Rasensaat

Rasen säen und anlegen - Anleitung und Tipps

Ein gut gepflegter, grüner Rasen ist der Stolz eines jeden Gartenbesitzers. Wer nicht auf einen fertigem Rollrasen zurückgreifen möchte, muss bei der Wahl der Rasensamen, dem Aussäen und der anschließenden Pflege einiges beachten. Mit unserer ausführlichen Anleitung samt wertvoller Tipps legen Sie Ihren neuen Rasen erfolgreich an.

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Rasen säen und anlegen
Mit unseren Tipps erhalten Sie einen schön gewachsenen Rasen
Inhaltsverzeichnis

Planung der neuen Rasenfläche

Grundvoraussetzung für einen schönen Rasen ist ein gut vorbereiteter Boden. Beim Anlegen der Fläche sollten Sie berücksichtigen, dass Ihnen Steine, Bäume und kleinere Unebenheiten die spätere Rasenpflege erschweren könnten. Daher bietet es sich an, solche Schwierigkeiten nach Möglichkeit zu umgehen bzw. zu beseitigen.

Eine Rasenfläche sollte fortwährend gepflegt und vor allem regelmäßig gemäht werden. Im Durchschnitt kommt man im Jahr auf 15 bis 20 Mähvorgänge. Daher sollten auch die Ränder der Fläche wohlüberlegt sein. Beliebt sind beispielsweise Rasenkantensteine - diese sehen schön aus und erleichtern das Befahren mit dem Rasenmäher.

Wahl der Rasensaat

Einer der wichtigsten Faktoren für eine gesunde Grünfläche ist die Wahl der richtigen Rasensamen. Dabei müssen Sie nicht nur auf deren Qualität, sondern auch auf den Verwendungszweck achten.

Wenn Sie Samen von minderer Qualität verwenden, riskieren Sie später auftretende Rasenkrankheiten, da billiges Saatgut häufig mit Pilzen infiziert ist. Welche Erkrankungen auftreten können, lesen Sie in unserem Ratgeber Rasenkrankheiten - Tipps zur Erkennung und Bekämpfung. Investieren Sie daher lieber etwas mehr Geld und kaufen Sie hochwertige Rasenmischungen.

Je nach Lage, Art der Beanspruchung und Verwendungszweck, sollten Sie die passende Rasensaat wählen. Bevorzugen Sie einen englischen Rasen oder soll die Fläche später als Spielplatz für die Kinder dienen? Ist das Gras vorwiegend der prallen Sonne ausgesetzt oder liegt es ganztägig im Schatten?

Es wird grob zwischen vier verschiedenen Rasentypen unterschieden:

  • Gebrauchsrasen
    bietet eine mittlere Trittfestigkeit und einen dichten Graswuchs
  • Spielrasen
    bietet eine hohe Trittfestigkeit und eine gute Regeneration
  • Sportrasen
    bietet eine sehr hohe Trittfestigkeit und eine gute Regeneration
  • Zierrasen
    bietet eine niedrige Trittfestigkeit und einen sehr dichten Graswuchs

Darüber hinaus gibt es noch weitere Rasenarten, die für anspruchsvollere Bedingungen geeignet sind. Darunter fallen beispielsweise:

  • Schattenrasen
  • Dürreresistenter Trockenrasen
  • Parkplatz und Schotterrasen

Übrigens: Eine Rasensaat wird immer als Rasenmischung verkauft. Statt nur einer Grassorte sind grundsätzlich 3 bis 5 unterschiedliche Sorten enthalten, um die versprochenen Eigenschaften gewährleisten zu können. Eine Übersicht der gängigen Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) sowie eine Beispieltabelle zur Einschätzung der benötigten Saatmenge finden Sie im Ratgeber Schöner Rasen durch die richtige Rasensaat.

Aussaat - Vorbereitung, Zeitpunkt und Temperatur

Vor der Aussaat sollte der Boden sorgfältig planiert werden, da die Rasenpflege durch Unebenheiten deutlich erschwert wird. Ferner darf die Fläche vor der Aussaat nicht zu trocken sein. Es ist daher sehr wichtig, dass der Boden einige Tage zuvor ausreichend gegossen wird. Auch danach möchte die frische Saat regelmäßig, aber nicht zu viel, gewässert werden.

Weiterhin muss der Zeitpunkt zum Aussähen gut gewählt sein. Der junge Rasen ist unbedingt vor Frost zu schützen, da er sonst erfriert. Ein Anpflanzen der Rasensamen kann also erst dann erfolgen, wenn in den folgenden zwei bis drei Wochen keine kalten Temperaturen unter 10 Grad zu erwarten sind. Ein guter Zeitraum ist daher im Frühjahr zwischen März und Mai.

Wie viel Rasensamen pro Quadratmeter ausgesät werden sollten, erfahren Sie in der Beschreibung des Saatguts. Die dort angegebene Menge liegt bei sehr guten Mischungen bei rund 20 bis 25 Gramm pro Quadratmeter.

Aussäen kann man übrigens per Hand, was die Saat recht ungleich verteilt, per Handstreuer oder sehr gleichmäßig per Streuwagen.

Rasen nicht betreten

Die in den Rasenmischungen enthaltenen Grassamen haben häufig unterschiedliche Keimzeitpunkte. Daher kann es vorkommen, dass zwar bereits erste Sprösslinge sichtbar sind, andere Samen allerdings noch ein paar Wochen zum Austreiben benötigen.

In dieser Zeit sollten Sie die Fläche möglichst nicht betreten oder anderweitig belasten, um keine der jungen Rasenpflanzen zu zertreten. Eine ungleichmäßige Rasenfläche könnte anschließend der Fall sein.

Bewässerung der Rasenfläche

Damit sich die jungen Rasenpflanzen gut entwickeln können, ist eine ausgewogene Bewässerung der gesamten Fläche notwendig. Achten Sie darauf, dass der Erdboden weder zu trocken noch zu nass ist.

Vermeiden Sie in den Sommermonaten die Beregnung während der Mittagszeit, da die Sonne zu diesem Zeitpunkt am kräftigsten ist und das Wasser schnell verdunstet. Die Wassertropfen auf den Halmen können außerdem dazu führen, dass die Pflanzen regelrecht verbrennen. Es empfiehlt sich daher, das Gießen in die Morgen- und Abendstunden zu verlegen.

Unser Experten-Tipp:
Sollten Sie keine Zeit für eine regelmäßige Bewässerung haben, können Sie diese Arbeit durch einen Bewässerungscomputer und daran angeschlossene Beregnungsanlagen wie bspw. Rasensprenger erledigen lassen.

In unserem Ratgeber Rasenbewässerung - So bewässern Sie Ihren Rasen optimal finden Sie weitere Tipps zur optimalen Wasserversorgung im Garten.

Mähen und Schneiden

Haben die neuen Rasenpflanzen eine Höhe von circa 6 bis 7 Zentimetern erreicht, können Sie das erste Mal mähen. In der Regel ist dies nach 3 bis 4 Wochen der Fall. Grundsätzlich sollte dabei nicht mehr als ein Drittel der Halmlänge gekürzt werden, damit den Rasenpflanzen noch ausreichend Kraft zur Vegetation bleibt.

Sie können die Schnitthöhe Ihres Rasenmähers daher bedenkenlos auf die empfohlenen 4 Zentimeter für Gebrauchsrasen einstellen. Verwenden Sie für die ersten Mähvorgänge am besten einen Fangkorb, damit keine Schnittreste die jungen Pflanzen am Wachsen behindern können.

Sobald sich der Rasenteppich fertig entwickelt hat, können Sie auf Mulchen umsteigen oder das Mähen einem Mähroboter überlassen.

Unser Experten-Tipp:
Achten Sie auch bei der späteren Rasenpflege immer darauf, den Rasen nicht zu kurz zu mähen, da er sonst an sehr heißen Tagen ausbrennen bzw. während einer Trockenperiode eingehen würde.

Falls Sie es auch zeitlichen Gründen länger nicht geschafft haben den Rasen zu kürzen, so sollte dies dann schrittweise erfolgen. Lesen Sie hierzu auch unsere Tipps, um langen Rasen nach dem Urlaub zu mähen.

Weitere Rasenpflege

Haben sich die jungen Pflänzchen gut entwickelt und ist ein geschlossener Rasenteppich entstanden, steht die weitere Pflege an. Diese umfasst vor allem die Beseitigung von Unkraut und Moos, welches sich mit der Zeit bilden kann. Bei kleineren Rasenflächen lassen sich diese noch per Hand jäten, bei größeren ist der Einsatz eines Vertikutierers hilfreich. Er beseitigt die unerwünschten Pflanzen und sorgt damit für eine bessere Belüftung der Rasenwurzeln. Auch gelegentliches Düngen kann das Wachstum positiv beeinflussen.

Zusammenfassung - Schritt für Schritt-Anleitung

Der optimale Zeitraum, um eine Rasenfläche komplett neu anzulegen, ist im Frühjahr - je nach Temperatur und Witterung zwischen März und Mai. Ideal ist dabei eine Bodentemperatur ab rund 10 °C.

Folgende Schritte sind beim Anlegen eines Rasens hilfreich

  1. Zunächst muss die Fläche von Unkraut befreit und umgegraben werden.
  2. Anschließend sollten Sie den Boden begradigen und große Stein- und Erdbrocken beseitigen, da diese später beim Mähen stören würden. Außerdem können große Steine dazu beitragen, dass sich das Gras eventuell nicht gleichmäßig ausbreitet. Bei Bedarf kann die Erde zusätzlich gesiebt werden, um auch ganz kleine Steinchen zu entfernen.
  3. Wässern Sie den Erdboden einige Tage vor dem Säen, um eine optimale Grundlage für die Samen zu schaffen.
  4. Danach erfolgt die Aussaat des Rasens. Streuen Sie dabei auch eine kleine Schicht Erde über die Körner, damit sie vor Vögeln ausreichend geschützt sind.
  5. Vermeiden Sie es, die Rasenfläche in den nächsten drei bis vier Wochen zu betreten oder anderweitig zu beanspruchen.
  6. Sorgen Sie in den Wochen danach für eine ausreichende Bewässerung, damit die kleinen Pflanzen gedeihen können.
  7. Ab 6 bis 7 Zentimetern Halmlänge können Sie den jungen Rasen das erste Mal auf ca. 4 Zentimeter kürzen.
  8. Sollte es zur Bildung von Unkraut kommen, so muss dieses umgehend entfernt werden, damit sich der neue Rasen ungehindert entwickeln kann.

Kosten von Rasensaatgut

Die Kosten für einen neu angelegten Rasen variieren je nach Qualität der verwendeten Rasensamen und natürlich der Größe der Fläche. Ein Kilogramm Saatgut kostet zwischen 3 und 20 Euro, wobei teurere Mischungen nicht unbedingt hochwertiger sein müssen.

In der Produktbeschreibung des Saatguts finden Sie die empfohlene Aussaatmenge pro Quadratmeter. Hier offenbart sich häufig auch der Unterschied zwischen schlechten und guten Rasensamen. Während Sie bei einer hochwertigen Saatmischung im Schnitt mit 20 bis 25 g Samen pro Quadratmeter auskommen, liegt die benötigte Menge bei Billigsaat erheblich höher.

Unser Experten-Tipp:
Achten Sie beim Kauf von Rasensamen nicht nur auf den Kilopreis, sondern vor allem auf die benötigte Menge pro Quadratmeter. Ansonsten kann eine vermeintlich günstige Mischung letztendlich teurer sein, als ein hochwertiges Produkt.

Tags: Bewässerung Rasen Rasenpflege Rasensaat


Autor Romina Seilnacht

Über Romina Seilnacht

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