Lagerung

Tipps: So bleiben Obst und Gemüse länger haltbar

Wenn Sie viel Obst und Gemüse in Ihrem Garten haben, kann es bei einer reichen Ernte passieren, dass Sie irgendwann gar nicht mehr wissen, wohin damit. Dann gilt es, die Ernte länger haltbar zu machen. Mit unseren Tipps bleiben Ihre geernteten Lebensmittel länger frisch!

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Frisches Obst und Gemüse aus dem Garten
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, damit Obst und Gemüse aus dem Garten länger frisch bleibt
Inhaltsverzeichnis

Warum ist das Haltbarmachen wichtig?

Saisonales Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten schont den Geldbeutel, da Sie es nicht auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt kaufen müssen. Es ist weder mit Pestiziden, noch mit anderen Schadstoffen belastet und daher sehr gesund. Außerdem hat es eine gute Ökobilanz, da es keine langen Wege hinter sich hat, so wie es bei exotischen Früchten der Fall ist.

Möchten Sie erst in das Gärtnern einsteigen, hilft Ihnen ein Saisonkalender für Obst und Gemüse beim Anbau und bei der Ernte. Er zeigt Ihnen, wann die verschiedenen Sorten geerntet werden können. Damit Sie auch in der kalten Jahreszeit noch Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten haben und das, was Sie nicht gleich verbrauchen können, nicht wegwerfen müssen, sollten Sie es haltbar machen. Das ist nachhaltig, schont das Budget und sorgt auch in der kalten Jahreszeit für Abwechslung auf dem Tisch.

Verschiedene Methoden für das Haltbarmachen

Für das Haltbarmachen gibt es verschiedene Methoden, die davon abhängen, um welches Obst oder Gemüse es sich handelt. Auch Ihre persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse spielen bei der Wahl der Methode eine Rolle. Einige Möglichkeiten sind schon fast in Vergessenheit geraten, doch kann es sich lohnen, sie auszuprobieren.

Gemüse in der Erdmiete lagern

Die Erdmiete ist eine ziemlich alte Methode zum Lagern von Gemüse und eignet sich, wenn Sie im Haus oder im Keller nur wenig Lagermöglichkeiten haben. Diese Form des Haltbarmachens stammt noch aus einer Zeit, in der es noch keine Kühlschränke gab.

Für eine Erdmiete heben Sie mit einem Spaten möglichst an einem halbschattigen Platz eine Grube aus. Zum Schutz vor Tieren, beispielsweise Wühlmäusen, sollten Sie ein Gitter aus feinmaschigem Draht auf den Boden und an die Seiten der Grube legen. Die Temperaturen in der Erdmiete liegen im Idealfall bei 2 bis 8 Grad Celsius. Mit einem Thermometer überwachen Sie die Temperatur. Damit das Gemüse keine Frostschäden erleidet, muss es bei Minusgraden aus der Miete genommen werden.

Auf den Boden der Miete kommt Sand als Drainageschicht. An den Seiten bringen Sie Stroh als Isolierung ein. Decken Sie auch als oberste Schicht Stroh auf das Gemüse. Mit einem Gitter bedecken Sie die Erdmiete, so dass Sie das Gemüse bei Bedarf und bei Frost bequem entnehmen können. Die Miete eignet sich nicht für jede Art von Gemüse. Gut geeignet ist sie aber für:

  • Möhren
  • Kartoffeln
  • Steckrüben
  • Pastinaken
  • Rote Bete
  • Kohlrabi

Das Gemüse kann über mehrere Monate in der Miete aufbewahrt werden.

Fermentieren - Herstellung von Sauerkraut

Wirsingkohl im Beet
Wirsing und andere Kohlarten lassen sich fermentieren und zu Sauerkraut verarbeiten

Die Herstellung von Sauerkraut aus Weißkohl oder Wirsingkohl ist eine alte Methode des Haltbarmachens und kann auch heute noch angewendet werden. Sie eignet sich auch für andere Kohlsorten wie Spitzkohl und Rotkohl. Die Grundlage der Herstellung von Sauerkraut ist die Milchsäuregärung. Der Kohl wird damit nicht nur haltbar, sondern auch gesund, da das fermentierte Gemüse für eine ausgewogene Darmflora sorgt und den Stoffwechsel ankurbelt. Zucker im Kohl wird in Milchsäure umgewandelt.

Die Herstellung von Sauerkraut gelingt mit wenigen Schritten:

  1. Den Kohl in feine Streifen hobeln oder schneiden,
  2. Mit Salz und auf Wunsch noch mit verschiedenen Gewürzen wie gehobeltem Ingwer, Chili, Kümmel oder Wacholderbeeren mischen.
  3. Die Mischung stampfen oder kneten, damit das Wasser austritt.
  4. Anschließend in luftdicht schließende, saubere Gläser füllen, die Sie zuvor am besten auskochen.
  5. Den Kohl darin fest einstampfen, das ausgetretene Wasser auffüllen und die Gläser fest verschließen. Achten Sie darauf, dass der Kohl vollständig mit Flüssigkeit bedeckt ist. Reicht die Flüssigkeit nicht aus, kochen Sie eine Salzlake, um aufzufüllen.
  6. Stellen Sie die Gläser in eine flache Schale und umwickeln Sie sie mit einem Handtuch. Bei der Gärung kann etwas Flüssigkeit aus den Gläsern auslaufen. Bei Zimmertemperatur sollte der Kohl mindestens drei bis vier Tage gären, bevor Sie ihn verwenden.

Diese Methode eignet sich auch für andere Gemüsesorten, beispielsweise für Möhren.

Einlegen von Gemüse - lange Haltbarkeit und saurer Geschmack

Gemüse einkochen oder einlegen
Viele Gemüsesorten lassen sich einlegen oder einkochen

Verschiedene Gemüsesorten können Sie in einer Marinade sauer einlegen. Dafür gibt es verschiedene Rezepte. Klassische Beispiele sind saure Gurken, Salzgurken, Senfgurken oder Gewürzgurken. Auch andere Gemüsesorten wie Paprika, Bohnen oder Tomaten lassen sich so haltbar machen. Zumeist wird ein Sud mit Essig und verschiedenen Gewürzen wie Senfkörnern, Piment, Lorbeerblättern und Wacholderbeeren gekocht. Es gibt aber auch Varianten, bei denen Sie den Sud nicht kochen müssen.

Dörren von Obst und Gemüse

Zum Dörren von Obst und Gemüse können Sie einen speziellen Dörrautomaten verwenden, den Sie in verschiedenen Varianten und Größen erhalten. Alternativ dazu gelingt diese Methode auch im Backofen mit leicht geöffneter Ofenklappe und niedriger Temperatur. Das Dörrgut schneiden Sie in dünne, gleichmäßige Scheiben und legen es in den Automaten oder auf ein Backblech. Beim Dörren wird dem Obst oder Gemüse Flüssigkeit entzogen, es wird getrocknet. Abhängig vom Dörrgut erfolgt der Prozess über unterschiedliche Zeiten. Bei einem Automaten stellen Sie die entsprechende Temperatur ein.

Zum Dörren eignen sich besonders:

  • Pilze
  • Pflaumen
  • Aprikosen
  • Äpfel
  • Tomaten

Das gedörrte Obst oder Gemüse können Sie in Wasser einlegen und dann kochen. Pflaumen, Aprikosen oder Apfelscheiben sind auch eine leckere Füllung für Gänse- oder Entenbraten. Auch Steckrüben, rote Bete, Möhren, Knollensellerie oder Pastinaken sind zum Dörren geeignet, wenn sie in dünne Scheiben geschnitten werden. Sie sind ein leckerer Snack zum Knabbern.

Einkochen - ein echter Klassiker

Ein echter Klassiker zum Haltbarmachen von Obst und Gemüse ist das Einkochen, für das Sie unbedingt hygienisch saubere Gläser mit einem Schraubdeckel oder spezielle Einkochgläser mit Gummiring verwenden sollten. Über mindestens ein Jahr bleibt das Obst oder Gemüse so haltbar.

Zum Einkochen füllen Sie das Obst oder Gemüse in die Gläser und geben Wasser darauf. Die gut verschlossenen Gläser stellen Sie in einen Einkochtopf, in den Sie Wasser füllen. Auf dem Herd bringen Sie das Wasser zum Kochen. Daran schließt sich die Einkochzeit an, die sich je nach Art von Obst und Gemüse unterscheidet.

Obstsorten wie Erdbeeren oder Äpfel brauchen nur eine Einkochzeit von ca. 10 Minuten, während die Einkochzeit bei Bohnen bei circa zwei Stunden liegt. Mit einem Einkochautomaten, den Sie an die Steckdose anschließen und der sich von selbst abschaltet, wenn die eingestellte Einkochzeit erreicht ist, erleichtern Sie sich die Arbeit.

Entsaften von Obst oder Gemüse

Frisch gepresster Karottensaft
Nicht nur Orangen, auch aus Karotten lässt sich leckerer Saft pressen

Entsaften ist eine Möglichkeit des Haltbarmachens, wenn Sie einen Dampfentsafter oder einen Einkochautomaten verwenden und den heißen Saft sofort in saubere Flaschen abfüllen. Die Flaschen verschließen Sie sofort, damit der Saft haltbar bleibt. Zum Entsaften eignen sich alle Obstsorten, aber auch verschiedene Gemüse wie Tomaten oder Paprika.

Obst und Gemüse einfrieren

Eine schnelle und einfache Methode des Haltbarmachens ist das Einfrieren im Gefrierschrank. Sie benötigen dafür Gefrierbeutel oder dicht schließende Gefrierdosen. Das gewaschene und geputzte Obst oder Gemüse schneiden Sie in kleine Stücke und geben es in die Gefrierbeutel, die Sie verschließen. Beerenobst können Sie auch im Ganzen einfrieren. Verschiedene Gemüsesorten wie Bohnen sollten Sie vor dem Einfrieren blanchieren, indem Sie kochendes Wasser darüber gießen. Eingefroren bleiben die meisten Obst- und Gemüsesorten oft mehrere Monate lang haltbar und wichtige Vitamine werden geschont.

THEMEN:   Gemüse Obst


Autor Romina Seilnacht

Über den Autor
Romina Seilnacht

Auf mein-gartenexperte.de kann Romina als gelernte Gärtnerin ihre Vorlieben für Garten, Pflanzen und Fotografie vereinen und unseren Lesern mit hilfreichen und interessanten Ratgebern die Gartenarbeit erleichtern.

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