Pflanzenschädlinge

Borkenkäfer: Befall erkennen, bekämpfen und vorbeugen

Borkenkäfer sind vielen Gartenfreunden als Schädlinge aus der Forstwirtschaft bekannt. Die gefräßigen Käfer beschränken sich jedoch nicht nur auf Wälder, sondern können auch im Garten beachtliche Schäden verursachen. Wir geben Ihnen Tipps zur Erkennung, Bekämpfung und Vorbeugung des Schädlings.

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Weiblicher Buchdrucker Borkenkäfer (Ips typographus)
Der Buchdrucker Borkenkäfer (Ips typographus) ist ein bedeutender Forstschädling © Gilles San Martin - Wikimedia | CC BY-SA 2.0
Inhaltsverzeichnis

Vorkommen und Aussehen

Borkenkäfer (Scolytinae) sind vor allem als Schädlinge aus der Forstwirtschaft bekannt. Es gibt unterschiedliche Arten, wobei der Buchdrucker (Ips typographus) und der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) zu den bekanntesten zählen. Während der Buchdrucker eine Größe von rund fünf Millimetern besitzt, fällt der Kupferstecher mit nur drei Millimetern etwas kleiner aus.

Einige Borkenkäferarten befallen überwiegend Fichten, andere Arten bevorzugen Buchen und Obstbäume. Im Garten werden vor allem Lebensbäume, Scheinzypressen, Wacholder und andere Zypressengewächse Opfer eines Borkenkäferbefalls. Zu den gefährlichen Arten zählen hierbei der Thuja-Splintkäfer (Phloeosinus thujae) und der Zweifarbige Wacholder-Borkenkäfer (Phloeosinus aubei). Beide Käferarten verfügen über eine braune bis schwarze Färbung und sind aufgrund ihrer geringen Größe von nur 1,5 bis 2,5 Millimetern schwer zu erkennen.

Entwicklung der Käfer

Die Entwicklungsphasen des Borkenkäfers stehen in direktem Zusammenhang mit den Schadbildern, die befallene Bäume und Sträucher zeigen. Im Wesentlichen lassen sich zwei Phasen unterscheiden: zum einen die Entwicklung der jungen Borkenkäfer und zum anderen die Eiablage der älteren Tiere.

Während der Sommermonate nisten sich junge Borkenkäfer in den frischen Trieben ihrer ausgewählten Wirtspflanze ein. Es entstehen Fraßgänge, die eine Länge von bis zu einem Zentimeter besitzen können. Im Frühjahr des folgenden Jahres weißen befallene Zweige eine bräunliche Färbung auf. Triebe mit einer Länge zwischen fünf und zwanzig Zentimetern brechen oftmals ab oder zeigen Knicke an der Basis.

Gegen Ende der Sommermonate beginnt die zweite Entwicklungsphase der Käfer. Die älteren Tiere bohren sich in die Rinde geschwächter Bäume und legen in den entstandenen Gängen, die auch als Muttergänge bezeichnet werden, ihre Eier ab.

Sobald die Larven aus den Eiern schlüpfen, bilden diese eine Vielzahl von Fraßgängen, die zu einem erheblichen Schaden an der befallenen Pflanze führen. Im Larvenstadium überwintern die Käfer in der Rinde und verlassen den Baum, sobald die Temperaturen im Frühjahr steigen.

Gefährdete Bäume

Hecke mit Borkenkäferbefall
Verfärben sich Bäume oder Hecken braun, kann das auch auf einen Borkenkäferbefall zurückzuführen sein

Borkenkäfer zählen zu den sogenannten Schwächeparasiten. Sie befallen bevorzugt gestresste und geschwächte Gehölze, die über verminderte Abwehrreaktionen verfügen. In günstigen Jahren sind aber auch gesunde Pflanzen für einen Schädlingsbefall anfällig. Gesunde Bäume, die über eine optimale Wasserversorgung verfügen, können sich gegen einen Borkenkäferbefall in der Regel gut wehren. An Stellen, die durch einen Käfer beschädigt wurden, bilden die Pflanzen Harztropfen, die zur Abwehr der Schädlinge beitragen sollen.

Der Speiseplan des Borkenkäfers umfasst vor allem Buchen, Eichen und Fichten. Bastardzypressen, Scheinzypresse, Thuja und Wacholder bilden ebenfalls beliebte Ziele. Bäume, die während der warmen Sommermonate unter anhaltendem Trockenheitsstress leiden, sind zudem besonders gefährdet. Betroffen sind vor allem Flachwurzler wie Douglasie, Fichte und Hainbuche.

Neben Trockenheitsstress locken auch Wunden, die durch Windbruch oder Schnittarbeiten entstanden sind, Borkenkäfer an. Gartenbesitzer sollten außerdem frisch gepflanzte Bäume und junge Gehölze im Auge behalten.

Schadbild und Erkennungsmerkmale

Frasbild und Schadbild eines Borkenkäfers
Zeigen sich an der Rinde nur einzelne Fraslöcher, wird unterhalb das ganze Schadbild des Borkenkäfers ersichtlich

Ein Borkenkäferbefall lässt sich nur schwer erkennen. Die Käfer verfügen über eine geringe Größe von nur wenigen Millimetern und sind aufgrund ihrer dunklen Färbung optimal in der Rinde des betroffenen Baumes getarnt. Das Absterben einzelner Zweige und das Eingehen ganzer Bäume wird zudem in vielen Fällen Trockenheitsschäden oder Pilzkrankheiten zugeschrieben.

Fallen am Stamm und an dicken Ästen jedoch kleine Bohrlöcher auf, handelt es sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit um einen Befall mit Borkenkäfern. Der Durchmesser der Löcher liegt in der Regel zwischen ein und fünf Millimetern. Wer sie erkennen möchte, sollte daher ganz genau hinschauen. An einigen Pflanzen treten zudem Harztropfen aus, mit denen der Baum auf natürliche Weise versucht, sich selbst gegen einen Befall zu schützen. Braunes Bohrmehl, das im Frühjahr am Fuß des Baumstamms zu finden ist, stammt oftmals von Jungkäfern, die den Baum nach einer Überwinterung in der Rinde verlassen.

Während die Borkenkäfer in der Rinde des befallenen Baumes leben, bohren sie verzweigte Gänge. Diese zerstören essentielle Leitungsbahnen, über die Äste und Blätter mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden. Da sich die Versorgung mit einer Zunahme des Befalls stetig verschlechtert, verkümmern Zweige, Äste und ganze Pflanzen. Viele Gehölze werfen ihr Laub frühzeitig ab und treiben im Frühling des folgenden Jahres nur spärlich aus. Bei starkem oder andauerndem Befall sterben die meisten Bäume im Laufe der Zeit ab.

Einige Arten des Borkenkäfers gehen darüber hinaus eine Symbiose mit Pilzen ein, bei der beide Seiten profitieren. An befallenen Bäumen zeigt sich daher in einigen Fällen auch Holzfäule, die indirekt einen Befall mit Borkenkäfern anzeigen kann.

Borkenkäfer vermeiden und bekämpfen

Im heimischen Garten können Sie Borkenkäfern in der Regel nicht mit chemischen Mitteln zu Leibe rücken. Da die Käfer unter der Borke leben und zu den Rindenbrütern zählen, sind die Larven optimal vor der Wirkung von Insektiziden geschützt. Fällt ein Befall an einzelnen Ästen auf und hat er sich noch nicht in den Stamm ausgebreitet, können Sie die betroffenen Zweige entfernen und vernichten. Haben die Borkenkäfer den Baumstamm bereits befallen, empfiehlt es sich, den befallenen Baum zu fällen, um eine Ausbreitung zu unterbinden.

Da die gefräßigen Käfer gesunde Gehölze in der Regel meiden, besteht die beste vorbeugende Maßnahme in einer optimalen Baumpflege. Achten Sie bei Neupflanzungen unbedingt auf einen idealen Standort und versorgen Sie Gartengehölze mit ausreichend Wasser sowie Nährstoffen.

Viele Bäume leiden während heißer Sommermonate unter Wassermangel. Dieser Trockenheitsstress führt zu einer starken Schwächung und mindert die Gesundheit der Pflanze. Vor allem flachwurzelnde Gehölze entwickeln während anhaltender Trockenheitsperioden einen starken Wassermangel. Daher empfiehlt sich eine regelmäßige Wässerung aller Gehölze, wobei eine wöchentliche und ausgiebige Bewässerung einer täglichen mit kleineren Mengen vorziehen ist.

Die Baumbewässerung lässt sich zudem mit speziellen Bewässerungssäcken vereinfachen. Diese werden am Baumstamm befestigt und geben kontinuierlich Wasser ab. Gleichzeitig bedecken Sie den Boden im Bereich der Baumscheiben und reduzieren auf diese Weise die Verdunstung.

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Autor Jennifer Nagel

Über den Autor
Jennifer Nagel

Nach einem redaktionellen Praktikum entdeckte Jennifer ihre Liebe zur Sprache und begann ein Studium zum Werbetexter und Konzeptioner. Seit 2019 arbeitet sie als freie Texterin und Lektorin und verfasst unter anderem interessante Artikel für unser Gartenmagazin.

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