Pflanzenpflege

Kürbisse vorziehen: Anleitung, Pflege und Tipps

Kürbisse haben eine relativ lange Reifedauer. Ins Gartenbeet werden Sie frühestens im späten Frühjahr ausgesät und sind, je nach Sorte, erst im Herbst erntereif - falls die Keimung gelingt. Deutlich höhere Chancen haben Sie mit der Vorzucht. Wir erklären Ihnen Schritt-für-Schritt, wie Sie beim Vorziehen von Kürbissen vorgehen sollten.

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Kürbis im Gartenbeet
Kürbisse eignen sich hervorragend zur Vorzucht
Inhaltsverzeichnis

Optimaler Zeitpunkt

Die Vorzucht erstreckt über einen Zeitraum von drei und vier Wochen. Danach werden die Jungpflanzen ins Gartenbeet gesetzt. Da dies aufgrund von möglichem Bodenfrost aber frühestens ab Mitte Mai erfolgen sollte, empfiehlt sich die Vorzucht ab Mitte April. Bleiben die jungen Keimlinge zu lange im Warmen, schießen sie in die Höhe und es fehlt ihnen an Energie für die Fruchtbildung.

Standort

Damit der Kürbissamen keimt, benötigt er eine konstante Umgebungstemperatur von circa 20 Grad Celsius und ausreichend Licht. Wählen Sie daher für die Vorzug am besten einen hellen Standort im Haus oder in einem Wärme-Gewächshaus.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Kürbis selbst anpflanzen
Mit der Vorzucht im Frühjahr verkürzen Sie die Reifezeit und können früher ernten

1. Vorkeimung

Bei der Vorkeimung wird dem Samen dazu verholfen, einfacher die Keimung durchzuführen und durch die Samenschale hindurch zu kommen. Halten Sie den Samen zwischen den Fingern und rauen Sie die Samenschale mit einer sauberen Nagelfeile oder etwas Schmirgelpapier ein wenig an. Im Anschluss legen Sie den Samen für 24 Stunden in ein Wasserglas mit Zimmertemperatur. Viele erfahrene Selbstanbauer schwören auf das Einlegen in eine zwei-prozentige Kalium-Nitrat-Lösung anstatt in Wasser.

2. Aussaat

Nehmen Sie einen kleinen Topf oder einen Anzuchtkasten, wenn Sie mehrere Samen vorziehen möchten. Füllen Sie darin nährstoffarme Anzuchterde. Nehmen Sie den Samen aus dem Wasser bzw. der Lösung, drehen die spitze Seite nach unten und drücken ihn so in die Erde. Die Tiefe sollte circa zwei Zentimeter betragen. Pro Anzuchtkästchen ist ein Samen zu verwenden. Bei Töpfen können je nach Größe auch zwei oder drei Samen eingelegt werden. Verdecken Sie den Samen locker mit ein wenig Erde. Kürbissamen sind Dunkelkeimer und benötigen diese Abdeckung. Abschließend besprühen Sie die Erde großzügig mit normal temperierten Wasser und mit weichem Strahl, damit der Samen nicht "wegschwimmt". Dann kann der Samen an einen geeigneten Standort gestellt werden.

3. Feucht halten

Während der Vorzucht ist die Erde gleichmäßig feucht zu halten. Empfehlenswert ist ein Überspannen des Anzuchtbehältnisses mit einer transparenten, lichtdurchlässigen Folie. Wichtig ist, dass diese ausreichend Abstand zur Erdoberfläche hält, damit das neue Pflänzchen ungehindert nach oben wachsen kann. Die Folie ist direkt nach dem Angießen aufzulegen und einmal täglich für mehrere Minuten anzuheben. Das ist für einen Luftaustausch erforderlich. Die Zeiten des Lüftens können gleichzeitig auch zur Kontrolle der Bodenfeuchte und bei Bedarf auch für die Bewässerung genutzt werden.

4. Auswahlverfahren

Im Freiland haben ausschließlich starke, gut entwickelte Jungpflanzen die Chance auf eine optimale Fruchtbildung. Deshalb findet im vierten Schritt das Auswahlverfahren statt. Hat die Keimung geklappt und sind bereits kleine Pflänzchen zu sehen, können auch Unterschiede zwischen den einzelnen Exemplaren erkannt werden. Sind deutlich unterentwickelte Sämlinge dabei, können sie aussortiert werden. Vor allem bei mehreren Pflanzen, die in ein Behältnis gesät wurden, sollte nun die schwächere weichen. Pro Topf ist ab jetzt nur noch ein Kürbis erlaubt, damit sich dieser bestmöglich weiter entwickeln kann und nicht mit anderen konkurrieren muss.

5. Sonnengewöhnung

Ist der Mai angebrochen und die Außentemperaturen sorgen zusammen mit der Sonne für höhere Temperaturen, ist der perfekte Moment gekommen, die Jungpflanzen an das Freiland sowie die Sonne zu gewöhnen. Das ist von Bedeutung, da die jungen Exemplare sonst Verbrennungen davontragen.

Beginnen Sie am ersten Tag mit ein bis zwei Stunden Freiland und vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung. Die Zeiten steigern Sie jetzt jeden Tag und setzen die Kürbisse auch zunehmend mehr der Sonnenstrahlung aus. Lassen Sie die Pflänzchen aber auf keinen Fall in der Nacht draußen. Es kann immer noch zu Frost kommen und Ihre ganzen Mühen und bis dahin erzielten Erfolge zunichtemachen.

6. Kürbisse ins Gartenbeet pflanzen

Sind die Eisheiligen Mitte Mai vorüber und die Pflänzchen haben mindestens drei Blätter gebildet, ist es Zeit für den Umzug in das Gartenbeet. Dafür sind sie vorsichtig aus ihren Töpfen / Anzuchtkästen herauszunehmen. Das geht am besten, wenn Sie drumherum die Erde lösen und mit einem stumpfen Gegenstand langsam unter die feinen Wurzeln gehen und diese dann anheben.

Im Vorfeld sollten Sie das Beet gut vorbereitet haben. Die Erde sollte locker und durchlässig sowie mit reifem Kompost vermengt sein. Kürbisse wachsen in sandhaltigem Boden gleichermaßen gut, wie in lehmhaltiger Erde. Das Pflanzloch sollte doppelt so groß sein, wie die Wurzeln. Feuchten Sie vor dem Pflanzen die Erde an.

Setzen Sie dann die Jungpflanzen in das Pflanzloch. Der Pflanzabstand zu anderen Pflanzen und zu weiteren Kürbissen beträgt etwa 1,5 Meter. Achten Sie darauf, dass die Wurzeln nicht abknicken. Füllen Sie dann das Pflanzloch mit Erde so hoch, dass der Wurzelhals unterhalb der Erdoberfläche liegt und gut abgedeckt ist. Ab jetzt wächst er weiter bis zur Erntereife heran und dafür bedarf es einiger regelmäßiger Pflegemaßnahmen.

Kürbispflege

Reife Kürbisse im Gartenbeet
Es gibt unterschiedliche Kürbissorten, von denen nicht alle essbar sind

Das Wichtigste bei der Pflege ist eine ausreichende Bewässerung. Kürbisse sind extrem wassergierig und die Erde darf nicht austrocknen. Bei Trockenheit stellen sie zügig das Wachstum ein. Achten Sie darauf, dass Sie beim Gießen nicht die Blätter benässen, sondern nur den Bodenbereich gießen. Die Blätter können ansonsten faulen.

Rund vier Wochen nach der Gartenpflanzung profitiert der Kürbis von einer Kompostgabe. Weitere vier Wochen später braucht er vermehrt Kalium. Entweder verabreichen Sie einen kaliumbetonten Dünger oder düngen reifen Kompost aus Grünschnitt oder Bio-Abfällen. Diese sorgen für einen relativ hohen Kaliumgehalt im Kompost. Eine weitere Düngung ist in der Regel nicht erforderlich.

Eine Kürbispflanze muss normalerweise nicht zurückgeschnitten werden. Es gibt allerdings eine Ausnahme: wenn Blätter auf der Erde aufliegen. Das kommt häufig vor. Aufgrund der hohen Fäulnisgefahr durch die Feuchtigkeit beim Gießen, sollten die auf dem Boden aufliegenden Blätter in jedem Fall abgeschnitten werden. Verdecken untere Blätter auch ohne aufzuliegen den Bodenbereich, sollten sie für ein einfacheres Herankommen mit der Gießkanne oder dem Gartenschlauch ebenfalls entfernt werden.

THEMEN:   Beet Gemüse Nutzgarten Aussaat


Autor Frank Gerlach

Über den Autor
Frank Gerlach

Als gelernter Landschaftsgärtner hat Frank ein Faible für nützliche Gartengeräte aller Art. Daher testet und schreibt er für sein Leben gern über Rasenmäher, Heckenscheren und Co. Seine Ideen im Landschaftsbau sind ausgezeichnet.

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