Pflanzenwissen

Schwachzehrer: Definition, Pflegetipps und Fruchtfolge

Schwachzehrer besitzen im Vergleich zu Stark- und Mittelzehrern den geringsten Nährstoffbedarf und kommen daher auch mit nährstoffarmen Böden zurecht. Wir erklären, worauf es bei der Kultivierung von Schwachzehrern ankommt und welchen Stellenwert sie in der Fruchtfolge im Beet einnehmen.

·
Lesedauer: 3 Minuten · 0 Kommentare

Radieschen und Pfefferminze
Schwachzehrer wie Radieschen und Pfefferminze brauchen nur wenig Stickstoff im Erdboden
Inhaltsverzeichnis

Definition: Was sind Schwachzehrer?

Jede Pflanze benötigt unterschiedliche viele Nährstoffe, um gut und gesund gedeihen zu können. Vor allem Stickstoff spielt beim Wachstum eine wichtige Rolle. Obst- und Gemüsepflanzen, aber auch Kräuter und Blumen, werden dabei in Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer unterteilt. Im Gegensatz zu stark- und mittelzehrenden Pflanzen, benötigt die letzte Gruppe nur sehr wenig Stickstoff im Boden, um wachsen und Früchte ausbilden zu können.

Zu den Schwachzehrer zählen Pflanzen, die auch mit kargen Böden zurechtkommen, wie viele Kräuter und Blumen. Dazu gehören beispielsweise Bohnen, Erbsen, Feldsalat, Fenchel, Knoblauch, Portulak, Radieschen, Rucola, Schnittlauch, Topinambur und Zwiebeln. Grundsätzlich gilt, dass die Einteilung von Pflanze zu Pflanze variieren kann und die Übergänge zwischen Stark-, Mittel- und Schwachzehrern fließend sind.

Den Boden für Schwachzehrer vorbereiten

Das Auflockern der Erde im Beet gilt als hilfreich, um Gartenpflanzen möglichst schnell an ihren Standort zu gewöhnen. Als Faustregel gilt dabei, dass pro Quadratmeter rund zwei Liter reifer Kompost eingearbeitet werden sollte. Bei Schwachzehrern erfreut sich ein Substrat mit einer feinkörnigen und humusreichen Beschaffenheit an besonderer Beliebtheit. Direkt nach der Pflanzung ist ein erstes Angießen ratsam. Ab jetzt sollte keine Düngergabe mehr erfolgen.

Schwachzehrer richtig pflegen

Da Schwachzehrer äußerst genügsam sind, kommen sie ganz ohne zusätzliche Düngergaben zurecht. Der notwendige Stickstoffbedarf wird entweder durch Eigenproduktion gedeckt, oder umfasst solch geringe Mengen, dass die im Boden enthaltenen Nährstoffe ausreichen. Die Gabe von zusätzlichem Stickstoff würde zu einer Überbelastung der Pflanzen führen, was eine allgemeine Schwächung zur Folge hätte. Geschwächte Pflanzen zeigen sich wiederum besonders anfällig gegenüber Krankheitserregern und Schädlingen.

Unser Experten-Tipp:
Bei Spinat und Salat sollten Sie ein besonderes Augenmerk auf den jeweiligen Nährstoffbedarf legen. Denn eine Überdüngung führt in der Regel zur Einlagerung größerer Mengen Nitrat. Verzichten Sie möglichst auf die Verwendung frischer vorgedüngter Blumenerde, da diese meist schon zu nährstoffreich ausfällt.

Schwachzehrer in der Fruchtfolge

Krauter und Salat sind häufig Schwachzehrer
Viele Gartenkräuter und Salate zählen zu den Schwachzehrern

Pflanzen, die der Gruppe der Schwachzehrer angehören, stellen die letzte Einsaat im Kreislauf der Fruchtfolge dar. Insbesondere einjährige Kräuter wie Thymian, Currykraut, Koriander oder Kresse, die sich durch einen geringen Stickstoffverbrauch auszeichnen, ermöglichen dem Boden eine gewisse Regeneration. Hülsenfrüchte, wie unter anderem Erbsen oder Bohnen, tragen durch spezielle stickstoffbildende Bakterien-Symbiosen zur Verbesserung der Bodenbeschaffenheit bei.

Achtung: Schwachzehrer sind nicht für die Erstaussaat auf frisch angelegten Beeten oder Hochbeeten geeignet.

Unser Experten-Tipp:
Da die Übergänge zwischen Schwach- und Mittelzehrern bzw. zwischen Mittel- und Starkzehrern teilweise nicht eindeutig definiert sind, sollten Sie in erster Linie auf Ihre persönlichen Erfahrungswerte vertrauen.

Beispiel für eine klassische Fruchtfolge

1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr 4. Jahr
  • Ab Anfang Mai Starkzehrer pflanzen
  • Organischer Dünger im Herbst
  • Mittelzehrer pflanzen
  • Organischer Dünger im Herbst
  • Schwachzehrer pflanzen
  • Verbleibende Nährstoffe sind ausreichend
  • Boden mit Nährstoffen anreichern
  • Gründüngung besonders geeignet

Beispiele für Schwachzehrer

Gemüse / Salat Kräuter Zierpflanzen
  • Buschbohnen
  • Erbsen
  • Feldsalat
  • Fenchel
  • Knoblauch
  • Meerrettich
  • Portulak
  • Radieschen
  • Rüben
  • Rucola
  • Stangenbohnen
  • Topinambur
  • Zwiebeln
  • Bohnenkraut
  • Borretsch
  • Buchweizen
  • Dill
  • Kapuzinerkresse
  • Kerbel
  • Pfefferminz
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Schnittlauch
  • Wermut
  • Brennnesseln
  • Eberraute
  • Lavendel
  • Lilien
  • Ringelblume
  • Tagetes
  • Tulpen

THEMEN:   Pflanzenwissen


Autor Carina Staiger

Über den Autor
Carina Staiger

Nach Wirtschaftsabitur und Ausbildung hat sich Carina für das Leben als freie Texterin entschieden. Mit ihrem Fachwissen zu den unterschiedlichsten Gartenthemen berät und unterhält sie unsere Leser.

Gefällt Ihnen dieser Beitrag?

 
5.0 / 5 Sternen | 3 Bewertungen
Kommentare (0)

Noch keine Kommentare vorhanden. Seien Sie der Erste!