Gesundheit

Pflanzen- und Gartentipps für Allergiker

Allergien können die Arbeit und Erholung im Garten schnell zur Qual werden lassen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Grundstück allergikerfreundlich zu gestalten. Wir geben Tipps, worauf Sie bei der Pflanzenwahl achten sollten und es bei der Gartenarbeit für Allergiker ankommt.

·
Lesedauer: 7 Minuten · 0 Kommentare

Frau mit Blumen vor einer Wiese
Um als Allergiker seinen Garten unbeschwert genießen zu können, sollte auf die richtigen Pflanzen geachtet werden
Inhaltsverzeichnis

Der eigene Garten dient als Ruheoase und wird gerne als Rückzugsort genutzt. Für Pollen-Allergiker kann es sich allerdings als nahezu unmöglich erweisen, die gewünschte Erholung an der frischen Luft zu finden. Tatsächlich lässt sich der Pollenflug im Außenbereich niemals vollständig unterbinden. Daher ist es wichtig, sich möglichst allergikerfreundliche Pflanzen in den Garten zu holen.

Welche Gartenpflanzen eignen sich für Allergiker?

Reagieren Sie Pollen gegenüber allergisch, sind vor allem insektenbestäubte Pflanzen zu empfehlen. Denn diese ziehen fleißige Bestäuber aufgrund ihrer bunten Blüten nahezu magisch an. Die Blütenpollen dieser Pflanzen sind klebrig, weshalb sich diese kaum im Luftraum verteilen. Auf diese Weise ist es für Sie als Allergiker problemlos möglich, ihren Garten in ein farbenfrohes und zugleich allergenarmen Blumenbeet zu verwandeln.

Unser Experten-Tipp:
Folgende Faustregel dient als Orientierung für die Blumenwahl: Je auffälliger und größer die Blüten ausfallen, desto besser sind die jeweiligen Pflanzen für Allergiker geeignet.

Als besonders reizfrei gilt beispielsweise die Familie der Lippenblütler, der Braunwurz- sowie der Nelkengewächse. In der Regel gelten folgende Pflanzen für Allergiker als unproblematisch: Dahlie, Elfenspiegel, Gartensalbei, Hornveilchen, Iris, Kapuzinerkresse, Lupinen, Narzisse, Pantoffelblume, Passionsblume, Petunie, Prunkwinde, Rittersporn, Schneeball, Stiefmütterchen, Storchenschnabel und Vergissmeinnicht.

  • Bäume
    Auch unter Bäumen finden sich zahlreiche Exemplare, die für Allergiker durchaus infrage kommen. Hierzu gehören zum Beispiel Ahorn, Magnolie sowie verschiedene Obstbäume wie Apfel oder Pflaume.
  • Rosengewächse
    Zahlreiche Rosengewächse sind wenig allergieauslösend, sodass sich diese für Allergiker meist bestens eignen. Zu bekannten Vertretern der Rosengewächse gehört zum Beispiel die Clematis.
  • Stauden
    Möchten Sie als Allergiker Stauden in Ihrem Garten beherbergen, stellen Heuchera, Sedum, Tränendes Herz, Malve und die Pfingstrose eine gute Wahl dar.
  • Sträucher
    Als Allergiker müssen Sie nicht unbedingt auf Sträucher verzichten. Zu den besonders geeigneten Arten zählen die Berberitze, der Rotdorn sowie der Rhododendron.
  • Gemüse
    Für den Anbau im eigenen Garten sind nahezu alle Arten an Wurzelgemüsen sowie verschiedenes Blattgemüse für Allergiker unbedenklich. Hierzu gehören zum Beispiel Radieschen, Wirsing, Weißkraut sowie Erbsen und Bohnen.
  • Terrasse
    Auf Terrassen sind vor allem Kübelpflanzen wie Hibiskus, Palmen oder Fuchsien für Allergiker zu empfehlen.
Unser Experten-Tipp:
Grundsätzlich sind Pflanzen mit gefüllten Blüten eine gute Möglichkeit, Gärten allergenarm zu gestalten. Auch bei Pflanzen, deren Pollen gut verborgen sind, besteht eine geringe Gefahr für Allergien.

Mehr Informationen »

Welche Pflanzen sind für Allergiker eher ungeeignet?

Birken-Kätzchen und Chrysanthemen
Viele Betroffene sind gegen die Pollen der Birken-Kätzchen und Chrysanthemen allergisch

Damit ein möglichst beschwerdefreier Aufenthalt im eigenen Garten ermöglicht werden kann, sollten Sie zunächst herausfinden, auf welche Pflanzensorten Sie allergisch reagieren. Dies gelingt am besten im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung.

Pollenallergiker sollten generell alle Pflanzen meiden, deren Pollen sich vom Wind verbreiten. Besonders ausgeprägt ist dies bei Birken- und Weidengewächsen sowie bei verschiedenen Gräsern. Vorsicht ist außerdem bei Korbblütlern geboten. Damit Heilpflanzen aus der Gruppe der Korbblütler allerdings ihre Wirkung entfalten können, benötigen diese dieselben Eigenschaften, die auch Überempfindlichkeitsreaktionen begünstigen. Zu diesen Blühpflanzen gehören beispielsweise Schafgarbe, Beifuß, Kamille, Löwenzahn, Arnika und Chrysantheme.

Häufige Reaktionen bestehen gegenüber Haselnuss und Schwarz-Erle, deren Blütezeit sich von Januar bis März erstreckt. Auch die Birke verkörpert ein erhöhtes Allergiepotenzial. Diese blüht von März bis Mai. Leiden Sie unter starkem Heuschnupfen, kommen als Auslöser womöglich Nadelbäume mit Zapfen infrage.

Darüber hinaus sind folgende Pflanzen für teils starke Immunreaktionen bekannt:

  • Korbweide
  • Trauer-Weide
  • Kopfweide

Weitere allergieauslösende Pflanzen

Einige Pflanzen begünstigen die Entstehung von Allergien, sind jedoch nicht auf den ersten Blick als solche bekannt. Olivenbäume sind beliebte Zierpflanzen, die jedoch stark allergen wirken. Diese Exemplare blühen im Mai und Juni und stellen vor allem für Eichenallergiker eine Gefahr dar. Zudem bergen Thuja und Zypressen ein hohes Allergiepotenzial. Gelegentlich kommt es hierbei sogar zu Hautreaktionen. Außerdem nicht zu unterschätzen ist Bambus, das den Gräsern angehört und somit für Graspollenallergiker ein Risiko darstellt.

Mehr Informationen »

Allergien mit der richtigen Gartenplanung vorbeugen

Pollenflug von Gräsern
Bereits bei der Gartengestaltung sollte auf Pflanzen mit hohem Pollenflug verzichtet werden

Bei rund 60 % aller Allergiker bestehen sogenannte Kreuzallergien zu Obst, Früchten oder Nüssen. Somit liegt der bestehenden Allergie nicht nur eine Ursache zugrunde. Bei Birkenallergikern ist beispielsweise häufig eine Reaktion auf roh verzehrte Nüsse oder Äpfel zu beobachten. Bevor Sie mit der Gestaltung Ihres allergenarmen Gartens beginnen, sollten Sie zuvor bestehende Kreuzallergien ausfindig machen.

Im Anschluss daran bietet sich die Möglichkeit, geeignete Pflanzen in einer Übersicht zusammenzustellen. Bei der genauen Planung kann die Anfertigung einer Skizze womöglich helfen. Bei der Gestaltung eines allergenarmen Gartens sind folgende Maßnahmen hilfreich.

  • Wenig Rasenflächen
    Für Graspollenallergiker empfiehlt es sich, weitgehend auf Rasenflächen zu verzichten, und stattdessen auf Kies oder Platten zurückzugreifen.
  • Anlage eines Gartenteichs
    Sofern Ihr Garten ausreichend Platz für einen Teich bietet, kann ein solcher durchaus eine Entlastung für Allergiker darstellen. Das Wasser bindet einen Großteil der umherfliegenden Pollen. Treiben diese schließlich auf der Wasseroberfläche, lassen sie sich bequem mit einem Kescher abfischen.
  • Windberuhigte Ecken
    Bäume und Hecken halten nicht nur Wind ab, sondern wirken auch als natürliche Pollenfilter. Beim Heckeschneiden werden die Pollen jedoch wieder freigesetzt, weshalb diese Maßnahme kritisch hinterfragt werden sollte. Entscheiden Sie sich hingegen für eine Mauer oder einen Sichtschutz, können diese Elemente Wind und Pollen zuverlässig abhalten.
  • Wildpflanzen kontrollieren
    Sauerampfer, Wegerich, Beifuß und Brennnesseln sind nur einige von zahlreichen allergieauslösenden Wildpflanzen. Daher sollten Sie die Ausbreitung von Wildpflanzen im eigenen Garten regelmäßig im Auge behalten und rechtzeitig unterbinden.

Gartentipps für Allergiker

Gartenhandschuh und Geranie
Allergiker sollten bei der Gartenarbeit möglichst Handschuhe tragen, um Kontaktallergien vorzubeugen

Haben Sie im Rahmen Ihrer Gartenplanung sowie der Pflanzenwahl bereits beste Voraussetzungen für einen allergenarmen Garten geschaffen, bleiben im Hinblick auf die eigentliche Gartenarbeit dennoch manche Risiken nicht aus. Folgende Tipps können Ihnen jedoch eine beschwerdefreie Gartenarbeit ermöglichen:

Kontinuierliche Rasenpflege

Da die Allergenbelastung bei kurzem Rasen deutlich geringer ausfällt, ist es ratsam, diesen regelmäßig zu mähen. Da Gräserpollen auch beim Mähen zu Reizungen führen können, sollte diese Tätigkeit möglichst eine andere Person übernehmen. Auch der Einsatz eines Mähroboters kann sich lohnen, um den Rasen stetig kurz zu halten. Als Allergiker sollten Sie allerdings besser auf Ziergräser verzichten, da diese zu Beschwerden führen können.

Zeitpunkt der Gartenarbeit

Der richtige Zeitpunkt spielt für Allergiker bei der Gartenarbeit eine wichtige Rolle. So gestaltet sich die Pollen-Belastung direkt nach einem Regenschauer oder früh morgens als verhältnismäßig gering.

Kontaktallergien vorbeugen

Bei manchen Pflanzen können bestimmte Stoffe wie der Pflanzensaft, Dornen oder Härchen Immunreaktionen am eigenen Körper hervorrufen. Dabei handelt es sich meist um Hautreaktionen wie etwa Rötungen, Juckreiz, Pustelbildung oder einer lokalen Schwellung. Diese kommen zustande, sobald Hautkontakt durch Berührung der Pflanze besteht. Die jeweilige Reaktion fällt meist unterschiedlich stark aus. In jedem Fall ist aber ausschließlich das entsprechende Hautareal betroffen. Thuja, Kirschlorbeer und Primeln sind dafür bekannt, die Entstehung von Kontaktallergien zu begünstigen.

Um Kontaktallergien vorzubeugen sollten Sie bei der Gartenarbeit stets lange Kleidung und geschlossenes Schuhwerk tragen. Schützen Sie Ihre Hände mit Gartenhandschuhen und fassen Sie sich nicht ins Gesicht. Auch vom Verzehr allergieauslösender Pflanzen ist abzuraten.

Insektenallergiker aufgepasst

Wespe und Bremse
Der Stich einer Wespe oder Bremse ist nicht nur schmerzhaft, sondern für Allergiker auch lebensgefährlich

Reagieren Sie allergisch auf Insektenstiche, gelten mitunter veränderte Bedingungen für die Gartengestaltung sowie die Gartenarbeit. Denn während sich der Aufenthalt von Bienen für Graspollenallergiker als hilfreich erweist, stellen diese für Insektenallergiker eine besondere Belastung dar. Daher sollten Sie bei einer bestehenden Insektengiftallergie bei der Blumenwahl auf knallige und große Blüten besser verzichten.

Meiden Sie als Insektenallergiker zudem die Gartenarbeit bei hoher Luftfeuchtigkeit oder direkt nach einem Regenschauer, da Bienen, Bremsen und andere Insekten dann besonders aktiv sind. Erledigen Sie die notwendigen Arbeiten daher besser bei trockenen Luftverhältnissen.

Achten Sie außerdem auf die Farben Ihrer Kleidung. Während grelle und schwarze Kleidung Insekten anlockt, halten gedeckte Farben wie Khaki oder Beige diese eher fern. Nach getaner Arbeit sollten Sie beim Ausschütteln Ihrer Kleidung nach Bienen und Wespen Ausschau halten, die sich womöglich darin verfangen haben. Verzichten Sie beim Aufenthalt im Freien auch auf Parfüm und stark duftende Seifen, denn von einprägsamen Duftnoten fühlen sich viele Insekten nahezu magisch angezogen.

THEMEN:   Gesundheit Insekten Pflanzenwissen


Autor Carina Staiger

Über den Autor
Carina Staiger

Nach Wirtschaftsabitur und Ausbildung hat sich Carina für das Leben als freie Texterin entschieden. Mit ihrem Fachwissen zu den unterschiedlichsten Gartenthemen berät und unterhält sie unsere Leser.

Gefällt Ihnen dieser Beitrag?

 
4.9 / 5 Sternen | 36 Bewertungen
Kommentare (0)

Noch keine Kommentare vorhanden. Seien Sie der Erste!