Pflanzenwissen

Eibe: Alles Wissenswerte über den giftigen Nadelbaum

Als immergrüner Nadelbaum erfreut sich die Eibe in Gärten an Beliebtheit. Am häufigsten ist sie dabei als Formgehölz oder blickdichte Heckenpflanze anzutreffen. Wie der Gattungsname „Taxus“ bereits vermuten lässt, handelt es sich bei der Eibe allerdings um einen für Mensch und Tier giftigen Baum. Worauf es im Umgang mit diesem Baum ankommt, verrät unser Ratgeber.

·
Lesedauer: 8 Minuten · 0 Kommentare

Eibe im Garten: Alles Wissenswerte über den hochgiftigen Nadelbaum
Fast alle Teile der Eibe sind hochgiftig - lediglich das Fruchtfleisch der leuchtend roten Beeren ist harmlos
Inhaltsverzeichnis

Durch welche Merkmale zeichnet sich die Eibe aus?

Bislang sind insgesamt zehn verschiedene Eibenarten bekannt, die sich über die ganze Nordhalbkugel erstrecken. In Deutschland ist vorrangig die Europäische Eibe (Taxus baccata) sowie die Japanische Eibe (Taxus cuspidata) anzutreffen. Letztere zeichnet sich durch hellere, breitere Nadeln aus und ist im Vergleich etwas kleiner gehalten. Charakteristisch für die Europäische Eibe ist deren dunkelgrünes, glänzendes Nadelkleid. An der Unterseite des Baumes überwiegt ein matter, hellgrüner Farbton.

Die Eibe an ihrem Wuchs erkennen

Überwiegend bilden Eiben zunächst mehrere kurze Stämme aus. Die Krone des Baumes kann entweder hochoval, rundlich oder ganz unregelmäßig ausfallen. Ausgewachsene Eiben nehmen eine Gesamthöhe zwischen 10 bis 18 Meter ein. Die Breite bei diesen Exemplaren liegt zwischen 8 und 15 Meter.

Bis eine solche Größe erreicht ist, vergehen allerdings mehrere Jahrzehnte. Bei einem nährstoffreichen Boden erreichen junge Eiben in den ersten Jahren ein Wachstum zwischen 20 und 25 cm. Bei älteren Exemplaren fällt das Wachstum etwas geringer aus.

Des Weiteren ist die Eibe anhand ihrer waagrecht abstehenden Seitenäste zu erkennen. Gelegentlich wachsen diese auch leicht aufrecht. Die Seitenzweige neigen sich bei den meisten Eiben nach unten.

Anfangs ist die Rinde bei jungen Exemplaren noch grün, färbt sich mit der Zeit  jedoch rotbraun. Die Eibe gehört zur Familie der Tiefwurzler. Trotzdem finden sich in unmittelbarer Nähe von Eiben häufig faserige Feinwurzeln an der Oberfläche.

Die Blütenpracht der Eibe

Die Eibe beginnt im Frühjahr zwischen März und April zu blühen. Eine Besonderheit von Eiben ist, dass jedes Exemplar rein männliche oder rein weibliche Blüten trägt.

Während sich männliche Blüten durch eine gelbe Färbung  auszeichnen, und in den Achseln der Nadeln stehen, weisen die weiblichen Blüten allesamt eine einheitliche Samenlänge auf.

Die Samen selbst sind dunkel und holzartig und befinden sich im im Inneren eines scharlachroten Samenmantels.

Mehr Informationen »

Wie giftig ist die Eibe wirklich?

Giftige Pflanzenteile der Eibe
Entscheiden Sie sich für die Eibe als Nadelbaum in Ihrem Garten, sollten Sie die Giftigkeit der Pflanze nicht unterschätzen

Das Gift der Eibe kann sowohl bei Menschen als auch Tieren zu schweren Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod führen. Das Gift Taxin findet sich in den Nadeln, den Samen sowie im Holz des Baumes.

Gift in fast allen Pflanzenteilen

Die Eibe erlangt ihre Giftigkeit durch ihre Nadeln sowie der im Herbst heranreifenden Samen. Aufgrund dessen, dass die Samen im Herbst heranreifen, fällt die Giftkonzentration in dieser Jahreszeit am höchsten aus. Im Frühling und Sommer ist die Giftkonzentration vergleichsweise am geringsten. Das Taxin selbst verkörpert ein Alkaloid-Gemisch, die Pflanzenteile der Eibe enthalten zusätzlich sogenannte Cyanogene Glykoside, die zu den am weitesten verbreiteten Pflanzengifte gehören.

Nur die Eiben-Früchte sind ungiftig

Allein der schillernd rote Fruchtanteil ist ungiftig. Dieser ist vor allem bei Vögeln sehr beliebt. Vom Verzehr des Fruchtfleisches ist allerdings dringend abzuraten, da die darin enthaltenen Samen ebenfalls hochgiftig sind. Beim bloßen Kauen würde das Gift sofort ausströmen und unmittelbar nach dem Verzehr zu schweren Vergiftungserscheinungen führen. Da die roten Früchte besonders für Kinder verlockend sind, sollten Sie möglichst den freien Zugang zur Eibe unterbinden.

Kritische Giftdosen für Mensch und Tier

Ob und wie schnell es zu einer starken Vergiftungserscheinung kommt, hängt in erster Linie von der Giftkonzentration, dem Körpergewicht sowie der jeweiligen Spezies ab. Des Weiteren ist es meist unmöglich, nach der versehentlichen Einnahme die Menge der enthaltenen Giftstoffe zu definieren. Folgende Übersicht zeigt, wie sich die Wirkung des Eibengfiftes bei verschiedenen Lebewesen unterscheidet:

Lebewesen Kritische Dosis
Mensch ca. 50 – 100 Gramm Nadeln
Hund je nach Körpergewicht ca. 30 Gramm
Rind / Schaf / Ziege pro Kilogramm Körpergewicht wirken ca. 10 Gramm Nadeln tödlich
Pferd 100 - 200 Gramm wirken nach ca. 5 Minuten tödlich
Landschildkröten bereits wenige Nadeln wirken tödlich

Alle Angaben dienen lediglich als Richtwerte, da einzelne Faktoren wie Alter, die körperliche Verfassung sowie eventuelle Vorerkrankungen ausschlaggebend für die tatsächliche Wirkungsdauer sind. Pflanzenfresser gelten dabei als besonders gefärdet.

Mehr Informationen »

Was ist bei der Pflege der Eibe zu beachten?

Eiben Pflegetipps
Eiben wachsen fast überall und benötigen nur wenig Pflege

Grundsätzlich sind Eiben recht anspruchslos und erfordern keine besondere Pflege. Damit sich diese in Ihrem Garten aber so richtig wohlfühlen, gilt es ein paar Kleinigkeiten zu beachten:

Standort

Obwohl sich Eiben ohne große Schwierigkeiten sowohl an sonnigen als auch schattigen Plätzen unterbringen lassen, bevorzugen diese einen Standort im Halbschatten oder Schatten. Eiben gehören zu den winterharten Nadelbäumen, zeigen sich jedoch in Wintern mit wenig Schnee und kaltem Ostwind sichtbar geschwächt.

Unser Experten-Tipp:
Nach dem Entfernen der vertrockneten Triebe erholen sich Eiben für gewöhnlich schnell.

Bodenbeschaffenheit

Auf den ersten Blick fühlt sich die immergrüne Heckenpflanze auf nahezu jedem Untergrund wohl. Lediglich ein feuchter Boden mit Staunässe ist zu vermeiden. Um die Wasserdurchlässigkeit des Bodens zu verbessern, ist das Anlegen einer Drainage eine willkommene Lösung.

Ausgeprägte Trockenperioden zehren an den Kräften der Eibe. Daher ist es ratsam, diese bei lang anhaltender Trockenheit sowohl im Sommer als auch im Winter entsprechend zu gießen.

Düngen und schneiden

An guten Standorten ist das regelmäßige Düngen nicht notwendig. Es ist vollkommen ausreichend, die Eibe einmal jährlich im Frühjahr mit Kompost zu düngen. Zudem reicht es aus, wenn Sie Ihre Eibe einmal jährlich einem regelmäßigen Verschnitt unterziehen.

Bei diesem Vorhaben sollten Sie immer entsprechende Schutzkleidung tragen. Kommen Sie in direkten Kontakt mit der Eibe, ist dies ungiftig. Allerdings begünstigt der Eibensaft gelegentlich die Entstehung einer allergischen Reaktion, weshalb das Tragen von Schutzkleidung zu empfehlen ist.

Mehr Informationen »

So beugen Sie einer Eibenvergiftung wirksam vor

Eibenvergiftung vorbeugen
Um eine Eibenvergiftung zu vermeiden, sollte der direkte Kontakt mit dem Nadelgehölz gemieden werden

Die wirksamste Methode zur Vorbeugung einer Eibenvergiftung ist, vollkommen auf das Pflanzen des Nadelbaumes zu verzichten. Dies sollte allerdings stets die letzte Option darstellen. Mit diesen fünf Tipps lässt sich das Risiko einer Eibenvergiftung zudem weitgehend reduzieren:

  1. Sorgen Sie dafür, dass der Verschnitt nicht frei zugänglich ist. Auf die Entsorgung auf dem offenen Komposter sollten Sie ebenfalls verzichten.
  2. Entfernen Sie die reifen Früchte
  3. Wählen Sie den Freilauf von Haustieren wie beispielweise Kaninchen niemals in der Nähe einer Eibe
  4. Sammeln Sie abfallende Äste und Nadeln sorgfältig auf
  5. Klären Sie Kinder umfassend über die giftigen Eigenschaften des Nadelbaums auf

THEMEN:   Baumpflege Pflanzenwissen Pflanzenpflege


Autor Carina Staiger

Über den Autor
Carina Staiger

Nach Wirtschaftsabitur und Ausbildung hat sich Carina für das Leben als freie Texterin entschieden. Mit ihrem Fachwissen zu den unterschiedlichsten Gartenthemen berät und unterhält sie unsere Leser.

Gefällt Ihnen dieser Beitrag?

 
5.0 / 5 Sternen | 12 Bewertungen
Kommentare (0)

Noch keine Kommentare vorhanden. Seien Sie der Erste!