Rasenkrankheiten

Rasenkrankheiten - Tipps zur Erkennung und Bekämpfung

Jeder Gartenbesitzer wünscht sich einen schönen, gesunden Rasen. Doch je nach Jahreszeit können unterschiedliche Rasenerkrankungen auftreten, die in den meisten Fällen durch unschöne Verfärbungen oder kahle Stellen auffallen. Wir erklären Ihnen, wie Sie die häufigsten Rasenkrankheiten frühestmöglich erkennen und effektiv behandeln können, damit Ihr Rasen schnell wieder herrlich grünt.

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Rasenkrankheiten - Tipps zur Erkennung und Bekämpfung
Rasenkrankheiten gibt es viele - so erkennen und bekämpfen Sie sie
Inhaltsverzeichnis

Entstehung und Behandlung von Rasenkrankheiten

Die meisten Rasenkrankheiten entstehen durch eine fehlende oder falsche Versorgung von Nährstoffen. Auch eine schlechte Belüftung des Erdbodens und der Wurzeln, unausgeglichene Bewässerung, ein falscher Rasenschnitt oder gar die Witterung können Rasenkrankheiten auslösen.

Häufig handelt es sich um Pilzbefall in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Aber auch Schädlinge können dem Rasen zusetzen. Um eines vorwegzunehmen: Bei fast allen Pilz-Rasenerkrankungen ist die Prophylaxe sowie Behandlung ähnlich.

  • Sorgen Sie für eine ausreichende Belüftung des Bodens, bspw. durch (halb-)jährliches vertikutieren oder aerifizieren. Sanden Sie ggf. den Untergrund.
  • Entfernen Sie Laub und grobe Mähreste, damit die Grashalme ausreichend Licht und Sauerstoff erhalten.
  • Mähen Sie regelmäßig und kürzen Sie den Rasen dabei auf maximal 1/3 der Halmlänge.
  • Mulchen Sie, um dem Gras durch den feinen Rasenschnitt Nährstoffe zurückzuführen.
  • Stellen Sie eine optimale Bewässerung der Rasenflächen sicher, bzw. durch den Einsatz eines Bewässerungscomputers und daran angeschlossener Rasensprenger.
  • Verwenden Sie für Neuanlage und Nachsaat ausschließlich hochwertige Rasensorten, die zur Fläche passen. Also bspw. Schattenrasen in Bereichen mit wenig Sonnenlicht.
  • Führen Sie dem Boden bei Bedarf durch ausgewogenes Düngen zusätzliche Nährstoffe zu.

Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber 5 Experten-Tipps für einen gesünderen Rasen.

Rotspitzigkeit

Rasenkrankheit Rotspitzigkeit
Ist der Rasen von einem rosa bis rötlichen, nadelähnlichen Pilzgeflecht befallen, handelt es sich um Rotspitzigkeit

Zu den bekanntesten Rasenkrankheiten zählt die Rotspitzigkeit. Ist der Rasen stark befallen, so kann dieser im ungünstigsten Fall sogar komplett absterben. Bei einem normalen Krankheitsverlauf erholt sich der befallene Rasenabschnitt jedoch schnell wieder.

Symptome der Rotspitzigkeit

Die Rotspitzigkeit können Sie an dem rosa bis rötlichen, nadelähnlichen Pilzgeflecht erkennen, welches sich oben auf den Halmen ausbreitet. Im fortgeschrittenen Stadium können die Halme durch das Pilzgeflecht verkleben. Die Erkrankung beginnt durch kleine, bräunliche Stellen im Rasen. Sie tritt vorwiegend dann auf, wenn der einen Stickstoffmangel besitzt, falsch bewässert oder aber nicht gedüngt wurde. Auch eine zu hohe (Luft-) Feuchtigkeit kann ursächlich für die Rotspitzigkeit sein.

Bekämpfung von Rotspitzigkeit

Um den Pilzbefall gar nicht erst entstehen zu lassen, empfehlen wir einen stickstoff- sowie kaliumhaltigen Rasendünger, der einen etwaigen Nährstoffmangel ausgleicht. Mit Hilfe eines Vertikutierers oder Aerifizierers können Sie den Boden zusätzlich auflockern und für eine bessere Belüftung sorgen.

Zudem sollten Laub- oder Mähreste, bspw. mittels eines Laubsaugers, entfernt werden, da diese dem Rasen zusätzlich Sauerstoff und Licht entziehen. Längere Grashalme sind darüber hinaus weniger anfälliger für Rotspitzigkeit, so dass Sie Ihre Rasenflächen nicht zu kurz schneiden sollten.

Krankheitsart Pilzbefall
Jahreszeit ganzjähriger Befall
vorwiegend März bis Oktober
bei Temperaturen zwischen 5 und 30 °C
Symptome gelblich bis bräunliche Grashalme
rosa bis rötliches Pilzgeflecht
Bekämpfung Rasenschnitt und Laub entfernen
vertikutieren / aerifizieren
stickstoff- sowie kaliumhaltigen Rasendünger verwenden

Schneeschimmel

Rasenkrankheit Schneeschimmel
Schneeschimmel ist meist im Frühjahr an den braunen Flecken und Kreisen identifizierbar

Beim Schneeschimmel handelt es sich ebenfalls um eine Pilzerkrankung. Er tritt hauptsächlich in der kühleren Jahreszeit (im Frühjahr oder Herbst) auf und kann sich bei einer Außentemperatur von 10 °C gut entwickeln.

Symptome von Schneeschimmel

Ist der Rasen von dieser Pilzerkrankung betroffen, dann entstehen kleine, dunkelbraune oder orangefarbene Flecken im Rasen. Im Laufe der Zeit werden diese größer und breiten sich aus. Darüber hinaus können Sie den Schneeschimmel auch am nassen Gras, welches mit einem Schleimfilm überzogen ist, erkennen.

Bekämpfung von Schneeschimmel

Der Schnellschimmel kann nur bei Temperaturen bis zu 20 Grad Celsius überleben. Bei höheren Außentemperaturen stirbt er ab. Es empfiehlt sich den Rasen danach zu vertikutieren und die kahlen Stellen neu einzusäen. Dieser Pilzerkrankung kann ebenfalls mit ausreichend Licht und Luft sowie einer guten Saatqualität vorgebeugt werden.

Mehr über diese Rasenkrankheit erfahren Sie im Ratgeber Schneeschimmel: Wintertipps für Ihren Rasen.

Krankheitsart Pilzbefall
Jahreszeit vorwiegend September bis März
meist im Frühjahr erkennbar
Symptome dunkelbraune oder orangefarbene runde Flecken
erst 3 bis 4 cm groß, später bis zu 30 cm
Bekämpfung ab 20 °C heilt der Rasen von selbst
vertikutieren und neuen Rasen sähen
für ausreichend Belüftung sorgen
ggf. düngen

Hexenringe / Feenringe

Rasenkrankheit Hexenringe / Feenringe
Pilzkreise auf der Rasenfläche deuten auf Hexenringe hin

Die sogenannten Hexenringe oder Feenringe werden ebenfalls durch eine Pilzerkrankung ausgelöst. Es gibt drei unterschiedliche Ausprägungen, die sich aber lediglich hinsichtlich des Entstehungsprozesses unterscheiden. Die Prophylaxe-Maßnahmen sowie die Bekämpfungswege sind identisch.

Symptome von Hexenringen

Erkennbar sind alle drei Typen an einer runden Verfärbung auf der Rasenfläche. Über Nacht schießen die Pilze ebenfalls kreisförmig aus der Erde. Tritt der Pilzbefall auf, ist das Entfernen leider nicht mehr so einfach. Die Ursache für das Auftreten der Erkrankung ist auf einen nährstoffarmen Boden zurückzuführen, sodass Sie zunächst eine Bodenanalyse durchführen müssen. So können Sie feststellen wie die Beschaffenheit des Bodens ist und welche Nährstoffe gespeichert werden. Auf diese Weise können Sie herausfinden, wie oft eine Düngung des Rasens erforderlich ist.

Bekämpfung von Hexenringen

Um die Rasenkrankheit Hexenringe vorzubeugen, muss der Rasen am besten mit Hilfe eines Vertikutieres gelüftet werden. Sofern Sie die Fläche nicht regelmäßig vertikutieren, können keine Nährstoffe mehr aufgenommen werden und die Entstehung von Hexenringen wird erheblich begünstigt.

Ist die Pilzerkrankung bereits aufgetreten, empfiehlt es sich, die Pilze mit Wasser zu tränken und mit Sand zuzuschütten. Manchmal hilft auch das Zerteilen des Myzels mit Hilfe einer Grabegabel. Im ungünstigsten Fall müssen Sie die Erde bis zu einer Tiefe von 30 cm herausnehmen und den Boden austauschen.

Krankheitsart Pilzbefall
Jahreszeit ganzjähriger Befall
Symptome Hexenring Typ 1: dunkelgrüne Ringe auf denen kleine Pilze wachsen, Gräser im Ringbereich sterben ab
Hexenring Typ 2: dunkelgrüne Ringe mit vermehrtem Pilzwachstum, Gräser überleben
Hexenring Typ 3: vermehrter ringförmiger Pilzwuchs ohne Rasenschädigung
Bekämpfung Rasen mit Vertikutierer lüften und anschließend sanden
Pilzkreise intensiv bewässern
wasserundurchdringliche Myzel zerteilen
ausgewogen düngen
in letzter Instanz den Boden austauschen

Wurzelbrand / Pythium-Fäule

Rasenkrankheit Wurzelbrand / Phytium-Fäule
Bei Wurzelbrand hängen die Halme herunter und eingefallene Flecken entstehen

Der Wurzelbrand, auch Pythium-Fäule genannt, befällt hauptsächlich neue Rasensaat, gut entwickelte Rasenflächen sind von dieser Rasenkrankheit eher selten betroffen. Ursächlich für den Wurzelbrand sind Trockenheit, übermäßiges Düngen oder Rasenfilz. Ebenso kann es aber auch an den Rasensamen liegen, die bereits vor der Ansaat infiziert waren.

Symptome von Wurzelbrand

Sie können die Krankheit hat den schlaff herunterhängenden Halmen und dem braun verfärbten Wurzelhals erkennen. Zudem sind häufig auch eingefallene Flecken auf der Rasenfläche ersichtlich.

Bekämpfung von Wurzelbrand

Um hier effektiv vorbeugen zu können, ist bei der Neuanlage oder Nachsaat ein hochwertiges Saatgut sowie eine ausgewogene Düngung unerlässlich. Außerdem sollte der Boden durchlässig sein und optimal bewässert werden.

Krankheitsart Pilzbefall
Jahreszeit vorwiegend Mai bis September
bei hoher Luftfeuchtigkeit und Temperatur
Symptome betroffene Stellen sind hell und leicht eingefallen
dunkler Wurzelhals
bei Feuchtigkeit ist weißes Myzel erkennbar
Bekämpfung ausschließlich hochwertiges Saatgut verwenden
ausgewogen düngen
vertikutieren und ggf. sanden
optimale Bewässerung sicherstellen

Blattfleckenkrankheit

Rasenkrankheit Blattfleckenkrankheit
Die Blattfleckenkrankheit erkennt man an den weißlich-gelben bis braunen Flecken auf den Halmen

Die Blattfleckenkrankheit ist eine weitere Pilzkrankheit, die häufig Gräser befällt, die unter schlechten Bedingungen leiden, stark verdichtet oder etwas älter sind. Die Ursache liegt an anhaltender Feuchtigkeit, schlechter Düngung oder zu niedrig gemähtem Rasen. Diese Rasenkrankheit verursacht glücklicherweise keinen großen Schaden.

Symptome der Blattfleckenkrankheit

Die Blattfleckenkrankheit kann an den weißlich-gelben bis braunen oder auch olivgrünen Flecken auf den Blättern erkannt werden. Die Größe ist dabei variabel.

Bekämpfung der Blattfleckenkrankheit

Sorgen Sie durch regelmäßiges, nicht zu tiefes Mähen und Vertikutieren für eine ausreichend Belüftung des Bodens. Zudem kann auch ein kontrollierter Düngeeinsatz Abhilfe schaffen. Trockenheit sowie Überwässerung sollten vermieden werden, um der Blattfleckenkrankheit vorzubeugen. Bewässerungscomputer helfen bei der optimierten Wasserversorgung von Rasenflächen.

Krankheitsart Pilzbefall
Jahreszeit März bis Mai bzw. August bis Oktober
bei Temperaturen zwischen 10 und 30 °C
Symptome weißlich-gelbe, braune oder olivgrüne Flecken an Halmen
Bekämpfung Gras mit einem Rasenmäher regelmäßig auf maximal 1/3 kürzen
Boden vertikutieren und für ausreichend Belüftung sorgen
kontrolliert düngen
Trockenheit und zu viel Wasser vermeiden

Mehltau

Rasenkrankheit Mehltau
Mehltau erzeugt einen weißen, watteartigen Belag auf den Blättern

Diese Rasenkrankheit tritt meistens bei Rasenflächen auf, die im Schatten liegen und zu tief gemäht werden. Begünstigt wird Mehltau zusätzlich durch feucht-warme Witterung und dadurch entstehende Staunässe.

Symptome von Mehltau

Erkennen lässt sich Mehltau durch weiße Flecken an der Oberseite der Blätter, die anfangs watteartig sind und sich später zu einem weißen Belag weiterentwickeln.

Bekämpfung von Mehltau

Mehltau lässt sich am besten bekämpfen, wenn sich die Lichtverhältnisse auf der Rasenfläche verbessern. Hierzu können beispielsweise Bäume und Büsche entfernt oder zumindest ausgedünnt werden. Bei der Neuanlage sollte spezieller Schattenrasen verwendet werden, der mit wenig Licht und Sonne auskommt. Der Rasenmäher sollte auf eine höhere Schnitthöhe eingestellt und die Fläche ein bis zwei Mal im Jahr vertikutiert werden.

Krankheitsart Pilzbefall
Jahreszeit ganzjähriger Befall
bei Temperaturen zwischen 0 und 30 °C
Symptome weiße, watteartige Flecken an der Oberseite der Halme
im weiteren Verlauf weißer Belag
Bekämpfung die Lichtverhältnisse sollten verbessert werden
speziellen Schattenrasen verwenden
Rasen nicht zu kurz mähen (max. 1/3)
Rasenfläche vertikutieren oder aerifizieren

Tags: Rasen Rasenpflege Rasensaat Krankheiten


Autor Tim Sydekum

Über Tim Sydekum

Als Gartenliebhaber und Gründer von mein-gartenexperte.de bin ich zuständig für spannende Produkttests, interessante Berichte und informative Beiträge aller Art. Erfahre mehr über die Redaktion von mein Gartenexperte.

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