Produktvorstellung

Navimow: Segway stellt kabellosen Mähroboter vor

Segway ist vor allem durch seine Einachs-Scooter bekannt geworden. Mittlerweile umfasst das Produktportfolio unter anderem elektrische Kickroller, Gokarts und verschiedenste Roboter. Mit dem Segway Navimow wurde nun der erste Mähroboter der Firma vorgestellt, der satellitengestützt navigiert und daher keinen Begrenzungsdraht benötigt. Wir haben alle Infos über den Roboter, zu den Preisen und zur Veröffentlichung.

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Aktualisiert: 15. September 2021
Lesedauer: 5 Minuten · 4 Kommentare

Segway Navimow kabelloser Rasenmähroboter
Der kabellose Segway Navimow kommt Frühjahr 2022 auf den deutschen Markt © Segway
Inhaltsverzeichnis

UPDATE vom 14.09.2021: In der nun veröffentlichten Navimow Bedienungsanleitung wird die Installation und Verwendung der GNSS-Antenne erklärt.

UPDATE vom 15.09.2021: Bei der offiziellen Pressekonferenz wurden einige offenen Fragen geklärt, die vor allem die Genauigkeit von EFLS und das Mähen mehrerer, einzelner Flächen betrifft. Wir haben den Artikel entsprechend überarbeitet.

Mit Segway tritt der nächste große Robotikhersteller in den Markt der autonomen Rasenmäher ein. Während iRobot seinen Terra t7 wiederholt verschoben hat und es um den Mähroboter mittlerweile ruhig geworden ist, präsentierte Segway am 1. September 2021 per Livestreaming seine Vision vom Robotermäher, der im März 2022 auf den Markt kommen soll.

Satellitengestützte Navigation

Segway kombiniert beim Navimow die GPS-gestützte Navigation, die Husqvarna beim CEORA verwendet, mit einer Art Beacon-Technologie, die beim Terra t7 zum Einsatz kommen soll. Das EFLS (Exact Fusion Locating System), wie Segway es nennt, kommuniziert dabei aus einer Kombination von Satelliten (GPS, BeiDou, GLONASS, Galileo) und einer GNSS-Antenne, die sich an der Ladestation des Mähroboters befindet. So entsteht ein stabiles dreieckiges Ortungssystem, das eine Genauigkeit von bis zu zwei Zentimeter bieten soll. Laut Segway ist dies unabhängig von der Größe der Rasenfläche bzw. der Entfernung des Mähroboters zur Ladestation. Durch eingebaute Sensoren und gesammelte Informationen kann der Navimow auch dann noch weiterarbeiten, wenn das GPS-Signal vorübergehend schwach ausfällt, verspricht Segway.

Segway Mähroboter mit GPS-Navigation
Die Kombination aus Satellitenortung und GNSS-Antenne im Garten sorgen für eine Navigation ohne Begrenzungskabel © Segway

Virtuelle Zonen ohne Begrenzungsdraht

Segway möchte mit dem Navimow erreichen, dass der Mähroboter ohne große Eingriffe autonom arbeitet und möglichst einfach zu bedienen ist. Daher besitzt er lediglich drei Tasten, mit denen die wichtigsten Operationen direkt am Gerät gesteuert werden können. Auf dem das Display sind zudem der Mähprozess und der aktuelle Gerätestatus einsehbar.

Die Mähzonen selbst werden direkt per App festgelegt und eingerichtet. Dort lassen sie sich auch jederzeit unkompliziert bearbeiten und bei Bedarf erweitern. Das Verlegen eines Begrenzungskabels ist beim Navimow nicht notwendig. Im ersten Schritt wird der Roboter per Joystick in der App um die gewünschten Mähbereiche geführt. Anschließend lassen sich Bereiche festlegen, die der Rasenroboter nicht befahren darf. Im letzten Schritt werden die Passagen festgelegt, die der Navimow überfahren darf, um die einzelnen Mähzonen zu erreichen. Anschließend kann der Mähroboter seine Arbeit aufnehmen.

Wie Segway bekannt gegeben hat, lassen sich nur verbundene Flächen mähen, die der Roboter selbst erreichen kann. Sind mehrere, separate Bereiche vorhanden, ist wahrscheinlich ein zweiter Navimow notwendig. Die Verwendung einer zweiten Ladestation ist derzeit nicht in Planung.

Bei kleinsten Modell, dem Navimow H500E, wird eine Verbindung per WLAN hergestellt. Die anderen Modelle besitzen hingegen ein 4G-Modul, dass eine zusätzliche Diebstahlsicherung darstellt. Wird der Mähroboter aus der Mähzone entfernt, wird der Besitzer automatisch per App darüber informiert, wo sich das Gerät gerade aufhält.

Effiziente Mähstrategie

Bei der Mähstrategie setzt Segway auf parallele Bahnen, die der Mähroboter selbständig errechnet, um eine möglichst effiziente Arbeitsweise zu erreichen. Gemäht wird dabei randnah, was dem Besitzer das Nachbearbeiten der Ränder weitestgehend erspart.

Auch Steigungen sind für den Navimow laut Segway kein Problem. Mit den gummierten Reifen sollen Hänge bis zu 45 % befahrbar sein. Mit lediglich 54 dB(A) würde der Mähroboter außerdem zu den leisesten Robotern auf dem Markt zählen.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Sicherheitsfunktionen. Neben den üblichen Kollisions-, Hebe- und Neigesensoren, verfügt das größte Navimow-Modell H3000E standardmäßig zudem über einen Ultraschallsensor, der zusätzlich Hindernisse erkennt und so Zusammenstöße mit Gegenständen, Menschen oder Tieren verhindert. Laut Segway soll dies auch bei Igeln funktionieren. Zu allen anderen Navimow-Modellen kann der Sensor separat erworben werden.

Aktuelle Mähroboter im Vergleich »

Wasserdicht dank IPX6

Der Navimow besitzt die IPX6 Schutzklasse und ist daher wasserbeständig. Selbst starke Regenfälle und Wasserstrahlen machen dem Mähroboter nichts aus, sodass er sich problemlos per Gartenschlauch abspritzen lässt. Dennoch besitzt er einen Regensensor, so dass er auf Wunsch die Arbeit bei einsetzendem Regen einstellt.

Auch die Schnitthöhe lässt sich bei Navimow individuell festlegen. Das Frequent Soft Cut System (FSCS) sorgt dafür, dass der Rasen stufenweise von oben abgeschnitten wird, bis die gewünschte Graslänge erreicht ist. Das sorgt für eine schonende Behandlung der Rasenfläche und eine optimale Rasenpflege.

Präsentation vom Segway Navimow (englisch)

Modelle, Preise und Verfügbarkeit

Zum Verkaufsstart im März 2022 wird es den Segway Navimow in vier verschiedenen Ausführungen geben - von 500 bis 3.000 Quadratmeter. Die Unterschiede liegen dabei allein in der Ausstattung und der Akku-Kapazität, die Größe der Mähroboter ist ansonsten identisch.

Das "kleinste" Modell verfügt als einziges über WiFi, während die anderen per 4G angebunden sind. Um bei größeren Flächen eine längere Laufzeit zu ermöglichen, besitzen die beiden größten Modelle einen stärkeren Akku. Der für eine höhere Sicherheit sorgende Ultraschallsensor ist zudem nur im größten Navimow-Modell, dem H3000E, standardmäßig enthalten. Bei allen anderen Robotern kann er aber optional erworben werden. Neben dem Verkauf über die eigene Webseite, soll der Navimow auch im Fachhandel sowie in Baumärkten erhältlich sein.

  Navimow H500E Navimow H800E Navimow H1500E Navimow H3000E
Rasenfläche 500 m² 800 m² 1.500 m² 3.000 m²
Schnitthöhe 30 - 60 mm 30 - 60 mm 30 - 60 mm 30 - 60 mm
Schnittbreite 210 mm 210 mm 210 mm 210 mm
Max. Steigung 45 % 45 % 45 % 45 %
Akku-Kapazität 5,2 Ah 5,2 Ah 7,8 Ah 10,4 Ah
Laufzeit 120 Min. 120 Min. 180 Min. 240 Min.
Ultraschallsensor - - - ja
Verbindung WiFi 4G 4G 4G
Anti-Diebstahl - ja ja ja
Lautstärke 54 dB 54 dB 54 dB 54 dB
Schutz IPX6 IPX6 IPX6 IPX6
Preis 1.199 € 1.499 € 1.999 € 2.499 €

Zubehör und Garantie

Auch zum optionalen Zubehör gibt es Informationen. So bietet Segway, wie viele andere Markenhersteller auch, eine Mähroboter-Garage für Ladestation und Rasenmäher an, die für zusätzlichen Schutz sorgt. Außerdem gibt es einen temporären Zaun, um den Roboter kurzfristig aus bestimmten Bereichen im Garten auszuschließen, ohne hierfür extra Änderungen an der Mähkarte vornehmen zu müssen. Für ein besseres Satelliten-Signal der GNSS-Antenne ist zudem ein Antennen-Erweiterungsset erhältlich.

Auf den Akku gibt Segway 2 Jahre Garantie, auf das Robotergehäuse 3 Jahre. Wer sich für den H3000E entscheidet, erhält außerdem 3 Jahre kostenloses 4G, welches ansonsten jährlich gebucht werden muss. Preise dazu hat Segway allerdings noch nicht veröffentlicht.

Segway hat sich in der Pressekonferenz bereits über die Zukunft des Navimow geäußert. Aktuell arbeiten die Entwickler an einer automatischen Rasenerkennung, die per Video vorgestellt wurde. Diese wird voraussichtlich im Navimow 2 Verwendung finden, der in rund zwei Jahren auf den Markt kommen soll.

Mehr Informationen erhalten Sie auf der offiziellen Webseite zum Segway Navimow.

Navimow Werbevideo (englisch)

THEMEN:   Mähroboter Rasenmäher Roboter Technik


Autor Tim Sydekum

Über den Autor
Tim Sydekum

Als Gartenliebhaber und Gründer von mein-gartenexperte.de ist Tim zuständig für spannende Produkttests, interessante Berichte und informative Beiträge aller Art. Er hat eine technische Ausbildung und jahrelange Erfahrung im Gartenbereich.

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Kommentare (4)

Wolfgang

Hallo Tim, das Gerät könnte was für einen Rasen sein. Hus und Stihl sind beide an ihren Grenzen.Wie viele Startpunkte kann der Mäher? Meine Fläche hat nur ca 350qm, aber ist mehrfach unterteilt und am Hang. Es sind 5 Flächen. Kann der Sagway sowas? VG Wolfgang

Antwort von

Hallo Wolfgang, da es bislang nur eine Präsentation gab, können wir noch keine genaue Einschätzung zu den tatsächlichen Fähigkeiten des Navimow geben. Laut Segway können mehrere Bereiche und Verbindungswege angelegt werden. Solange der Mähroboter diese selbständig erreichen kann, sollte das möglich sein. Sind die Bereiche strikt voneinander getrennt, also beispielsweise mit einem separaten Vorgarten, ist eventuell eine zweite Ladestation nötig. Sobald uns ein Roboter zur Verfügung steht, werden wir einen umfassenden Testbericht dazu veröffentlichen und solche Fragen klären.

Ralf P.

Wird es, im Gegensatz zu Husquarna, mehr als eine Positionierungsantenne geben? Unser Gelände ist sehr groß und unübersichtlich, da wäre das ein Muss...

Antwort von

Was die Antennen angeht, hat sich Segway noch nicht weiter zu geäußert. Wir gehen aktuell von mehreren Antennen aus, die im Garten platziert werden können. Sobald wir mehr Infos dazu haben, werden wir den Artikel entsprechend erweitern.

UPDATE: Wie aus der Bedienungsanleitung nun zu entnehmen ist, wird es anscheinend nur eine GNSS-Antenne an der Ladestation geben, die bei Bedarf mit einem Erweiterungsset höher positioniert werden kann. Wie gut die Navigation damit auf sehr großem Gelände funktioniert, wird erst ein Test zeigen müssen.

Steffen K.

Ein wirklich interessanter Mähroboter. Ich hoffe nur, dass Segway mit dem Navimow halten kann, was sie vollmundig versprechen. Nicht, dass es so ein Debakel wird wie bei iRobot oder dem Toadi. Ansonsten steht der Navimow ganz oben auf meiner "Haben wollen"-Liste!

Frank

Hi, schöner Bericht! Bei der Datentabelle meintest du bei der Schnitthöhe aber wahrscheinlich 30-60 mm und nicht cm …da müsste dann denke ich anderes Gerät zum Einsatz kommen ;) VG Frank

Antwort von

Hallo Frank, da hast du recht. ;-) Vielen Dank für den Hinweis, habe ich korrigiert.