Gartentipps für Dezember

Wichtige Gartenarbeiten im Christmonat

Gartenkalender Dezember: Eisbedecktes Schilfrohr im Garten
Im Dezember sollten kälteempfindliche Pflanzen rechtzeitig vor Frost geschützt werden

Raureif und Schnee verwandeln jeden Garten in eine winterliche Märchenlandschaft, die unter einer weißen Decke ruht. Wer denkt, die Natur befindet sich nun im Winterschlaf, irrt jedoch: Auch als Wintermonat hält der Dezember einige Gartenarbeiten bereit, die Gartenfreunde und Hobbygärtner nach draußen locken. Die wichtigsten Gartentipps für den Dezember haben wir für Sie im Folgenden zusammengefasst.

Tipp 1: Astbrüchen durch Schneelast vorbeugen

Die Schneelast auf Sträuchern und Stauden lässt sich schnell unterschätzen. Die weiße Pracht entwickelt jedoch schnell ein hohes Gewicht, das dünne Äste und Zweige in die Knie zwingt. In der Folge entstehen Astbrüche, die insbesondere bei den langsam wachsenden Päonien ärgerlich sind.

Da die dünnen Triebe durch Frost zusätzlich bruchgefährdet sind, empfehlen sich einige Vorsichtsmaßnahmen. Bei anhaltendem Schneefall sollten Sie Stauden und Sträucher regelmäßig von der weißen Pracht befreien. Hält sich die Schneemenge in Grenzen, lassen sich die Zweige auch locker zusammenbinden.

Nutzen Sie hierfür idealerweise einen dicken Bindfaden, der nicht einschneidet und zu Verletzungen an den Pflanzen führt. Der Schnee kann anschließend von den nun aufrechtstehenden Trieben leichter abrutschen, sodass sich die Last reduziert. Gleichzeitig stützen sich die Äste gegenseitig und können folglich ein höheres Gewicht aushalten, ohne zu brechen.

Tipp 2: Frostrisse an Strauchrosen vermeiden

Strauchrosen mit Raureif
Frost macht vielen Gartenpflanzen zu schaffen und kann bei morgentlicher Sonneneinstrahlung zu Rissen an der Rinde führen

Starke Sonneneinstrahlung kann an kalten Wintertagen zu Frostrissen an Strauchrosen führen. Während die Triebe auf der sonnenabgewandten Seite noch gefroren sind, erwärmt die winterliche Morgensonne die Triebe auf der sonnenzugewandten Seite. Diese einseitige Erwärmung führt zu einer unausgeglichenen Ausdehnung der Rinde. Die Folge sind Spannungsrisse, die vor allem in Längsrichtung entstehen.

Mit einer einfachen Methode vermeiden Sie dieses Problem allerdings: Aus Maschendraht formen Sie einen Ring, den Sie um die Strauchrose legen. Anschließend füllen Sie das Innere des Rings mit Stroh oder trockenem Herbstlaub auf. Dieses schattiert die Rosentriebe und schützt sie daher effektiv vor der Wintersonne. Gleichzeitig erwärmt sich das Innere des Laubkorbs durch Verrottungsprozesse und sorgt auf diese Weise für eine leicht erhöhte Temperatur.

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Tipp 3: Immergrüne schützen

Einige immergrüne Gehölze wie Buchsbaum-Figuren, Rhododendron-Wildarten oder Glanzmispel zeigen sich in den Wintermonaten empfindlich. Sind sie intensiver Wintersonne ausgesetzt, kann diese Schäden verursachen und insbesondere zu sogenannter Frosttrocknis führen.

Diese entsteht, wenn die Blätter der Pflanzen auftauen, von den noch gefrorenen Trieben aber kein Wasser nachströmen kann und die Blätter in der Folge austrocknen. An sonnigen Standorten sollten Sie Ihre Immergrünen daher mit einem Vlies vor Sonneneinstrahlung schützen, indem Sie dieses einfach über die Pflanzen spannen.

Tipp 4: Boden kalken

Gekalkter Erdboden
Mit Kalk lässt sich der pH-Wert im Boden leicht korrigieren © mein Gartenexperte

Der Dezember ist ein idealer Zeitpunkt, um Ihren Gartenboden mit kohlensaurem Kalk zu versorgen. Messen Sie zuvor jedoch den pH-Wert und kalken Sie nicht einfach drauf los. Der Fachhandel hält beispielsweise einfache Test bereit, mit denen Sie einen zu hohen Kalkanteil im Boden vermeiden.

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Erhält Ihr Gartenboden zu viel Kalk, so verarmt er mit der Zeit, da der Humusanteil abgebaut und zu viel Stickstoff freigesetzt wird. Bei reinem Sandboden sollten Sie daher erst kalken, wenn der pH-Wert unter 5,5 liegt. Bei lehmigem Sandboden liegt der Richtwert bei 6,0, während sandiger Lehmboden einen pH-Wert von 6,5 unterschreiten sollte. Löss- und Lehmboden können Sie bereits kalken, wenn der pH-Wert unter 7,0 liegt.

Indem Sie Ihren Gartenboden kalken, heben Sie den pH-Wert an. Möchten Sie diesen nur um einen geringen Wert korrigieren, eignet sich übrigens auch Kompost. Insbesondere bei einem leichten Kalkmangel gilt eine Kompostgabe als die bessere Alternative.

Tipp 5: Wurzelkur für Obstbäume

Im Dezember lässt sich ein kleiner Trick anwenden, der sowohl das Wachstum als auch den Ertrag bei alten Obstbäumen erhöht: die sogenannte Wurzelkur. Sie beginnen die Vitalkur, indem Sie sich rundherum um den Baum drei bis vier Stellen aussuchen, die auf Höhe der äußeren Krone liegen.

Heben Sie an diesen Stellen einen Graben aus, der etwa 1 bis 1,5 Meter lang ist. Anschließend kappen Sie konsequent alle Wurzeln bis zu einer Tiefe von 50 Zentimetern und füllen den Graben jeweils mit reifem Kompost auf. Zusätzlich empfiehlt es sich, im gesamten Kronenbereich ein paar Handvoll Algenkalk auszubringen.

Diese Wurzelkur regt den Baum zur Bildung neuer, dichter Wurzelbüsche an. Diese entstehen an den verletzten Wurzeln, die Sie zuvor abgeschnitten haben. Die jungen Wurzeln verbessern im nächsten Jahr die Nährstoffaufnahme und Wasserversorgung des Obstgehölzes, sodass dieses vitaler ausfällt und eine reichere Ernte bereithält.

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Tipp 6: Weißanstrich für Obstbäume

Kalkanstrich auf Baumstamm mit Pinsel
Farbe für den Kalkanstrich ist im Handel erhältlich, lässt sich aber auch selbst herstellen

Die Wintersonne kann trotz kühler Temperaturen für Schaden an den Stämmen von Obstbäumen sorgen. Scheint sie nach einer klaren, frostigen Nacht einseitig auf den Stamm, platzt die Rinde von Beeren-Hochstämmchen sowie Obstbäumen auf und es entstehen die typischen, meist senkrecht verlaufenden Frostrisse.

Sie können die Schäden allerdings mit einem weißen Anstrich vermeiden, da dieser die Rinde mithilfe seiner lichtreflektierenden Eigenschaften schützt. Neben dem bekannten Kalkanstrich bietet sich als Alternative ein biologischer Stammanstrich an, der aus Kräuterextrakten und pflanzenstärkenden Mineralien besteht.

Wählen Sie für den Anstrich einen Tag mit trockener, frostfreier Witterung aus. Entfernen Sie bei älteren Gehölzen außerdem alle lockeren Rindenteile und greifen Sie gegebenenfalls zur Drahtbürste. So erhalten Sie einen gleichmäßigen Weißanstrich, der Ihren Obstbäumen einen effektiven Schutz vor der winterlichen Sonne bietet.

Tipp 7: Fruchtmumien entfernen

Äpfel, die im Hoch- und Spätsommer reifen, zeigen häufig braune Faulstellen, die sich ringförmig über die ganze Frucht ausbreiten. Frühe Apfelsorten, die weiches Fruchtfleisch besitzen, erkranken häufiger als späte Sorten mit festem Fruchtfleisch. Die sogenannte Monilia-Fruchtfäule entsteht durch Pilz-Erreger, die sich über kleine Verletzungen in das Fruchtfleisch einschleichen.

Trocknen die befallenen Äpfel am Zweig ein, bilden sie sogenannte Fruchtmumien. Neben faulenden Früchten sollten Sie auch diese eingetrockneten Äpfel umgehend entfernen. Hänge im Winter noch Fruchtmumien in den Obstbäumen, sollten Sie den Dezember für deren Entfernung nutzen. Auf diese Weise reduzieren Sie die Gefahr, dass sich im Frühjahr austreibende Jungtriebe und Blüten mit den Pilz-Erregern infizieren.

Tipp 8: Futterplatz für Vögel einrichten

Vögel an Futterstellen
Besonders bei langanhaltenden Winterperioden freuen sich Gartenvögel über zusätzliches Futter

Mit einer Winterfütterung helfen Sie Vögeln nicht nur über die kalten Wintermonate hinweg, sondern locken die gefiederten Gäste auch im kommenden Jahr in Ihren Garten. Die kleinen Gartenbesucher ernähren sich nämlich von Schädlingen, die sie in nicht zu unterschätzenden Mengen vertilgen.

Darüber hinaus bietet eine Futterstelle in der heimischen Natur sowohl kleinen als auch großen Beobachtern einen interessanten Blickfang, der je nach Gebiet unterschiedliche Vogelarten in den Garten einlädt. Die Art der Futterstelle können Sie dabei frei auswählen und beispielsweise als Futterhaus, hängende Futterkugel oder selbst gebaute Konstruktion umsetzen.

Richten Sie den Futterplatz am besten frühzeitig ein, sodass sich die gefiederten Gäste an die Nahrungsquelle gewöhnen und bei geschlossener Schneedecke sowie strengen Frösten nutzen können. Bereichern Gehölze mit Früchten und Vogelbeeren Ihren Garten, sollten Sie deren Rückschnitt außerdem ins Frühjahr verschieben, sodass Vögel die Sträucher als zusätzliches Futterangebot nutzen können.

Bauernregeln im Dezember

„Auf kalten Dezember mit tüchtigem Schnee, folgt fruchtbar Jahr mit reichlich Klee.“

„Dezember mild, mit vielem Regen, ist für die Saat kein großer Segen.“

„Fließt im Dezember noch der Birkensaft, dann kriegt der Winter keine Kraft.“

„Weihnacht im Schnee - Ostern im Klee.“

„Aufs Wetter gib wohl acht, von Christtag bis Dreikönigsnacht, es zeigt dir, was das Jahr dann wacht.“

Dreikönigsnacht am 6. Januar

Autor Jennifer Nagel

Über den Autor
Jennifer Nagel

Nach einem redaktionellen Praktikum entdeckte Jennifer ihre Liebe zur Sprache und begann ein Studium zum "Werbetexter und Konzeptioner". Seit 2019 arbeitet sie als freie Texterin und Lektorin und verfasst unter anderem interessante Artikel für unser Gartenmagazin.