Gartenbewässerung

Garten richtig bewässern: Tipps zur Bewässerung im Sommer

Viele Pflanzen im Garten benötigen im Sommer, und wenn es längere Zeit trocken ist, zusätzlich Wasser. In unserem Ratgeber erfahren Sie, worauf Sie bei der Bewässerung von Rasenflächen, Bäumen, Beeten und Kübelpflanzen achten sollten und wie sich mit der richtigen Methode Ressourcen sparen lassen.

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Garten im Sommer optimal bewässern
Mit der richtigen Gartenbewässerung im Sommer lässt sich viel Wasser und Geld sparen
Inhaltsverzeichnis

Garten im Sommer bewässern

Der Wasserbedarf eines Gartens liegt während der Sommersaion in der Regel zwischen 15 und 25 Liter pro Quadratmeter und Woche. In den Sommermonaten fällt allerdings meist weniger Regen oder die Regenmenge reicht nicht aus, um den Bedarf der Gartenpflanzen zu decken. Vor allem junge Pflanzen und angebautes Obst und Gemüse leiden dann unter Wassermangel und sollten zusätzlich gewässert werden. Bei längeren Trockenperioden dürfen aber auch die anderen Gartengewächse nicht vergessen werden.

Jede Pflanze hat dabei einen eigenen Wasserbedarf - manche benötigen sehr viel, andere kaum Wasser. Auch die Bodenbeschaffenheit spielt bei der Gartenbewässerung eine große Rolle. Lehmhaltige Böden speichern viel Wasser, auch wenn sie auf den ersten Blick sehr trocken erscheinen. Bei Sandböden versickert das Wasser hingegen sehr viel schneller, so dass häufiger gegossen werden muss. Durch das Untermischen von Humus lässt sich die Wasserspeicherung des Bodens verbessern.

Optimale Zeit zum Bewässern

Vor allem zur Mittagshitze kommt man leicht in Versuchung, die Pflanzen mit Wasser zu versorgen. Allerdings können Rasenflächen und andere Gewächse dabei schnell verbrennen und das Gießwasser geht größtenteils durch die Verdunstung verloren. Der beste Zeitpunkt zur Bewässerung des Gartens liegt in den Morgenstunden, wenn die Temperaturen noch niedrig sind. Das Wasser hat dann ausreichend Zeit in der Erde zu versickern.

Alternativ kann auch abends gegossen werden. Bei einem milden Sommer hat das abendliche Wässern aber den Nachteil, dass Boden und Blätter länger feucht bleiben, was Schnecken anzieht und Voraussetzungen für Pilzerkrankungen schafft.

Gartenpflanzen optimal bewässern

Rasensprenger im Garten
Mit einer Bewässerungscomputer samt Rasensprenger können Sie das Gießen der Rasenfläche smart steuern

Rasen richtig sprengen

Die meisten Rasensorten kommen auch mit längeren Trockenperioden gut zurecht und benötigen in der Regel keine zusätzliche Wässerung. Hier können Sie bares Geld sparen. Allerdings wird die Fläche dann mit der Zeit braun. Wer einen grünen Rasenteppich vorzieht, muss bei der Wassermenge und Bewässerungshäufigkeit auf die Bodenbeschaffenheit achten.

Bei Sandboden sollten Sie pro Quadratmeter zwischen 15 und 20 Liter in der Woche verabreichen. Die optimale Wassermenge von Rasen auf Lehm- oder Tonboden beträgt zwischen zehn und 15 Liter pro Quadratmeter. Wichtig ist, eher seltener, dafür umso großzügiger zu bewässern, damit das Wasser tief in den Boden eindringen kann. Zwei- bis dreimal pro Woche mit dem Rasensprenger oder Gartenschlauch reichen dabei aus. Wer es ordentlich mag, kauft sich eine Schlauchtrommel oder für große Flächen einen Schlauchwagen, wodurch die Gießarbeit deutlich erleichtert wird.

Nicht nur in der Urlaubszeit kann es sinnvoll sein, auf smarte Bewässerungssysteme zu setzen. Ein Bewässerungscomputer steuert dabei die erforderliche Wassermenge, die per Rasensprenger auf die Rasenflächen oder Beete gebracht wird. Verbunden mit einem Smart Garden-System messen Sensoren optional die Bodenfeuchte und bewässern nur dann, wenn es wirklich notwendig ist.

Weitere Bewässerungscomputer im Vergleich »

Gemüsebeete bewässern

Für die optimale Wassermenge der Gemüsepflanzen sollten Sie wissen, um welche Wurzeltypen es sich im Beet handelt. Hierbei wird unterschieden zwischen Flach-, Mittel- und Tiefwurzler.

Unter flachwurzelndes Gemüse fallen beispielsweise Salate, Lauchpflanzen, Zwiebeln und Radieschen. Ihre Wurzeln liegen maximal bei 20 Zentimeter Erdtiefe. Je näher sie unter der Erdoberfläche enden, desto zügiger trocknet der Boden im Wurzelbereich aus. Wöchentlich 15 Liter pro Quadratmeter, aufgeteilt in zwei bis drei Wassergaben, ist während länger anhaltenden Trockenzeiten optimal.

Zu den Mittelwurzlern zählen unter anderem Paprika, Gurken, Karotten, Weiß- und Rotkohle sowie Erbsen. Sie wurzeln bis zu einer Tiefe von 40 Zentimeter. Hier bleibt die Erdfeuchte weniger von der heißen Sonne berührt und deshalb länger erhalten. Richtig gießen Sie, indem Sie auch hier seltener, dafür aber gleich eine größere Wassermenge geben. Stellen Sie zuvor sicher, dass das Gießwasser auch gut in den Boden einziehen kann und keine Staunässe provoziert. Mit 20 Liter Wasser pro Quadratmeter ein bis zweimal mal wöchentlich sollten Sie eine optimale Bewässerung gut hinbekommen.

Tiefwurzler sind zum Beispiel Spargel und Tomaten. Ihre Wurzeln reichen bis zu 70 Zentimeter tief in die Erde. Hier muss das Gießwasser erst hingelangen. 25 Liter Wasser einmal wöchentlich pro Quadratmeter sind angeraten. Gießen Sie langsam, damit das Wasser genug Zeit zum Einsickern hat. Ansonsten staut es sich zu nahe an der Erdoberfläche auf, die Hälfte verdunstet und Ihre tiefwurzelnde Pflanzen verdursten.

Blühpflanzen gießen

Auch hier gilt das Prinzip des Wurzeltyps. Tiefwurzelnde Exemplare wie Blaukissen, Margeriten und Stockrosen kommen ebenfalls mit 25 Liter pro Quadratmeter einmal wöchentlich hin. Mittelwurzler sind zum Beispiel die meisten Dahliensorten, deren Wurzeln deutlich tiefer als 20 Zentimeter in die Erde gelangen können. Die gleiche Wassermenge wie im Gemüsebeet ist angeraten, aber sie sind mit drei- bis viermal pro Woche häufiger zu gießen.

Flachwurzelnde Exemplare wie beispielsweise Forsythien, Heckenkirschen, Hortensien und Sommerflieder sollten spätestens alle zwei Tage und bei extremer Hitze auch täglich gegossen werden. 15 Liter pro Quadratmeter und Woche sind dann dementsprechend zu verteilen.

Unser Experten-Tipp:
Während der Knospenbildung und Blüte brauchen Pflanzen mehr Wasser als sonst. Achten Sie in dieser Zeit auf ein regelmäßiges Gießen und vermeiden Sie, dass der Boden durchtrocknet, was vor allem bei Flachwurzlern schnell passieren kann.

Obstbäume bewässern

Flachwurzelnde Obstbäume wie Sauerkirsch- und Apfelbäume erhalten eine optimale Bewässerung mit rund 50 Litern Wasser pro Baum und Woche. Sollte eine lange Trockenperiode bestehen, verdoppeln Sie die Menge und verteilen diese gleichermaßen auf zwei Bewässerungstage in der Woche. Bei Lehm- oder Tonböden ist die Menge auf 30 Liter pro Baum zu verringern, aber auch hierbei wird zweimal wöchentlich gegossen. Die Gießintervalle bei längerer Trockenheit sind auf zwei- bis dreimal pro Woche mit je 30 Liter Wasser zu erhöhen.

Tiefwurzelnde Obstbäume wie Süßkirschen sind in der Regel sehr robust gegen Trockenheit. Alle sieben bis zehn Tage großzügig zu bewässern, reicht normalerweise außerhalb der Blütezeit vollkommen aus.

Unser Experten-Tipp:
Vor allem neu gepflanzte Bäume brauchen viel Feuchtigkeit. Sogenannte Bewässerungsbeutel oder -säcke, die um den Baumstamm herum befestigt und mit Wasser gefüllt sind, sorgen für eine kontinuierliche Bewässerung.

Kübelpflanzen gießen

Kübelpflanzen benötigen sehr viel häufiger Wasser als Pflanzen im Gartenbeet, da der Verdunstungsgrad im Gefäß deutlich höher ausfällt. Im Sommer sollten Sie daher täglich den Feuchtigkeitsgehalt der Erde kontrollieren. Das machen Sie am besten, indem Sie Ihren Daumen leicht in die Erde drücken: Ist die obere Erdschicht feucht, ist noch ausreichend Wasser vorhanden. Andernfalls sollte gegossen werden. Achten Sie beim Gießen stets darauf, dass überschüssiges Wasser aus dem Kübel ablaufen kann.

Unser Experten-Tipp:
Kübel aus Ton oder Terrakotta speichern zwar Wasser, geben es aber auch nach außen hin ab. Daher müssen Pflanzen in diesen Gefäßen etwas häufiger gegossen werden als bei Kunststoffkübeln.

Gießen mit Regenwasser oder Leitungswasser

Regentonne im Garten
In einer Regentonne lassen sich größere Mengen Regenwasser speichern und bei Bedarf verwenden

Sofern möglich, sollten Sie im Garten eine Regentonne oder Zisterne aufstellen und das Regenwasser darin auffangen. Das hat gleich mehrere Vorteile: Neben der Kostenersparnis im Vergleich zum Gießen mit Leistungswasser, vertragen viele Pflanzen warmes Regenwasser deutlich besser als eiskaltes aus der Leitung. Außerdem ist aufgefangenes Wasser kalk- und chlorfrei und besitzt einen neutralen pH-Wert. Es ist daher für kalkempfindliche Pflanzen wie beispielsweise Rhododendren sehr viel besser geeignet. Eine Ausnahme stellt hier Oleander dar, der kalkhaltiges Leitungswasser bevorzugt.

Rechnen Sie für den Auffangbehälter mit einem Fassungsvermögen von mindestens 700 Liter pro 100 Quadratmeter Gartenfläche. Das gesammelte Regenwasser können Sie anschließend per Gießkanne, Regenfasspumpe oder gar einem Hauswasserwerk zum Gießen verwenden.

Wasserbedarf von Pflanzen erkennen

Wer sich nicht sicher ist, wie viel Wasser eine Pflanze benötigt, kann sich an deren Blättern orientieren. Sind sie eher dünn und weich, hat die Pflanze einen höheren Wasserbedarf. Kleine harte, dicke oder behaarte Blätter deuten hingegen auf einen geringeren Bedarf hin.

Falsche Bewässerung an Pflanzen erkennen

Beim Gießen kann man sich schnell verschätzen. Haben Sie zu viel oder zu wenig gegossen, können Sie das an einigen Merkmalen erkennen:

Verliert die Pflanze an Stabilität, das Laub hängt herunter und braune Vertrocknungen zeigen sich an Blättern, Knospen oder Blüten, haben Sie eindeutig zu wenig gegossen. In diesem Fall sollten Sie rasch den Wurzelballen in ein Wasserbad stellen oder den Boden bei Beetpflanzen gründlich überschwemmen. Wichtig ist, dass Sie erst wieder gießen, wenn die obere Erdschicht bis zu 2 Zentimeter tief angetrocknet ist.

Entweicht Feuchtigkeit, wenn Sie auf die Erdoberfläche drücken, ist die Erde matschig oder ein muffiger Geruch steigt aus dem Boden hoch, liegt dies wahrscheinlich an zu viel Wasser. Jetzt sollten Sie dringend das Gießen einstellen. Wenn sich bereits Schimmel gebildet hat, sind betroffene Pflanzen auszupflanzen, die Wurzeln von der Erde zu befreien und einige Stunden an einem warmen Ort trocknen zu lassen. Die nasse Erde tauschen oder binden Sie mit frischer, trockener Erde und setzen dann die Pflanzen wieder zurück ins Pflanzloch.

THEMEN:   Bewässerung Bewässerungscomputer Smart Garden


Autor Tim Sydekum

Über den Autor
Tim Sydekum

Als Gartenliebhaber und Gründer von mein-gartenexperte.de ist Tim zuständig für spannende Produkttests, interessante Berichte und informative Beiträge aller Art. Er hat eine technische Ausbildung und jahrelange Erfahrung im Gartenbereich.

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