Pflanzenpflege

Weidenkätzchen pflanzen, pflegen und vermehren

Als Frühlingsboten sind Weidenkätzchen sowohl in Kombination mit Wildgewächsen als auch in Einzelstellung gerne im Garten gesehen. Vor allem wenn Sie Ihren Garten bienenfreundlich gestalten möchten, sind die flauschigen Weidenkätzchen von ganz besonderer Bedeutung. Wie Ihnen das Anpflanzen und Pflegen dieser Pflanzen gelingt, und was es dabei zu beachten gilt, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

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Weidenkätzchen-Blüten an einer Salweide
Es gibt mehrere Weidenarten mit Weidenkätzchen - die bekannteste ist die Sal-Weide
Inhaltsverzeichnis

Standort und Boden

Weidenkätzchen, gerne auch als Palmkätzchen bezeichnet, bevorzugen einen hellen und warmen Standort, kommen aber durchaus auch in einer halbschattigen Umgebung zurecht. Zu schattig sollte der gewählte Ort allerdings nicht ausfallen, da andernfalls der Blütenansatz in Mitleidenschaft gezogen werden kann.

Im Hinblick auf die Bodenstruktur sind Weidenkätzchen recht anspruchslos. Ein lehmiger, feuchter sowie leicht alkalischer Boden liefert dabei ideale Voraussetzungen für ein gesundes Pflanzenwachstum. Selbst trockener Sandboden stellt kein Problem für die Salweide (Salix caprea) dar, die wohl bekannteste Weidenart. Angepflanzt als Baum fällt diese dann allerdings etwas kleiner aus, da es hier leicht zu einem Wassermangel kommen kann. Lediglich schwere Böden mit Staunässe sollten Sie vor der Pflanzung vorab mit etwas Sand aufbessern.

Die Erde darf grundsätzlich gerne etwas säuerlich sein. Ein pH-Wert zwischen 4,5 und 6,5 gilt als optimal. Lediglich zu kalkhaltig sollte der Boden nicht sein. Denn damit kommen Weidenkätzchen nicht so gut zurecht.

Weidenkätzchen pflanzen

Weidenkätzen einpflanzen
Beim Pflanzen ins Freiland sollte der Boden entsprechend vorbereitet und hochwertige Pflanzerde verwendet werden

Kätzchenweide ist dafür bekannt, dass sie schnell anwächst. Daher kann diese problemlos noch im Spätfrühling angepflanzt werden. Meist wird jedoch der Herbst oder Frühlingsanfang für das Anpflanzen von Weidenkätzchen gewählt. Als wurzelnackte Gehölze sind Weidenkätzchen ganzjährig im Gartenfachhandel erhältlich. Sofern der Boden nicht gefroren ist, lassen sich Weidenkätzchen grundsätzlich das ganze Jahr über anpflanzen.

Wenn Sie Palmkätzchen in Ihrem Garten anpflanzen möchten, sollten Sie bereits im Vorfeld ausreichend Platz einplanen. Denn Salweiden können durchaus eine Höhe von zehn Meter und eine Kronenbreite von circa sieben Meter erreichen. Damit die Salweide als Baum heranwachsen kann, ist es wichtig, beim Pflanzen zunächst alle Konkurrenztriebe zu entfernen. Lediglich der kräftigste Trieb bleibt bestehen. Nach dem Pflanzen befestigen Sie diesen senkrecht an einen Bambusstab. Danach schneiden Sie den Trieb hinter dem fünften Auge über dem gewünschten Kronenansatz ab.

Schon gewusst?
Die Knubbel, aus denen die Knospen entstehen, werden als „Augen“ bezeichnet.

Freilandpflanzung

Möchten Sie Weidenkätzchen im Freiland pflanzen, sollten Sie dabei folgende Schritte beachten:

  1. Boden vorbereiten: Im ersten Schritt empfiehlt es sich, den Boden tiefgründig aufzulockern. Entfernen Sie dabei auch gleich alle Wurzelunkräuter.
  2. Pflanzloch ausheben: Die Tiefe des Pflanzlochs sollte zwischen 40 und 50 cm betragen. Kalkulieren Sie dabei mit einem Durchmesser zwischen 50 bis 60 cm.
  3. Drainage legen: Eine Drainage empfiehlt sich vor allem dann, wenn der Boden zur Verdichtung neigt. Somit ist gewährleistet, dass das Regenwasser problemlos abfließen kann. Geben Sie hierfür eine Drainageschicht aus Kies und / oder Sand in das Pflanzloch.
  4. Gehölz wässern: Wässern Sie das Gehölz vor dem Einpflanzen gründlich. Anschließend entfernen Sie den Topf.
  5. Pflanzen: Platzieren Sie nun den Wurzelballen in das Pflanzloch und füllen Sie dieses mit hochwertiger Spezial-Erde auf. Drücken Sie anschließend die oberste Schicht leicht an.
  6. Wässern: Gießen Sie die Pflanze mit rund zehn Liter Wasser an.
  7. Mulchschicht auftragen: Legen Sie nun eine dünne Mulchschicht als Verdunstungsschutz rund um die Pflanze an.

Topfpflanzung

Möchten Sie Weidenkätzchen hingegen in einem Topf pflanzen, gelingt dies mit folgender Anleitung:

  1. Gefäß wählen: Für Kübelpflanzen sollte der Topf ein Volumen von mindestens 50 Liter umfassen. Die Größe des Gefäßes sollte einen Durchmesser von circa 50 bis 70 cm einnehmen. Ein guter Richtwert ist, wenn der Topf doppelt so groß ausfällt als der Wurzelballen. Wählen Sie zudem ein Behältnis mit einem Wasserabzugsloch.
  2. Drainage legen: Geben Sie Blähton als untere Schicht in das Pflanzgefäß.
  3. Düngen: Es ist ratsam, die Weidenkätzchen im Abstand von drei bis vier Wochen mit einem Flüssigdünger zu düngen.
  4. Gießen: Wässern Sie die Pflanzen in frostfreien Phasen.
Unser Experten-Tipp:
Vergewissern Sie sich vorab, dass es sich bei der ausgesuchten Weidenkätzchenart um eine kübelgeeignete Sorte handelt. Ein wichtiges Merkmal für Kübelpflanzen ist, dass die Stämmchen hauptsächlich in der Krone und nicht in die Höhe wachsen. Besonders im Pflanzjahr ist eine gute Wasserversorgung unverzichtbar, um ein gutes Anwachsen der Sträucher zu gewährleisten.

Pflege von Weidenkätzchen

Blüten und Kätzchen einer Sal-Weide
Für ein gutes Wachstum benötigen Sal-Weiden nur etwas Wasser und einen gelegentlichen Schnitt

Weidenkätzchen gelten als recht pflegeleicht. Dennoch ist es möglich, diesen die Blütezeit mit ein paar einfachen Pflegemaßnahmen zu erleichtern. Um das Wachstum etwas zu beschleunigen, empfiehlt es sich zum Beispiel, im Frühjahr etwas Kompost in die Erde einzuarbeiten. Damit die Weidenkätzchen an trockenen Standorten im Sommer nicht so schnell austrocknen, können Sie den Sandboden mulchen.

Gießen und düngen

Palmkätzchen benötigen generell nur wenig Wasser, sodass es in der Regel nicht notwendig ist, diese zusätzlich zu gießen. Lediglich in längeren Trockenphasen zwischen April und August ist eine gelegentliche Wassergabe ratsam. Der Boden sollte nie vollkommen trocken sein. Denn ein Wassermangel kann die Entstehung von Blattschäden begünstigen. Um die Wurzeln vor Austrocknung zu schützen, empfiehlt sich das Anlegen einer Mulchschicht.

Eine zusätzliche Nährstoffversorgung der Weidenkätzchen mittels speziellem Düngemittel ist nicht notwendig. Die Anforderungen der Pflanzen sind recht gering, sodass es ausreicht, vor dem Winter verrotteten Kompost rund um den Stamm zu verteilen. Generell benötigen Weidenkätzchen in Pflanzgefäßen etwas mehr Pflege, da die Wurzeln hier nicht in tiefere Schichten vordringen können.

Unser Experten-Tipp:
Für das Gießen von Weidenkätzchen empfiehlt es sich, stets mit einer größeren Menge Wasser zu bewässern anstatt einer kleinen täglichen Wassergabe. Im ersten Pflanzjahr sollte die wöchentliche Wassermenge durchschnittlich zwischen 10 und 16 Liter Wasser betragen.

Schneiden

Soll der natürliche Kronenaufbau der Salweide gefördert werden, können Sie ganz auf einen Schnitt verzichten. Ohne Schnittmaßnahme kann es jedoch passieren, dass die Kätzchenweide im kommenden Jahr nicht mehr so schön blüht. Doch auch dann ist es noch nicht zu spät, um diese zurechtzuschneiden.

Entscheiden Sie sich dafür, Ihre Weidenkätzchen in Form zu schneiden, sollten Sie sich bewusst sein, dass diese Maßnahme die Pflanzen sehr kompakt hält. Dies führt dazu, dass im Laufe der Zeit eine sogenannte Kopfweide entsteht. Für den Rückschnitt empfiehlt es sich, die Pflanze bis auf zwei oder drei Augen zu stutzen. Der Rückschnitt sollte erst im April erfolgen, wenn die letzten Triebe verblüht sind.

Achtung!
Vom 1. März bis einschließlich 30. September ist ein Rückschnitt gemäß § 39 Abs. 5 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) nicht erlaubt. Daher dürfen Weidenkätzchen in diesem Zeitraum lediglich in Form geschnitten werden.

Formschnitt bei Hängeweide „Pendula“

Für die hängende Kätzchenweide (Salix caprea 'Pendula' / 'Klimarnock') wird generell ein Formschnitt empfohlen. Wichtig ist, dass Sie die Krone regelmäßig auslichten, damit diese nicht zu sehr verdichtet. Mit der Zeit überlagern die jüngeren Triebe die älteren, welche dann absterben. Ohne Rückschnitt sammelt sich immer mehr Totholz in der Baumkrone an.

Ein Rückschnitt empfiehlt sich im Abstand von zwei bis drei Jahren und sollte erstmalig ab dem dritten oder vierten Standjahr erfolgen. Das Zurückschneiden fördert die Verzweigung sowie die Vitalität und die Form der Pflanze. Entfernen Sie außerdem die senkrecht wachsenden Triebe an den Stämmchen.

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Vermehrung von Kätzchenweiden

Bienen an einer Kätzchenweide
Kätzchenweiden sehen nicht nur schön aus, sondern sind auch bei Bienen und Schmetterlingen beliebt

Die Vermehrung von Weidenkätzchen gelingt am besten mit Hilfe von Stecklingen. Diese stecken Sie im Frühjahr einfach 10 bis 15 Zentimeter tief in feuchte Gartenerde. Wichtig ist, dass die Stecklinge jederzeit ausreichend Feuchtigkeit haben. Alternativ können Sie diese auch für ein bis zwei Wochen in ein Wasserglas stellen und sobald sich Wurzeln gebildet haben in das Freiland pflanzen.

Eine weitere Möglichkeit zur Vermehrung von Kätzchenweiden stellt die Aussaat dar. Hierbei ist jedoch schnelles Handeln gefragt, da die Samen lediglich bis zwei Wochen nach der Samenreife keimfähig sind. Geben Sie das Saatgut in eine Aussaatschale mit feuchter Anzuchterde und streuen Sie dieses im Anschluss aus.

Weidenkätzchen überwintern

Weidenkätzchen sind winterhart und können ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen problemlos im Freiland überwintern. Möchten Sie dennoch unterstützend mitwirken, können Sie eine Mulchschicht ausbringen. Diese schützt vor Frost und fördert die Bodenstruktur.

Krankheiten und Schädlinge

Raupe und Nachtfalter eines Weidenbohrers
Weidenbohrer sind die größte Gefahr für Kätzenweiden und sollten unbedingt bekämpft werden

Hierzulande wird die heimische Salweide von zahlreichen Schädlingen heimgesucht. Hierzu gehören zum Beispiel:

  • Echter Mehltau
  • Weidenschorf
  • Blattfleckenkrankheiten
  • Weidenbohrer
  • Blattläuse
  • Gespinstmotten

Weidenbohrer bekämpfen

Da die meisten Schädlinge jedoch keinen großen Schaden an der Pflanze selbst anrichten, müssen diese nicht zwangsläufig direkt bekämpft werden. Lediglich gegen Weidenbohrer (Cossus cossus), eine Nachtfalterart, sollten Sie aktiv vorgehen, da sich die Raupen nach dem Schlüpfen im Spätsommer in die Rinde bohren. Dies kann nachhaltig zu schweren Schäden der Weidenkätzchen führen. Leider existieren nur wenige Möglichkeiten, Weidenbohrerraupen zu bekämpfen. Im Handel sind weder chemische, noch biologische Mittel erhältlich.

Töten Sie die Larven und Raupen möglichst früh ab, da die Bekämpfung bereits in Holz gefressener Tiere schwierig wird. Dann können Sie lediglich mit Hilfe eines langen Drahtes in die Bohrlöcher stechen und versuchen, die Raupen aufzuspießen.

Befallene Triebe sollten noch vor dem Schlüpfen der Falter im Mai großzügig herausgeschnitten und unbedingt entsorgt werden, da die Schädling auch im Totholz überleben und gegebenenfalls weitere Bäume im Garten befallen. Schreddern Sie die Äste am besten mit Hilfe eines Häckslers, bevor Sie sie über die Biotonne entsorgen.

Schlupfwespen gegen Weidenbohrer

Auch der Einsatz von Schlupfwespen wird häufig empfohlen. Diese werden normalerweise gegen Lebenmittel- oder Kleidermotten eingesetzt, sollen aber auch effektiv gegen Weidenraupen sein. Schlupfwespen können nicht fliegen und sind für Mensch und Pflanze ungefährlich. Einmal größzügig auf dem befallenen Weidenkätzchen platziert, suchen sie zur Fortpflanzung nach Eiern und Raupen von Schmetterlingen und Motten, in die sie ihre eigenen Eier ablegen. Die geschlüpften Schlupfwespenlarven ernähren sich anschließend von ihrem Wirt und töten ihn dabei. Sobald keine Wirtstiere mehr vorhanden sind, verschwinden die Schlupfwespen von ganz alleine.

Quassia-Seifenbrühe gegen Weidenbohrer

Etwas mit Aufwand verbunden, aber dafür wirkungsvoll, ist die Herstellung einer Quassiabrühe. Bei Quassiaholz handelt es sich um ein Bitterholz, dessen Wirkstoff Quassin für viele Ungezieferarten tödlich ist. So stellen Sie das natürliche Pflanzenschutzmittel her:

  1. Geben Sie 150 Gramm Quassiaholz in ein Gefäß, übergießen Sie es mit 2 Liter Wasser.
  2. Lassen Sie das Gemisch 24 Stunden ruhen und kochen Sie es dann 30 bis 60 Minuten lang stark auf.
  3. Schütten Sie die Brühe durch einen Sieb und lassen Sie die Holzspäne anschließend trocknen. Sie kann drei Mal erneut zur Brüheerzeugung verwendet werden.
  4. Füllen Sie die Quassiabrühe in einen Drucksprüher und verdünnen Sie die Lösung mit 10 Liter Wasser.
  5. Sprühen Sie den Baumstamm und die Äste regelmäßig mit der Seifenbrühe ein und spülen Sie den Belag nach zwei bis drei Tagen mit klarem Wasser wieder ab.
  6. Starten Sie mit der Behandlung im Frühjahr und führen Sie sie bis zum Herbst durch.

Das erzeugte Konzentrat ist über das gesamte Gartenjahr haltbar und kann daher immer wieder verwendet werden. Das darin enthaltene Quassin tötet sowohl die Eier als auch dei geschlüpften Larven ab, die sich unter der Rinde befinden. Dennoch sollten Sie mit den Einsatz sparsam sein, da die Quassiabrühe auch für Nützlinge giftig ist.

THEMEN:   Pflanzenpflege Pflanzenwissen Baumpflege


Autor Carina Staiger

Über den Autor
Carina Staiger

Nach Wirtschaftsabitur und Ausbildung hat sich Carina für das Leben als freie Texterin entschieden. Mit ihrem Fachwissen zu den unterschiedlichsten Gartenthemen berät und unterhält sie unsere Leser.

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