Pflanznachbarn

Mischkultur im Gemüsebeet: Welche Pflanzen sich ergänzen

Durch Mischkultur bringen Sie Abwechslung in Ihr Gemüsebeet, wodurch alle Pflanzen im Idealfall profitieren. Sie fördert das Pflanzenwachstum und sorgt für einen natürlichen Schutz vor Schädlingen. Was es mit Mischkultur genau auf sich hat und welche Pflanzen ideal im Beet zusammenpassen, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

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Mischkulturbeet mit Blumen, Salat und Bohnen
In einem Mischkulturbeet werden Gemüsesorten und Blumen nebeneinander gepflanzt © Burkhard Mücke - Wikimedia | CC BY-SA 4.0
Inhaltsverzeichnis

Welche Vorteile bietet eine Mischkultur?

Bei einer Mischkultur handelt es sich um die Anpflanzung verschiedener Pflanzenarten in einem Gemüsebeet, die sich gegenseitig beeinflussen oder unterstützen. Sie besteht meist aus unterschiedlichen Gemüsearten, Kräutern, Salatsorten sowie Sommerblumen. In der richtigen Kombination oder Reihenfolge gepflanzt, verbessert sich das Wachstum der einzelnen Pflanzen, da die Nährstoffe optimal ausgenutzt werden und kein Konkurrenzkampf zwischen den Mischkulturen entsteht. Auch die Ausbreitung von Krankheiten oder Schädlingen kann dadurch verringert werden.

Unter Berücksichtigung der Wuchsformen lässt sich zudem die vorhandene Beetfläche effektiver ausnutzen, wenn beispielsweise schlanke und breite Sorten nebeneinander oder ausladende Pflanzen mit flachen unterpflanzt werden.

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Wie wird der Nährstoffbedarf von Pflanzen berücksichtigt?

Alle Pflanzen, ganz gleich ob Bäume, Blumen, Gemüse- oder Kräuterpflanzen, haben ihren eigenen Nährstoffbedarf, wozu unter anderem auch Stickstoff, Mineralien und Spurenelemente zählen. Je nach Höhe des Bedarfs werden Pflanzen in Stark-, Mittel- oder Schwachzehrer gegliedert, wobei "stark" für einen hohen und "schwach" für einen niedrigen Nährstoffbedarf stehen.

Nachteile einer Monokultur

Pflanzen Sie ausschließlich Starkzehrer als Monokultur, laugt der Boden sehr schnell aus. Durch regelmäßiges Düngen können Sie zwar für einen Ausgleich sorgen, aber der Boden wird dennoch langfristig stark geschwächt. Irgendwann kommen Sie mit dem Düngen nicht mehr nach. Zudem kann es zu einer Konkurrenz kommen. Das bedeutet, dass ein Starkzehrer dem anderen kaum Nährstoffe übrig lässt. Eine Pflanze geht dann ein und im schlimmsten Fall gedeihen beide schlecht oder sterben ab.

Besteht Ihr Beet ausschließlich aus Schwachzehrern, reichen zwar die Nährstoffe im Boden aus, durch die Monokultur werden die Pflanzen aber anfälliger für Erkrankungen und Schädlingsbefall. Eine gleichmäßige Forderung des Erdbodens sollte deshalb immer gegeben sein, weshalb die Mischkultur die beste Basis für eine gute Bodenqualität, ein gesundes Gedeihen und eine üppige Ernte ist.

Ideale Mischkultur

Optimal ist es, wenn Sie eine Mischkultur so anlegen, dass Pflanzen mit weniger Nährstoffbedarf neben solchen mit höherem Bedarf in ein Beet gesetzt werden. Dabei ist aufgrund des Konkurrenzdrucks darauf zu achten, dass Starkzehrer ausschließlich mit Mittelzehrern kombiniert werden anstatt sie neben Schwachzehrer zu setzen.

Entweder halten Sie einen etwas größeren Pflanzabstand von etwa 50 Zentimetern ein oder Sie wählen unterschiedlich zehrende Pflanzen mit ebenso unterschiedlichen Wurzeltiefen (Flach- und Tiefwurzler). Dadurch erreichen Sie, dass die benachbarten Pflanzen ihre Nährstoffe aus verschiedenen Erdtiefen ziehen und sich auf diese Weise nicht in die Quere kommen. Auch die Stoffwechselprodukte der Pflanzen beeinflussen das Wachstum ihrer Nachbarn, unter anderem durch Wurzelausscheidungen wie Saponine (Seife) und ätherische Öle.

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Warum sollte man die Fruchtfolge beachten?

Gemüsebeet mit Brachland
Nach Stark-, Mittel- und Schwachzehrern sollte das Gemüsebeet alle vier Jahre brach liegen und sich erholen

Die Mischkultur geht weit über das eigentliche Pflanzen passender Pflanznachbarn hinaus. Hier beinhaltet die Mischkultur auch den Fruchtwechsel. Das bedeutet, dass nach der Abernte eines starkzehrenden Gemüses anschließend Mittelzehrer an gleiche Stelle gesetzt werden. Nach Mittelzehrern folgen schwachzehrende Pflanzen. Im vierten Jahr empfiehlt sich eine Gründüngung, um dem Boden neue Nährstoffe zuzuführen. Erst im Folgejahr sollte dann erneut mit Starkzehrern begonnen werden. So stellen Sie sicher, dass der Nährstoffentzug von Jahr zu Jahr langsam zurückgeht und für jede Pflanze ausreichend Nährstoffe im Boden vorhanden sind.

Mehr zum Thema: Gründüngung: Vorteile und Vorgehensweise

Da die Kombination und Fruchfolge der einzelnen Pflanzen schwierig zu überblicken ist, empfiehlt sich die Erstellung einer Anbauskizze. Mit Hilfe des Plans können Sie jederzeit feststellen, welche Kulturen bereits geerntet wurden und welche Pflanzen im nächsten Jahr dort gesetzt werden können. Für den Anbauplan zeichnen Sie einfach eine grobe Skizze Ihres Gemüsegartens und tragen die jeweiligen Pflanzenarten sowie den Zeitraum ein.

Wer es etwas einfacher haben möchte, teilt sein Gemüsebeet in mindestens vier Reihen ein und rückt mit den starkzehrenden Pflanzen wie Kartoffeln oder Tomaten jedes Jahr einfach eine Reihe weiter. So hat der Boden ausreichend Zeit, sich zu erholen und die Erde bleibt lange fruchtbar.

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Was gibt es bei den Pflanzenfamilien zu beachten?

Bei der Pflanzreihenfolge von Multikulturen ist auch die Berücksichtigung der biologischen Verwandtschaft hilfreich. Achten Sie darauf, in einem Jahr keine zwei Gemüsearten aus derselben Pflanzenfamilie nacheinander an dieselbe Stelle zu pflanzen. So sollte unterjährig zwischen den einzelnen Familien gewechselt werden:

  • Doldenblütlern (Dill, Fenchel, Möhren, Pastinaken, Petersilie, Sellerie, Zwiebeln)
  • Gänsefußgewächsen (Mangold, Rote Rüben, Spinat)
  • Kreuzblütlern (alle Kohlarten, Kohlrabi, Kresse, Radieschen, Rettiche)
  • Kürbisgewächsen (Gurken, Kürbis, Melonen)
  • Nachtschattengewächsen (Auberginen, Kartoffeln, Tomaten, Paprika)
  • Schmetterlingsblütlern (Bohnen, Erbsen)
Unser Experten-Tipp:
Unterjährig ist eine Fruchtfolge aus verschiedenen stark-, mittel- und schwachzehrenden Kulturen übrigens eher unproblematisch.

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Wie hilft Mischkultur gegen Schädlinge?

Mischkultur gegen Schädlinge
Blumen wie bspw. Tagetes schützen das Gartenbeet vor Schädlingen

In der Mischkultur können Sie Pflanzen wählen, die gegenseitig voneinander profitieren. Während sich beispielsweise die Eier der Kohlfliege auch nach der Abernte noch im Boden befinden und bei erneutem Setzen einer Kohlsorte an gleicher Stelle die Ernte ruinieren können, sorgen Sie mit der richtigen Mischkultur für eine natürliche Schädlingsvorbeugung. Folgend einige Beispiele:

Schädling / Krankheit Hilfreiche Pflanzen
Schmetterlinge und deren Raupen Beifuß, Eberraute, Salbei, Thymian, Minze, Sellerie
Vielzahl von Schädlingen Lavendel, Basilikum
Pilzinfektionen, Milben und Bakterienbefall Knoblauch
Ameisen Gemeiner Rainfarn
Schnecken Polei-Minze
Blattläuse Kresse, Petersilie
Kohlweißlinge Rosmarin, Thymian
Kartoffelkäfer Meerrettich, Spinat, Erbsen, Kümmel
Nematoden Ölrettich, Senf, Tagetes
Mehltau-Pilze an Tomatenpflanzen Basilikum
Pilzinfektionen bei Erdbeeren und Rosengewächsen Lauch in unmittelbarer Nähe

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Gute und schlechte Pflanznachbarn im Gemüsebeet

Kohlrabi und Borretsch im Mischkulturbeet
Gute Pflanznachbarn fördern sich gegenseitig, wie beispielsweise Kohlrabi und Borretsch

In der Übersicht sehen Sie, welche Pflanzen zusammen sehr gut zusammen ins Beet passen oder sich überhaupt nicht als Pflanznachbarn eignen:

Pflanze Gute Nachbarpflanzen Schlechte Pflanznachbarn
Auberginen Bohnen, Radieschen, Rettiche, Salate Kartoffeln, Paprika, Tomaten
Blaukraut Borretsch, Buschbohnen, Erbsen, Möhren, Phacelia, Salat, Sellerie, Spinat Knoblauch, Kohlarten, Tomaten, Zwiebeln
Blumenkohl Buschbohnen, Erbsen, Phacelia, Sellerie Knoblauch, Zwiebeln
Borretsch Blaukraut, Bohnen, Erdbeeren, Erbsen, Kohlrabi, Kohlarten  
Brokkoli Bohnen, Endivien, Erbsen, Gurken, Kopfsalat, Mangold, Paprika, Porree, Radieschen, Rettich, Sellerie, Spinat Knoblauch, Zwiebeln
Bohnen Bohnenkraut, Borretsch, Chinakohl, Dill, Erdbeeren, Gurken, Kartoffeln, Kohlarten, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, RhabarberRote Bete, Salat, Salbei, Sellerie, Spinat, Tomaten Erbsen, Fenchel, Knoblauch, Paprika, Porree, Schnittlauch, Stangenbohnen, Zwiebeln
Chinakohl Bohnen, Erbsen, Spinat, Salat Radieschen, Rettich
Dill Erbsen, Möhren, Gurken, Kohlarten, Rote Bete, Salat, Zwiebeln  
Endivien Fenchel, Kohlarten, Porree, Stangenbohnen  
Erbsen Borretsch, Dill, Fenchel, Gurken, Kohlarten, Kohlrabi, Kopfsalat, Mais, Möhren, Radieschen, Rettich, Sellerie, Spinat, Zucchini Bohnen, Kartoffeln, Knoblauch, Porree, Tomaten, Zwiebeln
Erdbeeren Borretsch, Buschbohnen, Knoblauch, Kopfsalat, Porree, Radieschen, Ringelblumen, Spinat Kohlarten
Feldsalat Erdbeeren, Radieschen  
Fenchel Endivien, Erbsen, Feldsalat, Gurken, Salat, Sellerie Bohnen, Tomaten, Kohlrabi
Gurken Basilikum, Bohnen, Borretsch, Dill, Erbsen, Fenchel, Kohlarten, Kopfsalat, Mais, Porree, Rote Bete, Sellerie, Zwiebeln Kartoffeln, Radieschen, Rettich, Tomaten
Kartoffeln Buschbohnen, dicke Bohnen, Kohlrabi, Mais, Meerrettich, Pfefferminze, Spinat, Tagetes Erbsen, Gurken, Kürbis, Rote Bete, Sellerie, Sonnenblumen, Tomaten, Zwiebeln
Knoblauch Erdbeeren, Gurken, Himbeeren, Lilien, Möhren, Rosen, Rote Bete, Tomaten Erbsen, Buschbohnen, Kohlarten, Stangenbohnen
Kohlarten Bohnen, Borretsch, Dill, Eberraute, Endivien, Erbsen, Gurken, Rote Bete, Salat, Sellerie, Spinat, Tagetes, Tomaten andere Kohlarten, Kartoffeln, Knoblauch, Kohlrabi, Rhabarber, Schnittlauch, Zwiebeln
Kohlrabi Bohnen, Borretsch, Dill, Erbsen, Erdbeeren, Gurken, Kartoffeln, Porree, Radieschen, Rote Bete, Salat, Sellerie, Spargel, Spinat Kohlarten
Kürbis Bohnen, Mais  
Mais Bohnen, Gurken, Kartoffeln, Kopfsalat, Kürbis, Tomaten, Zucchini Rote Bete, Sellerie
Mangold Buschbohnen, Kohlarten, Möhren, Radieschen, Rettich, Salat Rote Bete
Meerrettich Kartoffeln  
Möhren Chicorée, Dill, Erbsen, Knoblauch, Mangold, Porree, Radieschen, Rettich, Salat, Spinat, Tomaten, Zwiebeln Rote Bete, Pfefferminze
Paprika Kohlarten, Möhren, Tomaten Erbsen, Fenchel, Rote Bete
Petersilie Gurken, Radieschen, Tomaten, Zwiebeln Salate
Porree / Lauch Endivien, Erdbeeren, Kohlarten, Knoblauch, Möhren, Petersilie, Rettich, Salat, Sellerie, Spinat, Tomaten, Wermut, Zwiebeln Bohnen, Erbsen, Rote Bete, Stangenbohnen
Radieschen Bohnen, Erbsen, Kapuzinnerkresse, Kohl, Mangold, Möhren, Petersilie, Salat, Spinat, Tomaten Gurken, Chinakohl
Rhabarber Buschbohnen, Kohlarten, Salat, Spinat  
Rosenkohl Porree, Sellerie Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Grünkohl, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Rucola, Wirsing
Rote Bete Bohnen, Dill, Gurken, Kohl, Kohlrabi, Salat, Zucchini, Zwiebeln Kartoffeln, Mangold, Porree, Spinat
Salat Bohnen, Chicorée, Erbsen, Fenchel, Gurken, Kohlarten, Kohlrabi, Möhren, Porree, Radieschen, Rettich, Schwarzwurzel, Tomaten, Zwiebeln Kresse, Petersilie, Sellerie
Schnittlauch Dill, Erdbeeren, Kapuzinerkresse, Kohlrabi, Möhren, Petersilie, Sellerie, Spinat, Tomaten Bohnen, Erbsen, Kohl, Koriander, Rote Bete
Sellerie Buschbohnen, Chinakohl, Fenchel, Gurken, Kamille, Kohl, Kohlrabi, Pastinake, Porree, Salat, Spinat, Tomaten Erbsen, Kartoffeln
Spargel Dill, Gurken, Petersilie, Kohlrabi, Salat, Tomaten  
Spinat Erdbeeren, Kartoffeln, Kohlarten, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Rhabarber, Stangenbohnen, Tomaten Mangold, Rote Bete
Tomaten Buschbohnen, Chicorée, Knoblauch, Kohlrabi, Möhren, Pastinake, Petersilie, Porree, Radieschen, Ringelblumen, Salat, Sellerie, Spinat, Zwiebeln Erbsen, Fenchel, Gurken, Kartoffeln, Rote Bete
Zucchini Basilikum, Kapuzinerkresse, Stangenbohnen, Zwiebeln Gurken
Zwiebeln Dill, Bohnenkraut, Gurken, Kamille, Knoblauch, Möhren, Pastinake, Rote Bete, Salat, Tomaten, Zucchini Bohnen, Erbsen, Kartoffeln, Kohlarten, Porree

THEMEN:   Beet Gartenjahr Pflanzenwissen Hochbeet


Autor Frank Gerlach

Über den Autor
Frank Gerlach

Als gelernter Landschaftsgärtner hat Frank ein Faible für nützliche Gartengeräte aller Art. Daher testet und schreibt er für sein Leben gern über Rasenmäher, Heckenscheren und Co. Seine Ideen im Landschaftsbau wurden bereits mehrfach ausgezeichnet.

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