Pflanzenpflege

Rhododendron pflanzen, pflegen und schneiden

Der Rhododendron ist aufgrund seiner Blütenpracht in vielen Farben eine beliebte Gartenpflanze. Er gilt als robust, ist allerdings anspruchsvoll, wenn es um den richtigen Standort, das Pflanzen und die Pflege geht. Wir erklären, was Rhododendren brauchen, damit sie viele Jahre blütenreich und gesund wachsen.

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Rhododendron-Blüte im Garten
Vom Rhododendron, der zu den Heidekrautgewächsen zählt, gibt es über 1000 Arten
Inhaltsverzeichnis

Bester Zeitpunkt zum Pflanzen

Das Einpflanzen stresst einen Rhododendron. Damit er sich rasch erholt, ist der beste Zeitpunkt zwischen Ende April und Anfang Mai gelegen, wenn der Boden frostfrei ist. Je nach Sorte befindet er sich dann bereits in der Wachstumsphase oder sie steht kurz bevor. Diese verhilft dem Heidekrautgewächs (Ericaceae) sich zügig zu verwurzeln und schneller einzugewöhnen.

Schon gewusst?
Verschiedene Arten und Sorten der Gattung Rhododendron werden auch als Azaleen bezeichnet. Dabei handelt es sich um laubabwerfende oder kleinblättrige immergrüne Sträucher.

Geeigneter Standort für Rhododendren

Lichtverhältnisse

Rhododendren lieben halbschattige Standorte. Sie vertragen keine direkte Mittagssonne, weshalb sie sonnengeschützt entweder an einer Nordwand oder unter lichten Bäumen als leichten Schattenspender gepflanzt werden sollten. Wichtig ist, dass sie nicht zu lange im totalen Schatten stehen. Obwohl sie damit zurechtkommen, nimmt die Blühfreudigkeit dann rasant ab.

Bodenqualität

Einen hohen Anspruch stellt der Rhododendron an die Bodenbeschaffenheit. Er verträgt keine Staunässe, weshalb die Erde gut wasserdurchlässig sein sollte. Im Idealfall legen Sie beim Pflanzen eine Drainage, damit der Wasserabfluss dauerhaft gewährleistet ist. Die Erde sollte kalkfrei sein und einen pH-Wert zwischen 4,5 und 5,0 besitzen. Achten Sie auf eine gleichmäßige Feuchtigkeit und humusreiche Erde. Es gibt spezielle Rhododendronerde, die optimal den Ansprüchen gerecht wird, weil sie für Moorbeetpflanzen zusammengesetzt wurde und die Feuchtigkeit gut hält.

Gute Pflanznachbarn

Pflanzen Sie Ihren Rhododendron ins Gartenbeet, sind ausschließlich Pflanznachbarn geeignet, die gut mit dem sauren pH-Wert zurechtkommen. Zudem dürfen sich die Wurzeln nicht in die Quere kommen. Rhododendren sind Flachwurzler, daher eignen sich Tiefwurzler wie Kiefern als idealen Nachbarn. Flachwurzler sollten nur in angemessenem Abstand abhängig vom Wurzelumfang zum Rhododendron stehen.

Zudem sind Rhododendren Starkzehrer. Das heißt, sie entziehen der Erde viele Nährstoffe. Steht ein weiterer Starkzehrer daneben, kommt es durch die Konkurrenz zur Unterversorgung und demzufolge zu einem erhöhten Erkrankungsrisiko sowie Wachstumsstörungen. Im schlimmsten Fall kann es zum Absterben einer Pflanze führen. Deshalb ist ein idealer Pflanznachbar grundsätzlich ein Schwach- oder maximal Mittelzehrer. Planen Sie mehrere Rhododendren nebeneinander zu pflanzen, beträgt der Mindestabstand zwischen kleineren Sorten etwa 30 Zentimeter und zwischen hochwachsenden Sorten 100 Zentimeter.

Bunte Rhododendren-Blütenpracht
Rhododendren und Azaleen gibt es in vielen prächtigen Farben

Beetpflanzung und Kübel-Kultivierung

Ihren Rhododendron können Sie alternativ zum Gartenbeet auch in einen Kübel pflanzen, um damit gegebenenfalls Ihre Terrasse oder Ihren Balkon damit zu zieren. Beim Kultivieren in Kübel ist darauf zu achten, dass eine ausreichende Größe gewählt wird. Bei einem zwei Meter hohen Rhododendron wächst der Wurzelballen in der Gartenerde bis zu einem Meter Durchmesser heran. Ein Umpflanzen in einen Kübel ist damit fast unmöglich, es sei denn, Sie kürzen die Wurzeln stark ein.

Im Kübel wachsen die Wurzeln durch das beschränkte Platzangebot zwar deutlich kompakter, dennoch sollte ein umfangreiches Gefäß gewählt werden. Sie können auch direkt auf kleinere Sorten zurückgreifen, wie beispielsweise "Schneedame" oder "Emanuela" (Rhododendron yakushimanum Emanuela). Die Kübelhöhe ist mit etwa 40 Zentimeter ausreichend.

Rhododendron richtig einpflanzen

Gehen Sie beim Einpflanzen von Rhododendren folgendermaßen vor und beachten Sie dabei wichtige Details, wie folgend beschrieben:

  1. Pflanzloch so groß ausheben, sodass der Wurzelballen gut hineinpasst - plus drei Zentimeter mehr Tiefe für die Drainage
  2. Wichtig: Der Wurzelballen sollte circa drei Zentimeter über die Erdoberfläche hinausragen - bei zu tiefer Setzung besteht die Gefahr des Wurzelabsterbens
  3. Die Drainage auf den Boden legen - eine zwei Zentimeter dicke Schicht aus Kies, Tonscherben oder Quarzsand
  4. Etwas Erde auf die Drainage schütten und den Rhododendron einsetzen
  5. Ausgehobene Erde 1:1 mit Humus anreichern - gut geeignet sind Rindenkompost und Laubhumus
  6. Hohlräume des Pflanzlochs mit angereicherter Erde füllen und für eine bessere Stabilität leicht antreten
  7. Wurzelballen-Oberseite nicht mit Erde bedecken, dafür eine handvoll Hornspäne als Startdünger darauf verteilen
  8. Die Pflanze mäßig angießen
  9. Sackt die aufgefüllte Erde innerhalb der Folgetage ab, mit weiterer Erde auffüllen
  10. Pflanzen in Kübel: Gleiche Vorgehensweise inklusive Drainage - bei der Kübelwahl auf ein Wasserabflussloch im Boden achten

Rhododendren gießen

Junge Rhododendren und Gartenazaleen
Rhododendren benötigen viel Wasser und sollten in heißen Sommern regelmäßig gegossen werden

Der Wasserbedarf von Rhododendren ist relativ hoch. Sie benötigen eine gleichmäßig feuchte Umgebung, trockene Erde vertragen sie nicht. Da es sich um Flachwurzler handelt, ist die Gefahr einer Austrocknung der Erde vor allem im Sommer hoch. Hier ist die tägliche Feuchtigkeitskontrolle notwendig und manchmal auch ein zweimaliges Gießen am Morgen und am Abend erforderlich.

Wählen Sie stets einen Gießzeitpunkt, an dem die Hitze bzw. Sonne so wenig Wasser wie möglich verdunsten lässt. Vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang sind ideale Zeiträume zum Gießen. Damit sich der pH-Wert nicht verändert, sollten Rhododendren grundsätzlich mit kalkfreiem Wasser gegossen werden. Dazu eignet sich beispielsweise aufgefangenes Regenwasser, das 24 Stunden abgestanden ist.

Rhododendronpflanzen düngen

Die erste Düngung erfolgt bereits zum Pflanzzeitpunkt als "Starthilfe". Eine Nachdüngung kann Ende Juni / Anfang Juli vorgenommen werden. Die reguläre Düngung erfolgt ansonsten einmal im Jahr zwischen März und April. Als optimale Düngemittel haben sich Hornspäne und Blaukorn bewiesen.

Rhododendron richtig schneiden

Verwelkte Blüten ziehen weiterhin Nährstoffe, die der restlichen Pflanze dann fehlen. Zudem sorgt dieser unnötige Verbrauch dafür, dass dem Rhododendron Kraft entzogen wird. Eine erneute Blütenentwicklung sowie Verzweigungen werden erschwert oder ganz verhindert. Schneiden Sie deshalb verwelkte Blüten immer ab.

Bester Zeitpunkt für einen Rückschnitt

Ein Rückschnitt ist bei einem Rhododendron in der Regel nicht erforderlich. Möchten Sie das Wachstum dennoch kontrollieren oder die Pflanze in Form halten, eignen sich die Monate zwischen Februar und März sowie zwischen Juli und November am besten für den Rückschnitt per Gartenschere.

Gartenscheren im Vergleich »

Ein Rhododendron verträgt Rückschnitte bis ins alte Holz. Vorsicht ist aber geboten, wenn sich die Pflanze nicht ausreichend gut verwurzelt hat. Das kommt häufig auch noch nach Jahren vor, wenn die Erde zu schwer ist. In der Folge bleibt nach einem umfangreicheren Rückschnitt oftmals der Neuaustrieb aus. Deshalb gilt: Vor dem Schneiden erst überprüfen, ob die Wurzeln gut eingewurzelt sind.

Handelt es sich um alte Rhododendren, die definitiv gut verwurzelt sind, ist ein gelegentlicher Rückschnitt hingegen förderlich für das Wachstum, weil dadurch die Kräfte gestärkt werden. WICHTIG: Tragen Sie stets Handschuhe beim Schneiden und entsorgen Sie das Schnittgut außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren, denn Rhododendren verfügen über giftige Pflanzenteile.

Mehr zum Thema: Welche Gartenpflanzen sind für Kinder giftig?

Rhododendren überwintern

Schneebedeckte Rhododendronpflanzen
Freistehende Rhododendronpflanzen benötigen keinen Frostschutz - Kübelpflanzen sollten hingegen geschützt werden

Rhododendren sind in der Regel gut winterhart. Trotzdem können ihnen länger anhaltende Minustemperaturen zu schaffen machen. Das Hauptproblem ist meist eine Austrocknung. Immergrüne Rhododendren verfügen über eine automatische Schutzfunktion, welche die Blätter bei Wassermangel einrollen lässt, um die Verdunstung zu reduzieren. Sie rollen sich ebenso automatisch wieder aus, wenn wieder ausreichend Feuchtigkeit zur Verfügung steht.

Sie können einen Rhododendron unterstützen, indem Sie ihn vor trockenen Ostwinden und der Wintersonne schützen. Ein Standort an einer Wand oder das Ummanteln mit einem Pflanzenvlies oder Ähnlichem sind angeraten. Überprüfen Sie zudem regelmäßig die Bodenfeuchtigkeit und gießen Sie bei Bedarf.

Rhododendren in Kübeln sind trotz Winterhärte besonders gefährdet. Die Kälte dringt hier "ungefiltert" durch die dünnen Kübelwände direkt an die Wurzeln heran. Im Gartenbeet dient die Erde als Kälteschutz vor allem den in der Tiefe liegenden Wurzelspitzen, über welche die Versorgung erfolgt. Damit die Kälte die Wurzeln nicht schädigt, sind Kübel-Rhododendren mit einem Kälteschutz zu versehen, wie folgend beschrieben:

  • Kübelpflanze windgeschützt stellen
  • Isolierende Unterlage unter Kübel stellen, wie beispielsweise Styropor oder Holzplatte
  • Kübelwände rundherum mit Folie umspannen
  • Erdoberfläche mit Laub, Tannennadeln, Reisig oder Stroh bedecken

Rhododendron-Schädlinge

Rhododendronzikaden und Pilzbefall
Die bunten Rhododendronzikaden übertragen eine Pilzkrankheit auf die Pflanzen, die an schwarzen Knospen erkennbar ist

Rhododendren sind sehr robust, aber besonders anfällig für einen Schädlingsbefall der sogenannten Rhododendron-Zikade (Graphocephala fennahi). Dieser Schädling hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Grashüpfern, unterscheidet sich aber durch seine metallisch, grünlichen Flügel, über die sich ein orangeroter Streifen zieht. Die Zikade wird bis zu neun Millimeter lang und besitzt dunkel-violett gefärbte Flügelspitzen und Hinterflügel. Beine, Hinterleib und Kopf sind gelb.

Ab Ende April schlüpfen sie aus den Eiern und befinden sich dann an den Blattunterseiten. Durch mehrmaliges Häuten sind weißliche Hüllen auf den Blättern zu entdecken. Sie saugen Pflanzensaft und daraus bilden sich meist helle Sprenkel und Kräuselungen an den Blättern. Sie fügen Rhododendren in der Regel keinen nennenswerten Schaden zu, aber sie gelten als Überträger für Pilzerreger mit dem Namen Pycnostysanus azaleae.

Pilzbefall erkennen und bekämpfen

Der Pilzerreger wird mit der Eiablage im September direkt in die Knospenanlagen übertragen. Er breitet sich aus und es kommt zu einer bräunlichen bis schwarzen Knospenfärbung, die in Fachkreisen als Knospenbräune bezeichnet wird. Trockene Knospen, die zur Blütezeit ungeöffnet bleiben und absterben, sind die Folge. Da die befallenen Knospen am Ast bleiben, bilden sich großflächig braun-schwarze Härchen, die wie Stacheln aussehen.

Um die Ursache, die Zikaden, zu bekämpfen, spritzen Sie eine Lösung aus Wasser und Essig im Verhältnis 1:1. Geben Sie einige Tropfen Spülmittel hinzu, damit die Lösung besser haften bleibt. Anschließend spritzen Sie vor allem die Blattunterseiten tropfnass damit ein. Ideal ist es, die Aufgabe am frühen Morgen durchzuführen, wenn die Schädlinge aufgrund nächtlicher kühlerer Temperaturen noch nicht aktiv sind. Überprüfen Sie ab Mai Ihre Rhododendren auf die gelblich-grünen Larven, die ebenfalls mit der Wasser-Essig-Lösung zu bekämpfen sind. Im August sollte die Behandlung erneut erfolgen, wenn ein Befall vorliegt.

Gegen den Pilz hilft lediglich konsequentes Abschneiden betroffener Pflanzenteile. Entsorgen Sie die Pflanzenteile nicht auf dem Komposter, sondern immer weit weg von Pflanzen in der Biotonne.

THEMEN:   Pflanzenpflege Blumen


Autor Romina Seilnacht

Über den Autor
Romina Seilnacht

Auf mein-gartenexperte.de kann Romina als gelernte Gärtnerin ihre Vorlieben für Garten, Pflanzen und Fotografie vereinen und unseren Lesern mit hilfreichen und interessanten Ratgebern die Gartenarbeit erleichtern.

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