann Romina als gelernte Gärtnerin ihre Vorlieben für Garten, Pflanzen und Fotografie vereinen und unseren Lesern mit hilfreichen und interessanten Ratgebern die Gartenarbeit erleichtern.

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