Gartengestaltung

Obstgarten anlegen: Tipps zu Planung und Pflege

Üppige Blüte im Frühjahr und reiche Ernte im Herbst: Viele Hobbygärtner träumen von einem eigenen Obstgarten. Die Früchte schmecken direkt vom Strauch oder Baum besonders aromatisch, sind garantiert Bio und gesund. Wir geben Tipps, wie Sie einen Obstgarten planen, anlegen und pflegen.

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Frau pflückt Äpfel im Obstgarten
Ein richtig angelegter Obstgarten liefert den ganzen Sommer über frisches Obst
Inhaltsverzeichnis

Vor der Gestaltung kommt die Planung

In den meisten Gärten findet sich genügend Platz, um einen Obstbaum oder einige Beerensträucher zu pflanzen. Wer allerdings einen richtigen Obstgarten anlegen möchte, beschäftigt sich mit einem umfangreichen Projekt. Bevor Sie Ihren Garten neu anlegen oder umgestalten, sollten Sie vorab auf eine genaue Planung setzen. Diese betrachtet den Platzbedarf der einzelnen Obstgehölze, die Platzierung im Garten und die Auswahl der einzelnen Obstbäume und Beerensträucher.

Tipp 1: Planskizze anfertigen

Zu Beginn der Planung empfiehlt sich eine maßstabsgetreue Planskizze, die einen Überblick über die tatsächlichen Platzverhältnisse erlaubt. Sowohl der Abstand zwischen den einzelnen Obstgehölzen als auch der Abstand zum Haus, dem Nachbarsgrundstück und vorhandenen Gartenhäusern sollte hier Beachtung finden. Um ein harmonisches Gartenbild zu erreichen, empfiehlt es sich zudem, neue Gartenwege und dekorative Elemente wie einen Pavillon in die Planskizze einzuzeichnen.

Für die Planskizze spielt natürlich die Größe, in der Sie Ihren Obstgarten anlegen möchten, eine wesentliche Rolle. Im Verhältnis zu Zier- und Gemüsegarten empfehlen Gartenplaner in der Regel rund ein Drittel. Möchten Sie kein Gemüse anbauen oder keinen Ziergarten anlegen, kann Ihr Obstgarten natürlich auch deutlich größer ausfallen.

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Neben der Größe bildet die Lage einen weiteren Faktor, der unbedingt in die Planskizze einfließen sollte. Während Obstbäume einen sonnigen Standort zu schätzen wissen, fühlen sich Beerensträucher eher an einem halbschattigen Gartenplatz wohl. Zwischen hochstämmigen Obstbäumen empfiehlt sich ein Pflanzabstand von 10 bis 12 Metern. Halbstämmen genügt ein Abstand von 4 bis 5 Metern und Buschbäume können Sie in einem Abstand von 2 bis 3 Metern pflanzen.

Bedenken Sie außerdem die Größe, die ein ausgewachsener Obstbaum erreichen kann. Möchten Sie neben einem Obstgarten auch einen Gemüsegarten anlegen, so sollte dieser nicht durch Ihre Obstbäume beschattet werden. Einige Beerenstauden wie Erdbeeren und Waldbeeren lassen sich außerdem im Gemüsebeet unterbringen. Die Sorten zählen zwar zum Obst, fühlen sich im Gemüsegarten aufgrund ihrer Größe und Pflegebedürfnisse jedoch deutlich wohler.

Tipp 2: Den richtigen Zeitpunkt abwarten

Einen Obstgarten können Sie jeder Zeit planen. Bevor Sie zur Tat schreiten und Ihren Garten gestalten, sollten Sie jedoch den optimalen Zeitpunkt abwarten. In der Regel empfiehlt sich der Herbst oder Spätwinter. Sogenannte wurzelnackte Bäume und Sträucher sollten Sie in jedem Fall vor Frühlingsbeginn pflanzen. Aber auch Obstgehölze, die Sie als Containerware erworben haben, danken eine frühzeitige Pflanzung.

Der Grund findet sich im Wasserbedarf der Pflanzen, der ab dem Austrieb stark zunimmt. Die Gehölze können sich nämlich nur dann ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen, wenn Sie genügend Zeit hatten, um ihre Wurzeln ausreichend auszubilden. Fehlt ein ausgedehntes Wurzelsystem, verkümmern die Jungpflanzen auch trotz einer großzügigen Wässerung.

Tipp 3: Die richtigen Obstgehölze auswählen

Die meisten Hobbygärtner wünschen sich für Ihren Obstgarten eine abwechslungsreiche Bepflanzung, die natürlich die Lieblingsfrüchte bereithält. Zwar können Sie Ihren Obstgarten frei nach Ihren Vorlieben und Vorstellungen gestalten. Doch sollten Sie hierbei vor allem auf die Wachstumsbedingungen der einzelnen Pflanzen achten, um eine reiche Ernte zu erhalten.

Bei der Auswahl von Obstbäumen und Beerensträuchern sollten Sie daher einige Faktoren berücksichtigen. Zu diesen zählen unter anderem der Geschmack und die Qualität der Früchte, der Zeitpunkt der Fruchtbildung und die Reifezeit. Darüber hinaus sollten Sie einen Blick auf das örtliche Kleinklima haben und sich für Pflanzen entscheiden, die gegenüber Schädlingen und niedrigen Temperaturen resistent sind. Der Pflegeaufwand, der unter anderem eine regelmäßige Wässerung, Düngung und Pflegeschnitte umfasst, spielt ebenfalls eine tragende Rolle.

Tipp 4: Bodenpflege im Obstgarten

Junge Beerensträucher und Obstbäume einpflanzen
Nach der Planung können die jungen Beerensträucher und Obstbäume eingepflanzt werden © Freepik

Die Pflege eines Obstgartens umfasst unterschiedliche Arbeiten, die zur Erhaltung gesunder Pflanzen und zu einer reichen Ernte beitragen. Im Frühjahr beginnt die Bodenpflege mit einer Düngung, die aus reifem Kompost bestehen kann. Der Boden unter den Obststräuchern und die Baumscheiben der Obstbäume sollten stets frei von Unkraut sein und offen ausfallen. Die Arbeit lässt sich durch regelmäßiges Mulchen erleichtern, das Sie zum Beispiel mit Rasen- und Pflanzenschnitt vornehmen können. Einen weiteren Punkt der Bodenpflege bildet die Wässerung der Obstgehölze, die je nach Bodenfeuchte einer Anpassung bedarf.

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Tipp 5: Obstgehölze regelmäßig schneiden

Neben der Bodenpflege bedarf der Obstgarten einem regelmäßigen Rückschnitt. Kranke Zweige und erfrorene Pflanzenteile können Sie das gesamte Jahr über entfernen. Nach der Ernte lassen sich die abgetragenen Zweige zudem zurückschneiden. Auch Auslichtungsschnitte und stärkere Rückschnitte lassen sich nun umsetzen. Da die einzelnen Obstgehölze unterschiedliche Ansprüche an ihren Rückschnitt stellen, sollten Sie Schnittarbeiten stets an die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanze anpassen.

Ebenfalls interessant: Rückschnitt: Bäume und Sträucher richtig schneiden

Tipp 6: Nützlinge im Obstgarten ansiedeln

Um Schädlinge aus Ihrem Obstgarten fernzuhalten, müssen Sie keine Chemie verwenden. Bevor ein Schädlingsbefall überhaupt aufkommt, empfiehlt es sich, Nützlingen gezielt einen optimalen Lebensraum zu bieten. Nutzinsekten wie Marienkäfer und Tausendfüßler bewahren Ihre Obstgehölze beispielsweise vor einem Blattlausbefall und lassen sich mit geeigneten Unterschlüpfen und einer naturnahen Gartengestaltung anlocken. Insektenfressende Vögel helfen ebenfalls dabei, einen Schädlingsbefall zu reduzieren. Die gefiederten Gartenbesucher lassen sich zum Beispiel mithilfe von Nistkästen, Vogeltränken und einer Winterfütterung in den heimischen Garten locken.

Tipp 7: Schädlingsbefällen und Krankheiten vorbeugen

Von Krankheiten oder Schädlingen befallenen Obstbaum besprühen
Bei einem Befall durch Krankheiten oder Schädlinge kann das Besprühen mit Brennnesseljauche helfen

Neben der gezielten Ansiedlung von Nützlingen, indem Sie einen insekten- und vogelfreundlichen Garten gestalten, können Sie natürlich weiter Maßnahmen gegen einen Schädlingsbefall Ihrer Obstpflanzen ergreifen. Bevor Apfel-, Kirsch- und Pflaumenbäume zu blühen beginnen, sollten Sie beispielsweise Obstmadenfallen anbringen. Im Herbst steht zudem das Anbringen sogenannter Leimringe auf dem Plan, um die Eiablage des Kleinen Frostspanners an den Blattknospen zu verhindern. Ein regelmäßiges Besprühen Ihrer Obstgehölze mit verschiedenen Pflanzenjauchen, kann diese ebenfalls vor Krankheiten und einem Schädlingsbefall bewahren.

THEMEN:   Gartengestaltung Obst Bäume


Autor Jennifer Nagel

Über den Autor
Jennifer Nagel

Nach einem redaktionellen Praktikum entdeckte Jennifer ihre Liebe zur Sprache und begann ein Studium zum Werbetexter und Konzeptioner. Seit 2019 arbeitet sie als freie Texterin und Lektorin und verfasst unter anderem interessante Artikel für unser Gartenmagazin.

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