Gartenpflege

Pflastersteine reinigen: Anleitungen und Tipps

Einfahrten, Terrassen, Stufen, Beetumrandungen - Pflastersteine zählen zu den am häufigsten verwendeten Steinen auf Deutschlands Grundstücken. Doch mit der Zeit verschmutzen sie und werden unansehnlich. Durch regelmäßige Reinigung können sie hingegen wie neu aussehen. In unserem Ratgeber erfahren Sie, was Sie dafür benötigen und worauf Sie unbedingt achten sollten.

·
Lesedauer: 7 Minuten · 0 Kommentare

Pflastersteine reinigen
Grünbelag lässt Pflastersteine unansehnlich werden - daher sollten sie jährlich gereinigt werden
Inhaltsverzeichnis

Benötigte Utensilien

Um Pflastersteine zu reinigen, sind einige Utensilien und Gartengeräte unabdingbar. Diese sollte bereits vor Beginn der Arbeit griffbereit zur Verfügung stehen. Dazu zählen unter anderem:

  • Gartenschlauch mit hohen Wasserdruck
  • Schrubber
  • Umweltfreundliches Reinigungsmittel
  • Rasenkantschneider bei Reinigung von Raseneinfassungen
  • Besen oder Laubbläser zur groben Oberflächensäuberung
  • Gegebenenfalls Unkrautmesser oder Fugenkratzer zur Unkrautentfernung

Reinigungsmittel: besser ohne Chemie

Bei der Wahl der Reinigungsmittel sollte unbedingt auf die Umweltfreundlichkeit geachtet werden. Vom Gebrauch chemischer Substanzen wie Grünbelagentferner oder Unkrautentferner ist abzuraten, da nicht nur die Pflastersteine selbst, sondern auch der Erdboden sowie Tiere und Insekten darunter leiden können. Lediglich bei sehr hartnäckigen Verschmutzungen ist die Anwendung manchmal unvermeidbar.

Alternativ stehen einige Hausmittel zur Auswahl, die ebenfalls effektive Reinigungsresultate versprechen und zuerst zum Einsatz kommen sollten - beispielsweise Soda aus dem Drogeriemarkt, pH-neutrale Reinigungsmittel und Steinöle für Natursteine.

Essig zur Reinigung verboten

Zu beachten ist, dass Ihnen die Anwendung bestimmter Stoffe auf versiegeltem Untergrund per Gesetz nicht gestattet ist. Als "versiegelt" werden Bereiche bezeichnet, die eine geschlossene Oberfläche ergeben, wozu auch Terrassen und Pflasterwege zählen. Die verbotenen Stoffe könnten ungefiltert in das Abwassersystem oder Grundwasser gelangen. Essig fällt damit als Reinigungsmittel weg und sollte prinzipiell nicht angewendet werden, da es zudem Mikroorganismen im Boden abtötet und vielfach Säureflecken auf den Steinen hinterlässt.

Reinigungshäufigkeit

Moos und Unkraut auf Pflastersteinen
Wer seine Gehwege und Terrasse regelmäßig reinigt, entfernt auch gleich Moos und Unkraut

Pflastersteine sollen am besten jährlich gereinigt werden. Der Grund: Je mehr Schmutz sich absetzt, desto aufwendiger wird die Reinigung. Leichter wird die Aufgabe, wenn Sie einmal im Jahr die Steine richtig säubern. So verhindern Sie zudem, dass sich unschöne Flecken tief in den Pflasterstein reinfressen und halten gleichzeitig das Unkraut unter Kontrolle.

Anleitung: So reinigen Sie Pflastersteine richtig

1. Unkraut entfernen

Unkraut bietet stets einen unschönen und ungepflegten Anblick. Damit die sauberen Pflastersteine später zu einem perfekt gepflegten Anblick beitragen, ist die Entfernung von Unkraut notwendig - vor allem, wenn es sich kriechend über die Steine zieht und dort zum Schmutzstau führt.

Ideal ist es, zuerst das Unkraut in den Fugen mit Hilfe eines Fugenkratzer herauszuheben. Notfalls kann auch ein spitzes Messer benutzt werden. Wichtig dabei ist, dass die Pflanzen samt Wurzeln aus den Fugen herausgelangen. Hat sich Moos über die Pflastersteine gelegt, lässt sich dieser prima mit einem Schaber entfernen. Auf chemische Unkrautvernichter sollte der Umwelt zuliebe verzichtet werden.

2. Oberfläche von grobem Schmutz befreien

Haben Sie alle erforderlichen Utensilien bereitstehen, beginnen Sie im zweiten Schritt mit dem Abfegen der Steinoberfläche. Handelt es sich um Blüten-, Laub- oder andere leichte Schmutzpartikel, lohnt sich vor allem auf großen Flächen die Verwendung eines Laubsaugers oder -bläsers. Dieser spart Muskelkraft, schont den Rücken und entfernt auch losen Schmutz sowie Unkrautreste aus den Fugen.

3. Grobe Oberflächenreinigung

Reinigungs- und Hausmittel erreichen das bestmögliche Wirkungsergebnis, wenn die Pflastersteine vor der Anwendung abgespritzt werden. Je nach Oberfläche können Sie hierfür einen Wasserschlauch oder einen Hochdruckreiniger verwenden. Letzterer sollte allerdings lediglich auf Hartgestein angewendet werden und 100 bar nicht übersteigen.

Vorsichtig sollten Sie im Fugenbereich sein und hier die Spritzdüse vermehrt in Richtung "Strahl" einstellen, damit Sie punktgenau die Steinränder und nicht die Fugen treffen. Besitzen Sie keinen Hochdruckreiniger oder möchten Sie weicheres Pflastergestein reinigen, können Sie einen Gartenschlauch mit Spitzpistole verwenden.

Damit erreichen Sie allerdings keine so intensive Oberflächenreinigung, sodass anschließend Reinigungsmittel zum Einsatz kommen sollten. Wenn Sie regelmäßig einen Hochdruckreiniger verwenden, reicht dies oftmals schon zum Säubern und Sie können sich weitere Schritte sparen.

4. Tiefenreinigung

Sind Ihnen die Pflastersteine nach der Oberflächenreinigung noch nicht ausreichend sauber, wird nun mit Reinigungsmitteln nachgeholfen. Hier kommt es darauf an, aus welchem Material die Pflastersteine bestehen.

Beton-Pflastersteine

Die beste Methode zum Reinigen von Beton-Pflastersteinen ist Soda. Geeignet ist das sogenannte Waschsoda, das es in jedem gut sortierten Drogeriemarkt zu kaufen gibt. Nicht zu verwechseln ist es mit Backpulver oder Natron-Mitteln. Sie sind zwar miteinander verwandt und ähneln sich in ihrer Zusammensetzung, Waschsoda weist aber deutlich stärkere Reinigungseigenschaften auf. Deshalb ist es auch als Gefahrenstoff gekennzeichnet und darf auf keinen Fall in Kontakt mit den Augen oder Schleimhäuten kommen.

Die Anwendung ist simpel: Das Soda wird mit Wasser gemischt, wie vom Hersteller angegeben. Anschließend wird es gleichmäßig auf den Beton-Pflastersteinen mit einer Gießkanne oder Spritzpumpe verteilt. Mit einem Besen oder Schrubber ist es leicht einzuarbeiten. Nach einer Einwirkzeit von etwa fünf Stunden werden die Pflastersteine nochmals gründlich abgespritzt und können danach abtrocknen.

Natur-Pflastersteine / Klingersteine

Natursteine sind sehr empfindlich - vor allem in Bezug auf Säuren. Reste von Reinigungsmitteln können schnell zu unschönen Rändern und Flecken führen, da Natursteine über eine deutlich geringere Feuchtigkeitsaufnahme verfügen. Ob Marmor, Granit oder Sandstein - es reicht meist eine Reinigung mit warmem Wasser, eventuell ein paar Spritzern pH-neutralem Spülmittel und anschließendem abschrubben.

Achten Sie darauf, dass die Naturpflastersteine zum Schluss gut abgespült werden, damit keine Schmutz- und Reinigungsmittelreste zurückbleiben. Um unschöne Wasserflecken zu vermeiden, ist außerdem ein abschließendes Trockenwischen ratsam. Um die Pflastersteine zu imprägnieren und so länger vor neuer Verschmutzung zu schützen, kann außerdem ein hochwertiges Steinöl aufgebracht werden. Achten Sie auch hier auf die Umweltverträglichkeit des Produkts.

Klingersteine sind ähnlich empfindlich bei der Reinigung wie Natursteine. Sie bestehen aus gepresstem Ton oder Lehm, der mit Wasser gemischt wurde. Daher sollten auch bei Klingersteinen nur sanfte Reinigungsmittel und -methoden zum Einsatz kommen.

Flecken aus Pflastersteinen entfernen

Ölflecken auf Pflastersteinen entfernen
Ölflecken lassen sich unter anderem mit Spülmittel von Pflastersteinen entfernen

Einzelne Flecken auf der Terrasse oder der Einfahrt, beispielsweise von Öl, lassen sich gut mit Spülmittel entfernen. So gehen Sie dabei vor:

  1. Die Flecken mit heißem Wasser befeuchten und kurz einziehen lassen
  2. Einige Tropfen Spülmittel auf den Fleck geben (Alternative: Spülmitteltabs auflösen oder Neutralseife verwenden)
  3. Mit einer Bürste oder einem Besen gut einreiben
  4. Fünf bis zehn Minuten einwirken lassen
  5. Anschließend alles gründlich abspülen
  6. Bei Bedarf den Vorgang mehrmals wiederholen und eventuell die Einwirkzeit verlängern
  • TIPP 1: Bei Ölflecken zieht Katzenstreu oder Sand vorab viel Öl vom Boden auf
  • TIPP 2: Älteren Ölflecken lasssen sich mit etwas Terpentin verflüssigen, so dass sie vom Sand beziehungsweise Katzenstreu besser aufgenommen werden können

Braune Flecken unter Pflanzenkübeln reinigen

Ein echtes Problem ist oftmals brauner, braun-gelblicher Schmutz, aber auch Grünspan, der meist nach dem Umstellen eines Pflanzenkübels zum Vorschein kommt. Hier hilft einfacher Fleckenreiniger, wie er für Wäsche angeboten wird. Einfach etwas Reiniger auf die betroffenen Pflastersteine schütten, sodass die Verfärbungen gut bedeckt sind und rund 60 Minuten einwirken lassen. Danach nochmals anfeuchten und mit einem Schrubber bearbeiten - abspülen, fertig!

Besonders hartnäckige Verschmutzen auf Pflastersteinen reinigen

Sehr effektiv gegen Flecken und Schmutz wirkt Speisestärke. Pflastersteine lassen sich damit ideal von besonders hartnäckigen Verschmutzungen befreien. Die Reinigungsschritte sind dabei identisch wie bei der Anwendung von Soda. Lediglich eine andere Zubereitung plus Speisestärke als Zusatzmittel spielt hierbei die Rolle:

  1. Gewünschte Menge Wasser aufkochen
  2. Pro fünf Liter Wasser vier Esslöffel Speisestärke und 100 Gramm Soda einrühren
  3. So lange kochen lassen, bis sich eine pastenähnliche Konsistenz ergibt
  4. Im heißen Zustand mit Kochlöffel oder ähnlichem auf die Pflastersteine oder Flecken auftragen
  5. Einwirkzeit: circa fünf Stunden
  6. Danach schrubben und gut mit dem Gartenschlauch abspülen beziehungsweise abspritzen

Pflastersteine mit Hochdruckreiniger säubern

Viele Gartenbesitzer greifen gerne direkt zum Hochdruckreiniger, um verschmutzte Oberflächen zu reinigen. Der Vorteil ist die schnelle und chemiefreie Reinigung der Steine. Wie oben bereits erwähnt, sollten Sie diesen allerdings nur auf Hartgesteinen wie Basalt, Quarzit oder Granit verwenden, da weichere Steine durch den hohen Wasserdruck beschädigt werden und sich der Schmutz so nur noch besser darin absetzen kann.

Besser und sanfter sind spezielle Terrassenreiniger, die entweder als eigenständiges Gerät oder als optionales Zubehör zum Hochdruckreiniger erhältlich sind. Ebenfalls bewährt hat sich der GLORIA MultiBrush, der über verschiedene Bürstenköpfe verfügt, die sich je nach Einsatzgebiet werkzeuglos tauschen lassen. Er ist elektrisch als auch mit Akku-Antrieb erhältlich.

THEMEN:   Hochdruckreiniger Gartenreinigung Gehwege Terrasse


Autor Tim Sydekum

Über den Autor
Tim Sydekum

Als Gartenliebhaber und Gründer von mein-gartenexperte.de ist Tim zuständig für spannende Produkttests, interessante Berichte und informative Beiträge aller Art. Er hat eine technische Ausbildung und jahrelange Erfahrung im Gartenbereich.

Gefällt Ihnen dieser Beitrag?

 
5.0 / 5 Sternen | 60 Bewertungen
Kommentare (0)

Noch keine Kommentare vorhanden. Seien Sie der Erste!