Heimische Pflanzenarten

Pflanzen des Jahres 2021: Schafgarbe, Wiesenknopf und Co.

Jährlich küren verschiedenen Institutionen ihre "Pflanze des Jahres" - weil sie gefährdet sind, besondere oder heilende Eigenschaften besitzen. Damit soll vor allem auf den Naturschutz und die Notwendigkeit der Erhaltung bedrohter und wertvoller Arten hingewiesen werden. Wir stellen Ihnen eine Auswahl der im Jahr 2021 ausgezeichneten Pflanzen vor.

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Blüten der Gewöhnlichen Wiesen-Schafgarbe
Die Gewöhnliche Wiesen-Schafgarbe ist eine weit verbreitete Art der Gattung Achillea
Inhaltsverzeichnis

Staude des Jahres 2021

Der Bund deutscher Staudengärtner hat die Heilpflanze des Jahres 2004, die gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium), zur Staude des Jahres gewählt. Sie ist bereits seit dem Altertum auch als besonderes Frauenheilkraut bekannt. Die Schafgarbe soll bei Nasenbluten, Menstruationsschmerzen oder auch bei Kopfschmerzen helfen. Besonders charakteristisch ist ihre Robustheit. Auch eine länger anhaltende Trockenheit macht der Pflanze nichts aus.

Blume des Jahres 2021

Die Loki Schmidt Stiftung hat den Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) zur Blume des Jahres 2021 gekürt. Dieser gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und ist nicht nur in Europa heimisch, sondern auch in Asien. Die Blüten dienen als Nahrungsquelle für viele Insekten oder gefährdete Schmetterlingsarten, sodass der Wiesenknopf damit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt leistet.

Baum des Jahres 2021

Eine weitere Institution, die eine Pflanze des Jahres ernennt, ist die Dr. Silvius Wodarz Stiftung. Sie hat in diesem Jahr die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium) zum Baum des Jahres 2021 gewählt. Früher massenhaft abgeholzt und als Feiertagsdekoration zu Weihnachten verwendet, ist das Abschneiden von wildwachsendem Ilex mittlerweile verboten. Als immergrüne Laubbaumart ist sie ein wichtiger Bestandteil unserer Natur und soll dem Aufbau von Mischwäldern dienen.

Gemüse des Jahres 2021

Der Mais (Zea mays) wurde vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V. zum Gemüse der Jahre 2021 und 2022 ernannt. Das zur Familie der Süßgräser gehörende Getreide stammt ursprünglich aus Mexiko und ist die am häufigsten angebaute Getreideart vor Weizen und Reis (Stand 2017). Es wird unter anderem an Nutztiere verfüttert und kommt als nachwachsender Rohstoff für die Erzeugung von Bioethanol und Biogas zum Einsatz.

In Afrika und Lateinamerika gehört der Körnermais zu den Grundnahrungsmitteln. Und auch in Mitteleuropa nehmen wir täglich Mais zu uns - wenn auch oft unwissentlich. Der aus dem Mai gewonnene Glukosesirup wird nämlich in hoher Menge als Süßungsmittel in Fertigprodukten verwendet. Mit der Ernennung zum Gemüse der Jahres möchte der Verein die traditionellen samenfesten Maissorten bekannter machen und zu ihrer Erhaltung beitragen.

Heilpflanze des Jahres 2021

Die Heilpflanze des Jahres ist in diesem Jahr der Meerrettich (Armoracia rusticana), auch unter dem Namen Kren bekannt. Der Meerrettich gehört zu den ältesten Kulturpflanzen und gilt als Zeigerpflanze für brachliegende Gemüsegärten, auch dann, wenn die Beete schon lange Zeit vergrast sind.

Der Kren lässt sich ganz einfach im eigenen Garten anbauen und schmeckt nach der Ernte wesentlich aromatischer als kommerzieller Meerrettich aus dem Glas. Bemerkenswert sind außerdem seine antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Mit seiner Hilfe lässt sich beispielsweise eine Blasenentzündung schnell auskurieren. Aufgrund dieser Eigenschaften hat die Jury vom Verein NHV Theophrastus den Meerrettich zurecht zur Heilpflanze des Jahres 2021 ernannt.

Giftpflanze des Jahres 2021

Der Schlafmohn (Papaver somniferum), insbesondere die opiumhaltige Fruchtkapsel, ist sehr giftig. Im Altertum haben sich daher viele Menschen mit einer Überdosis vergiftet, wenn sie die Früchte konsumierten. Denn der Schlafmohn besitzt auch heilende Eigenschaften. Aufgrund seiner Gefährlichkeit wurde die Pflanze in diesem Jahr im botanischen Sondergarten in Wandsbek bei Hamburg als Giftpflanze des Jahres 2021 gewählt.

Der Anbau des Schlafmohns ist im heimischen Garten aufgrund seiner Toxizität streng verboten. Früher wurde er unter anderem zur Narkotisierung bei Operationen eingesetzt. Bis heute ist der Schlafmohn aus der Pharmazie vor allem als Schmerzmittel in Form von Morphin und Opioide nicht mehr wegzudenken. Somit gehört der Schlafmohn zu den gefährlichsten, aber auch den wichtigsten Nutzpflanzen in der Medizin.

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THEMEN:   Auszeichnung Baum des Jahres Blumen


Autor Romina Seilnacht

Über den Autor
Romina Seilnacht

Auf mein-gartenexperte.de kann Romina als gelernte Gärtnerin ihre Vorlieben für Garten, Pflanzen und Fotografie vereinen und unseren Lesern mit hilfreichen und interessanten Ratgebern die Gartenarbeit erleichtern.

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