Wasserpflanzen

Seerosen richtig pflanzen und pflegen: Die wichtigsten Tipps

Seerosen zählen zu den beliebtesten Wasserpflanzen im heimischen Gartenteich. Wir geben Ihnen die wichtigsten Tipps, worauf Sie beim Pflanzen und Pflegen achten sollten, damit sie prächtig gedeihen, üppig blühen und viele Jahre Freude bereiten.

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Seerosenblüte im Teich
Weltweit gibt es circa 50 verschiedene Seerosenarten
Inhaltsverzeichnis

Wie werden Seerosen richtig gepflanzt?

Seerosen (Nymphaea) werden im Prinzip genauso gepflanzt, wie andere Pflanze im Garten auch. Das Beet ersetzt hier im Idealfall ein Pflanzkorb. Die Verwendung ist empfehlenswert, denn werden Seerosen frei auf den Teichboden gesetzt, wuchern sie extrem und sind nur mit hohem Aufwand zu bändigen.

Folgende Details und Vorgehensweise sollten Sie berücksichtigen:

  • Pflanzenvorbereitung: Abgeknicktes Blattwerk und beschädigte Triebe abschneiden. Alte, braune Wurzelteile entfernen und Jungwurzeln auf zehn Zentimeter einkürzen.
  • Pflanzkorb zu 2/3 mit Sand-Lehm-Gemisch füllen. Als Alternative bietet sich spezielles Seerosen-Substrat an.
  • Langzeitdünger hinzugeben, wie beispielsweise Hornspäne.
  • Wurzellose Seerose mit Rhizomen:
    Flach auf die Korbfüllung setzen und den Pflanzkorb mit Substrat oder einem Sand-Lehm-Gemisch auffüllen. Die Augen der Schösslinge müssen herausgucken.
  • Seerose ohne Rhizome:
    Wurzelstock gerade in den Boden stecken. Bis zu den ersten Triebansätzen mit Erde auffüllen und die Pflanze mehrmals leicht anheben und wieder senken. Dadurch werden auch die Luftkammern zwischen den Wurzeln aufgefüllt.
  • Auf die Erdoberfläche eine dickere Schicht aus grobem Kies verteilen. Dies sorgt für die Beschwerung, damit der Pflanzkorb am Teichboden bleibt und verhindert das Durchwühlen der Erde bzw. des Substrats durch Fische.

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Welche Größe sollte ein Pflanzkorb für Teich-Seerosen haben?

Die Größe des Pflanzkorbs sollte an die jeweilige Seerosen-Sorte sowie die Teichgröße angepasst sein. Für große Teiche mit einer Wassertiefe zwischen 70 und 120 Zentimeter sollten dementsprechend auch tiefwachsende Sorten gewählt werden. Diese brauchen mehr Platz für das Wurzelwachstum. Eine Pflanzkorbgröße zwischen 15 und 30 Litern Fassungsvermögen sollten Sie hier wählen.

Bei kleinen Gartenteichen mit einer Wassertiefe zwischen 20 und 50 Zentimeter sind flach wachsende Seerosen-Sorten zu wählen. Diese kommen mit einer Pflanzkorbgröße zwischen zwei und fünf Litern gut zurecht. Bei einer Wassertiefe zwischen 50 und 70 Zentimeter ist eine Korbgröße von zehn Litern angeraten.

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Wie werden Teich-Seerosen ins Wasser gesetzt?

Rhizom einer jungen Seerose
Rhizom einer jungen Seerose © Alter welt - Wikimedia | CC BY-SA 4.0

Wichtig ist, dass eine frisch gepflanzte Seerose nicht sofort in eine Tiefzone gesetzt wird. Sie muss sich langsam daran gewöhnen. Deshalb ist sie zuerst in den Flachbereich zu stellen, wo der Wasserstand zwischen zehn und 20 Zentimeter über der Erd- bzw. Substratoberfläche liegt. Bietet Ihr Teich keine passende Flachzone, stellen Sie im tieferen Gebiet eine Erhöhung hin, auf der Sie den Pflanzkorb platzieren können. Als Erhöhung sind beispielsweise Ziegelsteine oder ein umgedrehter Wäschekorb geeignet. Hier werden sie im wöchentlichen Rhythmus zehn bis 20 Zentimeter tiefer gesetzt, bis die finale Tiefe erreicht ist.

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Wann ist der beste Zeitpunkt zum Pflanzen von Seerosen?

Seerosen setzen Sie zwischen April und Mai in das Wasser. Dann haben sie ausreichend Zeit für das Festsetzen ihrer Wurzeln und können bis zum Blütezeitpunkt im Sommer viele schöne Blüten bilden. Zudem ist das Frühjahr der beste Zeitpunkt, damit sie sich für die Wintermonate stärken können.

Haben Sie Seerosen gekauft oder eigene Exemplare, die den Winter in einem frostfreien Winterquartier verbracht haben, sollten Sie mit dem Pflanzen in den Teich warten, bis das Wasser eine Temperatur von mindestens 20 Grad besitzt.

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Welcher Standort ist für Seerosen ideal?

Die meisten Seerosenarten brauchen viel Licht und Wärme. Ein sonniger bis absonniger Platz, an dem die Sonne zwischen fünf und sechs Stunden scheint, ist optimal. Sorten, die auch im Halbschatten oder gar Schatten gedeihen, sind selten erhältlich. Die Sorten "Berthold" und "Fritz Junge" gehören dazu.

Seerosen stellen zudem keinen großen Anspruch an die Wasserqualität. Sie kommt mit hartem Wasser ebenso gut zurecht wie mit weichem. Lediglich viel Sauerstoff im Wasser ist für Wasserpflanzen und ihr Wachstum von großer Bedeutung.

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Wie und wann werden Teich-Seerosen gedüngt?

Seerosen sind Starkzehrer. Das bedeutet, ihr Nährstoffbedarf ist hoch und dementsprechend zügig laugt die Erde aus, in der sie gepflanzt sind. Um Mangelerscheinungen vorzubeugen und eine optimale Versorgung zu gewährleisten, ist deshalb eine Düngung unerlässlich - vor allem bei der Korbpflanzung. Folgendes sollten Sie über das Düngen wissen:

  • Gedüngt wird immer im Frühjahr kurz vor oder nach Vegetationsbeginn
  • Nährstoffreicher Langzeitdünger reicht in der Regel für das ganze Jahr aus
  • Praktisch sind sogenannte Düngekegel zum Einstecken in die Erde oder das Substrat
  • Empfohlenes Produkt: Spezialdünger Wasser- und Teichpflanzen
  • Ausbleibende Blüte, gelbe Blattverfärbungen und Verfaulungen können auf einen Nährstoffmangel hinweisen - in diesem Fall nachdüngen
  • Letzte Düngung spätestens Ende August, damit die Seerosen im Herbst in die Winterruhe übergehen können

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Wie werden Seerosen richtig geschnitten?

Seerosenblätter
Nehmen die Seerosenblätter im Teich überhand, sollten Sie die Wasserpflanze auslichten

Grundsätzlich bedarf es einem Schneiden von Teich-Seerosen nur, wenn eine absolute Notwendigkeit vorliegt und die Blütenbildung gefördert wird. Dann gehen Sie folgendermaßen mit einer Rosen- oder Gartenschere vor:

  • Vergilbte oder verfaulte Pflanzenteile zügig abschneiden, da sie unnötig Nährstoffe ziehen
  • Abgestorbene Pflanzenteile im Frühjahr entfernen
  • Pflanzenteile abtrennen, an denen Schädlinge und Fress- oder Pilzspuren vorhanden sind (bei starkem Befall alle Blätter abschneiden)
  • Verwelkte Blüten entfernen (regt erneute Blütenbildung an)
  • Bei zu starkem Wachstum werden Seerosen vorsichtig ausgelichtet (eng stehende Triebe vor allem im Pflanzeninneren kappen, dann wachsen äußere Triebe wieder enger und platzsparender zusammen)
  • Überlappende Blätter abtrennen, damit darunter liegende Blätter nicht absterben
  • Auslichtungsschnitt ist auch angeraten, wenn die Blühfreude nachlässt
  • Zu Vermeidung einer Wucherung und damit zusammenhängenden Blütenrückgang: Zwischen Frühjahr und Ende August aus dem Korb herausragende Rhizome abschneiden
  • Bitte beachten: Kein Schneiden ab September, da dann keine ausreichende Zeit mehr besteht, um sich vom Schneiden noch vor Beginn der Winterruhe zu erholen und dementsprechend das Risiko hoch ist, geschwächt in den Winter zu gehen
Unser Experten-Tipp:
Damit Sie bei größeren Teichen vom Uferrand auch bis zur Wassermitte schneiden können, bietet ein Gartenschere mit Teleskopstange die ideale Lösung.

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Wie werden Seerosen überwintert?

Die meisten Seerosen aus dem Handel sind winterhart und verbleiben die kalte Jahreszeit über im Teich. Achten Sie aber darauf, dass die Sauerstoffversorgung gesichert ist. Das können Sie gegebenenfalls über eine Umwälz- oder spezielle Sauerstoffpumpe erreichen. Zudem sollte ein Gartenteich nie vollständig zufrieren. Auch hier ist ein Pumpenbetrieb vorteilhaft, weil das Wasser in Bewegung gehalten und deshalb ein Zufrieren erschwert wird. Zusätzlich können Sie beispielsweise Stroh- oder Pampasgrashalme senkrecht ins Wasser stellen. Auch diese verhindern das komplette Zufrieren.

Besitzen Sie exotische Seerosen aus den (Sub-)Tropen, sind diese in der Regel nicht frostfest. Diese müssen Sie Ende September aus dem Teich nehmen und an einem frostfreien, wärmeren Platz überwintern. Setzen Sie die Wasserpflanze in ein ausreichend tiefes Wassergefäß, wie beispielsweise ein Aquarium oder ein großer Mörteleimer. Die Wassertemperatur sollte zum Überwintern zwischen 23 und 25 Grad Celsius betragen. Zudem ist ein heller Standort wichtig.

Teichpumpen im Vergleich »

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Welche Schädlinge befallen Teich-Seerosen?

Seerosenzünsler
Der Seerosenzünsler oder Laichkraut-Zünsler ist ein Schmetterling, dessen Raupen sich überwiegend unter Wasser entwickeln © Aiwok - Wikimedia | CC BY-SA 3.0

Am häufigsten kommen Blattläuse und der Erdbeerkäfer samt Larven an Seerosen vor. Während beim Erdbeerkäfer und dessen Larven nur das konsequente Einsammeln hilft, können Sie Blattläuse mit einer Spülmittelbehandlung loswerden. So funktioniert es:

  • Füllen Sie einige Spritzer Spülmittel in ein mit Wasser gefülltes Behältnis und schütteln es gut durch
  • Benässen anschließend einen Schwamm mit der Lösung
  • Alle Blätter und Stiele oberhalb der Wasserfläche mit dem Schwamm abtupfen (die Lösung sollte dabei nicht ins Teichwasser gelangen)
  • Ein bis zwei Minuten warten und die Lösung mit einem sauberen Lappen wieder abwischen
  • Wiederholen Sie die Anwendung alle drei Tage für etwa zwei Wochen

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Was hilft gegen Seerosenzünsler?

Seerosenzünsler (Elophila nympheata) kommen zwar nicht sehr oft vor, aber sind sie da, legen sie massenhaft Eier ab, aus denen innerhalb weniger Tage fressgierige Raupen entstehen, die für massive Schäden an Teich-Seerosen und an manch Nachbarpflanzen sorgen. Das typische Schadbild umfasst etwa ab Juni löcherige Fraßspuren an den Schwimmblättern, was sich bis zum Skelett-Fraß entwickeln kann, bei dem lediglich die Blattadern stehenbleiben. Ovale Ausstanzungen an den Blatträndern sind ebenso typische Erkennungsmerkmale.

Ideal hilft dagegen der Einsatz von bestimmten Teichfischen, die Raupen verzehren. Dazu gehören vor allem die Goldorfe, das Moderlieschen und Elritze. Ein zusätzliches Abkeschern auf den Blattoberflächen und -unterseiten beschleunigt die Bekämpfung der Schädlinge.

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THEMEN:   Gartenteich Wasserpflanzen


Autor Romina Seilnacht

Über den Autor
Romina Seilnacht

Auf mein-gartenexperte.de kann Romina als gelernte Gärtnerin ihre Vorlieben für Garten, Pflanzen und Fotografie vereinen und unseren Lesern mit hilfreichen und interessanten Ratgebern die Gartenarbeit erleichtern.

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