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Sicherheit

Garten kindersicher machen: So sorgen Sie für Sicherheit

Ein eigener Garten ist für Familien mit Kindern ideal und bietet dem Nachwuchs viele Möglichkeiten zum Spielen, Toben und Entdecken. Klettergerüste, leicht zugängliche Straßenbereiche und Stolperfallen sind allerdings Beispiele für mögliche Gefahrenquellen. Mit unseren Tipps gestalten Sie Ihren Garten kindgerecht und sorgen dafür, dass sich Kinder gefahrlos im Garten bewegen können.

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Lesedauer: 7 Minuten · 0 Kommentare

Tipps für einen kindersicheren Garten
Damit Ihr Kind sicher im Garten spielen kann, sollten Sie Gefahrenquellen rechtzeitig erkennen und beseitigen
Inhaltsverzeichnis

Swimmingpools und Gartenteiche absichern

Wasser im Garten ist die Gefahrenquellen Nummer eins. Jedes Jahr sterben viele Kinder durch Ertrinken. Bei ein- bis vierjährigen geschieht dies am häufigsten beim Spielen an Swimmingpools und Teichen. Aber auch Regentonnen und Wassertanks können zur Todesfalle Ihrer Kinder werden und gehören deshalb abgesichert. Folgende Tipps sollten Sie beherzigen:

  • Vermeiden Sie Wasseranlagen mit rutschigem Bodenbelag und Zugänge mit abfallenden Böschungen
  • Decken Sie Schwimmbecken wie Frame Pools und Whirlpools mit festgezogenen Planen ab - ideal sind abschließbare Poolabdeckungen
  • Für Teiche gibt es spezielle Netze und Teichschutzgitter für Wasseroberflächen
  • Wasser-Alarmsysteme ertönen, sobald eine Wasser-/Wellenbewegung wahrgenommen wird
    Diese können mit Pool- und Teichpumpe am Stromkreis angeschlossen werden - unbedingt auf zuverlässige Funktionalität achten
  • Entfernen Sie Poolleitern und jegliche Steighilfen
  • Sorgen Sie für standhafte, unüberwindbare Einzäunung von Wasserquellen
  • Regentonnen und Tanks immer abdecken und bei Kleinkindern abschließen
  • Stachelige und dichte Bepflanzung als Alternative zum Zaunschutz
  • Kleinere Planschbecken nach Gebrauch sofort leeren
  • Lassen Sie Ihre Kinder nie unbeaufsichtigt in der Nähe ungeschützter Wasserquellen und beim Planschen

Giftige Gartenpflanzen vermeiden

Giftige Gartenpflanzen vermeiden
Viele schöne Blumen im Garten sehen harmlos aus, sind aber, wie das Maiglöckchen, giftig

Vor allem Beeren und in leuchtenden Farben erscheinende Blüten haben die Aufmerksamkeit der meisten Kinder gewiss, wenn sie auf Entdeckungsreise im Garten gehen. Handelt es sich um Pflanzen mit giftigen Pflanzenteilen, kann es im schlimmsten Fall zu Vergiftungen mit Todesfolge kommen. Das hängt von dem Giftigkeitsgrad und der Verzehrmenge ab.

In Deutschland gibt es nur wenige hochgiftige Gartenpflanzen. Aber auch nur gering-giftige Pflanzen können unangenehme Körperreaktionen auslösen. Der beste und einzige Tipp, um Kinder vor giftigen Pflanzen zu schützen ist, sie aus bestehenden Gärten sofort zu verbannen und keine Giftpflanzen anzuschaffen. Wer dennoch nicht ganz darauf verzichten möchte, sollte sich an folgende Tipps halten:

Sicheren Standort wählen

  • Für Zugangsschutz im Gartenbeet sorgen: dichte Pflanzen vorsetzen, mit Zaun oder Maschendraht abgrenzen
  • Kübel- und Topfpflanzen hochstellen und mögliche Steighilfen entfernen
  • Auf Balkonen mit Türgittern Zugang blockieren
  • Spielbereiche, wie Sandkasten oder Schaukel immer in großer Distanz zu giftigen Pflanzen aufstellen

Richtiges Schneiden von giftigen Pflanzen

  • Lassen Sie Schnittgut nie einfach liegen, sondern entsorgen Sie es unverzüglich an für Kinder unzugängliche Orte
  • Halten Sie Ihre Kinder während der Gartenarbeit immer auf Distanz
  • Pflanzenmilch ist oft besonders giftig - mit Asche lässt sich der Ausfluss schneller trocknen
  • Desinfizieren Sie nach dem Schneiden zügig die Ast- oder Gartenschere

Giftpflanzen, die nichts in Kindernähe zu suchen haben

Absolut tabu sollten Giftpflanzen sein, die tödliche Folgen für Ihre Kinder haben können. Diese sind in jedem Fall aus dem Garten und vom Balkon zu entfernen. Dazu zählen vor allem:

Pflanze Toxizität
Engelstrompete (Brugmansia) hoher Anteil an Alkaloiden, deshalb alle Pflanzenteile stark giftig
Fingerhut (Digitalis purpurea) Blätter-Verzehr: 2,5 Gramm tödlich für Erwachsene
Rote Blüten: besonders hohe Gefahr für Kinder
Goldregen (Laburnum) enthält zahlreiche giftige Alkaloide in fast allen Pflanzenteilen
vor allem Samen besitzt hochgiftige Cytisin-Konzentration
Blauer Eisenhut (Aconitum) stark giftig , zwei Gramm einer Wurzel können tödlich sein
Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna) alle Pflanzenteile inklusive Beeren stark giftig
Eibe (Taxus) fast alle Pflanzenteile stark giftig für Kinder
Seidelbast (Daphne mezereum) Samen enthalten hochgiftiges Mezerein, Rinde enthält hochgiftiges Daphnetoxin
Brechnuss (Strychnos) enthält Strychnin und Brucin
Maiglöckchen (Convallaria majalis)
vor allem Blüten, Samen und junge Blätter giftig

Erfahren Sie mehr über Gartenpflanzen, die für Kinder hochgiftig sind.

Auf kindersichere Spielgeräte achten

Kindersichere Spielgeräte für den Garten
Wer seinen Kindern Spielgeräte in den Garten stellt, sollte diese regelmäßig auf Beschädigungen prüfen

Schaukeln, Wippen, Klettergerüste, Trampolin und Sandkästen sind nur einige Beispiele für Spielgeräte, die Familien in ihren Gärten für die Kinder aufbauen. Grundsätzlich ist bereits beim Kauf darauf zu achten, dass es sich um Produkte mit dem Siegel "GS-geprüft" handelt. GS steht hierbei als Abkürzung für "geprüfte Sicherheit" und bestätigt, dass das Spielgerät höchsten Sicherheitsanforderungen gerecht wird.

Aber das reicht nicht für die langfristige Kindersicherheit, denn Abnutzung und äußere Einflüsse verringern die anfängliche Sicherheit mit der Zeit. Zudem sind der richtige Aufbau sowie der optimale Standort Voraussetzungen für das kindersichere Spielen. Mit den folgenden Tipps befinden Sie sich immer auf der sicheren Seite:

  • Gerüste nur auf festem, rutschfestem Untergrund aufstellen und auf festigen Stand durch Verankerungen oder einbetonieren achten
  • Stets auf gerader Ebene aufstellen bzw. montieren, damit Stabilität gegeben ist
  • Schrauben anziehen und regelmäßig nachziehen
  • Bewegliche Teile hin und wieder ölen
  • In kurzen Abständen auf Beschädigungen kontrollieren
  • Kunststoffe auf poröse Stellen und Holz auf Morschheit untersuchen
  • Nur Spielsand verwenden, der den gesetzlichen Anforderungen bezüglich Schadstoffen entspricht
  • Keine Stein- oder Betoneinfassungen an Sandkästen, da erhöhtes Unfallrisiko mit schwerwiegenden Kopfverletzungen
  • Boden, Sitzflächen, Haltegriffe und Spielsand sauber halten - Sandkisten abdecken, um Tierkot und -urin zu vermeiden

Lesen Sie hierzu auch unseren Ratgeber Katzen aus dem Garten vertreiben - diese Mittel helfen.

Kletterbaum und Baumhaus absichern

Kinder klettern gern und manch ein Baum im Garten bietet sich hierfür geradezu an. Oder ist sogar eine Baumhütte erbaut worden? Dann ist Sicherheit vor allem beim Hinauf- und Herabklettern gefragt. Vor allem Obstbäume sind hier genauer im Auge zu behalten. Mit den richtigen Tipps senken Sie das Unfall- und Verletzungsrisiko immens:

  • Kontrollieren Sie häufig die Äste auf ihre Robustheit und Stärke. Schneiden Sie mit einer Astschere vertrocknetes und instabiles Holz ab
  • Wählen Sie einen Baum zum Klettern und für die Baumhütte aus, der von weichem Boden umgeben ist (Rasen beispielsweise)
  • Mit einem jährlichen Auslichtungsschnitt fördern Sie das Baumwachstum und mindern das Risiko schmerzhafter Kratzer

Giftige Pflanzen- und Pflegemittel sicher verwahren

Insektizide für Pflanzenschädlinge, Dünger für Pflanzen, Unkrautvernichter für den Rasen, Imprägniermittel für die Holzmöbel auf der Terrasse - das sind nur einige Beispiele für giftige Pflanzen- und Pflegemittel, die sich häufig in Garten- und Abstellhäuschen oder Garagen finden lassen. Achten Sie unbedingt darauf, dass diese Produkte nicht von Ihren Kindern erreichbar sind.

Regale, die hoch angebracht sind, damit Kinder nicht herankommen, sind in jedem Fall angeraten. Zusätzlich sollten der Aufbewahrungsort zu jedem Zeitpunkt verschlossen sein - auch Garagen, wenn diese aus dem Garten zugänglich sind.

Gartengeräte wegschließen

Gefährliche Gartengeräte für Kinder
Was im Haus gilt, sollte auch im Garten gelten: Scharfe und gefährliche Gartengeräte gehören nicht in Kinderhände

Ob eine Axt, der Rasenmäher, die Gartenschere oder der Laubbläser - Gartengeräte sind für die meisten Kinder interessant. Doch damit können sie sich ernsthafte Verletzungen zuziehen. Schwere und spitze Geräte sollten daher stets so hoch gelagert werden, dass Kinder diese nicht erreichen können. Handelt es sich um lange Geräte wie Rechen oder ähnliches, ist eine liegende Aufbewahrung auf einem hoch montierten Regal sinnvoll.

Trennen Sie zudem bei elektrischen Geräten immer die Stromversorgung oder entfernen Sie den Akku, wenn Sie diese gerade nicht benötigen. Optimal sind Rasenmäher, Heckenscheren, Häcksler oder Kettensägen die über eine Kindersicherung, einen Schlüssel oder einen Sicherheitsbügel verfügen. Gleiches gilt für Aufsitzmäher und Rasentraktoren.

Die beste Aufbewahrung sind allerdings Gerätehäuser, die sich sicher verschließen lassen, damit Kinder gar nicht erst ohne Ihre Anwesenheit Zugang zu den Geräten erhalten.

Mähzeiten des Mähroboters beachten

Bei allen Sicherheitsfunktionen, über die moderne Mähroboter heutzutage verfügen, sollten Sie dennoch nicht das Risiko eingehen, dass spielende Kinder von dem mähenden Roboter verletzt werden. Programmieren Sie Ihren Rasenroboter daher so, dass er nur zu Zeiten mäht, in denen sich keine Kinder oder Haustiere im Garten aufhalten.

In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie auch Igel und Insekten vor Ihrem Mähroboter schützen.

Steckdosen im Garten absichern

Was für den Wohnbereich gilt, hat auch Bedeutung im Garten: die Absicherung von Steckdosen. Sollte Ihr Kind unerwartet doch an ein elektrisches Gartengerät gelangen und möchte Ihnen "Arbeit" abnehmen und schon mal den Vertikutierer in Betrieb nehmen, kann das böse enden. Oder Ihr Kind möchte herausfinden, wie tief der Blumendraht in das Steckdosenloch passt. Hier gilt es, keine Kompromisse einzugehen und jede einzelne Steckdose abzusichern.

Garten "ausbruchsicher" machen

Kindersicherer Gartenzaun
Ein Gartenzaun schützt davor, dass Kinder unbeaufsichtigt das Grundstück verlassen oder gar auf die Straße laufen

Einen Moment nicht aufgepasst, plötzlich ist das Kind nicht mehr zu sehen. Das passiert häufig, vor allem, wenn Eltern durch Besuch oder Gartenarbeiten abgelenkt sind. Damit Kinder nicht die Umgebung außerhalb des Gartens auf eigene Faust erkunden, ist es wichtig, dass alle Türen und Tore stets verriegelt sind.

Unser Experten-Tipp:
Schaffen Sie sich Selbstschließanlagen an, bei denen Türen automatisch zugehen und so ins Schloss fallen, dass sie nur mit Schlüssel oder Fingerabdruck wieder zu öffnen sind.

Für mehr Komfort sorgen Schlossanlagen, die durch Sprachsteuerung zu öffnen sind. Dann bleibt das Ärgernis aus, wenn Sie durch die Gartentür möchten, aber den Schlüssel im Haus vergessen haben.

Einen sehr beliebten "Fluchtweg" bieten Zäune, wenn sie zu erklimmen oder einfach zu übersteigen sind. Das Klettern geht vor allem bei Jägerzäunen gut, weshalb sie auch bei hohen Maßen nicht ideal für Kinder sind. Zudem bringen Holzzäune generell die Gefahr von Splittern mit sich, an denen sich die Kleinen sehr wehtun können. Metall- und Maschendrahtzäune sind hier die bessere und sicherer Option, vorausgesetzt sie sind stabil montiert und hoch genug.

Die ideale Zaunhöhe beträgt mindestens 1,4 Meter. Bilden Latten einen Zaun, ist auf einen Lattenabstand von etwa elf Zentimeter zu achten, damit der Kopf eines Kindes nicht hindurchpasst.

THEMEN:   Kinder Sicherheit


Autor Romina Seilnacht

Über den Autor
Romina Seilnacht

Auf mein-gartenexperte.de kann Romina als gelernte Gärtnerin ihre Vorlieben für Garten, Pflanzen und Fotografie vereinen und unseren Lesern mit hilfreichen und interessanten Ratgebern die Gartenarbeit erleichtern.

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