Pflanzenwissen

Gladiolen pflanzen, pflegen, überwintern und vermehren

Gladiolen zieren Blumen- und Staudenbeete, schmücken Bauerngärten und Blumenkübel. In der Vase dienen sie als farbenfrohe Schnittblumen und setzen bunte Akzente. Wir haben für Sie umfangreiche Tipps zu Pflanzung und Pflege im eignen Garten zusammengefasst.

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Gladiolen (Gladiolus) im Garten
Die Gladiole wird auch als Schwertblume bezeichnet und gehört zur Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae)
Inhaltsverzeichnis

Gladiolen in den Garten integrieren

Ähnlich wie Dahlien (Dahlia) gehören Gladiolen (Gladiolus) zu den beliebtesten Knollenpflanzen, die bereits Bauerngärten um farbenfrohe Blickfänge bereicherten. An einem sonnigen Standort und auf einem nährstoffreichen, durchlässigen Boden lassen sich die Blühpflanzen in nahezu jedes Blumen- und Staudenbeet integrieren. Aufgrund ihres geringen Platzbedarfs eignen sich Gladiolen zudem für schmale Pflanzstreifen und Blumenkübel auf Terrasse oder Balkon. Je nach Sorte gedeihen die Pflanzen auch in der Sumpfzone eines Gartenteichs sowie im sonnigen Steingarten.

Wer einen modernen Präriegarten gestalten möchte, sollte auf kleinblütige Sorten zurückgreifen. In Topf und Kübel fühlen sich hingegen Edel- und Schmetterlings-Gladiolen wohl, die sich auch hervorragend als Schnittblumen eignen. Im Blumenbeet empfiehlt es sich, die schönen Blühpflanzen in Gruppen zu pflanzen, die rund 5 bis 15 Knollen umfassen. Wer es bunt mag, mischt unterschiedliche Blütenfarben. Ton-in-Ton-Kombinationen und zweifarbige Mischungen wirken hingegen einheitlicher.

Welchen Standort bevorzugen Gladiolen?

Gladiolen sind wahre Sonnenanbeter. Sie danken daher einen sonnigen Standort, der allerdings geschützt ausfallen sollte. Als Untergrund bevorzugen sie sehr nährstoffreiche, gut durchlässige und tiefgründige Böden. Sie sollten frisch bis feucht ausfallen, aber keine Staunässe bilden. Zeigt sich der Gartenboden eher schwer, lehmhaltig und undurchlässig, ist eine gute Drainage aus grobem Sand unverzichtbar.

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Wann und wie werden Gladiolen gepflanzt?

Gladiolenblüten in verschiedenen Farben
Gladiolen gibt es in vielen verschiedenen Farben, die im Garten toll zur Geltung kommen

Die Triebe von Gladiolen sind äußerst frostempfindlich. Die Zierpflanzen sollten daher frühestens Ende April in den Garten gepflanzt werden, sodass sie erst nach den Eisheiligen austreiben. Sollen sich die Blüten bereits früher zeigen, lassen sich die Pflanzen auch an einem frostfreien Standort in Kübeln vorziehen. Anschließend können die Jungpflanzen Mitte Mai ins Freibeet umziehen.

Die Knollen sollten dabei mit einer dicken Erdschicht bedeckt sein, die ungefähr doppelt so hoch wie der Knollendurchmesser ist. Auf diese Weise erhalten die Pflanzen genügend Halt und können ihre langen Blütenstängel halten, ohne dass diese abknicken.

Gladiolen blühen in der Regel von Ende Juni bis in den September hinein. Um die Blütezeit zu verlängern, lässt sich ein einfacher Trick einsetzen: Statt alle Knollen auf einmal auszupflanzen, erfolgt die Pflanzung mit einer kleinen Zeitverschiebung von je einer Woche. Wichtig ist, dass die Zierpflanzen ähnlich wie Rosen nur alle sechs Jahre am selben Standort stehen.

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Welche Pflege benötigen Gladiolen?

Gladiolen verfügen über einen hohen Nährstoffbedarf, sodass eine gute Nährstoffversorgung eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen darstellt. Nach dem Auspflanzen lassen sich die Knollen direkt mit einer Mischung aus reifem Kompost und Hornspänen bestreuen. Eine regelmäßige Düngung sorgt zusätzlich dafür, dass der Boden durchgehend nährstoffreich bleibt.

Haben sich die ersten Blüten geöffnet, lassen sich Gladiolen ideal als Schnittblumen für bunte Blumensträuße verwenden. Ein Stiel mit rund vier bis fünf Blättern sollte jedoch stehen bleiben, damit die Pflanzen neue Knollen ausbilden. Um die kräftezehrende Samenbildung zu verhindern, empfiehlt sich außerdem das frühzeitige Entfernen von verwelkten Blütenstängeln.

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Wie lassen sich Gladiolen überwintern?

Gladiolen zeigen sich sehr frostempfindlich. Im Herbst werden die Knollen daher nach dem ersten Nachtfrost ausgegraben. Nachdem sie von größeren Erdklumpen befreit sind, lassen sie sich in einer Holzkiste mit grobem Sand einschlagen. Als idealer Ort zur Überwinterung eignet sich ein Keller, der kühl und frostfrei ausfällt sowie über eine hohe Luftfeuchtigkeit verfügt.

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Wie werden Gladiolen richtig vermehrt?

Gladiolenzwiebeln und Pflanze
Die Vermehrung von Gladiolen erfolgt am besten per Knollen, die die Hauptpflanze selbst bildet

Wildarten lassen sich zwar durch Aussaat vermehren. Mit dieser Methode dauert es jedoch einige Jahre, bevor sich die ersten Blüten zeigen. Da Gladiolen Knollen ausbilden, ist eine Teilung daher die einfachste und gleichzeitig die erfolgversprechendste Methode zur Vermehrung.

In lockeren Böden bilden die Zierpflanzen in der Regel viele Tochterknollen aus. Diese sind mit der Mutterknolle über kurze Ausläufer verbunden. Werden die Knollen im Herbst zur Überwinterung ausgegraben, lassen sie sich dabei teilen.

Die Tochterknollen werden hierbei von den Mutterknollen abgetrennt und im Idealfall direkt in grobkörnige Anzuchterde gepflanzt. In einem frostfreien, hellen Raum lassen sie sich über die Wintermonate kultivieren und im folgenden Frühjahr als Jungpflanzen ins Freibeet umsiedeln.

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Für welche Krankheiten und Schädlinge sind Gladiolen anfällig?

Auf schweren und feuchten Böden, die Staunässe bilden, neigen Gladiolen zu Knollen- und Stängelfäule. Eine nasskalte Witterung kann das Problem zusätzlich verstärken und bietet Pilzerregern wie Sclerotina oder Fusarium ideale Bedingungen. Neben Pilzen können aber auch einige Bakterien Fäulnis an den Zierpflanzen verursachen.

Darüber hinaus tritt auch die Blattfleckenkrankheit häufig auf. Befallene Pflanzen sollten Hobbygärtner unverzüglich aus dem Blumenbeet entfernen. Bei allen anderen, noch unversehrten Knollen empfiehlt sich im Herbst vor der Überwinterung eine Heißwasserbehandlung, um mögliche Erreger der Blattfleckenkrankheiten abzutöten.

Hierbei ziehen die Knollen für rund 30 Minuten bei 53 Grad Celsius. Anschließend sollten die Knollen für einige Minuten in kaltem Wasser abkühlen, bevor sie gut abgetrocknet in ihrem Winterquartier bis zum nächsten Frühjahr überwintern.

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Autor Jennifer Nagel

Über den Autor
Jennifer Nagel

Nach einem redaktionellen Praktikum entdeckte Jennifer ihre Liebe zur Sprache und begann ein Studium zum "Werbetexter und Konzeptioner". Seit 2019 arbeitet sie als freie Texterin und Lektorin und verfasst unter anderem interessante Artikel für unser Gartenmagazin.

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