Dekoration

Barbarazweige: Tipps zum blühenden Weihnachtsbrauch

Einen besonders schönen und stimmungsvollen Weihnachtsbrauch stellen Barbarazweige dar, die am 4. Dezember geschnitten werden und für eine blühende Pracht zum Fest sorgen. Wir verraten Ihnen, was es damit auf sich hat und wie das Blühwunder gelingt.

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Blühender Barbarazweig in einer Vase
Haben Sie alles richtig gemacht, blüht der Barbarazweig pünktlich zu Weihnachten
Inhaltsverzeichnis

Geschichte vom Barbaratag

Der Brauch, Barbarazweige am 4. Dezember aufzustellen, geht auf den Barbaratag zurück. Dieser Gedenktag ist seit dem 12. Jahrhundert in der römisch-katholischen und griechisch-orthodoxen Kirche der Heiligen Barbara von Nikomedien gewidmet. Der Legende nach lebte Barbara Ende des 3. Jahrhunderts im heutigen Izmit in der Türkei. Ihr eigener Vater hatte sie aufgrund ihres christlichen Glaubens einsperren und foltern lassen. Barbara wurde wegen Hochverrats zum Tod durch Enthauptung verurteilt. Auf dem Weg zum Gefängnis blieb ein Kirschzweig in ihren Kleidern hängen, den sie mit Wasser versorgte. Am 4. Dezember 306, ihrem Todestag, blühte der Zweig auf.

Barbarazweige als Weihnachtsbrauch

Heute gilt ein blühender Kirschzweig im Dezember als Glücksbringer, der sich zum Weihnachtsbrauch entwickelt hat. Der Blühprozess dauert rund drei Wochen, wodurch die am 4. Dezember aufgestellten Zweige meist pünktlich zu Weihnachten aufblühen. Einem weitverbreiteten Volksglauben nach soll bei einem Aufblühen das neue Jahr mit viel Glück gesegnet sein. Kein Wunder also, dass viele auf einen blühenden Barbarazweig zu den Weihnachtsfeiertagen hoffen.

Tipps: So blühen Barbarazweige pünktlich zu Weihnachten

Blühende Barbarazweige aus Kirschzweigen
Mit etwas Glück blühen die Barbarazweige pünktlich zu Weihnachten

Es ist leider nicht selbstverständlich, dass die Barbarazweige auch rechtzeitig zu Weihnachten aufblühen. Wir geben Ihnen Tipps, worauf es beim Schneiden der richtigen Zweige ankommt und Sie beim Aufstellen achten sollten.

Wahl der richtigen Zweige

Traditionell werden Barbarazweige von Kirschbäumen geschnitten, auch Zierkirschen werden gerne genommen. Geeignet sind allerdings nahezu alle Gehölze, die im Herbst bereits Knospen anlegen. Dazu gehören beispielsweise Obstbäume wie Apfel, Birne, Pflaume, Zwetschge oder Quitte. Auch Ziergehölze wie Flieder, Schlehe, Forsythie, Zierjohannisbeere, Zaubernuss, Ginster, Winterjasmin oder Blutpflaume sind geeignet. Selbst Kastanie, Haselnuss und Kornelkirsche können als Barbarazweige dienen.

Bei der Wahl empfiehlt es sich, auch die Temperaturen im Herbst zu berücksichtigen. Apfel-, Goldregen- und Fliederzweige sollten nach einem milden Herbst nicht genommen werden, sondern ausschließlich, wenn er einige kalte Tage unter 7 Grad Celsius aufwies. Die besten Chancen auf eine Blühpracht zu Weihnachten haben Sie mit Zweigen von Süßkirschen und Quittenbäumen.

Außerdem sollte es immer ein älterer Baum sein, da junge Exemplare häufig noch keine oder zu wenig Knospen besitzen. Am besten ist ein Baum geeignet, der für seine Blühfreudigkeit bekannt ist.

Barbarazeige richtig schneiden

Der richtige Schnitt ist sehr wichtig für einen blühenden Barbarazweig. Wählen Sie einen kräftigen, gesunden Zweig mit vielen Knospen, die dick und rundlich erscheinen. Schlanke, feine Knospen blühen meist schlechter. Schneiden Sie die Zweige nicht zu lang ab. Je länger sie sind, desto mehr Energie fehlt zur Ausbildung der Blüten. Bei Zweigen bis 40 Zentimeter stehen die Chancen deutlich besser.

Kälte simulieren

Kornelkirsche als Barbarazweig
Als Barbarazweige kommen viele verschiedene Pflanzen, wie bspw. Kornelkirsche, in Frage

Damit die Barbarazweige bereits im Dezember blühen können, müssen sie einem ersten winterlichen Frost ausgesetzt sein. Blieb der bislang aus, können Sie die die Kälte einfach nachholen. Nach dem Schnitt legen Sie den Zweig einfach drei bis vier Tage ins Gefrierfach. Das klappt zwar nicht immer, erhöht aber die Chancen auf eine Blüte zum Weihnachtsfest. Berücksichtigen Sie dabei, dass Sie den Barbarazweig nicht erst am 4. Dezember schneiden, sondern entsprechend früher.

Richtiger Standort

Bevor Sie Ihre Barbarazweige in die Vase stellen, legen Sie sie einige Zeit in ein lauwarmes Wasserbad. Dadurch wird den Knospen der einsetzende Frühling vorgegaukelt. Um die Wasseraufnahme zu verbessern, schneiden Sie die Zweige anschließend schräg an.

Den ersten Tag in der Vase sollte der Barbarazweig in kühlerer Umgebung verbringen. Der Temperaturunterschied zum warmen Wohnzimmer wäre sonst zu groß und nimmt Einfluss auf die Entwicklung der Knospen. Ein Raum mit einer Temperatur zwischen Außen- und normaler Zimmertemperatur ist optimal.

Ab dem zweiten Tag geht es dann für den Barbarazweig in einen Raum mit einer Temperatur bis maximal 21 Grad Celsius. Vermeiden Sie zu warme Temperaturen und vor allem Heizungsluft. Dies begünstigt das Vertrocknen der Blütenknospen. Stellen Sie den Zweig deshalb weit weg von Heizkörpern und lüften Sie den Raum häufig. Wählen Sie einen hellen Platz aus, wo viel Sonnenlicht einfällt. Am besten ist ein Fensterplatz mit südlicher Ausrichtung.

Richtig bewässern

Ein Barbarazweig blüht eher, wenn er jeden dritten bis vierten Tag frisches, kalkarmes Wasser erhält. Das Frischwasser sollte eine ähnliche Temperatur wie der Raum besitzen, da ein zu hoher Temperaturunterschied die Wasserversorgung zu den Knospen blockieren kann. Zusätzlich hat sich ein tägliches Besprühen mit lauwarmen, kalkarmen Wasser als förderlich für eine Blütenbildung bewährt. Das ist vor allem dann wichtig, wenn im Raum Lufttrockenheit durch den Heizungsbetrieb herrscht.

Richtig pflegen

Überprüfen Sie den Barbarazweig regelmäßig auf vertrocknete Knospen. Diese ziehen nur unnötig Energie, die besser für blühfähige Knospen Verwendung finden sollte. Knipsen Sie vertrocknete und auch verkrüppelte Knospen zügig ab.

THEMEN:   Weihnachten Dekoration


Autor Frank Gerlach

Über den Autor
Frank Gerlach

Als gelernter Landschaftsgärtner hat Frank ein Faible für nützliche Gartengeräte aller Art. Daher testet und schreibt er für sein Leben gern über Rasenmäher, Heckenscheren und Co. Seine Ideen im Landschaftsbau sind ausgezeichnet.

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