Gartenpflege

Pflastersteine reinigen: Anleitungen und Tipps

Einfahrten, Terrassen, Stufen, Beetumrandungen - Pflastersteine zählen zu den am häufigsten verwendeten Steinen auf Deutschlands Grundstücken. Doch mit der Zeit verschmutzen sie und werden unansehnlich. Durch regelmäßige Reinigung können sie hingegen wie neu aussehen. In unserem Ratgeber erfahren Sie, was Sie dafür benötigen und worauf Sie unbedingt achten sollten.

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Pflastersteine reinigen
Grünbelag lässt Pflastersteine unansehnlich werden - daher sollten sie jährlich gereinigt werden
Inhaltsverzeichnis

Benötigte Utensilien

Um Pflastersteine zu reinigen, sind einige Utensilien unabdingbar. Diese sollte vor Beginn der Arbeit griffbereit zur Verfügung stehen:

  • Gartenschlauch mit hohen Wasserdruck
  • Schrubber
  • Umweltfreundliches Reinigungsmittel
  • Rasenkantschneider bei Reinigung von Raseneinfassungen
  • Besen oder Laubbläser zur groben Oberflächensäuberung
  • Gegebenenfalls Unkrautmesser oder Fugenkratzer zur Unkrautentfernung

Reinigungsmittel

Bei der Wahl der Reinigungsmittel ist unbedingt auf die Umweltfreundlichkeit zu achten. Vom Gebrauch chemischer Substanzen, wie Grünbelagentferner oder Unkrautentferner, ist deshalb abzuraten. Alternativ stehen einige Hausmittel zur Auswahl, die ebenso effektive Reinigungsresultate versprechen.

Essig zur Reinigung verboten

Zu beachten ist, dass Ihnen die Anwendung bestimmter Stoffe auf versiegeltem Untergrund per Gesetz nicht gestattet ist. Als "versiegelt" werden Bereiche bezeichnet, die eine geschlossene Oberfläche ergeben, wozu auch Terrassen und Pflasterwege zählen. Die verbotenen Stoffe könnten ungefiltert in das Abwassersystem oder Grundwasser gelangen. Essig fällt damit als Reinigungsmittel weg und sollte prinzipiell nicht angewendet werden, da es zudem Mikroorganismen im Boden abtötet und vielfach Säureflecken hinterlässt.

Reinigungshäufigkeit

Moos und Unkraut auf Pflastersteinen
Wer seine Gehwege und Terrasse regelmäßig reinigt, entfernt auch gleich Moos und Unkraut

Pflastersteine sollen am besten jährlich gereinigt werden. Der Grund: je mehr Schmutz sich absetzt, desto aufwendiger wird die Reinigung. Leichter wird die Aufgabe, wenn Sie einmal im Jahr die Steine richtig säubern. So verhindern Sie zudem, dass sich unschöne Flecken tief in den Pflasterstein reinfressen und halten gleichzeitig das Unkraut unter Kontrolle.

Anleitung: So reinigen Sie Pflastersteine richtig

1. Unkraut entfernen

Unkraut bietet stets einen unschönen und ungepflegten Anblick. Damit die sauberen Pflastersteine später zu einem perfekt gepflegten Anblick beitragen, ist die Entfernung von Unkraut notwendig - vor allem, wenn es sich kriechend über die Steine zieht und dort zum Schmutzstau führt.

Ideal ist es, Unkraut in Fugen mit einem Fugenkratzer herauszuheben. Notfalls kann auch ein spitzes Messer benutzt werden. Wichtig dabei ist, dass die Pflanzen samt Wurzeln aus den Fugen herausgelangen. Hat sich Moos über die Pflastersteine gelegt, lässt sich dieser prima mit einem Schaber entfernen. Auf chemische Unkrautvernichter sollte der Umwelt zuliebe verzichtet werden.

2. Oberfläche von grobem Schmutz befreien

Haben Sie alle erforderlichen Utensilien bereitstehen, beginnen Sie im zweiten Schritt mit dem Abfegen der Steinoberfläche. Handelt es sich um Blüten-, Laub- oder andere leichte Schmutzpartikel, lohnt sich vor allem auf großen Flächen die Verwendung von einem Laubbläser. Dieser spart Muskelkraft, schont den Rücken und entfernt auch losen Schmutz sowie Unkrautreste aus den Fugen.

3. Grobe Oberflächenreinigung

Reinigungs- und Hausmittel erreichen das bestmögliche Wirkungsergebnis, wenn die Pflastersteine vor der Anwendung abgespritzt werden. Je nach Oberfläche können Sie hierfür einen Wasserschlauch oder einen Hochdruckreiniger verwenden. Letzterer sollte allerdings lediglich auf Hartgestein angewendet werden und 100 bar nicht übersteigen.

Vorsichtig sollten Sie im Fugenbereich sein und hier die Spritzdüse vermehrt in Richtung "Strahl" einstellen, damit Sie punktgenau die Steinränder und nicht die Fugen treffen. Besitzen Sie keinen Hochdruckreiniger oder möchten Sie weicheres Pflastergestein reinigen, können Sie einen Gartenschlauch mit Spitzpistole verwenden.

Damit erreichen Sie allerdings keine so intensive Oberflächenreinigung, sodass anschließend Reinigungsmittel zum Einsatz kommen sollten. Wenn Sie regelmäßig einen Hochdruckreiniger verwenden, reicht dies oftmals schon zum Säubern und Sie können sich weitere Schritte sparen.

4. Tiefenreinigung

Sind Ihnen die Pflastersteine nach der Oberflächenreinigung noch nicht ausreichend sauber, wird nun mit Reinigungsmitteln nachgeholfen. Hier kommt es darauf an, aus welchem Material die Pflastersteine bestehen.

Beton-Pflastersteine

Die beste Methode zum Reinigen von Beton-Pflastersteinen ist Soda. Geeignet ist das sogenannte Waschsoda, das es in jedem gut sortierten Drogeriemarkt zu kaufen gibt. Nicht zu verwechseln ist es mit Backpulver oder Natron-Mitteln. Sie sind zwar miteinander verwandt und ähneln sich in ihrer Zusammensetzung, Waschsoda weist aber deutlich stärkere Reinigungseigenschaften auf. Deshalb ist es auch als Gefahrenstoff gekennzeichnet und darf auf keinen Fall in Kontakt mit den Augen oder Schleimhäuten kommen.

Die Anwendung ist simpel: Das Soda wird mit Wasser gemischt, wie vom Hersteller angegeben. Anschließend wird es gleichmäßig auf den Beton-Pflastersteinen mit einer Gießkanne oder Spritzpumpe verteilt. Mit einem Besen oder Schrubber ist es leicht einzuarbeiten. Nach einer Einwirkzeit von etwa fünf Stunden werden die Pflastersteine nochmals gründlich abgespritzt und können danach abtrocknen.

Natur-Pflastersteine

Natursteine sind sehr empfindlich - vor allem in Bezug auf Säuren. Reste von Reinigungsmitteln können schnell zu unschönen Rändern und Flecken führen, da Natursteine über eine deutlich geringere Feuchtigkeitsaufnahme verfügen. Ob Marmor, Granit oder Sandstein - es reicht meist eine Reinigung mit warmen Wasser, eventuell ein paar Spritzer Spüli und anschließendem abschrubben.

Achten Sie darauf, dass die Natur-Pflastersteine zum Schluss gut abgespült werden, damit keine Schmutz- und Reinigungsmittelreste zurückbleiben. Um unschöne Wasserflecken zu vermeiden, ist ein abschließendes Trockenwischen ratsam.

Flecken aus Pflastersteinen entfernen

Ölflecken auf Pflastersteinen entfernen
Ölflecken lassen sich unter anderem mit Spülmittel von Pflastersteinen entfernen

Einzelne Flecken auf der Terrasse oder der Einfahrt, beispielsweise von Öl, lassen sich gut mit Spülmittel entfernen. So gehen Sie dabei vor:

  1. Flecken mit heißem Wasser befeuchten und kurz einziehen lassen
  2. Einige Tropfen Spülmittel auf den Fleck geben (Alternative: Spülmitteltabs auflösen oder Neutralseife verwenden)
  3. Mit einer Bürste oder einem Besen einreiben
  4. Fünf bis zehn Minuten einwirken lassen
  5. Gründlich Abspülen
  6. Bei Bedarf Vorgang mehrmals wiederholen und eventuell Einwirkzeit verlängern
  • TIPP 1: Bei Ölflecken zieht Katzenstreu oder Sand vorab viel Öl vom Boden auf
  • TIPP 2: Bei älteren Ölflecken verflüssigt Terpentin diese, sodass sie vom Sand/Katzenstreu aufgenommen werden können

Braune Flecken unter Pflanzenkübeln reinigen

Ein echtes Problem ist oftmals brauner, braun-gelblicher Schmutz, aber auch Grünspan, der meist nach dem Umstellen eines Pflanzenkübels zum Vorschein kommt. Hier hilft einfacher Fleckenreiniger, wie er für Wäsche angeboten wird. Einfach auf die betroffenen Pflastersteine schütten, sodass die Verfärbungen gut bedeckt sind und rund 60 Minuten einwirken lassen. Danach nochmals anfeuchten und mit einem Schrubber bearbeiten - abspülen, fertig!

Besonders hartnäckige Verschmutzen auf Pflastersteinen reinigen

Sehr effektiv wirkt Speisestärke. Pflastersteine lassen sich damit ideal von besonders hartnäckigen Verschmutzungen befreien. Die Reinigungsschritte sind gleich, wie bei der Anwendung von Soda. Lediglich eine andere Zubereitung plus Speisestärke als Zusatzmittel spielt hierbei die Rolle:

  1. Wasser aufkochen
  2. Pro fünf Liter Wasser vier Esslöffel Speisestärke und 100 Gramm Soda einrühren
  3. So lange kochen lassen, bis sich eine pastenähnliche Konsistenz ergibt
  4. Im heißen Zustand mit Kochlöffel oder ähnlichem auf die Pflastersteine / Flecken auftragen
  5. Einwirkzeit: fünf Stunden
  6. Danach schrubben und gut mit Gartenschlauch abspülen / abspritzen

Pflastersteine mit Hochdruckreiniger säubern

Viele Gartenbesitzer greifen direkt zum Hochdruckreiniger, um verschmutzte Oberflächen zu reinigen. Der Vorteil ist die schnelle und chemiefreie Reinigung der Steine. Wie oben bereits erwähnt, sollten Sie diesen allerdings nur auf Hartgesteinen wie Basalt, Quarzit oder Granit verwenden, da weichere Steine durch den hohen Wasserdruck beschädigt werden und sich der Schmutz so noch besser darin absetzen kann.

Besser und sanfter sind spezielle Terrassenreiniger, die entweder als eigenständiges Gerät oder als optionales Zubehör zum Hochdruckreiniger erhältlich sind. Ebenfalls bewährt hat sich der Gloria MultiBrush, der über verschiedene Bürstenköpfe verfügt, die sich je nach Einsatzgebiet werkzeuglos tauschen lassen. Er ist elektrisch als auch mit Akku-Antrieb erhältlich.

THEMEN:   Hochdruckreiniger Gartenreinigung Gehwege Terrasse


Autor Tim Sydekum

Über den Autor
Tim Sydekum

Als Gartenliebhaber und Gründer von mein-gartenexperte.de ist Tim zuständig für spannende Produkttests, interessante Berichte und informative Beiträge aller Art. Er hat eine technische Ausbildung und jahrelange Erfahrung im Gartenbereich.

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