Statt Schneckenkorn

Schnecken / Nacktschnecken im Garten natürlich bekämpfen

Sie fressen Spinatbeete kahl, knabbern am Feldsalat und sind glitschige Besucher in unseren Gärten: Schnecken. Um sie zu bekämpfen, braucht es kein Schneckenkorn. Wie Sie sie nachhaltig und natürlich bekämpfen und vertreiben verrät Ihnen unser Ratgeber.

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Schnecken und Nacktschnecken im Garten ohne Gift bekämpfen
Für die meisten Garten- und Beetbesitzer ein Graus - Schnecken richten viel Schaden an und können ohne Gift bekämpft werden
Inhaltsverzeichnis

Schnecken stürzen sich gern auf das zarte Grün im heimischen Kleingarten. Besonders die Spanische Wegschnecke zählt zu den unliebsamen tierischen Gästen auf der Parzelle. Sie fressen nimmersatt Keime und Blätter an und hinterlassen schleimige Spuren auf Wegen und Beeten.

Schon bei der Gartenplanung Schnecken fern halten

Wenn Nacktschnecken erst einmal ein Salatbeet erobert haben, sind die Gärtner machtlos. Ob sie über das Gemüse herfallen, darüber entscheidet bereits die Planung der Anbaufläche. Lieblingsorte der schleimigen Geister wie Komposthaufen sollten sehr weit von den Standorten der Erdbeeren, des Spinats oder von Rucola entfernt sein.

Malakologen, wie die Schneckenexperten genannt werden, beruhigen: Etwa 400 Landschneckenarten existieren in Deutschland, nur ganz wenige davon hinterlassen jedoch im Hobbygarten relevante Fressschäden.

Glitschige Tiere regelmäßig absammeln

Gerade feuchte Stellen sollten Gärtner im Auge behalten, um Schnecke abzusammeln. Auch unter Brettern oder Folien siedeln sich die Nackten ohne Häuschen gerne an. Als problematisch gilt, dass unterirdisch lebende Arten fast umbemerkt erscheinen und sich am Gartengrün gut tun. Als hilfreich erweist sich das gezielte Verteilen von „Schneckenverstecken“ wie Blättern oder Holzlatten um und zwischen gefährdete Beete. Früh am Morgen kann man die Schädlinge dann ablesen.

Hilfreich gegen die Feuchtigkeit liebenden Nacktschnecken wirken auch Tischlerei-Abfälle. Etwa 25 Zentimeter breite Schutzbarrieren aus Sägemehl oder feinen Spänen um die Salatreihen verleiden den kleinen Schleimern den Besuch des Grüns. Nur muss der Schutzstreifen nach mehreren Regenfällen erneuert werden, weil die Späne nicht mehr am Schneckenkörper haften.

Ein tierisches Team zur Schneckenabwehr zusammenstellen

Natürliche Fressfeinde von Schnecken
Natürliche Fressfeinde wie Igel und Laufenten helfen bei den Schneckenbekämpfung im Garten

Genetzte Ackerschnecke, Spanische Wegschnecke und Gartenwegschnecke fressen sich nicht nur durch die Nutzgärten. Sie stehen ebenso auf dem Speisezettel zahlreicher Nützlinge. Die gefräßigen Schnecken gelten als Delikatessen in der Vogelwelt, bei Blindschleichen, Kröten, Igeln und Eidechsen.

Fühlen sich diese Gartengäste wohl, steht es um die Schnecken schlecht. So helfen angenehme Quartiere in naturnahem Umfeld mit Benjeshecken, Teich, Totholz und Blätterstapeln die Waage zwischen Gartenschädlingen und ihren Fressfeinden zu halten.

Laufenten und Hühner sind geflügelte Schneckenvernichter

Gerade in größeren Gärten kommen Laufenten als tierische Helfer beim Kampf gegen die Nacktschnecken zum Einsatz. Sie gelten als zuverlässige Fressfeinde, brauchen aber viel Auslauf und sollten nicht allein gehalten werden. Auf 1000 Quadratmeter Gartenfläche finden etwa fünf Tiere Platz und Futter.

Nur braucht es ein Entenhaus, Wasserflächen zum Schwimmen und Aufsicht. Schließlich können sie sich, wenn keine Schnecken mehr kriechen, am Salat bedienen, der geschützt werden soll. Hühner erweisen sich in der kälteren Jahreszeit ebenso als Finder von Schneckeneier, die die aufstöbern und aufpicken.

Blumen verscheuchen gefräßige Schnecken

Blumen gegen Schnecken pflanzen
Einige Blumenarten, wie die Ringelblume, dienen als natürliche Abwehr gegen Schnecken

Wer Ringelblumen sät, baut damit auf natürlichen Pflanzenschutz. Deren Wurzeln verströmen Stoffe, die die Schnecken auf Abstand halten. Wie die Beete mit Spänen umkränzt werden, braucht es zur Schnecken-Abwehr eine durchgehende Ringelblumenrabatte. Zur Schnecken-Prophylaxe könnten in gefährdeten Gartenabschnitten immer wieder einzelne Ringelblumenpflanzen ins Beet integriert werden.

Chili-Gebräu, Salz und Kaffeesud gegen Schnecken schädigen den Boden

Vermeintliche Hausrezepte gegen Nacktschnecken gelten keineswegs als so harmlos, wie sie klingen. Chilibrühe, Speisesalz, Kaffeesud oder anderes Gebräu haben im Hausgarten nichts zu suchen. Oft töten sie nicht nur viele Nutztiere, sondern schädigen die Pflanzen, die Schutz vor Schnecken benötigen.

Für Auszüge von Brennnesseln und Knoblauch gibt es dagegen grünes Licht.

Biologische Alternativen zur Giftkeule nutzen

Nematoden töten Schnecken
Nematoden, auch als Fadenwürmer bekannt, dringen durch das Atemloch in der Schnecke ein und fressen sie auf

Schneckenzäune sperren wanderndes Nacktgetier aus. Doch wer weiß, welche Schnecken im umzäunten Boden schlummern? So greift der Gärtner zum wohl beliebtesten Hausmittel gegen Nacktschnecken: Bierfallen. Alle zwei Tage werden die innerhalb der Zäune Becher zur Hälfte neu mit Bier befüllt. Der Geruch zieht die Schnecken an und lässt sie ertrinken.

Eine zweischneidige Aktion, denn hat der Schneckenzaun ein Loch, rücken ganze Heerscharen von Nacktschnecken an. Andererseits könnten Laufkäfer, Insekten und andere Schneckenarten, die keinem Salatblatt etwas zu leide tun, Opfer des wohlriechenden Alkohols werden.

Wenn Würmer Schnecken auffressen

Naturnahe Gärtner raten von den blauen Gift-Köder, dem Schneckenkorn ab. Ein Grund: Die chemische Keule tötet quer Beet. Neben den fressfreudigen Nackt- sterben auch diverse Gehäuseschnecken.

Als biologische Schneckenjäger profilieren sich zunehmend kleine Fadenwürmer mit dem wissenschaftlichen Namen Phasmarhabditis hermaphrodita. Die fressen gezielt Nacktschnecken und machen ihnen innerhalb von einer halben Woche den Garaus.

Nematoden kriechen in die Atemlöcher der Nacktschnecken

Im Gartenfachhandel lassen sich die Tierchen bestellen. Sie gelten als natürliche Gegenspieler mehrerer Nacktschnecken-Arten. Lebend und gekühlt landen sie beim Gärtner. Dann werden diese lichtempfindlichen Nematoden mit dem Gießwasser abends verteilt. Das sollte bereits im Frühjahr einsetzen, wenn die Tiere aus der Erde kriechen, und monatlich wiederholt werden.

Sie suchen die Atemlöcher der Nacktschnecken, setzen sich darin fest und lassen die glitschigen Störenfriede verenden. Was von ihnen übrig bleibt, das ist wiederum der Nährboden neuer kleiner Fadenwürmer, die zur Jagd auf die nächste Nacktschnecken-Generation ansetzen.

THEMEN:   Schnecken Hausmittel Schädlinge


Autor Uwe Kraus

Über den Autor
Uwe Kraus

Als freiberuflicher Journalist kann Uwe bereits eine sehr lange und erfolgreiche Karriere vorweisen. Er schreibt für diverse Magazine und Tageszeitungen, ist Buchautor und verfasst regelmäßig interessante Artikel für unser Gartenmagazin.

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