Pflanzenpflege

Rosen richtig pflanzen, pflegen und schneiden

Rosen sind des Deutschen liebsten Blumen, die in keinem Garten fehlen sollten. Damit sie gesund und prächtig gedeihen und für viele Jahre Freude bereiten, ist die richtige Pflege wichtig, zu der auch das Schneiden zählt. Wir erklären Ihnen, wie die perfekte Rosenpflege aussieht und worauf Sie achten sollten.

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Aktualisiert: 30. Juli 2021
Lesedauer: 7 Minuten · 0 Kommentare

Rosafarbene Rosenblüte im Garten
Die „Königin der Blumen“ wird bereits seit über 2000 Jahren als Zierpflanze gezüchtet
Inhaltsverzeichnis

Optimaler Standort

Sie können Ihre Rosen (Rosaceae) noch so gut hegen und pflegen - wenn der Standort ihren Ansprüchen nicht gerecht wird, wirkt sich das auf ihr Wachstum, die Blüten und die Gesundheit aus. Der perfekte Standort setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen:

Licht

Rosen benötigen einen sonnigen Standort. Darunter ist ein Pflanzplatz zu verstehen, an dem die Sonne etwa ab späterem Vormittag für circa sechs bis sieben Stunden scheint. Hier bietet sich eine Pflanzung an einem südlich ausgerichteten Platz an. Ein absonniger Ort mit vier bis sechs Stunden Sonne ist ebenfalls akzeptabel. Darunter sollte die Anzahl an Sonnenstunden nicht liegen.

Luftverhältnisse

Es ist wichtig, dass Rosen luftig stehen. Vor allem sollten sie nicht zu nahe an Wände oder Fassaden gesetzt werden, da sich im Sommer die Standorttemperatur durch die Reflexion der Wand zusätzlich erhöht und es schnell zu Verbrennungen an den Blättern kommen kann. Zudem verwelken die Blüten dann schneller. Des Weiteren werden Rosen dadurch anfälliger für Schädlingsbefälle und Krankheiten. Auch bei den Pflanznachbarn ist darauf zu achten, dass sie durch ihr Wachstum für keinen "Lufteinschluss" sorgen.

Mehr zum Thema: Rosenrost: Erkennung, Bekämpfung, Vorbeugung

Bodenkriterien

Der Boden ist ein wichtiger Bestandteil des optimalen Standorts, da Rosen hierüber ihre Versorgung sicherstellen. Es hält sich hartnäckig die Fehlinformation, schwere Lehm- und Tonböden seien ideal für Rosen, doch erfahrungsgemäß ist das eher unvorteilhaft. Darin kommt es zu einer starken Stauung von Feuchtigkeit, das Risiko von Staunässe ist hoch und Rosen "ertrinken". Erfüllt der Standort folgende Bedingungen, schaffen Sie beste Voraussetzungen für eine ideale Pflege:

  • Mittelschwerer lehm-, humus- und sandhaltiger Boden
  • Gut wasserdurchlässig und locker - den Boden gegebenenfalls mit einer Gartenfräse vorbereiten
  • pH-Wert: neutral bis schwach sauer zwischen 6,0 und 7,0

Rosen einpflanzen

Veredelungsstelle einer Rose
Um Rosen vor Frost und Trockenheit zu schützen, sollte die Veredelungsstelle unter der Erde liegen, nicht darüber © mein Gartenexperte

Unabhängig von Wetter und Jahreszeit, sollten die Pflanzen vor dem Einsetzen ordentlich gewässert werden. Wurzelnackte Rosen werden im Herbst für bis zu acht Stunden in einen Eimer voll Wasser gestellt, damit sich die Wurzeln ausreichend vollsaugen können. Schneiden Sie anschließend die Triebe auf gut 25 Zentimeter zurück und kürzen Sie die Wurzelspitzen etwas ein. Haben Sie sich für Containerrosen entschieden, also Gewächse im Pflanzbehältnis, wird der Topf so lange ins Wasser getaucht, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Rosen, die im Frühjahr gekauft werden, stammen aus Kühlhäusern und benötigen entsprechend mehr Wasser. Hier sollte die Wässerung bis zu 24 Stunden dauern.

Heben Sie das Pflanzloch gut doppelt so breit und tief aus, wie der Wurzelballen groß ist. Damit die Rosen problemlos ins Erdreich wurzeln können, sollten der Boden und die Seitenränder vorab mit einem Spaten oder einer Grabegabel aufgelockert werden. Den Aushub vor dem Auffüllen mit Rosenerde oder Kompost und etwas Hornspäne vermischen, um einen humusreichen Boden zu erreichen.

Unser Experten-Tipp:
Wichtig beim Einpflanzen von Rosen ist, dass die Veredelungsstelle, die meist an einer Verdickung oder einem Knick knapp über dem Wurzelballen erkennbar ist, rund 5 bis 10 Zentimeter tief im Erdboden liegt. Dies schützt sowohl wurzelnackte Pflanzen als auch Containerrosen vor Frost und Trockenschäden.

Rosen gießen

Nasse Rosenblüten und Rosenblätter
Rosengewächse sollten nur von unten gegossen werden - Blätter und Blüten dabei möglichst nicht befeuchten

Rosen besitzen einen mittelmäßig hohen Wasserbedarf. Ist die Pflanze im Topf oder Kübel gepflanzt, trocknet sie schneller aus und muss öfter gegossen werden. Wenn Sie sich an folgende Details beim Gießen der Rosen halten, werden Sie ihren Ansprüchen gerecht:

  • Gartenbeet-Rosen lieber weniger häufig, aber dafür kräftig gießen, als öfter in kleineren Portionen
  • Unbedingt Staunässe vermeiden
  • Während heißer Sommertage reicht meist ein- bis zweimal wöchentlich zu gießen (im Gartenbeet)
  • Bei Topf- und Kübelpflanzen öfter die Feuchtigkeit kontrollieren
  • Perfekter Gießzeitpunkt nach "Fingerprobe": lässt sich der Daumen weniger als zwei Zentimeter in die Erde stecken, ist zu gießen - bei zwei oder mehr Zentimeter ist die Pflanze noch ausreichend versorgt
  • Topfrosen vertragen kontinuierliche Bodenfeuchte gut, wenn nicht zu stark durchnässt
  • Lauwarmes und kalkarmes Gießwasser verwenden
  • Auf keinen Fall die Blätter benässen und Rosen ausschließlich im Bodenbereich gießen
  • Nicht bei praller Sonne gießen - Verbrennungsgefahr! Idealer Zeitpunkt: früh morgens

Rosen richtig düngen

Rosen brauchen viele Nährstoffe, um sich stark und gesund zu entwickeln. Vor allem für die Blütenbildung sollten ausreichend Nährstoffe zur Verfügung stehen. Folgender Düngeplan hat sich für jede Rosenart als optimal erwiesen:

  • Neu gepflanzte Rosen frühestens nach erster Blütenwelke düngen
  • Ab zweitem Pflanzjahr organischen Dünger im März vor dem ersten Rosenschnitt in Wurzelbereich einarbeiten (beispielsweise reifen Kompost, abgelagerter Rinderdung oder Hornspäne)
  • Bei Fertig-Rosendünger auf höheren Kalium- als Stickstoffgehalt achten
  • Zweite Düngung Ende Juni oder Juli nach dem Sommer-Rückschnitt mit Mineraldünger (beispielsweise Blaukorn)
  • Gilt für alle Rosenarten, gleich, ob Strauch-, Beet- Kletter- oder Stammrosen
  • Wichtig ist, dass der Dünger mehr Kalium als Stickstoff enthält

Mehr zum Thema: Rosen düngen: Alles zur richtigen Rosendüngung

Rosen richtig schneiden

Rosenschere schneidet Rosen zurück
Zum Rückschnitt von Rosen eignen sich Garten- und spezielle Rosenscheren

Schneiden Sie bei Rosen nie einfach darauf los. Da jeder Schnitt eine vorteilhafte Reaktion hervorrufen und das Wachstum fördern soll, ist es wichtig, auf die richtige Schnitttechnik zu achten, die je nach Schnitt-Zeitpunkt anders aussehen kann. Außerdem gibt es wichtige Details zu beachten, wie folgend beschrieben.

Bester Zeitpunkt für den Rosenschnitt

Die meisten Rosen sollten prinzipiell zweimal im Jahr geschnitten werden: im Frühjahr und im Sommer. Ein Schnitt im Herbst ist theoretisch möglich, aber nur in Ausnahmefällen empfehlenswert. Sollte sich kurz nach dem Schneiden Frost zeigen, ist das Erfrierungsrisiko extrem hoch. Zudem führen die sinkende Sonnenwärme in Kombination mit erhöhter Luftfeuchtigkeit zu einer vermehrten Neigung von Erkrankungen. Dazu zählen vor allem Pilzinfektionen.

Frühjahresschnitt

Der beste Frühjahreszeitpunkt zum Schneiden von Rosen ist zwischen Ende März und Anfang April gekommen, wenn die ersten Forsythien ihre Blüten zeigen. Sie sollten einen frostfreien und trockenen Tag für das Schneiden wählen. Ideal ist es, wenn nach dem Schnitt einige Tage regen- und frostfrei bleiben. Allerdings nimmt hier bereits die Sonne an Kraft zu. Stehen die Rosen luftig, trocknet der Wind die Schnittwunden zudem zügig ab.

Sommerschnitt

Der optimale Zeitpunkt für den Sommerschnitt ist nach der ersten Blütezeit gekommen. Je nach Rosenart und -sorte ist dies meist im Juni oder Juli der Fall. Dieser Schnitt ist wichtig, damit die Rosen nach der anstrengenden Blütezeit neue Kräfte sammeln können. Handelt es sich um öfter blühende Exemplare, wird durch den Rückschnitt eine zweite Blütenbildung angeregt.

Herbstschnitt

Ist ein Herbstschnitt nicht zu umgehen, weil beispielsweise ein Schädlingsbefall diesen erfordert, sollten Sie die Rosen- bzw. Gartenschere nicht später als Mitte Oktober ansetzen. Bis zu dem Zeitpunkt stehen die Chancen meist gut, dass kein plötzlicher Frost den geschnittenen Rosen zusetzt.

Die besten Gartenscheren im Vergleich »

Grundsätzliche Schnittregeln für Rosen

Anleitung: Rosenschnitt über den Augen
Der optimale Rosenschnitt erfolgt leicht schräg rund 5 mm über einem Auge
  • Ausschließlich scharfe, desinfizierte und zuverlässige Gartenschere benutzen - im Idealfall eine Rosenschere
  • Je länger ein Zweig stehen bleibt, desto mehr Triebe mit kleineren Blüten bilden sich
  • Je kürzer das Holz geschnitten wird, desto weniger Neutriebe, aber größere Blüten wachsen
  • Triebvergabelungen auf einen Haupttrieb zu reduzieren, fördert das Wachstum stärkerer Neutriebe
  • Kurzes Abschneiden schwacher, dünner Triebe führt zur Optimierung der Nährstoffversorgung
  • Kranke, erfrorene sowie abgestorbene Triebe bis in den gesunden Bereich einkürzen, um das Wachstum anzuregen
  • Schwach wachsende Rosen werden stärker geschnitten als stark wachsende Rosensorten
  • Immer auf die Augen achten: Aus hoch liegenden Augen bilden sich die stärksten Austriebe

Rückschnitttechnik im Frühjahr

  • Öfter blühende Rosen: Vorjahrestriebe um 3/4 kürzen
  • Ältere Triebe so tief schneiden, dass zwischen drei und fünf Augen stehen bleiben
  • Alle vierjährigen Triebe komplett abschneiden

Rückschnitttechnik im Sommer

  • Triebe mit verwelkten Blüten bis auf zwei Augen runterschneiden
  • Vertrocknete Pflanzenteile entfernen
  • Gleiche Technik beim Herbstschnitt anwenden, wenn der Sommerschnitt versäumt wurde

Ausnahmen

Wildrose und Hagebutten
Wildrosen bilden Hagebutten aus, von denen sich viele Tiere ernähren

Spalier- und Wildrosen schneiden

  • Spalierrosen: Im Frühjahr alle Seitentriebe bis auf zwei Augen kürzen - jedes dritte Jahr einen Alttrieb nahe am Boden abschneiden - im Sommer Verblühtes abtrennen und Gartenschere rund zehn Zentimeter unter der Blüte ansetzen.
  • Bodendeckende Wildrosen: Mit Hilfe einer Heckenschere bis auf eine Handbreit über dem Boden abschneiden - unerwünschte Ausläufer mittels Spaten abtrennen und aus dem Boden entfernen.
  • Wildstrauchrosen wie Rotblatt- oder Hundsrose: Kein jährliches Schneiden erforderlich - lediglich im ersten Jahr nach Pflanzung lange Triebe leicht einkürzen und alle drei Jahre großen Trieb in Bodennähe abschneiden.

Liste heimischer Wildrosen

Rosengewächs Schattenverträglichkeit Hagebutten
Apfelrose (Rosa villosa) hoch sehr viele
Bibernellrose (Rosa spinosissima) mittel mittel
Essigrose (Rosa gallica) hoch viele
Filzrose (Rosa tomentosa) gering sehr viele
Kriechrose / Ackerrose (Rosa arvensis) hoch sehr viele
Rotblättrige Rose (Rosa glauca) gering viele
Weinrose (Rosa rubiginosa) gering sehr viele
Zimtrose (Rosa majalis) hoch mittel

Strauchrosen schneiden

  • Einmalig blühende Rosensorten im Frühjahr einen halbkugeligen Formschnitt verabreichen
  • Jedes dritte Jahr ein bis zwei Grundtriebe vollständig abschneiden
  • Sommerschnitt: Garten- / Rosenschere zehn Zentimeter über der vorherigen Schnittstellen ansetzen
  • Altes Holz an öfter blühenden Rosensorten im Frühjahr stark einkürzen, damit neue Triebe wachsen, an denen sich die Blüten bilden
  • Einjährige Triebe um die Hälfte kürzen
  • Im Sommer die Triebe mit verwelkten Blüten um 1/3 zur Anregung neuer Blütenbildung abschneiden

Veredelte Rosen schneiden

  • Der Kronenansatz bleibt vom Schneiden unberührt, da sonst eine Eintrocknung in die Veredlungsstelle möglich ist
  • Für buschigeres Wachstum einige starke Triebe im Sommer entspitzen
  • Weitere Schnittregeln einhalten, wie sie unter "Grundsätzliche Schnittregeln für Rosen" beschrieben sind

THEMEN:   Dünger Pflanzenpflege Pflanzenwissen Rosen Sommer


Autor Romina Seilnacht

Über den Autor
Romina Seilnacht

Auf mein-gartenexperte.de kann Romina als gelernte Gärtnerin ihre Vorlieben für Garten, Pflanzen und Fotografie vereinen und unseren Lesern mit hilfreichen und interessanten Ratgebern die Gartenarbeit erleichtern.

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