Gartenpilze

Wie entfernt man Pilze im Rasen?

So ungefährlich die kleinwüchsigen Pilze auch sind, stören sie doch häufig das Gesamtbild des gepflegten Rasens. Während manche Pilze bereits auf den ersten Blick zu erkennen sind, zeichnen sich andere nur durch braune, kahle Stellen auf der Fläche ab. Was Sie tun können, damit Ihr Rasen sein sattes Grün zurückgewinnt, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

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Wie entfernt man Pilze im Rasen?
Mit der richtigen Rasenpflege verschwinden Pilze im Rasen häufig wieder ganz von selbst © mein Gartenexperte
Inhaltsverzeichnis

Was ist die Ursache für Pilze im Rasen?

Häufig kommt es vor, dass Pilze (Fungi) plötzlich über Nacht aus dem Boden sprießen. Vorrangig ist dies ab dem Spätsommer zu beobachten. Damit deren Entstehung und Verbreitung allerdings möglich ist, müssen bestimmte Bedingungen zugrunde liegen.

Eine entscheidende Grundlage für die Entstehung von Pilzen stellt Feuchtigkeit dar. Diese lässt sich auf folgende Faktoren zurückführen:

  • Staunässe (z. B. durch zu intensives Gießen)
  • nach kräftigen Regenschauern
  • im Schatten von Büschen und Bäumen
  • stark verfilzte Rasenflächen
  • feuchtwarme Witterung

Treten auf Rasenflächen kahle, braune Stellen auf, kann es sich um sogenannte Stresspilze wie zum Beispiel Pythium handeln. Diese entstehen häufig im Sommer, wenn hohe Temperaturen vorherrschen. Ein Mangel an Stickstoff und Kalium sowie ein zu hoher pH-Wert fördert die Entstehung von Stresspilzen.

Häufig gelangen winzige Pilzsporen mit dem Wind auf Rasenflächen. Sofern die Voraussetzungen günstig sind, kommt es zu einer blitzartigen Verbreitung der Pilze. Ist der Boden hingegen durchlässig und reich an Nährstoffen, ist eine Vermehrung unwahrscheinlich.

Darüber hinaus kann es passieren, dass Sie selbst die Ausbreitung von Pilzen begünstigen. Dies geschieht, wenn Pilzsporen an Ihren Schuhen haften während Sie über den Rasen gehen. Befinden sich Pilzsporen an den Messern Ihres Rasenmähers, ist nach dem Mähen ebenfalls eine Ausbreitung des Pilzbefalls zu erwarten.

Unser Experten-Tipp:
Pilzsporen befinden sich auch in abgestorbenem Holz, das womöglich über den Kompost oder ein Pflanzensubstrat auf die Rasenfläche gelangt. Außerdem findet sich in Stümpfen abgesägter Baumstämme in unmittelbarer Nähe zur Rasenfläche ein optimaler Nährboden für die Ausbreitung von Pilzen.

Achtung: Auch bei Rollrasen kann Pilzbefall auftreten. Dieser ist meist auf einen hohen Anteil organischen Materials im Rollrasensubstrat zurückzuführen.

Pilze im Rasen entfernen - so geht’s

Pilz im Moos
Feuchter, moosbedeckter Boden ist ein Nährboden für Pilze, die zum Herbst hin im Garten vermehrt auftreten

In erster Linie erweisen sich die sichtbaren Fruchtkörper von Pilzen auf Rasenflächen für stolze Gartenbesitzer als ein optisches Problem. Sobald die Rasenfläche vollständig durchgetrocknet ist, erledigt sich dieses in der Regel von selbst.

Wenn Sie nicht bis dahin warten möchten, besteht alternativ die Möglichkeit, die sofortige Entfernung von Pilzsporen aktiv anzugehen. Dabei sollten Sie unbedingt darauf achten, keine Sporen zu verbreiten. Andernfalls kann es zu einer weiteren Vermehrung der Pilze kommen. Am bekanntesten ist wohl das Abzupfen einzelner Pilze inklusive Stiel unmittelbar über dem Boden. Allerdings gibt es noch weitere Methoden, mit denen sich Pilze im Rasen langfristig vertreiben lassen:

1. Ausstechen

Obwohl das Ausstechen unschöne Löcher im Rasen hinterlässt und mit einem recht hohen Arbeitsaufwand verbunden ist, gestaltet sich diese Methode als wirkungsvoll. Die befallene Stelle wird dabei mit einem Spaten bearbeitet, sodass sich das umfangreiche Wurzelwerk komplett entfernen lässt. Hierfür kann es teilweise erforderlich sein, einen Erdaushub bis zu einer Tiefe von 20 cm vorzunehmen. Abschließend muss allerdings wieder neuer Rasen eingesät werden.

2. Rasen aerifizieren

Diese Methode ist vor allem bei vorhandener Staunässe interessant. Zur Vermeidung von weiterer Staunässe empfiehlt es sich, den Rasen mit einem speziellen Aerifizierungsgerät zu „belüften“. Ein Aerifizierungsgerät besitzt an seiner Untereite Stacheln und durchlöchert mit diesen den Boden.

Alternativ ist der Einsatz sogenannter Rasenlüfterschuhe denkbar. Diese sind an den Sohlen mit Stacheln ausgestattet, die sich in den Rasen bohren, sobald Sie darüber gehen.

Unser Experten-Tipp:
Der beste Zeitpunkt zum Aerifizieren liegt entweder im Frühjahr zwischen März und Mai oder im Herbst von September bis Oktober.

3. Boden stärken

Nicht selten spielt die Bodenqualität eine entscheidende Rolle in Verbindung mit einem Pilzbefall im Rasen. Mit Hilfe einer umfassenden Bodenanalyse lässt sich der Zustand Ihres Rasens zuverlässig bestimmen sowie eine gezielte Behandlung wählen.

Diese gibt unter anderem Auskunft darüber, ob ein Nährstoffmangel vorliegt. Als optimal gilt ein pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. Liegt der tatsächliche Wert darunter, ist der Boden zu sauer. In diesem Fall ist das Ausbreiten von Kalk zu empfehlen. Dieses macht den Boden basischer. Achten Sie darauf, dem Boden nicht zu viel Kalk zuzuführen, da ansonsten nich mehr alle Nährstoffe absorbiert werden können. Während sandige Böden grundsätzlich eine geringe Kalkzufuhr benötigen, dürfen lehmige Böden mit einer größeren Menge versehen werden. Liegt der pH-Wert über 6,9, kann komplett auf die Kalkzufuhr verzichtet werden.

Deutet die Bodenanalyse hingegen auf einen Nährstoffmangel hin, kann sich die Behandlung des Rasens mit einem Langzeitdünger als Lösung für den Pilzbefall erweisen. Für gewöhnlich sind hierfür stickstoffbetonte Produkte bestens geeignet.

Unser Experten-Tipp:
In jedem Fall sollten Sie davon absehen, vorhandene Pilze mit dem Rasenmäher zu bearbeiten, da dies die Verbreitung der Pilzsporen begünstigen würde. Entfernte Pilze sind außerdem keinesfalls über den Komposter, sondern über den regulären Hausmüll zu entsorgen. Denn auch in diesem Fall würden die Pilzsporen zurück in den Garten gelangen, was schlimmstenfalls einen erneuten Pilzbefall zur Folge hätte.

Wie lässt sich ein Pilzbefall im Garten wirksam vorbeugen?

Pilze im Garten
Solange sie nicht stören, können vereinzelte Pilze im Garten stehen bleiben © mein Gartenexperte

Grundsätzlich gilt, dass ein kräftiger Rasen eine geringere Anfälligkeit gegenüber Pilzen besitzt. Mit der regelmäßigen Düngung Ihres Rasens gewährleisten Sie ein gesundes Gleichgewicht an Nährstoffen. Je nach Mangel gibt es entsprechende Rasendünger. Ebenso beugen Sie einem Pilzbefall mit der regelmäßigen Rasenpflege, bestehend aus Schneiden und Vertikutieren, zusätzlich wirksam vor.

Da auch Rasenfilz ein willkommener Nährboden für Pilze darstellt, sollten Sie Ihre Grünfläche komplett davon befreien. Auch die Beseitigung von Resten gemähter Gräser ist anzuraten. Haben Sie sich aufgrund von Staunässe dazu entschieden, Ihren Rasen zu vertikutieren, empfiehlt sich die anschließende Einarbeitung von Sand.

THEMEN:   Pilze Rasen


Autor Carina Staiger

Über den Autor
Carina Staiger

Nach Wirtschaftsabitur und Ausbildung hat sich Carina für das Leben als freie Texterin entschieden. Mit ihrem Fachwissen zu den unterschiedlichsten Gartenthemen berät und unterhält sie unsere Leser.

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