Schneckenbekämpfung

Schnecken / Nacktschnecken biologisch bekämpfen

Schnecken sind von Gartenbesitzern und Selbstanbauern gefürchtet. Vor allem Nacktschnecken fressen häufig großflächig Blumen und Gemüse an. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie auf chemische Mittel verzichten und die Schädlinge auf biologische Weise bekämpfen können.

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Schnecken und Nacktschnecken im Garten giftfrei bekämpfen
Gartenschnecken können viel Schaden anrichten und lassen sich auch ohne Gift bekämpfen
Inhaltsverzeichnis

Moos-Extrakt

Herkömmliches Moos hält gefräßige Nacktschnecken nicht auf, dafür aber Moos-Extrakt. Moos beinhaltet grundsätzlich Abwehrstoffe, die aber nur abgesondert werden, wenn dieser verletzt wird. Moos-Extrakt versprüht hingegen einen für Schnecken unangenehmen Duft, der sich durch Kontakt noch verstärkt und die Schädlinge in die Flucht schlägt.

Bestätigt wurde die Wirkung von der Universität Bonn, die im Rahmen einer Untersuchung das Ausbleiben von Fraßschäden an behandelten Salaten erkannten. Als besonders wirkungsvoll zeigt sich das Extrakt aus Lebermoos, gefolgt von Torf- und Laubmoos.

Empfehlenswert ist Moos-Extrakt vor allem zur Schneckenabwehr in Gemüsebeeten, denn es beeinträchtigt in keinster Weise die Genießbarkeit der Früchte und stellt auch keine gesundheitliche Gefährdung dar. Vor dem Verzehr werden die Früchte einfach wie gewohnt abgewaschen.

Anwendung von Moos-Extrakt:

  • 5 Milliliter Moos-Extrakt je Liter Wasser einrühren
  • in ein Spritzbehältnis umfüllen
  • jede Pflanzen tropfnass einsprühen
  • bei vorhandenen Schnecken jeden Abend für einen Zeitraum von sieben Tagen wiederholen
  • gefährdete Pflanzen zwei- bis dreimal wöchentlich mit Moos-Extrakt benässen
  • regenfreie Tage für Anwendung wählen

Koffein-Abwehr

Kaffeesatz und Nacktschnecke im Beet
Kaffeesatz ist ein altes Hausmittel, dass häufig gegen Schnecken und Nacktschnecken ausgestreut wird

Ähnlich wie Moos-Extrakt funktioniert auch eine Bekämpfung von Nacktschnecken mit Koffein. Dies wirkt in hoher Konzentration bei den Schädlingen als Nervengift und führt unweigerlich zum Tod. Nehmen die Schnecken den Kaffeegeruch wahr, suchen sie zum Eigenschutz meist schon das Weite. Sie können das Koffein in zwei verschiedenen Varianten in die Beete beziehungsweise auf die Pflanzen bringen:

Kaffeesatz

Kaffeesatz ist ideal geeignet, um ganze Beete damit zu umranden. Berücksichtigen Sie hierbei, dass sich dadurch der pH-Wert des Bodens senken kann. Entweder wenden Sie die Methode deshalb nur im akuten Bedarfsfall an oder halten einen großen Abstand zu den Pflanzen ein.

Und so geht's: Kochen Sie Ihren Kaffee wie gewohnt und leeren Sie anschließend den Kaffeesatz zum Trocknen auf ein Küchenkrepp oder Zeitungspapier aus. Danach verteilen Sie diesen auf der Erdoberfläche des Beets so, dass er den Schnecken den Weg ins Beet oder an die Pflanzen versperrt.

Kaffee spritzen

Kochen Sie einen starken Kaffee. Lassen Sie ihn anschließend abkühlen und füllen Sie ihn in ein Spritzbehältnis um. Damit benässen Sie nun die Pflanzenblätter in einem Drei-Tage-Rhythmus sowie zwischendurch nach einem Regenschauer. Auch diese Variante kann Einfluss auf den pH-Wert der Erde nehmen, weshalb vor allem wegen der hohen Konzentration nur Pflanzen behandelt werden sollten, die mit einem niedrigeren pH-Wert gut zurechtkommen. Oder Sie beschränken sich auf eine kurzzeitige Anwendung, um keine pflanzenschädigende Veränderung der Bodenbeschaffenheit zu riskieren.

Duftpflanzen

Duftpflanzen gegen Schnecken
Einige Pflanzen sondern Düfte ab, die Schnecken abhalten

Eine weitere Möglichkeit zur Vertreibung von Schnecken ist das Setzen von bestimmten Duftpflanzen. Diese verderben den Schädlingen den Appetit, sodass sie freiwillig abziehen. Wenn Sie ein größeres Beet schützen wollen, sollten Sie diese entlang der Beetränder so eng wie möglich unter Einhaltung der Mindest-Pflanzabstände pflanzen. In Kübeln oder Balkonkästen pflanzen Sie die Duft-Exemplare an die äußeren Ränder und zusätzlich zwischen Salat & Co. Eine duftende Abwehr können Sie vor allem mit folgenden Pflanzen erreichen:

  • Basilikum
  • Goldmohn
  • Hauswurz
  • Kamille
  • Katzenminze
  • Oregano
  • Rosmarin
  • Salbei

Bier zur Schneckenbekämpfung

Eines der bekanntesten natürlichen Mittel zur Schneckenbekämpfung ist die Bierfalle. Hierbei werden kleine Schalen mit Bier gefüllt und in Abständen von zehn Zentimetern ins Beet gestellt. Die Schalenränder sollten nicht zu hoch sein, so dass die Schnecken hineinfallen können, aber auch nicht zu niedrig, um sie am herauskommen zu hindern. Auf ein ebenerdiges Eingraben sollten Sie unbedingt verzichten, da dann auch andere Tiere hineingelangen und sterben könnten.

Allerdings ist die Wirkungsweise umstritten, denn manche Anwender behaupten, der Biergeruch würde Schnecken überwiegend vom Erklimmen der Gefäße abhalten. Andere schwören hingegen auf die effektive Fallenfunktion. Zudem steht diese Methode bei Tierschützern und -liebhabern zu recht in starker Kritik. Wir empfehlen, sie deshalb nur auszuprobieren, wenn nichts anderes hilft.

Unliebsame Untergründe schaffen

Gehäuseschnecke im Garten
Schnecken bevorzugen glatte und weiche Untergründe und schrecken vor scharfkantigen zurück

Schnecken und insbesondere Nacktschnecken bewegen sich ausschließlich über Untergründe, die sie als komfortabel und ungefährlich betrachten. Sobald sie auf ein Material stoßen, das bei ihnen Unbehagen auslöst oder sie gar verletzt, weichen sie zurück.

Branntkalk als Wegbarriere

Kriechen Nacktschnecken über Branntkalk, sorgt dieser für Verätzungen an der Bauchseite. Bereits die kleinste Berührung reicht aus, um die Pflanzenschädlinge an einer Überquerung zu hindern.

Der Branntkalk wird als Umrandung der Beete oder Pflanzen ausgelegt. Sollte es sich um kalkempfindliche Pflanzen handeln, ist der Branntkalk in Behältnissen auszubringen, damit er nicht mit der Erde in Kontakt kommt. Dazu eignen sich beispielsweise der Länge nach durchtrennte Plastikrohre, die in einen geringfügig tiefen Erdkanal gelegt werden. Sie können auch Folie auslegen, die Sie mit Erde oder Steinen fixieren.

Schafwolle

Weil Schnecken aus 90 Prozent Wasser bestehen, bereitet ihnen ein faseriger Untergrund Probleme, weshalb sie diese instinktiv meiden und umgehen. Hier kommt Schafwolle ins Spiel, die diese Faserstruktur besitzt. Als Vliesstreifen oder Schafwollband um Pflanzen, einem Beet, Balkonkasten oder Kübel herum gelegt, blockiert die Wolle den Zugang zu den Pflanzen.

Zeitgleich profitieren Sie von den guten Düngeeigenschaften der Schafwolle, die reichlich Stickstoff für ein kräftiges Wachstum des Pflanzengrüns sorgt. Bei Blühpflanzen sollte Schafwolle aber erst nach der Knospenbildung ausgelegt werden, da diese sonst einschränkt werden kann. Am besten eignet sich ungewaschene Schafwolle, die Sie fünf bis zehn Zentimeter hoch auslegen. Kontrollieren Sie engmaschig die korrekte Positionierung und lückenlose Auslegung.

Mulch & Co.

Als unangenehm und teils auch schmerzhaft empfinden Schnecken unebene, scharfkantige, stachelige und spitze Untergrundmaterialien. Dazu eignen sich dickere Schichten von mindestens fünf Zentimetern Breite aus Stroh, Holzspänen, Sägemehl und feinkörnigem, scharfkantigem Schotter. Auch Holz-Hackschnitzel werden gerne dafür verwendet. Achten Sie lediglich darauf, dass dieser Mulch dem Boden mit der Zeit Stickstoff entzieht, was durch geeigneten Dünger wieder ausgeglichen werden sollte.

Schneckenpaste für Hochbeete

Alle Hausmittel, die Sie im Gartenbeet, dem Balkonkasten oder Pflanzenkübel verwenden, können auch gegen Schnecken im Hochbeet eingesetzt werden. Um die Schädlinge bereits am Hochsteigen zu hindern, bietet Schneckenpaste aus dem Fachhandel eine natürliche Problemlösung. Sie besteht in der Regel als Öl und Zitronensäure. Das Öl sorgt für einen glitschigen Untergrund, während die Zitronensäure mit beißendem Geruch abschreckend wirkt. Schneckenpaste ist ideal, um auf Holz, Metall und Beton aufgetragen zu werden. Allerdings sollten die Untergründe relativ glatt sein, um eine effektive Wirkung zu erzielen.

THEMEN:   Schnecken Hausmittel Schädlinge Pflanzenschutz


Autor Tim Sydekum

Über den Autor
Tim Sydekum

Als Gartenliebhaber und Gründer von mein-gartenexperte.de ist Tim zuständig für spannende Produkttests, interessante Berichte und informative Beiträge aller Art. Er hat eine technische Ausbildung und jahrelange Erfahrung im Gartenbereich.

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