Unkrautbekämpfung

Disteln entfernen: So bekämpfen Sie das Unkraut im Garten

Disteln kommen meist ungewollt im Garten vor. Aufgrund seiner Dornen ist das Unkraut in aller Regel recht unbeliebt bei Gartenbesitzern. Zudem entzieht es mit seinen großen Blättern anderen Pflanzen Licht und Nährstoffe. Wir geben Ihnen einen Überblick darüber, welche Methoden sich zur effektiven Bekämpfung von Disteln eignen.

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Blühende Distel im Garten
Distel ist kein eindeutiger botanischer Name, sondern ein Namensbestandteil verschiedener Arten und Gattungen der Carduoideae, einer Unterfamilie der Korbblütler
Inhaltsverzeichnis

Disteln sind Tiefwurzler

Damit Ihnen die vollständige Entfernung von Disteln in Ihrem Garten gelingt, kommt es vor allem auf deren Wurzeltiefe an. Während die Wurzeln bei kleineren Disteln durchschnittlich 15 bis 25 Zentimeter in die Tiefe ragen, reichen diese bei größeren Exemplaren bis zu 50 bis 80 Zentimeter in die Erde. Bei älteren Disteln erreichen die Wurzeln hingegen eine Tiefe von bis zu zwei Meter.

Über Wurzeln erhalten Disteln wie andere Pflanzen den nötigen Halt sowie alle notwendigen Nährstoffe. Da die Wurzeln gleich mehrere Ausläufer bilden können, ist eine schnelle Vermehrung des Unkrauts wahrscheinlich. Sofern einzelne Teile der Wurzel in der Erde verbleiben, entsteht daraus bereits kurze Zeit später eine neue Distel.

Disteln bekämpfen - diese Möglichkeiten gibt es

Disteln gelten als sehr widerstandsfähig, weshalb lediglich wenige Mittel zur Bekämpfung infrage kommen. Zudem kann die Wirksamkeit einzelner Substanzen je nach Boden und Pflanze unterschiedlich ausfallen. Nachfolgend finden Sie mehrere Methoden, die sich für die Bekämpfung von Disteln eignen.

Disteln vollständig ausstechen

Die vollständige Entfernung von Disteln inklusive Wurzel gilt als am wirksamsten, um Ihren Garten auf lange Sicht vor diesem Unkraut zu schützen. Verwenden Sie hierfür keinesfalls einen Spaten, da somit das Risiko besteht, empfindliche Wurzelausläufer abzutrennen. In diesem Fall entstehen schon bald neue Disteln.

Weitaus besser geeignet sind spezielle Unkraut- oder Distelstecher mit welchen sich eine trichterförmige Röhre aus dem Erdreich ausheben lässt. Bestenfalls gelingt hiermit die vollständige Entfernung der Wurzel. Somit können Sie sichergehen, dass die Distel auf lange Sicht entfernt ist. Indem Sie beim Ausstechen etwas Druck auf die Pflanze ausüben, erleichtert dies das Herausziehen der Wurzeln ungemein. Diese Vorgehensweise ist vor allem bei kleinen bis mittelgroßen Exemplaren geeignet.

Achtung: Das bloße Herausziehen schafft nur für kurze Zeit Abhilfe. Denn dabei verbleiben Teile der Wurzel im Erdboden, aus welchen sich bereits kurze Zeit später eine neue Pflanze bildet.

Das Ausstechen von Distelwurzeln erfordert aufgrund der Wurzeltiefe häufig reichlich Geduld und Ausdauer. Der richtige Zeitpunkt kann Ihnen die Arbeit jedoch erheblich erleichtern. Daher empfiehlt es sich, mit dem Ausstechen der Distel bis nach einem kräftigen Regenschauer abzuwarten. Denn wenn die Erde weicher ist und die Wurzeln somit weniger Halt finden, lassen sich diese leichter entfernen.

Entsorgen Sie bereits ausgestochene Disteln keinesfalls über den Komposthaufen. Dies könnte schlimmstenfalls dazu führen, dass sich die robusten Wurzeln nach dem Ausbringen des Komposts erneut austreiben. Alternativ empfiehlt sich hingegen die Entsorgung über die Bio-Tonne.

Unser Experten-Tipp:
Verwenden Sie stets dicke Arbeitshandschuhe, um Verletzungen durch die teils sehr schmerzhaften Dornen vorzubeugen.
Distelblüte mit Insekten
Disteln sind insektenfreundliche Blumen und sollten daher nur bekämpft werden, wenn es wirklich nötig ist

Hausmittel gegen Disteln

Möchten Sie Ihre Disteln mit Hausmittel bekämpfen, kann sich eine Mischung aus Salz und Essig als wirksam erweisen. Ein Mischungsverhältnis aus 200 Milliliter Essig und 100 Gramm Salz reicht normalerweise aus. Geben Sie das Gemisch mit einem Pinsel oder einer Sprühflasche direkt auf die Distel und lassen Sie eine geringe Menge in die Erde sickern.

Unser Experten-Tipp:
Am wirkungsvollsten erweist sich die Behandlung in der heißen Mittagssonne, wenn die Wirkung der Flüssigkeit durch Verdunsten noch verstärkt wird, und unter Umständen sogar das Blattwerk verbrennt.

Zwar entfaltet dieses Hausmittel bereits nach kürzester Zeit seine Wirkung, jedoch bringt der Einsatz auch zahlreiche Nachteile mit sich:

  1. Die Flüssigkeit dringt nicht allzu tief zum Wurzelwerk vor.
  2. Das Salz-Essig Gemisch zerstört lediglich kleine Disteln mit einfachem Wurzelwerk.
  3. Die Flüssigkeit kann das Erdreich schnell übersäuern.

Wichtig: Das Ausbringen selbst hergestellter Unkrautvernichtungsmittel ist in zahlreichen Regionen untersagt und teilweise sogar strafbar.

Rasen mähen zur Distelbekämpfung

Durch regelmäßiges Mähen ist es möglich, die Ausbreitung von Disteln durch Aussamen zu unterbinden und die Pflanze nachhaltig zu schwächen. Hierfür ist es erforderlich, beim Mähen auch die Blätter der Pflanze zu erwischen. Hat die Pflanze die Schnitthöhe des Rasenmähers noch nicht erreicht, kann es sich als hilfreich erweisen, diese gezielt zu düngen. Um Erfolge zu erzielen, empfiehlt es sich, den Rasen zwei bis dreimal pro Woche gründlich zu mähen.

Wie erfolgreich sich das Abmähen von Disteln erweist, hängt von der Beschaffenheit der jeweiligen Pflanze ab. Bei großen Disteln mit dicken Stielen ist der Erfolg häufig größer als bei kleineren Exemplaren.

Unser Experten-Tipp:
Wässern Sie den Rasen vor und nach dem Mähen gründlich. Ist das Wasser erst einmal in die hohlen Stiele eingedrungen, beginnt die Pflanze zu faulen. Mit der Zeit breitet sich der Fäulnisprozess auf die gesamte Wurzel aus, bis die Distel letztendlich abstirbt.
Distelsamen
Nach der Blüte entwickeln sich die Distelsamen, die für eine weitere Vermehrung sorgen

Chemische Mittel gegen Distelpflanzen

Die Anwendung von chemischen Mitteln stellt im Garten generell ein Risiko dar. Denn häufig wirken sich diese neben der gewünschten Pflanze auch auf benachbarte Pflanzen aus. Des Weiteren dringen die Chemikalien über das Gießwasser in das Erdreich ein, wodurch die Gefahr weiterer Folgeschäden entsteht. Zusätzlich steigt das Risiko, selbst gesundheitsschädliche Folgen zu erleiden. Sofern Sie sich für den Einsatz von Pflanzenvernichtungsmitteln entscheiden, sollten Sie diese unbedingt gemäß der Herstellerempfehlung verwenden.

Da die Anwendung chemischer Mittel keinesfalls biologischer Natur ist, sollten Sie deren Einsatz stets sorgfältig abwägen. Denn Disteln sind sehr robust, weshalb es passieren kann, dass sich zahlreiche Substanzen nur als mäßig wirksam zeigen. Häufig wird lediglich das grüne Blattwerk der Pflanze zerstört, die Wurzel selbst bleibt bestehen und beginnt bereits wenig später neu auszutreiben.

Die Behandlung gestaltet sich außerdem meist als langwierig. Eine Anwendung reicht daher in der Regel nicht aus. Um Disteln erfolgreich bekämpfen zu können, sind erfahrungsgemäß mehrere Wiederholungen notwendig.

Unser Experten-Tipp:
Als wirksam erweist sich häufig der Einsatz von Mitteln, deren Wirksamkeit sich speziell gegen Rasenunkräutern richtet. Der Rasen bleibt dabei unbeschadet, da sich dessen Stoffwechsel im Vergleich zum unliebsamen Unkraut deutlich unterscheidet. Wird die empfohlene Dosis eingehalten, kann die gesamte Pflanze vernichtet werden.

Erneutes Aussamen verhindern

Neben dem Entfernen der hartnäckigen Wurzeln, gilt es auch, die Verbreitung über die Distelsamen zu verhinden. Befindet sich die Distel kurz vor der Samenreife, sollten Sie die obere Pflanzenmasse daher vollständig abschneiden, um die Aussamung zu unterbinden.

Disteln als Zierpflanzen im Garten nutzen

Befinden sich Disteln an einer Stelle, an der sie niemanden beeinträchtigen, lassen sich diese ideal als Zierpflanzen einsetzen. Neben ihrem durchaus attraktiven Erscheinungsbild erweisen sich Disteln auch als willkommene Nahrungsquelle für Insekten. Zur Vorbeugung einer explosionsartigen Vermehrung ist es zu empfehlen, die Blüten vor dem Aussamen sorgfältig abzuschneiden.

Mehr zum Thema: Tipps für einen tier- und insektenfreundlichen Garten

THEMEN:   Hausmittel Unkraut Unkrautbekämpfung


Autor Carina Staiger

Über den Autor
Carina Staiger

Nach Wirtschaftsabitur und Ausbildung hat sich Carina für das Leben als freie Texterin entschieden. Mit ihrem Fachwissen zu den unterschiedlichsten Gartenthemen berät und unterhält sie unsere Leser.

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