Pflanzenwissen

Pflanzen für trockene Böden und Standorte

Langanhaltende Trockenperioden machen empfindlichen Pflanzen im Sommer zu schaffen. Daher ist es ratsam, speziell an trockenen Standorten robuste Pflanzen zu wählen. Wir geben Ihnen einen umfassenden Überblick darüber, welche Exemplare sich für solche Böden eignen.

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Allium, Fackellilien und Raketenblumen
Zierlauch, Fackellilien und Raketenblumen kommen besonders gut mit trockenen Standorten zurecht
Inhaltsverzeichnis

Eine Frage des Gartenstils

Ein Garten mit trockenem Boden bietet sich für verschiedene Gartenstile an. Je nachdem, für welche Pflanzenarten Sie sich entscheiden, lassen sich damit hervorragend mediterrane und Prärie bzw. Steppengärten gestalten und verwirklichen.

In einem mediterranen Garten verleihen Pflanzen wie Lavendel, Rosmarin, Thymian, Fackellilien und Glyzinie ein Gefühl von Wärme und intensivem Duft. Bei Prärie- oder Steppengärten erweist sich vor allem die Kombination aus Gräsern und Stauden als eine gute Wahl, welche an weite Landschaften mittelamerikanischer Prärien erinnern. Diese Stilrichtung eignet sich durchaus auch für größere Gärten.

Stauden für sonnige Standorte

Stauden für trockene Böden
Die Alpen-Aster ist eine trockenheitsresistente Staude, die für Akzente im Blumenbeet sorgt

Stauden kommen sehr gut mit Trockenphasen zurecht, benötigen allerdings reichlich Licht. Als optimal gelten sechs bis sieben Sonnenstunden täglich. Nach Möglichkeit sollten sich keine Bäume in der Nähe befinden, welche zur Mittagszeit großzügig Schatten spenden, denn diese würden zu einer unerwünschten Abkühlung beitragen.

Da die meisten Stauden empfindlich auf Staunässe reagieren, empfiehlt es sich, den Boden mit Kies oder Sand entsprechend aufzulockern. Alternativ ist auch die Ausbringung von Splitt rund um die Stauden möglich, um Ihren Garten wasserdurchlässig zu halten. Dies ist vor allem im Winter von hoher Bedeutung, da die Wurzeln andernfalls zu faulen beginnen.

Frühblühende Stauden

Hierbei handelt es sich um Pflanzen, deren Blüte zwar nicht allzu lange währt, dafür aber Ihrem Garten im Frühling farbenfrohe Akzente verleiht. Die ersten Knospen zeigen sich meist ab April. Als Stauden des Frühlings kommen unter anderem diese Pflanzen infrage:

Bezeichnung Blütenfarbe Wuchshöhe
Alpenaster rosa / violett / weiß 25 cm
Küchenschelle lilablau 30 cm
Mohn rot 30 bis 70 cm

Stauden für den Sommer

Da die meisten Stauden zwischen Juni und Juli blühen, ist je nach Art eine Blütenbildung bis in den Herbst wahrscheinlich. Mit ihrer lilablauen Blüte und einer Wuchshöhe von rund 40 Zentimeter ist beispielsweise die Balkonblume interessant. Doch auch der bleiche Scheinsonnenhut sowie der Bartfaden erfreuen sich an großer Beliebtheit. Letzterer erreicht dabei eine Wuchshöhe von etwa 100 Zentimeter.

Bevorzugen Sie hingegen eine aromatische Duftnote mit violetter Blüte, sind Duftnesseln eine Überlegung wert. Auch die Kugeldistel ist mit ihren blauen Blüten und einer Höhe von etwa 60 Zentimeter in zahlreichen Gärten anzutreffen. Möchten Sie eine Pflanze, welche in verschiedenen Wuchsformen erhältlich ist, erweist sich die Nachtkerze als durchaus lohnenswert.

Spätblühende Stauden

Spätblühende Stauden können Ihrem Garten bis zu den ersten Frösten eine besondere Atmosphäre verleihen. Versehen mit einem leichten Duft von Minze und einer Gesamthöhe von rund 40 Zentimeter ist die Bergminze bei einigen Gartenbesitzern beliebt. Diese zeichnet sich durch weiße bis zartblaue Blüten aus. Die Myrten-Aster präsentiert sich mit dunkelgrünem Laub sowie zahlreichen kleinen Blütensternen, was nahezu jedem Garten einen Blickfang verleiht. Zudem ist die Zwergige Wild-Aster mit ihren graublauen sternkugeligen Blüten und einer Wuchshöhe von rund 40 Zentimeter eine ideale Pflanze für den Herbst.

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Sukkulenten

Sukkulenten für trockene Böden
Wie viele Dickblattgewächse sind Hauswurzen als Sukkulenten in der Lage, in ihren Blättern Wasser zu speichern

Möchten Sie Ihren Beeten, Mauerkronen oder Steingärten zu einem besonderen Flair verhelfen, können sich sukkulente Bodendecker als die richtige Wahl erweisen. Da diese Pflanzen lediglich ein geringes Maß an Pflege benötigen, sind diese auch als Begrünung auf Hausdächern oder Garagen denkbar.

Für einen sonnigen und trockenen Standort erweist sich beispielsweise Hauswurz als eine gute Wahl, welcher sich durch silberne wintergrüne Rosetten auszeichnet. Sind Sie hingegen auf der Suche nach einer bodenbedeckenden Kriechpflanze, welche kleine wintergrüne Rosetten ausbildet, könnte sich Jupiterkraut als interessant herausstellen. Die Wuchshöhe beträgt dabei etwa 5 Zentimeter.

Mauerpfeffer überzeugt gleich mit einem vielseitigen Erscheinungsbild, da hier sowohl gelblaubige als auch purpurfarbene und grüngraue Formen möglich sind. Diese erweisen sich mit einer Wuchshöhe zwischen 5 und 30 Zentimeter als attraktiver Bodendecker während des gesamten Jahres.

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Gräser

Gräser für trockene Böden
Viele Gräser sehen nicht nur schön aus, sondern eignen sich auch gut für trockene Böden

Die Kombination von unterschiedlichen Gräsern können Ihrem Garten einen Steppen-Charakter verleihen. Diese sind außerdem langlebig sowie besonders widerstandsfähig. Gekonnt platziert können Gräser die Beete in Ihrem Garten auflockern. Je nach Art erlangen Gräser an trockenen und sonnigen Standorten eine gelb- oder rötliche Färbung, sodass diese gegenüber blauen und violetten Stauden einen deutlichen Kontrast erzeugen können. Geeignet sind unter anderem folgende Pflanzen:

Bezeichnung Besondere Merkmale Blütenfarbe Wuchshöhe
Bärenfell-Schwingel kompakter, polsterförmiger Wuchs grünlich bis goldgelb 10 cm
Borstensegge   wintergrün 10 cm
Büffelgras niedriges, sommergrünes Präriegras
für sandige Böden bestens geeignet
braun 20 cm
Mexikanisches Federgras feine, überhängende Blattschöpfe, auch im Winter silbrig schimmernd 40 cm
Moskitogras gut zur Auflockerung von Polsterpflanzen geeignet
filigranes Gras
  30 cm

Halbsträucher

Beim Kauf von Halbsträuchern sollten Sie stets berücksichtigen, dass diese je nach Art empfindlich auf Frost reagieren. Bei Bedarf ist es ratsam, diese je nach Sorte mit etwas Laub oder Reisig vor Kälte zu schützen. Eine Auswahl an Halbsträuchern für trockene Böden finden Sie hier:

Bezeichnung Besondere Merkmale Blütenfarbe Wuchshöhe
Blauraute   blauviolett 60 bis 80 cm
Gewürzthymian   weißlich bis rosa 30 cm
Heiligenkraut auch als Hecke möglich gelb oder weiß 50 cm
Katzenminze silbergraues Laub violett 40 bis 80 cm
Lavendel buschiger Wuchs blauviolett 35 bis 70 cm
Rosmarin hartes Laub, aromatischer Duft hellblau, rosa oder weiß 50 bis 80 cm
Salbei kleine grüne oder blaugrüne Blätter lavendelblau 50 cm

Pflanzen für schattige Trockenböden

Pflanzen für trockene Böden im Schatten
Die Blaurote Steinsame ist besonders robust und gedeiht auch auf trockenen Böden im Schatten

Standorte, welche lediglich wenig bis gar keine Sonne erhalten, stellen die dort angesiedelten Pflanzen auf eine harte Probe. Da die allermeisten Pflanzen ausreichend Licht zum Überleben benötigen, gilt es die Exemplare für den Schatten mit besonderer Sorgfalt auszuwählen. Hier finden Sie ein paar Beispiele, welche sich durchaus an schattigen und trockenen Standorten wohlfühlen:

  • Blaurote Steinsame (Aegonychon purpurocaeruleum)
  • Tüpfelfarn (Polypodium vulgare)
  • Wild-Aster (Aster ageratoides)
  • Echte Salomonssiegel (Polygonatum odoratum)
  • Elfenblume (Epimedium)
  • Große Sterndolde (Astrantia major)

Trockenheitsresistente Pflanzen erkennen

Damit Pflanzen gut mit Trockenheit zurechtkommen, sind bestimmte Merkmale entscheidend. Anhand weniger Eigenschaften gelingt es Ihnen, bereits beim Kauf festzustellen, ob die ausgesuchte Pflanze die notwendigen Voraussetzungen besitzt, um in trockenen Lagen zu überleben. Hierzu gehören folgende Faktoren:

  • Blattgröße
    Die Pflanze sollte möglichst kleine Blätter besitzen, da somit weniger Wasser verdunstet.
  • Behaarte Blätter
    Diese Eigenschaft ist unverzichtbar, um der Pflanze einen entsprechenden Schutz vor Austrocknung zu bieten, da sich die Luftfeuchtigkeit dann besser hält.
  • Blattfarbe
    Silber bzw. gräulich gefärbte Blätter bringen den Vorteil mit sich, dass das Sonnenlicht besonders reflektiert.
  • Pflegeintensität
    Pflanzen für trockene Böden decken ihren Wasserbedarf für gewöhnlich mit Regenwasser. Lediglich im ersten Jahr direkt nach der Pflanzung ist eine regelmäßige Wassergabe in kleinen Mengen notwendig. Da diese Exemplare nur wenige Nährstoffe benötigen, ist vollständig auf Düngemittel zu verzichten.
Unser Experten-Tipp:
Wenn Sie sich für Pflanzen mit langen Wurzeln (Pfahlwurzler) entscheiden, ist gewährleistet, dass diese in tiefen Schichten an Wasser gelangen, selbst wenn die Oberfläche bereits trocken ist.

THEMEN:   Pflanzenwissen Sommer Blumen Sträucher Gartengestaltung


Autor Carina Staiger

Über den Autor
Carina Staiger

Nach Wirtschaftsabitur und Ausbildung hat sich Carina für das Leben als freie Texterin entschieden. Mit ihrem Fachwissen zu den unterschiedlichsten Gartenthemen berät und unterhält sie unsere Leser.

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